Test: TC Electronic TC2290 DT, Delay Plugin und Controller

Feedback des TC Electronic TC2290 DT

Unter der Modulationsektion ist die Feedback-Sektion zu finden. Hier wird über den „Select“-Taster der Anteil des Feedbacks in Prozent eingestellt sowie die Tief- und Hochpasswerte der Filter. Diese sind jeweils fix und liegen bei 2, 4, 8, 33 kHz für das Tiefpassfilter und 0, 0,1, 0,2, 0,4 kHz für das Hochpassfilter. Wobei die Werte „33 kHz“ und „0 kHz“ „ausgeschaltet“ bedeuten. Der „Inv“-Taster invertiert das Feedback-Signal gegenüber dem Ausgangssignal, was Flanger-Effekten zugute kommen kann. Bis hierhin war ja noch alles akzeptabel gut, aber es bleibt nicht dabei.

tc electronic tc2290 dt

Preset und Spec des TC Electronic TC2290 DT

TC2290-DT Browser-Presets

TC2290-DT Browser-Presets

Mit dem „Delay On“-Taster wird der Effekt eingeschaltet und und mit den „Preset“-Tastern zwischen 100 Lieblings-Presets umgeschaltet. Mehr geht nur über die Preset-Verwaltung im Plugin selbst. Es kann jedes Preset zu den 100 vom Controller anwählbaren Plätzen hinzugefügt werden, aber das Öffnen des Favoritenmenüs ist etwas hakelig und es scheint, dass hier wohl ein Bedienfeld im Plugin vergessen wurde. Ein direkter Klick auf Assign öffnet nicht die Favoritenverwaltung, sondern den normalen Browser. Erst ein Klick darüber ins Leere öffnet die Zuweisung für die Favoriten. Wohl noch ein Bug.

C2290-DT Browser-Favorites

C2290-DT Browser-Favorites

Der „Spaß“ beginnt aber mit den Spezialnummern. Nicht weniger als 14 kodierte Parameter sind es, die im Controller versteckt sind, aber im Plugin direkt angezeigt werden.

TC2290-DT SNO & SVA

Diese Parameter sind: Eingangslautstärke, Delay-Mix, Ausgangslautstärke, Pan-Stärke, Delay-Invertierung, Synchronisationstaktteiler, Sync-Modus, Delay-Deep-Modulation, invertierte Delay-Modulation, Pan- und Delay-Modulations-Threshold, Dynamic-Delay-Lautstärke, Dynamic-Feedback und Stummschaltung. Man ahnt schon, worauf das hinausläuft.

Die Eingaben am Controller gehen, wie es im übrigen auch damals bei der Hardware implementiert war, über Eingaben von Codenummer. Diese unterteilen sich in SNO (Special Numbers) und SVA (Special Values) und können nur über die 10er-Tastatur am Controller eingegeben oder am Plugin selbst eingestellt werden.

TC2290-DT SNO SVA

TC2290-DT SNO & SVA

Dazu wählt man den Taster „SPEC/MIX“, worauf die SNO-Nummer blinkt. Dann tippt man eine Zahl wischen 1 und 13 oder die 26, drückt „Enter“ und wählt die SVA, die je nach Parameter eine ein- oder zweistellige Nummer ist und betätigt „Enter“ wieder.

Nun ist das zwar nett, dass die Special-Parameter im Plugin direkt zugänglich sind, aber das unterminiert ziemlich den Sinn des Controllers! Wenn ich doch nur wieder zur Maus greifen muss, was nützt mir dann der Controller?

TC2290-DT DAW-Automation

TC2290-DT DAW-Automation

Einzig die Weitergabe von ausnahmslos allen Parametern des TC2290-DT-Plugins an die DAW-Automation mag noch zur Rettung dienen, aber das ist eine Pflichtdisziplin bei Plugins und kein besonderer Pluspunkt. Was uns direkt zur Kritik bringt.

Kritik am TC Electronic TC2290 DT

TC2290-DT vs Finger

TC2290-DT vs. Finger

Ich glaube, die ursprüngliche Idee der Wiederbelebung des TC2290 war sicher mal sehr gut, aber dann haben gewisse Entscheidungsträger sie ruiniert. Die Umsetzung der Hardware als Dongle mag ja durchaus noch durchgehen, das ist nichts Neues, wenn auch nichts gern gesehenes. Dass die Software aber nur über den Controller bedient werden kann, ist dann aber schon ein ziemlicher Dämpfer, diplomatisch ausgedrückt. TC Electronic geben zwar 3 Jahre Garantie, aber ist der Controller defekt, war es das mit der Software auch.

Es können zwar alle Parameter vom Controller aus erreicht werden, aber wer möchte sich heutzutage für SOFTWARE noch kryptische Codenummern merken? Ich nicht! Das ist kein tolles Vintage-Feature – das ist schlechtes Design.

TC2290-DT Seitenansicht

TC2290-DT Seitenansicht

Das führt zum zweiten Punkt, nämlich dass sich TC, bis auf den Preset-Browser, offensichtlich Null damit beschäftig oder dafür interessiert hat, die Bedienung der Hardware für das Plugin offenzulegen. Auch wenn man anfangs noch gewillt ist, sich auf die Tastatur-Orgien einzulassen, aus welchem fehlgeleitetem Vintage-Hype auch immer, die Freude daran legt sich sehr schnell, dazu ist der Controller einfach zu klein. Wären dem Controller wenigsten Encoder anstelle der Cursor-Tasten spendiert worden, hätte die Ergonomie wenigstens ausreichend funktioniert.

Hiermit prophezeie ich: Ein Spezialcontroller ist vielleicht noch lustig – aber spätestens ab drei wird man das große Fluchen anfangen. Für ausgiebiges Herumexperimentieren komplett unbefriedigend und da ist die Sache mit den benötigen USB-Ports noch nicht mal angeschnitten.

Der große Unterschied im Gegensatz zu anderen gerätespezifischen Controllern wie z. B. der Korg MS-20 MIDI-Controller oder Softube Console-1, dem neuen Akai Fire oder dem Oberheim Programmer ist, dass der TC2290 DT Controller die Handhabung der Software nicht erleichtert und schneller nervt, als man das zugeben möchte.

An dieser Stelle möchte ich auch noch mal an die Fortschrittlichkeit von Novations Automap erinnern. Das ist auch heute noch ein innovatives Konzept, an das fast gar nichts rankommt, was Controller-auf-Hardware-Mapping angeht.

Was mich als Controller angemacht hätte, wäre ein großes leuchtendes LCD, zwei bis drei Encoder, dedizierte Tasten zur Auswahl jeder Sektion und eine Zehntastatur. Wobei alle Tasten in IBM Model M-Qualität mit Cherry-Red-Keys ausgeführt sind und natürlich volle MIDI-/HUI-Kompatibilität und optional zur Software. So ein richtig klobiges 80er-Ding.

Zumindest für schnellläufigere Produktionen, die keine Zeit für 10-Tastaturen und/oder ständigem Hin- und Herwechsel zwischen Controller und Plugin haben, bietet die vollwertige DAW-Automation einen sichern Ausweg.

tc electronic tc2290 dt

Letzen Endes sehe ich das TC2290-DT als einen Marketing-Gag, auf den sicher zu viele Vintage-versessene Musiker nur zu gerne hereinfallen werden – weil halt „Vintage“ und „Hardware-Controller“ Buzzwords drin sind. Das einzige, was dieses Produkt vor der schlechtesten Note bewahrt ist, dass es technisch keine Mängel aufweist. Aber diese exzessive „Vintage-Melkerei“, die hier augenscheinlich betrieben wird, kann ich in keiner Weise gutheißen.

Klang des TC Electronic TC2290 DT

Das Plugin klingt sehr sauber, digital eben und die Modulationen lassen sich gut kontrollieren und ermöglichen ein weites Einsatzfeld. Das Feedback ist von der zahmen Natur und übertreibt nie, was aufgrund der 16 Bit des Originals auch seine guten Gründe hat. Lautsprechergefährdentes Feedback, wie etwa bei OhmForce, wird man im TC2290 DT-Plugin nicht finden. Generell ist der Sound, wenn auch recht umfangreich modulierbar, mehr auf der friedlichen, veredelnden Seite zu Hause. Es ist schon einleuchtend, warum das TC2290 damals in Studios sehr oft zu finden war. Der Klang „erinnert“ mich irgendwie sehr an Native Instruments Replika, so feinfühlig, nuanciert und sauber – gut zum veredeln, für extravagantes Sounddesign aber nicht unbedingt die erste Anlaufstelle. Was aber kein Kritikpunkt ist. Wie die Audiobeispiele zeigen kann, das TC2290 DT ja Stimmung erzeugen, den Soundtoys Echoboy finde ich aber lebendiger und voller.

Die Hardware hatte zwar „nur“ eine 16 Bit Wandlung, konnte aber mit einer Abtastrate von 1 MHz glänzen, was der Hardware wohl vor allem diesen hochwertigen Sound bescherte. Es gab auch eine Hardware-Erweiterung, die dem TC2290 Delay-Zeiten bis 32 Sekunden intern (1023 ms ab Werk) erweitern. In der vollen Ausbaustufe mit DSTSA-Software gab es sogar bis zu 64 Sekunden Sampling- oder Delay-Zeiten. Diese beiden, in meinen Augen interessantesten und einzigartigsten Fähigkeiten der Hardware, wurden in das Plugin leider nicht übernommen. Selbst der Soundtoys Echoby macht nur 15 Sekunden. Das einzige Plugin, das mir da gerade mal mit ähnlich langen Abklingzeiten einfällt, ist das Eventide Blackhole, das im Übrigen auch auf Hardware basiert.

Am Ende des Tages kann der Klang des TC2290 DT zwar auch heute noch mit den aktuellen Plugins mithalten, doch die Konkurrenten punkten im Preis und mit besseren, nicht-proprietären Bedienschnittstellen.

Die Audiobeispiele haben ihre Peaks bei ca. -6 dBFS

Fazit

Am Klang des TC Electronic TC2290 DT ist alles richtig, aber das war’s dann aber auch schon. Dass die Software nur über den Dongle-Controller zu bedienen ist und bestimmte Parameter nur über abstrakte Codenummern zu erreichen sind oder man ständig zwischen Plugin und Controller wechseln muss, ist heutzutage aber absolut nicht mehr als Kaufargument für Software ausreichend, zumal es genügend Alternativen gibt!

Das ständige Fummeln an den kleinen Tasten nervt mit der Zeit einfach und macht eigentlich nur überhaupt Sinn, wenn man das TC Electronic TC2290 DT als einziges Delay permanent einsetzt. In einem größeren Produktionskontext macht das heutzutage keinen Sinn.

Allen, die am TC2290-DT interessiert sind, sollten sich dringend vorher den Echoboy von Soundtoys ansehen, eines der besten Delay-Plugins, die es in Software überhaupt gibt. Auch Eventide Blackhole wäre hier zu nennen. Oder – wenn man hier inkonsequenterweise etwas gegen Dongles hat – bei U-He, SKnote Audio, PSP Audioware, D16 Group, FabFilter oder SonicCharge vorbeischauen. Hätte TC Electronic das TC2290-DT als reines Plugin für 100,- bis 150,- Euro rausgebracht – oder als reine Hardware für entsprechendes Geld – hätten sie gerne ein paar Sterne von mir haben können.

Wer wirklich vorhat, intensiv mit dem TC2290-DT zu arbeiten, darf es sich näher ansehen, alle anderen können es getrost auslassen, was ich trotz allem sehr schade finde.

Plus

  • Klang

Minus

  • Plugin ohne Controller nicht bedienbar
  • Controller zur klein
  • kryptische Parametereingaben

Preis

  • Ladenpreis: 199,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    TC wurde 2015 von der Music Group gekauft, oder? Tja, hatte ich ja damals schon gesagt: Nicht gut das ist.
    .
    Mal eine Frage zum Verständnis. Ich habe ein Nova Delay, ein Flashback und ein D•Two von tc.electronic. Und das sind nur die reinen Delays. Was fehlt mir da am 2290-Sound? Nichts? Fein.
    .
    Wäre das auch geklärt.

  2. Profilbild
    Anthony Rother  

    Ich hatte damals das TC2290 als Hardware und fand es immer großartig.
    Wenn es diese Plug-In Hardware Variante als TDM Plug-In für die Avid Venue SC-48 Konsole gäbe würde ich es sofort kaufen.
    Das TC2290 (Original Hardware) ist ein sehr besonderes Delay. Super im Klang und es macht viel Spaß daran zu editieren.
    Die schwächen im Bedienungskonzept der neuen Plug-in Variante kann sicher und wird hoffentlich per Update behoben werden.

  3. Profilbild
    MrMeloD  

    Danke für den Test. Erst dachte ich, das klingt ganz gut, aber die Umsetzung ist ja wirklich eine Zumutung. Wer kauft sich so etwas :/

  4. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Wenn man ausreichend viele davon hat macht die Midi-Einrichtung auf einem neuen System richtig Spaß ;).

  5. Profilbild
    Markus

    Kleine Korrektur: man braucht für blackhole und die anderen eventide plugins nicht zwingend einen dongle, ilok Software reicht und ich nutze das auch so.
    Frage, da es nicht im Text steht: wenn der Controller der dongle /Kopierschutz ist, heisst dass das der auch IMMER angeschlossen sein muss? Ich denke da an zweitcomputer / Urlaubs Laptop Szenarien

    Ansonsten bestätigt der test meiner Vermutung nach anschauen des Controllers, nämlich das wozu Hardware wenn sie SO umgesetzt ist! Und ich finde hw Controller wirklich toll 😊

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      HI Markus,

      ja der Controller muss immer angeschlossen sein, sonst geht gar nix. und das Plug-In ist ohne auch überhaupt nicht nicht bedienbar. Sorry, ich dachte ich hätte das im Text deutlich genug gemacht. :)

      Noch eine kleine Anmerkung: iLok- Softauthosization kann nicht mit TLC abgedeckt werden, nur der Dongle. Geht die Festplatte hinüber sind auch die Lizenzen weg. Deswegen empfehle ich die Soft-Aktivierung auch niemandem.

      • Profilbild
        Llisa  

        Das stimmt aber nicht ganz. Wenn der Controller nicht angeschlossen ist läuft das Plugin 14 Tage lang ohne Controller bis er wieder angeschlossen wird. Währenddessen können Presets abgerufen werden und die-zugegebenermaßen wenig-Parameter im Plugin Fenster auch editiert werden.

  6. Profilbild
    Crossbow  

    „Die ideale Größe, um für Fünfjährige als Kasse im Kaufmannsladen herzuhalten.“ :-)

    Diese Art der Zweitverwertung könnte schwierig werden:
    „Kinder, ihr müsst jetzt was anderes spielen, der Papa will Musik machen!“

    Im Ernst, ich denke, sobald TC/MusicTribe merkt, dass das Produkt so nicht läuft, werden sie die produzierten Bestände recht billig verramschen. Und im nächsten Jahr gibt es dann eine überarbeitete Stand-Alone-Version zu einem deutlich günstigeren Preis und anderem Kopierschutz (die trotzdem hoffentlich noch mit dem Controller kompatibel ist).
    Wer den zu klein geratenen Controller mag, könnte gut beraten sein, mit dem Kauf noch zu warten.

    So, ich leg jetzt meine Kristallkugel weg und hol mir erstmal ne Flasche Pommes frites. „Palim-Palim!“

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    #n3rd4l3r7  

    Schade, dass der Klang (und auf den kommt es doch an) lediglich in einem Nebensatz erwähnt wird. Denn der ist (als Kenner des Originals) wirklich verdammt nah dran und sehr gut.

    Ich habe das „Spielzeug“ in einem meiner letzten Mischungen für einen Kunden gewinnbringend eingesetzt. Da ich mit der Hardware vertraut bin war es mir sogar sehr angenehm, dass sich das 2290 genauso bedienen lässt. Die Spuren die ich damit bearbeitet habe sei es für Delay, Pan- u. Chorus Effekte konnten sich im Mix immer gut durchsetzen. Da lässt so manches hochgelobte Delay Plug-in noch zu wünschen übrig.

    Desweiteren lässt der Tester außer acht, dass man verschiedene Instanzen mit der Hardware bequem fernsteuern kann. Auch fühlt sich die Hardware nicht billig an und wabbeln tut da auch nichts. Auch ist die Aussage falsch, dass der Controller immer angeschlossen sein muss. Das Plug-in selbst kann bis zu 14 Tage ohne Controller aufgerufen werden. Erst danach muss der Controller wieder angeschlossen sein.

    Ich finde es daher schade, dass sich hier mehr an allem Möglichen aufgehangen wird als an der eigentlichen Sache selbst. Aber jeder wie er will.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Was die Instanzen betrifft habe ich danach als erstes gesucht, ob die sich per Kontroller Umschalten lassen habe aber nichts gefunden, auch im Handbuch nicht. Instanzen Umschalten nur per Maus oder anderem Kontroller.

      Die winzigen Tasten fand ich grausam.

      Das der Kontroller nur alle 14 Tage angeschlossen sein davon steht nichts im Handbuch.

      Was den Klang angeht, fand ich die Klangbeispiele ausreichend genug.
      Aber ja, ein paar verbale Vergleiche mit meinem Arsenal von „hochgelobten“ Delay-Plug-Ins“, hätte ich noch ziehen können.

      • Profilbild
        Markus Schroeder  RED

        PS: und wenn in zwei Jahren die Pfeiltasten noch funktionieren, sehen wir, wie wertig der Kontroller wirklich ist. ;)

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        #n3rd4l3r7  

        Bestätigt doch eigentlich nur deine Voreingenommenheit. Von einem seriösen Testbericht erwarte ich, dass alle Komponenten eines Produkts gleichermaßen berücksichtigt werden. Das vermisse ich bei diesem Testbericht hier doch schon sehr stark.

          • Profilbild
            #n3rd4l3r7  

            Nunja, die gewählte Ausdrucksweise lässt eindeutig auf anderes schließen. Aber wie geschrieben, jedem das seine.

            • Profilbild
              Crossbow  

              Hey #N3RD4L3R7,

              Dein Profilbild gefällt mir, kannst Du mir den Grafiker nennen, der es gemacht hat?
              Erinnert mich vom Stil her etwas an die Profilbildchen auf der MusicTribe Seite, etwas weniger
              ikonisiert, aber vom Stil her ganz ähnlich.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Guten Morgen Nerdleader,

      Der Klang ist nicht alles. Hier hat ein gutes Konzept eine schlechte Umsetzung erfahren und dementsprechend ist das bewertet worden.

      Punkt 1: Kopierschutz im Gerät. Geht mir nach 15 Tagen der Controller verlustig, hab ich Datenmüll auf der Platte. Wer auch immer sowas programmiert, kennt die Ferengi Erwebsregeln exakt. Ausserhalb des Ferengi Universum macht man sowas, schlicht weg, nicht. Das ist negative Kundenbindung 3.0. Autorisierung macht man immer ausserhalb der Box.

      Punkt 2: Das Maschinenbauparadigma, baue keine Funktion in Hardware, wenn du nicht vor hast alle Funktionen in Hardware abzubilden. Entweder es ist ein Controller für das komplette GUI oder es ist eine beschränkte Fernbedienung für bestimmte Funktionen. Da ist es unerheblich wieviele Instanzen du steuern kannst.

      Punkt 3: Nicht zu Ende gedachtes Produkt. Wenn man schon sowas einführt dann bitte mit Line In/Out und USB Audio Interface.

      Punkt 4: Markus hängt sich nicht allem Möglichem auf und schweift nicht von der eigentlichen Sache ab. Der Klang rechtfertigt keine Gängelung des Kunden auch nicht mit Verweis auf eine Vintage Legende, die mutiert hier schlicht und einfach zu einem halbgaren Produkt zu einem nicht angemessenen Preis von 199€. Und muss man einfach mal fair bleiben und nicht mit einem „jeder wie er will“ nachtreten, das ist unsportlich.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Nein, es geht nicht nur um den Klang, sondern auch wie praktikabel ich da hin komme und wenn mich ein Produkt so annervt, dass ich meine Lieblingsdisziplin „Schwadronieren über Klang“ bewußt vernachlässige, dann will das was heißen.

      Dennoch eine Nachlässigkeit, die ich gestern mit einer ergänzenden Passage zum Klang korrigiert habe.

      ;)

  8. Profilbild
    JohnDrum  

    Zuerst denkt man, dass das ein toller Hingucker ist. Diese permanente Miniaturisierung nervt mich aber! Ich denke aber, dass beim TC noch viel geändert wird, damit die Kundschaft zufriedener wird. Aber eigentlich hat man ja schon zu viel Delays.

  9. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    finde das Konzept an sich schon ziemlich schräg….und zwar gar nicht mal im positiven Sinne. Delayeinstellungen sind doch schnell gemacht. Dafür diesen Kasten? Vor 32 Jahren machte es ja noch irgendwo Sinn, aber heute? Nostalgie treibt schon komische Blüten manchmal. Und wer spielt schon langwierig an Delayeinstellungen rum?

  10. Profilbild
    8-VOICE  AHU

    Da möchte ich schon lieber Drehregler an einem Controller und die Bewegungen möchte ich im Sequencer aufzeichnen können. Das konnte man schon mit der Electribe EA-1. Die meisten werden auch schon mindestens einen Controller mit Reglern und ev. Fadern haben, welche jedes Delay Plug-In steuern können.

  11. Profilbild
    Ashatur  AHU

    Ich habe nichts gegen Tasten und Regler unter den Fingerspitzen aber dieses Konzept ist schon etwas komisch.. wiso nicht gleich einen Chip in den Controller und Software drauf plus Ti und schon könnte man es mit und ohne Computer nutzen…

  12. Profilbild
    Rekardo Rivalo

    Zuerst dachte ich, hui, sowas wie die pioneer remix station 1000/ 500…
    Hardware und auch als plugin controller fürn guten Kurs. Nungut, ein dezidierter plugin controller ist ansich ne gute sache und der nimmt jetzt auch nich sooo viel Platz weg. Wäre das Ding doch bloß hybrid!

  13. Profilbild
    Sudad G  

    Sicher gibt es Kritikpunkte beim TC 2290DT bzw. beim ähnlich gestrickten TC 1210DT.
    Für mich ist der einzige Kritikpunkt, dass das Plugin-Fenster in der DAW nicht alle Parameter anbietet, wie die Fernbedienung, was aber TC mit einem Update beheben könnte.

    Ich vermute der Tester hat die Idee des TC 2290DT irgendwie nicht ganz verstanden.
    Es gibt unter uns viele Produzenten, die jahrelang auf einer Hardware gearbeitet haben, diese quasi im Schlaf auswendig kennen und die dann aufgrund eines Defektes bei hohen Gebrauchtmarktpreisen einen adäquaten Ersatz dafür suchen – mit möglichst gleichem Sound und Bedienkonzept. Und genau das liefert das TC 2290DT.
    Alles andere ist für diese Zielgruppe erstmal sekundär, so hart das auch klingen mag.

    Ich habe mir das TC 2290DT genau deshalb gegönnt und ich fand die Oberfläche wirklich sehr vertraut. Wenn man nicht gerade dicke Wurstfinger hat, lässt es sich wunderbar bedienen. Ich komme damit sogar besser klar als mit dem Mäusekino des oft als 2290 Ersatz gehandelten D-Two.

    Der Preis stimmt auch, wenn man bedenkt, was manche PlugIns so kosten, die überhaupt nicht wie das Original klingen.

    Zusammen mit dem Soundtoys Echoboy habe ich jetzt alle Arten von Delays abrufbereit in meinem Studio.

    Insofern bekommt das 2290DT allemal 4 von 5 Sternen.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Dass das Teil für Besitzer des Original attraktiv ist, kann ich ja nachvollziehen. Der Test zielt aber auf die erheblich größere Gruppe ab, die nie etwas mit dem Teil zu schaffen hatten und unter dem Askpekt läuft das Produkt in der jetzigen Form, im Vergleich zur Konkurrenz nahe der Irrelevanz-Grenze.

      Und wenn ich Toby (siehe oben) zitieren darf:

      „Punkt 1: Kopierschutz im Gerät. Geht mir nach 15 Tagen der Controller verlustig, hab ich Datenmüll auf der Platte. Wer auch immer sowas programmiert, kennt die Ferengi Erwebsregeln exakt. Ausserhalb des Ferengi Universum macht man sowas, schlicht weg, nicht. Das ist negative Kundenbindung 3.0. Autorisierung macht man immer ausserhalb der Box.“

      Wenn TC da nachbessert ist das herzlich willkommen!

      • Profilbild
        Sudad G  

        Ok – verstehe. Unter dem Aspekt gebe ich Dir natürlich Recht.

        Aber das Ganze ist doch noch ausbaufähig und der Ansatz und die Idee fand ich halt irgendwie innovativ. Softtube hat das halt mit der SSL Console besser gelöst. Aber kann ja noch kommen
        Aber das 2290DT klingt einfach super, ehem. TC2290 Besitzer können direkt loslegen und der derzeitige Preis ist gemessen an so manchen teuren UAD Plugins, die auch nur mit Karte bzw. Satellite Box laufen, auch nicht übertrieben.

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Basismäßig kann ich Dir auch hier zustimmen. Hätte TC was in Richtung optionale Console 1 für Multi-FX gemacht, wäre ich wahrscheinlich sogar begeistert gewesen.

          :)

  14. Profilbild
    Sudad G  

    Was man hätte anders machen können bzw. noch anders machen kann:

    1.) Direkt ein TC 2290 Desktop Hardware Delay bauen mit Ein- und Ausgängen plus Plugin-Bedienung, via USB – so ähnlich wie bei Korg’s Remake SDD-3000. Dann hätte man aber nur eine Instanz.

    2.) Oder einen DSP einbauen, der die Berechnung des Sounds übernimmt wie bei den UAD Satellites.
    Dann hätte man ebenfalls einen Kopierschutz erreicht und könnte dennoch alle Parameter jederzeit auch in der DAW ändern.

    3.) Ein Update herausbringen, das für die reinen Plugin-User alle Parameter im PlugIn Fenster anzeigt und editierbar macht. Meiner Meinung nach die vernünftigste und einfachste Lösung für TC Electronic.

    Wie gesagt – mich stört es nicht – es klingt super und die Bedienung geht auch leicht von der Hand, wie schon beim Original. Verstehe das Gemeckere nicht. Bei UAD Satellite regt sich doch auch niemand auf, dass das Kästchen immer angeschlossen sein muss.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Yup, wenn TC Deine Punkte 1-3 macht bin ich voll dabei! :)

      Bei UAD finden ja Berechnungen im Satelliten statt, was den Rechner konsequent entlastet und UAD Plug-Ins und Hardware.Authorisation ist Konto-basiert, soweit ich weiß
      Aber ich bin auch kein Freund von UAD und frage mich ob wie egal gewisse Dinge den Benutzern sien können.

    • Profilbild
      Llisa  

      Ein 2290 wird man auch nicht als Ersatz für ein beispielsweise ein Space Echo benutzen, die meisten Effekte die man vom 2290 nutzt bedient man besser mit Tasten. Ein 2290 ist schon immer weit entfernt gewesen von Dub (zumindest von typischen Dub-Delays) deswegen fehlen mir jedenfalls keine Drehregler. Dafür gibt es andere Delays die auch klanglich besser passen.

      • Profilbild
        Markus Schroeder  RED

        Sorry, ich kann Dir da in keiner Weise zustimmen.

        Die Bedienung hat vielleicht in de 80ern Sinn gemacht. Heute bin ich wesentlich komfortableres gewohnt und mit dem Konzept hat es TC eindeutig versäumt neue Möglichkeiten mit den TC2290 zu eröffnen oder neue Benutzergruppen zu erschließen, als diejenigen die mit der Hardware gearbeitet haben.

        Dass man auch aus alten Konzepten noch was neues machen kann zeigen z.B. Xils Labs oder Arturia zur genüge.

        Ein paar Encodern wären dem _extrem_ zuträglich gewesen.

        Was mich persönlich sehr wundert, ist dass von _keinem_ der Fürsprecher-Komentaren hier auch nur ansatzweise kritisiert wird, welche Features der Hardware beim Plug-In einfach weggelassen wurden – allem voran 32s Delay-Zeit und 64s Sampling.

        • Profilbild
          Sudad G  

          Stimmt, das hat mich auch etwas verwundert.
          Aber heute im Zeitalter von DAWs sind wahrscheinlich lange Delayzeiten von 32s oder Sampling von 64s nicht mehr so interessant wie damals, weil es heute andere und bessere Loop- bzw. Sample-Möglichkeiten gibt.
          In den 80ern und frühen 90ern benutzte man Delays gerne mal als Ersatz für Sampling um Aufnahmen loopen zu können oder an eine andere Stelle im Song nochmal hinzukopieren. Es gab ja damals nur Bandmaschinen oder audiolose Ataris – hehehe. Da wurde ein TC2290 gerne mal als zusätzliche Audiospur missbraucht, gerade wegen seiner hohen Abtastrate von 1 MHz.
          Heute erwartet man von einem Delay vor allem interessante TAP-Patterns und abgefahrene Filtermöglichkeiten wie sie dezidierte Dub-Delays oder Plugins wie Soundtoys Echoboy bieten oder aber man möchte eine kompromisslose Soundqualität bei Ducking- oder Stereo-Delays haben, wie man sie für Gesang oder mit etwas Modulation für Gitarren benötigt. Das liefert das TC2290 bzw. TC-2290DT auf Knopfdruck.

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