Test: Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe, Aktivbox

19. Mai 2019

Neue aktive Gitarrenbox von Tech 21

Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe

Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe

Ein neuer Trend zeichnet sich ab. Gitarristen, die ein Pedalboard oder auch einen Multieffektprozessor benutzen, haben oft wenig Lust, einen schweren Röhrenverstärker plus die benötigte Lautsprecherbox zum Gig zu schleppen. Eine interessante und effektive Lösung ist einfach eine für die Gitarre optimierte aktive Lautsprecherbox, in die man das Pedalboard einklinkt. Diese Lösung ist kompakt, relativ leicht und in diesem Falle auch ausreichend laut, da die Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe eine Leistung von 200 Watt an einen 12″-Lautsprecher abgibt. Erfreulicherweise sind hier noch einige Parameter einzustellen, so wurde auch ein Dreiband-EQ sowie Tief- und Hochpassfilter, ein zuschaltbarer Hochtöner, Kopfhörerausgang und ein AUX-Eingang integriert. So sollten alle Bedürfnisse befriedigt sein.

Nach den Erscheinungen von Line 6 und Headrush wurde es für Tech 21 Zeit, hier gleichfalls eine solche Lösung für Gitarristen (oder auch Bassisten) anzubieten. Somit wurde dem Tech 21 Original aus dem Jahr 2001 ein entsprechendes und durchaus überfälliges Update gegönnt.

Tech 21 Power Engine Bild 1

Die Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe

Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe – Facts & Features

Die Power Engine Deuce Deluxe ist eine Fullrange-Flat-Response-Box, mit der Preamps und Modeler verstärkt werden können. Selbstverständlich ist man hierbei nicht auf Produkte von Tech 21 beschränkt. Sie besitzt die relativ kompakten Maße von 451 x 451 x 356 mm und das erfreulich rückenschonende Gewicht von nur 13 kg. Die Verarbeitung der Tech 21 Power Engine macht einen soliden Eindruck. Der Tolex-Bezug wurde sauber aufgebracht, die Metallecken sitzen gut, auch an einen stabilen Griff wurde gedacht. Das mitgelieferte Netzteil gestattet der Tech 21 Power Engine den weltweiten Einsatz, da es von 230 Volt auf eine Netzspannung von 115 Volt für die Bedürfnisse des nordamerikanischen Kontinents umgestellt werden kann.

Die Potis machen einen soliden Eindruck und sind mit griffigen weißen Kunststoffknöpfen bestückt. Das Design der Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe hat einen leichten „Boutiquetouch“, nicht zuletzt, da das Produkt in den USA designt wurde. Die Herstellung erfolgte jedoch in Korea.

Tech 21 Power Engine Bassreflexöffnung

Zwei Bassreflexöffnungen sorgen für einen ausgewogenen Klang

Die Rückwand der Tech 21 Power Engine wird vom Hersteller mit „halb offen“ beschrieben, die „Öffnung“ wird hier durch zwei Bassreflexöffnungen bewerkstelligt. Mithilfe eines zusätzlichen Lautsprecherausgangs kann eine weitere Lautsprecherbox angeschlossen werden.

Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe – Bedienelemente

Die Bedienungselemente sind übersichtlich angeordnet, somit gestaltet sich das Handling gleichermaßen intuitiv. Rechts außen auf dem Panel finden wir eine stabile INPUT-Klinkenbuchse für das Signal einer Vorstufe bzw. eines Pedalboards.

Angenehmerweise ist ein 3-Band-EQ an Bord, somit kann auch auf die Mitten des Sounds eingewirkt werden, was gerade bei verzerrten Sounds von Wichtigkeit ist. Neben der Eingangsbuchse befinden sich drei kleine beleuchtbare Druckknöpfe. Ein Knopf gestattet die interne Absenkung des Eingangspegels, so kann die -10 dB Position (nicht gedrückt) gewählt werden, wenn man mit einem Instrumentenpegel arbeitet. Möchte man den Ausgang einer Vorstufe verwenden, empfiehlt sich die 0 dB Stellung (gedrückt).

Zwei weitere Knöpfchen aktivieren jeweils ein Hochpassfilter (HPF), das Frequenzen unter 100 Hz mit 12 dB pro Oktave absenkt bzw. ein Tiefpassfilter (LPF), das Frequenzen über 3 kHz beschneidet. So lässt sich der Klang schnell und effektiv an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Über den AUX-IN kann ein Line-Signal eingespeist werden, das beispielsweise ein iPhone, iPad etc. ausgibt, so kann man zu einem Playback, Song, Audiofile dazuspielen. Die Lautstärke des AUX-IN-Signals muss am Zuspieler geregelt werden, da die Power Engine über keinen entsprechenden Regler verfügt. Deswegen ist eine gewisse Vorsicht geboten, um keine bösen Überraschungen zu erleben, wenn der Lautstärkeregler der Power Engine bereits weit aufgedreht ist. Also lieber den Output des Zuspielers zunächst vorsichtig hochziehen. Am Kopfhörerausgang liegt die Summe aller Signale an, somit ist auch ein Üben bei sehr geringer Lautstärke möglich. Eine blaue Leuchtdiode signalisiert die Betriebsbereitschaft des Boliden.

Tech 21 Power Engine Vogel

Die Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe aus der Vogelperspektive

Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe – Rückenpanel

Mithilfe eines zusätzlichen Lautsprecherausgangs am Rückenpanel kann eine weitere Lautsprecherbox angeschlossen werden. Der integrierte Tweeter lässt sich mithilfe eines kleinen Kippschalters auf Wunsch deaktivieren.

Tech 21 Power Engine Back

Symmetrische XLR Ein- und Ausgänge, Ground-Lift und Pegelabsenkung

Besitzt die evtl. zur Verwendung kommende Vorstufe einen XLR-Ausgang, kann auch der symmetrische XLR-Eingang am Rückenpanel verwendet werden. Der symmetrische XLR-OUT ist direkt mit dem Eingang verbunden und umgeht die Klangregelung. Ein kleiner Druckschalter aktiviert bei Bedarf den Ground-Lift des XLR-Ausgangs. Last not least lässt sich mittels eines weiteren kleinen Drucktasters bei Bedarf eine Pegelreduktion des Ausgangssignals um 20 dB erreichen.

Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe – Sound

Laut Hersteller bietet die Tech 21 Power Engine einen linearen Frequenzgang (Flat-Response). Für den Test wurde ein kleines Pedalboard, das lediglich mit dem Notwendigsten ausgestattet ist (zwei Verzerrer, Delay, Booster, Stimmgerät und Vibe-Pedal), direkt in den Eingang der Tech 21 Power Engine eingespeist.

Hören wir zunächst einen klaren Sound, also ohne aktivierte Pedale:

Nun mit etwas Zerre meines „Analogman Prince of Tone“:

Gefolgt von einem Sound mit recht heftiger Verzerrung (JHS Andy Timmons Signature Pedal, Klon), wir hören einige bluesrockige Phrasen:

Die Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe lässt sich mit dem dreibandigen EQ und den Filtern im Handumdrehen an die klanglichen Vorstellungen anpassen. Die Lautstärke reicht auch mit einem Pedalboard, also einem geringen Ausgangspegel, um einen beträchtlichen Schallpegel zu erreichen, der locker mit einem (lauten) Schlagzeuger mithalten kann.

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Stratocaster SSH – Pedalboard –  Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe – Shure SM57 – Apogee Duett – Mac mit Logic (etwas Hall hinzugefügt).

Fazit

Die Tech 21 Power Engine Deuce Deluxe ist eine durchdachte, gut verarbeitete und gut klingende Aktivbox, die sicherlich Freunde finden wird. Durch den Dreiband-EQ und die Filter (HPF/LPF) kann man wirkungsvoll in den Klang eingreifen. Der Tweeter ist abschaltbar, somit können unangenehm hohe Frequenzen bei Bedarf eliminiert werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis geht voll in Ordnung, da vergleichbare Produkte durchaus mehr kosten.

Plus

  • Sound
  • Leistung
  • Schallpegel
  • Gewicht
  • Verarbeitung

Minus

  • -

Preis

  • Ladenpreis: 499,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    dr noetigenfallz  

    Ne Frage zu den Demos: müsste das nicht mit Amp- bzw. Boxensimulation getestet werden? Am besten mit Kemper, Helix etc. oder wenigstens so was wie Mooer Radar am Schluss des Pedalboards?

  2. Profilbild
    Undans_cruor

    Und die Bass Funktionalität hätte man ja auch testen können…. wenn Ihr wollt schickt ihr mir die Kiste zu und ich mache noch den Rest dazu ;-)

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      Johannes Krayer  RED

      Die Abnahme mithilfe eines SM 57 vor einem Lautsprecher ist eine seit Jahrzehnten ( fūr Girarre) bewährte Methode. Hat man bereits Klangverbieger wie einen Lautsprechersimulator im Signalweg, ist das Ergebnis auch nicht ehrlicher. Bedenkt man, dass jeder ein anderes Instrument spielt, andere Finger besitzt, andere Effekte und Kabel einsetzt ist klar, dass ein Hörbeispiel nur eine Momentaufnahme sein kann. Eine gute Bassfunktionalität ist sicherlich gegeben, schon aufgrund der effektiven LPF-und HP-Filter.

      • Profilbild
        Undans_cruor

        Das haben Test so an sich das sie subjektiv sind aber das kein Modeler verwendet wurde wofür die Box ja extra beworben wurde ist schon schade

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