Test: TC Electronics M100, Multi-Effektgerät

4. Januar 2019

Multi-Effekt für jedermann

TC Electronic M100

TC Electronic M100

Das TC Electronic M100 ist ein Multieffektgerät im Mini-Format das mit über 16 verschiedenen Effekten und mit einem Preis von unter 80,- Euro lockt. Kann das gut gehen?

TC Electronic lässt im Moment eine ganze Reihe an klassischen Studio-Effektgeräten in modernem Gewand neu auferstehen. Das legendäre Digital Delay TC2290 zum Beispiel gibt es nun als Plugin mit dazugehörigem Hardware-Controller, der die Bedienung dem Original nachempfindet. Auch Klassiker anderer Hersteller, wie das „EMT 250 Digital Hall“, bieten die Dänen in dieser Hard-Software-Verbindung an. (Wer den EMT 250 nicht mehr kennt, dem sei ein Blick in das Studiomagazin Archiv von Echoschall empfohlen.) Ich selbst muss gestehen, dass ich wegen der Kurzlebigkeit von Betriebssystemen und Software generell gerne ein echtes Stück Hardware bediene, das sich nicht von etwaigen Updates, Inkompatibilitäten etc. einschüchtern lässt.

Diesen einfachen, heutzutage fast schon rustikal wirkenden Weg gehen die Dänen mit dem TC Electronic M100. Und zwar nicht im 19-Zoll-Format, sondern im Format einer kleinen mobilen Desktop-Box. Das Gehäuse des M100 ist einerseits sehr handlich (19 x 7,5 x 5 cm) und andererseits sehr stabil, da es komplett aus Metall gefertigt ist. Es bringt knapp 500 g auf die Waage und ist damit in etwa so schwer wie mein Hall-Bodentreter von Boss. Nur bietet er um einiges mehr an Effekten. Aber erst einmal der Reihe nach.

TC-Electronics M100

Geliefert wird das TC Electronic M100 in einem Karton mit Netzteil und gedruckter Bedienungsanleitung. Auf der Vorderseite gibt es  fünf Drehregler, die haptisch einen guten Eindruck machen, allesamt recht groß ausfallen und daher auch von ausgewachsenen “Pratzen” sehr gut bedient werden können. Die ersten drei Potis von links kümmern sich um Input-Level, Output-Level und den Mix-Anteil. Der vierte Regler fällt etwas größer aus, da ihm die wichtigste Aufgabe zukommt: die Auswahl des Effekts. Zum Schluss gibt es noch einen „Parameter +/-“ Regler, der je nach ausgewähltem Effekt verschiedene Aufgaben übernimmt. Weiterhin gibt es auf der Frontplatte zwei Schalter. Zum einen den Bypass- und zum anderen den “Tap/Select”-Schalter, dessen Funktionsweise wieder vom Effekt abhängt.

TC-Electronics M100Was leider fehlt, ist ein On/Off-Schalter, der das Gerät komplett vom Strom nimmt.
Warum immer mehr Hersteller diesen (in meinen Augen) doch so wichtigen Schalter einsparen, ist mir ein Rätsel. Muss ich als Anwender tatsächlich immer unter dem Tisch herumkriechen, wenn ich das Gerät mit dem Netzteil an- bzw. wieder ausschalten will? Möchte man als Hersteller gar die Anwender damit in die Knie zwingen? Oder gibt es geheime Verträge mit Stromanbietern, die sich die durch die hohen Standby-Kosten die Hände reiben?

Die Rückseite des TC Electronic M100 ist ebenfalls sehr einfach aufgebaut. Da es sich um ein Stereogerät handelt, gibt es jeweils zwei symmetrische 6,3 mm Klinkenanschlüsse für die Ein- und Ausgänge und einen weiteren 6,3 mm Klinkenanschluss für einen optionalen Fußschalter, der den Bypass aktivieren kann. Durch die Funktionsfülle ist es leider nicht möglich, das Gerät mit Batterie zu betreiben. Die Eingangsimpedanz beträgt rund 7,5 kOhm, am Ausgang sind es 220 Ohm bei max. +10 dBu. Dazu gesellt sich noch ein Netzteilanschluss, der 12 V, 400 mA benötigt.

TC-Electronics M100Folgende Effekte hat das TC Electronics mit an Bord:

  • Reverb: Cathedral (simuliert den Hall einer großen Kathedrale)
  • Reverb: Concert (simuliert den Hall eines mittelgroßen Konzertsaals)
  • Reverb: Club (simuliert die Atmosphäre eines mittelgroßen Jazzclubs oder Theaters)
  • Reverb: Gold Plate (simuliert den Raumeindruck einer Kammer)
  • Reverb: Gated Reverb (simuliert einen Halleffekt, der von einem Noise-Gate abrupt beendet wird)
  • Reverb: Reverse (erzeugt einen Halleffekt mit umgekehrter Hallfahne)
  • Reverb: Ambience (reichert das Signal mit räumlichen Informationen an, ohne hörbaren Hall)
  • Delay
  • Chorus
  • Flanger
  • Phaser
  • Rotary (schneller und langsamer werdender Leslie-Effekt)
  • Pitch Shift (fügt dem Originalsignal ein höheres oder tieferes Signal hinzu)
  • Delay + Reverb zusammen
  • Chorus + Reverb zusammen

Die Effektsektion arbeitet natürlich digital und als Wandler kommen 24 Bit Delta-Sigma Konverter mit 128-fachem Oversampling zum Einsatz. Schön zu sehen, dass zu diesem günstigen Preis mit 24 Bit gewandelt wird! Die Samplingrate beträgt 48 kHz und als Dynamikumfang gibt TC Electronics 96 dB zwischen 10 Hz und 22 kHz an. Also, dann mal angeschlossen das gute Ding!

Das TC Electronics M100 in der Praxis

Als Aussteuerungsanzeige dienen zwei LEDs auf der Vorderseite die grün leuchten, wenn ein Signal eingespeist wird und die auf rot umschalten, wenn das Eingangssignal übersteuert. Die Bedienung ist wahrlich extrem einfach. Die ersten Klänge machen mir das TC Electronics M100 bereits ungemein sympathisch. Das klingt sehr wertig, was mir hier zu Ohren kommt und die Hall- und Delay-Effekte haben nichts Billiges an sich. Im Gegenteil – die sehr gute Qualität lädt zum Spielen und Ausprobieren ein. Obwohl man nur wenige Parameter einstellen kann, ist es doch ganz erstaunlich, wie viele verschiedene Hall-Sounds sich dem TC Electronics M100 entlocken lassen.

TC-Electronics M100Da das TC Electronics M100 auf Line-Pegel ausgelegt ist, macht es leider bei direkt eingesteckter Gitarre oder Bass nicht ganz so viel Spaß. Prinzipiell funktioniert es zwar und man kann das TC Electronics M100 zwischen Instrument und Verstärker schalten, allerdings gehen durch die fehlende Impedanzanpassung massenhaft Höhen verlorden. Das Signal wird dumpf und man muss schon kräftig am Verstärker gegensteuern, indem man Höhen anhebt.

Es wäre toll gewesen, hätte TC Electronics dem M100 einen Gitarren-/Bass-Eingang in Form eines schaltbaren Hi-Z für den Monoeingang verpasst. Dafür hätte ich gern ein paar Euro Aufpreis gezahlt. Die Effekte klingen wirklich toll, aber mit dem sich verändernden Grundsound muss man einen Kompromiss eingehen. Mein Boss Reverb wirkt klanglich um einiges kälter und ist bei Weitem nicht so flexibel wie das M100. Vielleicht kommt hier ein Update in der nächsten Version?

Bis dahin kann man sich mit einer DI-Box (je nach Modell) Abhilfe schaffen. Ich hatte ein kleines Mischpult zur Hand, habe die Gitarre an den HI-Z-Eingang angeschlossen und bin von dort ins TC Electronics und dann in den Röhrenverstärker. Eine etwas unkonventionelle und leider recht aufwändige Notlösung, die aber ausgezeichnet funktioniert hat. Rauschen ist beim TC Electronics übrigens kein Thema, weder mit Line- noch Instrumentensignalen.

Klangbeispiele
Forum
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    iggy_pop  AHU

    Was das Abschalten angeht: Eine Steckerleiste mit Hauptschalter hilft enorm, nicht nur beim Stromsparen.
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    Hübsche, kleine Allroundlösung — wenn der Klang besser ist als das, was von seiten Behringer früher als Multieffektgerät mit in ein Mischpult gepackt wurde (Daumen drücken!). Irgendwie nützlich, aber irgendwie auch nicht echt toll.
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    Ein bißchen so wie die Frikadelle im Pappbrötchen vom örtlichen Bürgerbräter: Wenn’s nichts anderes gibt, nimmt man, was man kriegen kann.
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      swellkoerper  AHU

      Die Steckerleiste von heute hört auf Kommandos von Alexa.

      Was man hier nicht alles erdulden muss: da schreien wir jahrelang nach Synth-Demos bei Gitarreneffekten und kriegen keine, jetzt werden Studio-Effekte auch noch per DI-Box mit Klampfen bespielt. Und wieder keine Synths.

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        Raphael Tschernuth  RED

        Sorry, die Grandmother war schon im Bett!
        Beim nächsten Effekte-Test weck ich sie auf – versprochen :)
        Welcher Synth-Sound darfs denn sein?

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          iggy_pop  AHU

          Die Standards, bitte — Rhodes-Akkorde (mit Phaser, Tremolo, Zerre), ein bißchen Synthifläche (lange Delays und Hallräume), Sequenzergeticker (zwecks Delay-Demo) und Drumdose (Delays, kurze Räume, Kompressor etc.).
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          @swellkoerper: Alexa — der HAL9000 für die Realität.
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          Mehr Dislikes, bitte — strengt Euch mal an.
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          Hat schon jemand erwähnt, daß TC im Hause B. hergestellt wird…?
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          Mehr Battle, bitte.
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          swellkoerper  AHU

          Das war nur das übliche Rumgenöle von mir, Iggy hat die wünschenswerten Standards in seiner Antwort bestens skizziert. Ich verstehe, das zwischen den Gitarren-, Keys- und Studioredaktionen unterschiedliche Equipmentpräferenzen und -überschneidungen existieren, aber ehrlich, wegen mir können die Soundbeispiele auch immer die gleichen Loops aus dem Rechner sein, die die Gesamtredaktion benutzen kann. Für die Vergleichbarkeit umso besser.
          Vielleicht ein Anlass für ein Community-Feature – Soundbeispiele aufnehmen, posten, dann stimmen alle ab, welche in Zukunft für alle Tests verwendet werden.

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            Raphael Tschernuth  RED

            Hi swellkörper, das finde ich eine gute Idee. Das Setup (Wandler, Vergleichsequipment, Räumlichkeit,…) unterscheidet sich nur von Autor zu Autor.
            In meinen Mikrofontests benutze ich die Immer die gleiche DI Signale, wenn es um E-Gitarre und E-Bass geht. Auch die Mikrofonierung bei Akustikgitarre und das was ich spiele ist immer gleich, um euch auch einen Vergleich zwischen unterschiedlichen Tests zu ermöglichen. Für den nächsten Mult-FX Test werde ich ein paar Synthesizer-Standardbeispiele aufnehmen.
            So, und jetzt wieder zurück zu: Battle! ;)

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        dilux  AHU

        mal ganz ehrlich, stellst du dir so ein cloudmicro in die wohnung? ich trau amazon eh nicht mehr über den weg, eines ihrer geschäftsfelder liegt in der entwicklung von gesichtserkennungssoftware und jeff bezos scheint ja auch zu den eher unangenehmen neoliberalen großkapitalisten zu gehören…für mich hat sich das shoppen bei amazon schon seit längerem erledigt.

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          swellkoerper  AHU

          Bloss nicht, ich habe noch nie bei Amazon bestellt, und das wird auch so bleiben. Wobei ich nicht wissen will, auf vielen Cloud-Diensten von denen meine Daten rumdümpeln, oder besser, „ausgewertet“ werden. Pure evil.

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            dilux  AHU

            habe gerade gelesen, daß amazon schon über 100 milionen von diesen alexas verkauft hat…arme schafe

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      GioGio  AHU

      @ Iggy: mann bist Du schlau. Auf ausschaltbare Steckerleisten kommt bestimmt keiner der ein Studio sein eigen nennt.

      Mir geht es so, dass ich (je nachdem was ich im Studio mache) gar nicht immer alle Geräte anhaben will (denn das lässt ja auch das Gerät altern). Blöd ist es nur, wenn die Steckerleiste mehrere Geräte bedient (ist ja immer so) und man nicht alle ausschalten will. Daher haben Geräte ja einen Ausschalter. Ich finde die Kritik des Fehlens eines solchen Schalters sollte man nicht ins lächerliche ziehen, sondern die Gelegenheit hier nutzen sich über diesen scheinbaren Trend günstiger Kleingeräte aufzuregen. Grenzen setzen! Sonst werden sie überschritten. Und dieses Grenzensetzen ist anscheinend die Aufgabe von uns Kunden.

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    rbtdlx  

    Hmmm, sieht aus wie mein Alesis Nanoverb 2. Sowohl vorne wie hinten fast identisch. Ebenfalls die Funktionen.
    Wundert mich, dass der Autor diese frappierende Ähnlichkeit nicht erwähnt hat.

    Der Preis ist gut, denn so viel hat mich mein Nanoverb 2 gebraucht bei eBay gekostet.
    Und wenn der M100 tatsächlich kaum rauscht, dann werde ich mal über einen Wechsel nachdenken. Denn mein Nanoverb 2 rauscht ganz deutlich.

    Die Größe finde ich gut. Habe meinen Nanoverb 2 mit Klettband seitlich an mein Eurorack geklebt.

    Dass die keinen Ein-/Ausschalter haben, finde ich jetzt nicht so schlimm. Mein komplettes Equipment hängt an einer hochwertigen Mehrfachsteckdose mit Überspannungsschutz. Die schalte ich bei Nichtgebrauch immer aus.

    Und falls das keine Lösung ist: Einfach einen Schnurschalter in die Zuleitung zwischen Netzteil und Gerät einbauen. Kostet ca. 2-5 Euro und ist in 10min erledigt. Und durch niedrige Spannung von 12V kann das auch von jedem Laien gemacht werden. Habe ich so bisher auch bei allen Kopfhörerverstärkern usw. gemacht.
    Und meinem Arturia Keystep habe ich ein spezielles USB-Stromversorgungskabel mit Schalter spendiert. Gibt’s bei Amazon ab 4,99 Euro.

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      Raphael Tschernuth  RED

      Hi Rbtdix, ein Nanoverb lag zum Vergleich leider nicht vor. 6 Jahre Unterschied (das Nanoverb 2 erschien 2011, das M100 2017) dürften klanglich aber schon einiges ausmachen. Mit Rotary Speaker und Pitch Shifter bietet das M100 auch ein paar mehr Effektvarianten. Ich kann dir raten es mal gegen das anzutesten (trotz fehlendem Ein / Aus Schalter, für den es natürlich einen Workaround gibt) :)

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    Mick  AHU

    Das ist einfach ein massig abgespecktes TC.electronic M350. Selbst die ovale Form der Potis ist übernommen worden, nur halt ohne MIDI, Digi In/OUT und Speicher aber mit 50% weniger Einstellmöglichkeiten und Effekten!
    Und das M350 kostet nur zwischen 180,- – 240,-€ je nach Jahreszeit!;-)

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      Raphael Tschernuth  RED

      Hi Mick, danke für den Hinweis aufs M350. Die ovale Form der Potis benutzt TC Electronics schon sehr lange in vielen Produkten.
      Die Verwandschaft zwischen M350 und M100 ist natürlich da – das M350 ist bei Thomann aber nicht mehr erhältlich und auch schon über 12 Jahre alt. Auch bietet das M100 ein paar mehr EffektVarianten wie zum Beispiel Rotary Speaker oder Pitch Shifter. Viele Grüße

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      Emmbot  AHU

      Ich dachte auch an ein geschrumpften M300/350. Leider konnte man beim 300 nicht beide Effekte in stereo parallel betreiben.

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      Emmbot  AHU

      Meiner Meinung nach eher weniger. Der einzige Fall ist auf Master. Wenn man die Regler in der Hand haben möchte. Der hat aber kein MIDI.

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        Raphael Tschernuth  RED

        Sehe ich auch so – das M100 ist eher zum „live-dranrumdrehen-und-spielen“ gedacht.
        Aber wenn du zwei Ausgänge bzw. Eingänge an deinem Interface zur Verfügung hast, kannst du natürlich auch dein Setup so routen, dass der Softsynth durch den Effekt läuft. Wenn dir ein Effekt gefällt kannst du dann einen Mixdown davon machen. :)

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    AMAZONA Archiv

    Das M350 gibt es bei Music Store, allerdings haben die den Preis von 195 oder so auf 239 Euro angehoben. Komisch, ich dachte, weil die jetzt zu Behringer gehören, würden die Preise heruntergesetzt werden.

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    rbtdlx  

    Wie ist denn die Qualität im Vergleich zum Lexicon MX200? Den gibt’s gebraucht bei eBay ab ca. 85 Euro (neu ab 175 Euro). Mit dem liebäugle ich schon länger. Der ist zwar auch schon etwas älter (~14 Jahre), aber enthält zwei unabhängige Effektgeräte. Und hat deutlich mehr Effekte, als der M100.
    Beide würden gut zu meinem Eurorack-Setup (ohne DAW!) passen, weil sie eine einfach und direkt zu bedienende Benutzerschnittstelle ohne Display-Gefummel bieten.
    Der MX200 wurde hier auch schon mal positiv getestet: https://www.amazona.de/test-lexicon-mx200/
    Die Kommentare dort sind insofern recht positiv, wenn man mal die nörgelnden DAW/VST-Nutzer ausblendet. :-)
    Und das hohe Alter muss ja nicht schlecht sein. Bei Synthesizern wird ja auch danach gestrebt, den immer gleichen Sound von vor X Jahrzehnten zu erreichen. :-)
    Beispiel: die ICs der CEM33x0-Serie, TB-303, TR-909, Moog Synthesizer, Roland System 100m, oder neue Filter, die denen alter Syntis nachempfunden werden.

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      swellkoerper  AHU

      Klanglich ist das extrem subjektiv, ein TC-Hall unterscheidet sich schon stark von einem Lexi-Hall. Aber bei keinem der günstigen Kandidaten wirst Du das Mojo der teuren Artgenossen hören, dafür sind Rechenleistung und Algorithmen zu stark beschnitten. Ich besitze sowohl ein M350 als auch ein MPX550 – beide für sich nach heutigen Massstäben durchschnittlich, ich war erst zufrieden, als ich sie per S/PDIF hintereinander gehängt habe. Der M350-Chorus steuert nun ein wenig Modulation zu den etwas sterilen MPX-Reverbs bei – herrlich. (Die Algorithmen der grossen PCMs haben sowas von Haus aus.)
      Zum Thema Eurorack: da würde ich Dir auf alle Fälle zu einer guten alten gebrauchten Rack-Unit raten, weil:
      – symmetrische Eingänge sind schön übersteuerungsfest, passt gut zu heissen Modular-Pegeln
      – die haben oft Footswitch- und Expressionpedaleingänge. Ersteres kann man meistens für Tap-Tempo benutzen und simpel vom Eurorack per Trigger/Gate steuern. Das Zweite kann mit einem VCA moduliert werden, das Effektgerät bekommt so quasi eine CV-Steuerung. (google „Expression-VCA-Patch“)

      Wenn Du ein LXP-15 in gutem Zustand finden kannst, ist das wohl das ultimative Modularteil. 5 Pedaleingänge!

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    EricNSm

    Das is nicht ein TC Electronics Multieffektgerät, sondern ein Behringer Mini Fex FEX800 in ein neuen Kiste und mit ein anderen Logo.

    Es hat nichts mit den klassischen TC Effekten zu tun…
    (Link wurde von der Red entfernt, bitte Link-Shortener verwenden)

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        roseblood11  

        Könnt ihr mal verbindlich klären, ob die Algorithmen vom Behringer FEX800 stammen oder von TC? Hab grad Demos angehört und muss sagen, dass da auf Anhieb nichts bei ist, was mich an M350 oder G-Major 2 erinnert, die ich beide gut kenne.

  7. Profilbild
    roseblood11  

    Behringer sollte mal heftig aufpassen, dass er den Namen TC Electronic nicht zu sehr verramscht. Hab mich grad schonmal geärgert: Behringer hatte jahrelang einen Klon des Boss DC-2 Chorus, Plastik, aber gut. Als TC kam eine halbierte Mogelpackung in mono…
    Das M100 ist als kleine Lösung sicher praktisch und klingt auch gut. Aber es steckt null Innovation bzw Investition drin. Alles uralte Technik und auch die Effekte sind 12-15 Jahre alt. Alles bekannt aus M350 und dem G-Major 2. Letzteres ist allerdings ein sehr schönes Gerät, das ich live noch immer für alle Delays, Modulation und Hall nutze.
    Dazu fehlt dem M100 aber mindestens eine Buchse für Tap Tempo / Expression Pedal bzw die Möglichkeit, per Fuß Presets zu schalten. Zumindest die frühen G-Major 2 konnte man per S/PDIF auch in die DAW einbinden, das geht hier auch nicht – was hätte eine USB-Buchse gekostet?
    Also eigentlich ist es nur als Minilösung auf einem Keyboard interessant, für Gitarre vielleicht als „immer an“ Hall, aber wer macht das schon?

    Man braucht übrigens keinen Mixer, um es mit Gitarre zu betreiben, ein Booster-Pedal reicht. Ich habe vor dem G-Major 2 zB einen diy Klon des Preamps aus dem alten Korg SDD-3000 (Platine von Aion Electronics). Dazu dann ein Modulation-Delay und ab in den Vox. Klingt mindestens so gut wie echte alte 2290 oder SDD-3000.

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      GioGio  AHU

      Die Effekte sind 12-15 jähre alt? Meinte der Autor nicht, dem wäre gerade nicht so? Das wäre ja peinlich wenn es sich um dieselben Algorithmen handelt.
      Das mit Behring schockt mich!!! Ständig finde ich heraus, wie ein kleines oder großes Unternehmen plötzlich in deren Händen liegt. Schade, dass es nun auch den Musikmarkt betrifft. Dies verrät viel über die Zukunft unseres Handelns und Zuschauen. Wenn wir uns nicht gemeinsam ändern…

  8. Profilbild
    GioGio  AHU

    Kann man mit dem Tap-Taster lediglich das Tempo eines Delays bestimmen? Was ist wenn ich das Delay auf z.B. 1/16 Triole stellen will? Solche Zeiten / Takte lassen sich nirgends genau einstellen, oder?

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