Test: TC Helicon Voicelive Touch 2, Vokaleffekt-Prozessor

Praxis

Hätte sich noch vor einigen Jahren die Haptik des Voicelive Touch als ein Buch mit sieben Siegeln erwiesen, ist in der Zeit des Smartphones die Bedienung des Produktes nahezu ein Kinderspiel. Lediglich die persönliche Fingerdruckkontrolle gilt es zu justieren, der Rest ist nahezu selbsterklärend. Was vom Ansatz her sehr gut gelungen erscheint, ist die Fusion vom reinen Effektprozessor hin zur interaktiven, rudimentär an ein Instrument erinnernde Steuereinheit.

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Auch wenn das Produkt selber keine Klänge erzeugen kann, so gestattet es doch im Verbund mit dem Musiker bzw. Künstler zusätzlich zu der Standard-Prozessortechnik eine breite Palette an Entertainment-Möglichkeiten zu erschaffen. Es liegt also im Ermessen des Kreativen, inwieweit er sich die Möglichkeiten des Gerätes zu Nutze macht, Potential bietet es allemal. In Sachen Klangqualität liefert TC Helicon den Standard, welchen man von der dänischen Mutterfirma gewohnt ist. Alle Parameter und Algorithmen sind von hoher Güte und überzeugen im Live- und Studiobetrieb, wobei man schon anhand der Konstruktion die Präferenz auf der Bühne finden wird.

Erwartungsgemäß gelingt die Harmony Steuerung über MIDI einwandfrei, was jedoch angenehm überrascht, war die vergleichsweise gute Akkorderkennung über eine angeschlossene Akustikgitarre. Wohlgemerkt, ich rede von sauber ausgeterzten Dreiklängen, gerne auch in handelsüblichen Kadenzmustern angesiedelt. Wer glaubt, er könnte mit chromatischem Powerchord-Gekloppe seinen Chorus im präferierten Metalsong mit 4-stimmigem Gesang anblasen, muss leider enttäuscht werden. Ohne eine stimmige Harmoniestruktur findet der Voicelive Touch leider keine harmonische Basis, um einen entsprechenden Satzgesang zu generieren.

 

Fazit

TC Helicon hat zugehört und ausgebaut. Basierend auf seinem Vorgängermodell hat der Voicelive Touch 2 die Kritikpunkte des Modells 1, wie zum Beispiel das ungeliebte Display, verbessert und zusätzliche Features und Steuerungsmöglichkeiten in das Produkt integriert. Nach wie vor überzeugt ein innovatives Design in Kombination mit überzeugenden Detaillösungen und weiß gerade im Livebereich aufgrund der berührungsempfindlichen Steuerungselemente zu glänzen.

Ein interessantes Produkt, welches garantiert noch viele Nachahmer finden wird.

Plus

  • Klang
  • Konzept
  • Innovation
  • Flexibilität

Minus

  • -

Preis

  • UVP: 712,81 Euro
  • Straßenpreis: 599,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    funkateer

    In Anbetracht der Käuferzielgruppe frage ich mich, wieso wiedereinmal auf die Phantomspeisung verzichtet wurde. Mein 8 Jahre alter Helicon VoicePrism hat sogar eine an Bord.
    Obwohl ich das Gerät insbesondere aufgrund seiner Kompaktheit und des Loopers interessant finde, werde ich wohl zur Konkurrenz wechseln müssen.

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    @funkateer

    Natürlich haben alle VoceLive Phantomspannung!

    Und was soll bitte das Konkurrenzprodukt sein ?

    Auszug aus der Bedienungsanleitung vom VoiceLive Touch 2:

    7. Setup-Feld: Tippen Sie auf das Setup-Feld, um globale Einstellun- gen vorzunehmen wie zum Beispiel Mono- oder Stereomodus, den MIDI-Kanal oder das Anschalten der Phantomspeisung (Sie schalten die Phantomspeisung an, indem Sie Input auf „Condenser“ einstellen).

    Dann behaupte ich mal nur so weil heut Sonnabend ist, schade dass es nur mit Windkraft läuft ;-)

    • Profilbild
      funkateer

      Danke für den Hinweis @ King Tubby.
      Da im Testbericht darüber nichts stand (was ich verwunderlich finde, da ich die Phantomspeisung für ein wesentliches Kaufargument sehe) und kein physischer Schalter zu sehen ist, dachte ich sie hätten darauf verzichtet.
      Jetzt fehlt halt nur der Wind … ;)

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