1965 Blackface in a Box
Mit dem tc electronic Combo Deluxe 65’ Preamp liefert die dänische Klangschmiede ein Stück kalifornischer Gitarrengeschichte im Pedalformat – ein digitaler Preamp, der den legendären Fender Blackface Deluxe Reverb von 1965 authentisch einfängt und Vintage-Charme mit moderner Funktionalität verbindet.
- Was ist es? TC Electronic Combo Deluxe 65’ Preamp – digitaler Preamp im Pedalformat, inspiriert vom Fender Blackface Deluxe Reverb von 1965.
- Bauweise & Ausstattung: Zwei Kanäle (Clean/Crunch), 3-Band-EQ, Bright-Schalter, integrierte Federhall-Simulation, DI-Out mit Celestion-Cab-Sim (G12M Creamback), Kopfhörerausgang.
- Bedienung: Soft-Click-Fußschalter, robustes Aluminiumgehäuse, USB-Port für Firmware-Updates, 9-V-Netzteilbetrieb.
- Klang & Feeling: Authentischer Blackface-Ton mit straffen Bässen, perligen Höhen und dynamischem Spielverhalten – hervorragend für Clean- und Crunch-Sounds.
- Fazit: Überzeugender „Pedalboard-Blackface“ mit realistischem Federhall, natürlicher Dynamik und durchdachter Ausstattung – ideal für Bühne, Studio und Homerecording (ca. 135,- Euro).
Inhaltsverzeichnis
tc electronic Combo Deluxe 65′ Preamp
Mit dem TC Electronic Combo Deluxe 65’ Preamp liefert die dänische Klangschmiede ein Stück kalifornischer Gitarrengeschichte im Pedalformat. Das kleine Ampworx-Pedal will nichts Geringeres, als den charakteristischen Sound eines 1965er Fender Blackface Deluxe Reverb einzufangen. Jenen Amp, der mit seinem glockenklaren Clean, den farbigen Mitten und dem samtigen Federhall zum Soundtrack unzähliger Westcoast-, Country- und Surf-Klassiker wurde. Und obwohl TC Electronic eigentlich für digitale Präzision, IR-Technologie und durchdachte Signalführung steht, steckt hier ein gutes Stück Vintage-Vibe im modernen Gewand.
Das Ziel: ein Preamp, der sowohl auf dem Pedalboard als auch direkt im Recording-Setup funktioniert und dabei den dynamischen Charakter, die natürliche Kompression und den typischen „California-Twang“ des Originals authentisch reproduziert. Ergänzt um eine Celestion Cab Sim IR, zwei Kanäle mit unabhängigem Gain, integriertem Federhallsimulation und moderner Anschlussvielfalt, soll das Combo Deluxe 65’ Pedal die Lücke zwischen klassischer Röhrenästhetik und digitaler Alltagstauglichkeit schließen – quasi der perfekte „Pedalboard-Blackface“ für Puristen und Klangtüftler gleichermaßen. Ob ihm das gelingt und was er sonst noch so drauf hat, werden wir im folgenden Test herausfinden!
Facts & Features
Schon auf den ersten Blick erinnert das tc electronic Combo Deluxe Pedal an die klassische Front eines 60s-Combos – gebürstetes Aluminium, cremefarbene Regler, schwarze Frontplatte und ein Hauch von Vintage-Coolness. Unter der Haube steckt jedoch digitale Signalverarbeitung, die den Blackface Deluxe Reverb in zwei getrennten Kanälen abbildet. Beide Kanäle nutzen die gemeinsamen Gain- und Level-Regler, mit denen man zwischen glasklarem Clean und leicht angezerrtem Crunch per Fußschalter wechseln kann.
Durch gleichzeitiges Drücken beider Schalter lässt sich auswählen, ob man zwischen den beiden Kanälen wechseln oder nur einen der beiden Kanäle aktivieren möchte. Beide Schalter sind übrigens Softclick-Typen, was für nahezu geräuschlose Schaltvorgänge sorgt. Zwei mehrfarbige LEDs mit ausreichend Leuchtkraft informieren über den aktuellen Status.
Die EQ-Sektion mit Bass-, Middle- und Treble-Reglern greift musikalisch in das Frequenzbild ein, ohne steril zu wirken. Ein Bright-Schalter an der Stirnseite verleiht ein Extra an „Shimmer“. Der integrierte Federhall basiert auf einer realistischen Faltungssimulation. Er lässt sich über einen kleinen Tone-Regler, der ebenfalls an der Stirnseite untergebracht ist, von dunklem Raumhall bis zum typischen, hell schimmernden „Spring-Splash“ an das verwendete Equipment bzw. den verwendeten Amp anpassen. An der Stirnseite sitzen die Ein- und Ausgänge sowie ein DI-Out mit integrierter Cab-Simulation, die auf einem 12″ Celestion G12M Creamback Speaker basiert.
Somit kann das Pedal ohne Weiteres direkt an ein Recording-Interface oder an einen Mixer angeschlossen werden. Die Speaker-Simulation steht auch für den Kopfhörerausgang zur Verfügung, der links am Gehäuse sitzt und über einen 3,5-mm-Klinkenanschluss verfügt. Abschließend befindet sich an der Stirnseite noch ein USB-Port, der für Firmware-Updates vorgesehen ist. Und natürlich der Anschluss für ein 9-Volt-Netzteil – ein Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen.
Alles in allem wirkt die Hardware sehr solide: Die Regler wurden fest mit dem Gehäuse verschraubt und bieten einen angenehmen Drehwiderstand und auch die Schalter dürften dem Besitzer keine Probleme bereiten. Hören wir nun also mal rein in die kleine Blackbox!
Der Praxis-Check
Das tc electronic Combo Deluxe Pedal startet ohne nennenswerte Nebengeräusche und dank der Softklickschalter ohne nerviges Krachen. Ich hab zwar leider nie einen Original Fender Blackface Amp besessen, aber so stelle ich mir den Sound dieses Kult-Amps schon vor: Straffe Bässe, farbige Mitten und perlige Höhen bestimmen den Grundsound in beiden Kanälen und erinnern sofort an die Vintage-Amps von der amerikanischen Westküste. Neben der effektiv arbeitenden Klangregelung überrascht zudem das Dynamikverhalten – jede noch so kleine Nuance wird sauber abgebildet und auch beim Zurücknehmen des Volume-Reglers der Gitarre bricht der Klang nicht zusammen. Dieses Verhalten steht dem eines „echten“ Röhren-Amps in kaum etwas nach.
Der Gain-Regler erlaubt sauberes Feintuning zwischen cleanem Headroom und subtiler Endstufenzerre, die niemals harsch wirkt. Die zweite Kanaloption bringt mehr Schub und eignet sich perfekt für leicht angezerrte Blues- oder Roots-Rock-Riffs. Aktiviert man den Bright-Schalter, öffnet sich der Ton noch einmal zusätzlich. Das Herzstück vieler Blackface-Amps ist jedoch der Federhall, und auch hier punktet das tc electronic Pedal mit Realismus und Musikalität. Von dezentem Raumgefühl bis zu Surf-getränktem Spring-Tank liefert der Reverb eine natürliche Tiefe, die sich hervorragend ins Spiel integriert. Der separate Reverb-Tone-Regler erlaubt dabei, das Hallbild gezielt auf den Raum oder das Instrument abzustimmen.
Über Kopfhörer oder DI-Out mit Cab-Simulation lässt sich der Sound des tc electronic Combo Deluxe direkt aufnehmen und dank Celestion-IR klingt das Ergebnis erstaunlich authentisch, so als stünde ein echter 1×12-Combo neben einem. Ganz gleich ob Studio, Bühne oder Wohnzimmer: Dieses Pedal bringt den sonnigen Westküsten-Klang dorthin, wo gerade eine Steckdose ist!
Um den reinen Sound des Pedals zu hören, habe ich es mit meinem UAD Audiointerface verbunden, man hört also keine zusätzlichen Amps oder Boxen, die den Sound auf irgendeine Art färben könnten. Eingespielt wurden die Tracks mit meiner Music Man Silhouette Special.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.










































Hallo,
Ich hab mir das Ding vor einiger Zeit geholt, weil ich für mein neues Projekt keinen Amp mehr schleppen wollte. Dafür ist es prima und der Sound ist schon sehr gut, kommt aber für meinen Geschmack nicht an das Klangerlebnis eines echten Fender Röhrenamps mit Fender 63er Tube Reverb heran. Insbesondere originalen Surf Sound a la Dick Dale habe ich noch nicht hinbekommen, was aber auch an meiner derzeitigen Gitarre liegen kann.
Dafür integriert sich das Teil schnell in den Live-Mix, weil niemand mehr gegen den Gitarrenamp anspielen muss, der laut Gitarrist (ich) eine bestimmte Mindestlautstärke benötigt um gut zu klingen.
😜
Ein Kritikpunkt sollte unbedingt erwähnt werden und das ist die kurze Soundunterbrechung beim Umschalten der Kanäle. Das stört immens.
Ansonsten schönes Teil und gut für den Rücken.
Viel Spaß weiter damit!
MIkro-USB im Jahr 2025? Echt jetzt?
@woffi Scheint sich hartnäckig zu halten – nicht nur bei diesem Pedal :D
@woffi furchtbar… 😜
dachte in China sind schon alle endlich aufgebraucht 😉
Ich liebe den Blackface-Sound, sowohl clean als auch crunchy – letzteres vor allem, weil dieser Klang eben nicht matschig wird sondern sich mit „klarer Kante“ durchsetzt. Also wäre dieses Teil eigentlich was für mich – aber dann höre ich die letzten beiden Klangbeispiele und kriege das Grausen: Fürchterlich! Wenn das wirklich für die Zerre von diesem Pedal typisch ist, dann werde ich noch sehr lange bei meinem American TrueTone und dem Wampler Black ’65 bleiben. (Und ja woffi, die Micro-USB-Buchse ist dann sozusagen das i-Tüpfelchen auf dem Misthaufen.)
Wunderbar preiswert, aber klanglich daneben und nicht entfernt so gut wie die extrem authentisch klingende Fender Clean Amp Alternative Dream 65 von UAD.
Wird der am Amp auch, wie der UAFX Dream, in den Effectloop eingeschleift?
@NATS Wie das beim UAFX ist, kann ich dir nicht sagen … der TC soll als alleiniger Preamp funktionieren, also vor dem Eingang des Amps oder zusammen mit Endstufe & Box(en). Aber probieren geht über Studieren, vielleicht kann man ihn auch gewinnbringend in den FX-Loop setzen.