Alle Effekte in einem kleinen Pedal
Nachdem bereits das X5 und X3 Wellen geschlagen haben, gesellt sich nun auch das sehr kompakte tc electronic Plethora X1 zur Familie hinzu.
Kurz & knapp
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- Kompakte Größe: Perfekt für kleine Pedalboards mit begrenztem Platz.
- Vielseitige Effekte: Riesige Auswahl an Tone Prints für nahezu jeden Sound.
- Intuitive Bedienung: Einfaches Editieren und Speichern dank übersichtlicher Menüführung.
- MASH-Funktion: Kreative Klangsteuerung in Echtzeit über den Fußtaster.
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Hochwertige Verarbeitung und große Klangvielfalt zu fairem Preis.
Inhaltsverzeichnis
Plethora X1 – für wen ist das eigentlich?
Das tc electronic Plethora X1 kann, wie bereits zu vermuten war, gleichzeitig nur genau einen Effekt „abrufen“. Deswegen ergibt es insbesondere Sinn für alle Gitarristen, die die „Brot und Butter-Effekte“ wie ein bis zwei Verzerrer und ggf. ein Delay schon auf dem Board haben, aber darüber hinaus gerne die komplette Effektpalette am Start haben wollen.
Wenn man beispielsweise nur einige Male am Abend auf Tremolo, Chorus, ein spezielles Delay, große Hallräume oder ein Whammy-Pedal etc. zugreifen möchte, ohne sich dafür die ganzen Effekte einzeln zu kaufen, ist das X1 ein geniales Werkzeug. So lässt sich jeder nur erdenkliche Effektsound generieren, abspeichern und bequem aufrufen. Man muss sich dann lediglich noch merken, auf welcher Preset-Nummer man seine Effekte abgelegt hat, zumindest während der Probe und auf der Bühne.
Das tc electronic Plethora X1 ist absolut effektiv und dabei platzsparend. Auch die einfache Bedienung überzeugt, da man sich das Lesen der Anleitung prinzipiell sogar ersparen könnte. Ich tue dieses allerdings meist, um keine coolen Features ungenutzt zu lassen. Gerade die „MASH-Funktion“ des Fußtasters bietet haufenweise klangliche Optionen, die live zu abgefahrenen Sounds genutzt werden könnten.
tc electronic Plethora X1 – Facts & Features
Die Abmessungen des Pedals betragen 72 × 122 × 50 mm (B × T × H), wie wir das von vielen „Kollegen“ kennen. Das Pedal bietet vier Klinkenbuchsen, da es bei Bedarf auch in Stereo betrieben werden kann. Der Bypass kann mit gebuffertem Bypass oder True-Bypass erfolgen. Der Netzadapter-anschluss ist die übliche Hohlstecker Buchse (5,5 × 2,1 mm, Minuspol innen), ein Batteriebetrieb wird nicht unterstützt. Der Stromverbrauch ist mit bis zu den angegebenen 250 mA relativ hoch (digitale Pedale benötigen mehr Strom als rein analog aufgebaute Pedale), das sollte man beim Designen eines Pedalboards einkalkulieren, also ein ausreichend leistungsstarkes Netzteil verwenden, um eine ordnungsgemäße Funktion zu gewährleisten.
Bis zu 14 Sounds können im tc electronic Plethora X1 gespeichert und schnell abgerufen werden. Diese können selbst erstellt oder aus einer riesigen Bibliothek in das Pedal geladen werde. Das X1 kann für das Erstellen von Sounds oder dem Editieren mit dem Rechner verbunden werden.
Der Zugriff auf die erweiterten Parameter und die Erstellung eigener Tone-Prints erfolgt über die Tone-Print-App. Die Tone-Prints von vielen weiteren tc-Pedalen wie z. B. Hall of Fame II, Flashback II, Sub n Up, Corona Chorus, Viscous Vibe, Quintessence und Pipeline sind bereits vorinstalliert.
Der druckempfindliche Fußtaster hat eine Schalterfunktion (Effekt on/off), kann aber auch beim Gedrückthalten mit dem Fuß (sie sogenannte MASH-Funktion) zusätzliche interessante Effekte erzeugen. Damit lassen sich also Expression-Control-Daten senden, um frei wählbare Parameter in Echtzeit zu steuern.
Auch in groß erhältlich:
Effekte
Das Pedal ist quasi ein Container für (Tone-Print-) Effekte, somit kann alles, was das Herz begehrt, in das Pedal „gepumpt“ werden. Die Auswahl an Effekten ist extrem reichhaltig, was auch im Video weiter unten im Beitrag demonstriert wird.
Regler & Bedienelemente
Das Plethora X1 besitzt drei Potis und einen Drehregler (A, B, C, Effect, 1-7). Mittels des kleinen Kippschalters gelangt man in den Edit-Modus. Das integrierte kleine OLED-Display zeigt stets die Parameter an, die mit den Potis momentan gerade verändert werden. Das Pedal arbeitet bei Bedarf in Stereo.
Handling
Die Bedienung des X1 gestaltet sich erfreulich intuitiv. Mit dem Drehregler werden die gespeicherten Presets aufgerufen. Möchte man den Sound „finetunen“, betätigt man lediglich den kleinen Kippschalter und „scrollt“ durch die verschiedenen Auswahlmenüs. Mit den Potis A, B und C lassen sich dann die einzelnen Parameter (die je nach Sound variieren) dann nach Belieben (Gehör) verändern, bis der gewünschte Klang realisiert wird. Dann auf eines der Presets speichern, fertig. Sollten die sieben Sounds wider Erwarten nicht ausreichen, können mit der A/B-Umschaltung sieben weitere Effekt-Sounds aufgerufen werden. Im Netz findet man unzählige Tone-Prints, die sich in das X1 laden lassen.
In folgendem Video wird das Handling (Editing, Speichern, Importieren von Tone-Prints erläutert:
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Sound
In den folgenden Klangbeispielen des tc electronic Plethora kann man eine Auswahl der wichtigsten „Go To-Effekte“ hören. Darüber hinaus ist das Angebot an weiteren Effekten quasi unendlich. Das Schöne ist, dass ein einziges kleines Pedal alle nur erdenklichen Effekte liefern kann. Das war zwar früher auch schon möglich (Line6, M5 etc.), aber nicht in diesem kompakten Format. Die Aufnahme erfolgte hier in Mono, wobei sich im Stereobetrieb deutlich räumlichere Sounds erreichen ließen.
Hören wir einige Presets, die für den Test nach Geschmack editiert wurden:
Analoges Delay, jazzige Akkorde:
Demo des Reverbs, hier ein Plate-Reverb:
Tremolo, ideal für 50-er Balladen oder „Surf-Mucke“:
Chorus
Ähnlich dem BOSS-Klassiker CE-1 bzw. CE-2. Für 80er-Sounds unverzichtbar:
Vibe
Hier mit etwas Verzerrung vom Verstärker. Jimi Hendrix, Robin Trower und David Gilmour lassen grüßen:
Pitch-Shifter
Hier als Oktaver eingesetzt, auch für Bassisten willkommen:
Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:
Suhr Classic Strat HSS – tc electronic Plethora X1 – Peavey Classic 20 MH – MESA/Boogie 1x 1″ Thiele Box mit Creamback Celestion Lautsprecher – Sennheiser e906 – MOTU M4 – Mac mit Logic.



































