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Test: Tegler Audio Manufaktur Crème, Stereo Equalizer und Kompressor

25. Januar 2016

Mach mal Summe krass fett

Es ist mal wieder die Zeit der Grundsatzdiskussionen. Eben noch im trauten Kreis der Familie „Oh Du Fröhliche“ anstimmen und unmittelbar nach Abschluss der Feierlichkeiten sich den harten Fronten im ewigen Kampf analog gegen digital stellen. Was ist passiert? Nun, die deutsche Firma Tegeler Audio Manufaktur mit ihrem Sitz in Berlin hat mit dem Crème ein analoges Produkt in Form eines Stereo-Equalizers im Pultec Stil mit Bus-Kompressor auf den Markt gebracht. Nun ja, was sollte daran so ungewöhnlich sein, wird sich der eine oder andere fragen. Ein Blick in das beigefügte Handbuch offenbart den Einsatzbereich.

Die Mannen um Michael Krusch verweisen explizit darauf, das Produkt im Mix zu verwenden, was zwangsweise zu einer Wandlung des digitalen Signals und seiner Rückführung in die DAW führt. Ja genau, Kompressoren und Filter haben wir doch jede Menge in Plug-in Form vorliegen, warum die aufwändige Signalführung für den Mixdown oder wenigstens einer Subgruppe? Und schon sind wir mitten im Frontenkampf!

 

Bildschirmfoto 2016-01-08 um 14.38.51
Konstruktion

Bei dem Tegeler Audio Manufaktur Crème handelt es sich um ein Standard-Rackeinschub von 2 HE, der jedoch aufgrund von vier kleinen Gummifüßen auch als Desktop Gerät betrieben werden kann. In Sachen Anschlüsse setzt man rückseitig auf Stereo-XLR als Eingangs- und Ausgangsbuchsen. Vorderseitig empfangen uns neben dem Netzschalter und einer gelben Betriebs-LED neun große, allesamt gerasterte Drehregler, drei Minischalter und ein einfaches VU-Meter, das die Reduktion des Ausgangspegels aufgrund der Kompressor-Tätigkeit in dB anzeigt.

Tegeler Audio Creme - Front 01

Tegeler Audio Manufaktur Crème

Jeweils sechs Frequenzbereiche können als Shelving-Filter im Bass- (20 Hz, 30 Hz, 60 Hz, 100 Hz, 140 Hz, 200 Hz) und Höhenbereich (10 kHz, 12 kHz, 16 kHz, 18 kHz, 20 kHz, 24 kHz) mit jeweils fünf verschiedenen Stufen geboostet werden. Der eingebaute Kompressor verfügt über die Standard-Parameter Threshold, Ratio, Attack, Release und kann über einen Minischalter die Frequenzen unterhalb von 60 Hz oder wahlweise 120 Hz abtrennen.

Eine sinnvolle Schaltung, um die leistungsfressenden Bässe aus dem Komprimierungsprozess heraus zu halten. Sehr schön ist auch die Möglichkeit, den Signalfluss in der Reihenfolge der zu passierenden Komponenten schalten zu können. So entscheidet ein Minischalter, ob das anliegende Signal zuerst den Equalizer und dann den Kompressor passiert oder ob man die Reihenfolge umkehren möchte. Erwartungsgemäß variiert der Klang je nach Preset ganz massiv.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Ich meine, es war die Tegeler Audio Manufaktur, von der ich meine wichtigste Lektion in Bezug aufs Komprimieren lernte: Ein Klang, den man nicht entwickeln lässt, ist nicht zu kompimieren.
    Zur selben Zeit waren übrigens Producer online dabei, die Güte von Kompressoren nach der Kürze der einstellbaren Attacks zu beurteilen; Musik, so mein Verdacht, war diesen scheißegal.
    Falls ich mich dazu durchringen könnte, eine analoge Nachbehandlung zu erwägen, käme mit Sicherheit Tegeler in Betracht. Danke für den Hinweis.

  2. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Mich irritiert der Farbfleck am Gerät. Ist das ab Werk so, oder eine Reflexion? Ansonsten sind die »Tegeler« immer ihr vieles Geld wert.

    • Profilbild
      Pflosi  

      Der Farbfleck ist so. Stimme ansonsten völlig überein darin, dass der Preis gut ist und nicht als Negativpunkt aufgeführt werden sollte.

      Ansonsten lässt der Bericht ein bisschen zu wünschen übrig IMO… Das Ding ist doch in erster Linie ein Summenkompressor, der Bericht lässt sich v.A. über den EQ aus (siehe auch Audiobeispiele). Und der Teil zur Mastering-Historie grenzt an Geschichtsrevisionismus.

      Hatte vorher einen langen Rant geschrieben, den ich verloren hab, weil er zu lange war. Na ja. Irgendwann schreib ich einen Erfahrungsbericht dazu.

      Gruss

  3. Profilbild
    GEM-D  

    Die Tegler Geräte scheinen ein guter Kompromiss zwischen guter Qualität und noch einigermaßen erschwinglichem Preis zu sein… Ich kenne bisher allerdings auch nur die Audio-Beispiele aus dem Netz.
    Ich hatte eigentlich immer die Kombi EQP1 und VTC für Mastering im Auge… Wäre das hier eine gute Alternative?

  4. Profilbild
    customstudio  

    Schade dass bei den Klangbeispielen die Seiten vertauscht sind.
    Irritiert ganz schön wenn man das unbearbeitete Original
    zum Vergleich hernimmt.

  5. Profilbild
    joegedicke  

    Ich habe mir den Creme mal zum Testen kommen lassen und bin sehr positiv angetan von dem Gerät. Der Equalizer packt sehr elegant zu und gibt dem ganzen Mix einen sehr schönen Glanz in den Höhen und der Bassbereich wird auch hervorragend abgerundet. Selbst Mixe, bei denen ich eigentlich vorher zufrieden war wurden mit dem Creme dann doch noch mal besser. Es wird mit dem fein und schnell zupackenden Kompressor auch Alles noch einmal wunderbar zusammengeschweisst. Ich habe vorher mit hochwertigen PlugIns gearbeitet, werde mir jetzt aber wohl den Creme gönnen müssen. Ich kann nur jedem, der aufnimmt, mal empfehlen, sich das Gerät zum Testen kommen zu lassen!

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