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Test: Tech 21 Bass Fly Rig, Effektgerät für Bass


Rundumschlag von Tech 21

Die Firma Tech 21 aus New York, die uns hier ihr Tech 21 Bass Fly Rig zur Verfügung gestellt hat, sollte den allermeisten Bassisten ein Begriff sein. Stellt die Firma doch seit Jahren den berühmt-berüchtigten Sansamp in verschiedenen Variationen her, eine Kombination aus Vorstufe und DI-Box, deren Stärke vor allem das Bereitstellen röhrig-angezerrter Sounds ist. Besonders in der Metalszene erfreut sich das kleine Teil großer Beliebtheit, und es gibt tatsächlich nicht wenige Bassisten, die überhaupt keinen Amp mit Box mehr, sondern auch live nur noch einen Sansamp und In-Ear-Monitoring nutzen.

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— Tech 21 Bass Fly Rig —

Tatsächlich ist der Sansamp auch nicht ohne Grund so beliebt – ein gutes Beispiel für prägnanten Einsatz im härteren Metalkontext ist die „Wormwood“ von Marduk, die mit einem grandiosen Basssound (und -spiel) aufwartet, der im Prinzip nur aus einem Sansamp ohne viel Beiwerk kommt. Produziert übrigens vom Bassisten der Band, Devo Andersson, und wahrscheinlich deswegen auch eine der wenigen Black-Metal-Platten, bei denen am Bass wirklich alles stimmt. Aber ich schweife ab.

Tech 21 hat nun noch etwas draufgelegt und bietet den Sansamp eingebaut in ein komplett analoges Multieffektgerät an, welches zusätzlich zur Preamp-Zerre-DI-Kombi über einen Kompressor, Booster, einen Envelopefilter mit Fuzz- und Octaver-Optionen, einen Chorus und sogar ein chromatisches Stimmgerät verfügt. Laut Hersteller ist der Tech 21 Bass Fly Rig die Antwort auf die Bettelei der Kunden nach einer Bass-Version des Fly Rig 5, welches für die Gitarristen seit einiger Zeit auf dem Markt ist.

„We went a little crazy and stuffed everything we could into the Bass Fly Rig, except the kitchen sink, Rhode Island and a submarine.“

Facts & Features des Tech 21 Bass Fly Rig

Aus der Verpackung gezogen fällt – neben der Tatsache, dass das Gerät im gleichen Blau-Metallic lackiert ist wie mein Auto – als erstes auf, dass der Tech 21 Bass Fly Rig überraschend kompakt gebaut ist. Mit 318 x 64 x 32 mm ist das Ding etwas kleiner als eine Stange Zigaretten und findet auf meinem schon relativ vollen Effektboard definitiv einfacher Platz, als wenn ich jeden verbauten Effekt einzeln haben wollte. Finde ich gut, gerade größere Multieffektgeräte erheben ja oft den Anspruch, nicht aufs Board drauf, sondern das Board ersetzen zu wollen, und produzieren so gerne mal Platzprobleme. Allerdings rächt sich die kompakte Bauweise auch stellenweise etwas – dazu später mehr.

Auf dem blauen Metallgehäuse mit Plastikboden prangen sage und schreibe 14 mehrfarbig beleuchtete Drehregler, fünf Fußschalter, sieben kleine Knöpfe zur Handbedienung sowie ein LC-Display für den Tuner. Das ist bei der Größe des Geräts selbstverständlich nur mit sehr kleinen Reglern und relativ beengten Platzverhältnissen möglich, entsprechend ist die Einstellung teilweise etwas fummelig. Bei den kleinen Reglern hat schon kleinster Ausschlag große Wirkung, dafür bieten sie aber wenigstens etwas Drehwiderstand und verbleiben auch bei groberer Behandlung in der eingestellten Position. Letzteres ist auch wichtig – gerade im Livebetrieb, am besten noch mit Springerstiefeln oder dergleichen, tappt man definitiv überall irgendwann mal drauf. Man kann schon froh sein, wenn man im Eifer des Gefechts nicht zwei Fußschalter auf einmal erwischt, und gegen die Regler tritt man auf jeden Fall irgendwann. Diese wirken allerdings trotz der kleinen Abmessungen stabil und sind vor allem ziemlich flach, so dass die Gefahr, tatsächlich einen abzubrechen, relativ gering sein dürfte.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    clausiii

    Ich habe die Gitarrenversaion vom Fly Rig und bin sehr zufrieden damit, allerdings werden die Minipotis (zumindest bei mir) immer schwergängiger bzw einer davon fast nur mehr mit Zange veränderbar…
    Dennoch vom Sound her super.

    • Profilbild
      Peter-Philipp Schierhorn RED

      Das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen… so ein Dauertest für Effektpedale wäre mal was, aber das geht natürlich nicht mit Testgeräten. Tatsächlich hab ich aber auch noch nie irgendwo einen Bericht zur tatsächlichen Langzeithaltbarkeit von so Geräten gesehen – wär evtl eine Idee für ein Special. Wäre aber halt auch interessanter, wenn das wer macht, der mehr als meine 5 Standardpedale dauerhaft aufm Board hat (hustGitarristenhust)

  2. Profilbild
    amazonaman AHU

    Dieses Produkt steht in direkter Konkurrenz mit dem Boss ME 50b.
    Das ME 500B ist ein einfach zu bedienendes Multieffekt, dass auf keinem Effektboard eines Bassisten fehlen darf. Ich bin hochzufrieden und kann es nur empfehlen für alle die ein kompaktes Effektgerät suchen. Die Effekte sind in bester Boss Qualität.

    • Profilbild
      andreas1303 ••

      Meines Wissens ist das Fly Rig ein analoges Pedal, während das Boss ME 50B ein Modeller ist – insofern komplett andere Gerätekategorie. (Dies ist übrigens kein Beitrag zum Beginn einer erneuten analog-digital-Diskussion, sondern lediglich eine sachlich-nüchterne Feststellung zur Einordnung der beiden Geräte)

  3. Profilbild
    amazonaman AHU

    Okay es ist analog weiss ehrlich nicht so genau wie anders das klingt. Muss ich mal im Geschäft testen. Aber das boss me50b habe ich selbst und als Bassist brauche ich keine 5 Effekte gleichzeitig. Das Ding ist Bedienungstechnisch genial aufgebaut und Sounds sind mit dem Fuß abrufbar und ein Pedal kann verschiedene Aufgaben übernehmen, alles hat eine analoge Bedienelemente, für die meisten glaube ich bleiben da keine wirklichen Wünsche übrig. Aber egal, wenn es analog sein muss, dann ist es natürlich nix.

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    • Profilbild
      andreas1303 ••

      Es geht eigentlich nicht um den Unterschied im Klang (der Blindtest-Wahn lässt grüßen), sondern es sind völlig unterschiedliche Gerätekonzepte: Bei einem Modeller gibt’s unzählige völlig unterschiedliche Sounds, die durch digitale Modellierung analoger Originalsounds erzeugt werden, die sich wiederum zu noch mehr Soundkombinationen kombinieren und in Presets abspeichern lassen. Das Boss ME 50B gehört dazu und konkurriert z.B. mit Line6.
      Das Fly Rig hingegen ist wie ein Bundle von Einzel-Analog-Pedalen, die in einem Gehäuse zusammengefasst wurden: viel weniger Soundvielfalt, keine Presets, dafür analoger Aufbau, für die, die das wollen.
      Ich persönlich nutze beides für unterschiedliche Einsatzzwecke. Beides hat Vor- und Nachteile. Ich sehe z.B. Modeller immer eher als Stand-alone-Einzellösungen, während ich zum Aufbau von Ketten aus unterschiedlichen Geräten vorzugsweise analoge Lösungen verwende, um nicht so lange A/D-D/A-A/D-D/A-Wandler-Ketten zu erzeugen – aber bitte, alles Geschmackssache. Was mich am aktuellen Analog-Trend im Synthesizerbereich stört, ist, dass das Schlagwort „analog“ bei manchen das Gehör auszuschalten scheint. Es gibt geile Analogsachen und geile Digitalsachen (und das Gegenteil ebenso) und wer selber hören kann, ist klar im Vorteil.

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Bewertung

Tech 21 NYC Bass Fly Rig

Bewertung: 6 Sterne Bewertung des Autors
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