Viel Funkmikrofon für wenig Geld
Wie viel Funkmikrofon bekommt man heute für unter 200,- Euro? Mit dem the t.bone free 300 HT gibt es ein neues UHF-System, das trotz des günstigen Preises mit automatischer Frequenzsuche, Infrarot-Synchronisation und Diversity-Empfang ausgestattet ist. Das Funksystem spricht damit nicht nur Anfänger an, sondern auch Schulen, Vereine und kleinere Veranstalter. Was das the t.bone free 300 HT für den Alltag bietet, zeigt der folgende Test.
Was ist es? the t.bone free 300 HT, analoges UHF-Funkmikrofonsystem für Sprache und kleinere Veranstaltungen.
- Ausstattung: Automatische Frequenzsuche, Infrarot-Synchronisation und Diversity-Empfang erleichtern den Betrieb.
- Reichweite: Die Funkverbindung blieb im Test bei freier Sicht auch über 100 m stabil.
- Klang: Sprache wird verständlich und mit ausreichend Volumen übertragen, in den Höhen fehlt etwas Auflösung.
- Bedienung: Die Einrichtung gelingt schnell und die gut lesbaren Displays zeigen alle wichtigen Informationen an.
- Fazit: Für Ansagen, Schulen, Vereine und kleinere Veranstaltungen bietet das System ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Inhaltsverzeichnis
Funk-Serie the t.bone free 300
Mit der neuen Serie free 300 bietet die Thomann-Eigenmarke the t.bone gleich mehrere analoge UHF-Funksysteme für Sprache, Gesang und Instrumente an. Zur Auswahl stehen Varianten mit Handsender und welche mit Taschensender, wobei beide Ausführungen denselben Empfänger nutzen und sich nur durch den jeweiligen Sender unterscheiden.
Free 300 HT mit Handsender
Die Bezeichnung „HT“ steht für die Ausführung mit einem Funkmikrofon, wie sie auch für diesen Test genutzt wurde. Zum Lieferumfang gehören hier der Empfänger und ein Handsender mit dynamischer Mikrofonkapsel in Nierencharakteristik. Ein kleines Display informiert über die Frequenz, den gewählten Kanal und den Batteriestand. Über eine kombinierte Taste lässt sich der Sender ein- und ausschalten und bei Bedarf stummschalten. Für die Stromversorgung sorgen zwei AA-Batterien mit einer Laufzeit von etwa acht Stunden im Betrieb und bis zu zwölf Stunden im Standby-Modus.
Free 300 PT mit Bodypack
Die PT-Variante wird mit einem Taschensender ausgeliefert, der einen dreipoligen Mini-XLR-Anschluss besitzt und mit einem passenden Lavaliermikrofon, Headset oder Instrumentenkabel verbunden werden kann. Dank des Gürtelclips lässt sich der Sender problemlos an der Kleidung befestigen und auch hier zeigt ein Display die wichtigsten Informationen an.
Frequenzvarianten
Die Serie ist in zwei Frequenzvarianten erhältlich: Es gibt Modelle für die Bereiche 823 bis 832 MHz und 863 bis 865 MHz und Modelle für den Bereich 548 bis 572 MHz. Beim Nachkauf eines Senders sollte daher unbedingt darauf geachtet werden, dass dessen Frequenzbereich zum vorhandenen Empfänger passt.
Details zum the t.bone free 300 HT
Empfänger
Der Empfänger ist als Gerät mit halber Rack-Breite ausgeführt und lässt sich mit dem beiliegenden Montagematerial in einem 19-Zoll-Rack unterbringen. Außerdem können zwei Empfänger nebeneinander montiert werden. Die beiden abnehmbaren Antennen sitzen auf der Rückseite. Der Diversity-Empfang wertet beide Antennensignale aus und nutzt die Verbindung mit der jeweils besseren Empfangsqualität. Die Stromversorgung erfolgt über das mitgelieferte 12-V-Netzteil.
Auf der Vorderseite befinden sich ein Display und Tasten für Menü, Frequenzsuche und Synchronisation. Das System arbeitet mit drei vorprogrammierten Frequenzgruppen, die jeweils zehn Kanäle enthalten. Beim automatischen Scannen kann innerhalb der gewählten Gruppe nach einer freien Frequenz gesucht werden und anschließend können die Einstellungen über die Infrarotschnittstelle an den Handsender übertragen werden. Es lassen sich bis zu sechs Systeme gleichzeitig betreiben.
Für die Verbindung mit einem Mischpult oder einem Audiointerface stehen zwei Ausgänge bereit: Über den symmetrischen XLR-Anschluss wird das Signal mit Mikrofonpegel ausgegeben und zusätzlich dazu gibt es einen unsymmetrischen 6,3-mm-Klinkenausgang mit Line-Pegel. Ein Regler auf der Rückseite dient praktischerweise zur Anpassung des Ausgangssignals.
Das Display des Empfängers zeigt neben der gewählten Frequenz auch den aktuellen Kanal, die Frequenzgruppe und Lautstärke an. Was man bei günstigen Funkmikrofon-Systemen nicht häufig sieht: Am Empfänger lassen sich auch der Batteriestand des verbundenen Senders, der aktuelle Mute-Zustand und die jeweils aktive Empfangsantenne ablesen.
Handsender
Der Handsender ist mit einer dynamischen Mikrofonkapsel mit Nierencharakteristik ausgestattet. Am Gehäuse befinden sich ein kleines Display, die Infrarotschnittstelle und eine Taste zum Ein-, Aus- und Stummschalten. Frequenz, Kanal, Batteriestand und Mute-Status lassen sich auch direkt am Sender ablesen. Die maximale Reichweite des Mikrofons soll bei freier Sicht bei etwa 100 Metern liegen.
Praxistest des the t.bone free 300 HT
Erster Eindruck
Schon beim Auspacken macht das the t.bone free 300 HT einen sehr guten Eindruck auf mich, denn Empfänger, Handsender und auch das Zubehör wirken sehr ordentlich verarbeitet und für den Preis von 189,- Euro insgesamt solide. Das Mikrofon liegt vom Schwerpunkt her angenehm in der Hand, die Taste lässt sich gut erreichen und auch die Displays auf dem Mikrofon und dem Empfänger sind jeweils ausreichend groß, um die Frequenz, den Batteriestand und den Mute-Modus schnell abzulesen.
Meiner Meinung nach fühlt sich das System nicht wie ein ausgesprochen günstiges Einsteigermodell an, auch wenn man beim Material und der Verarbeitung natürlich keine Oberklasse erwarten sollte. Was mir leider fehlt, ist eine Zugentlastung für das Stromkabel am Empfänger. Ein versehentliches Herausziehen des Kabels kann im Live-Betrieb schnell mal passieren und plötzlich ist der Ton weg.
Einrichtung
Nach dem Einsetzen von zwei AA-Batterien ist der Sender direkt einsatzbereit und auch die Bedienung des Empfängers erschließt sich mir recht schnell, ohne dass ich mich durch die Anleitung arbeiten musste.
Für den ersten Test habe ich den Empfänger über den XLR-Ausgang zu Hause mit meinem Audiointerface verbunden und anschließend die automatische Frequenzsuche gestartet, was völlig problemlos funktionierte. Im letzten Schritt musste ich nur noch den Handsender vor die Infrarotschnittstelle des Empfängers halten, damit die gewählte Frequenz übertragen wurde. Der gesamte Vorgang dauerte nur wenige Sekunden und sollte, denke ich, auch Nutzern ohne große Erfahrung keine Schwierigkeiten bereiten.
Klanglich schlägt sich das Mikrofon meiner Meinung nach recht ordentlich: Sprache wird verständlich übertragen und die Stimme besitzt ausreichend Volumen, um sich bei Ansagen oder Moderationen durchzusetzen. In den Höhen fehlt es allerdings etwas an Auflösung und der Sound wirkt dadurch teilweise etwas zurückhaltend. Mit Blick auf den günstigen Preis ist das aber sicher nachvollziehbar.
Einsatz im Garten
Für einen zweiten Test habe ich das Funksystem an eine mobile Outdoor-PA angeschlossen und im Garten ausprobiert. Dabei konnte ich mich mit dem Handsender vom the t.bone free 300 HT frei bewegen und den Abstand zum Empfänger nach und nach vergrößern. Angegeben ist bei freier Sicht eine Reichweite von bis zu 100 m und diesen Wert konnte ich im Test definitiv bestätigen. Auch über größere Entfernungen blieb die Verbindung stabil und es kam zu keinen hörbaren Aussetzern, obwohl die Antennen laut Anzeige auf dem Empfänger ständig hin und her wechselten.
Auch die Batterien arbeiteten während des gesamten Tests zuverlässig und beide Displays sind wegen der großen Schrift und farblichen Unterlegung auch im Freien bei Sonnenschein gut sichtbar. Für Gesang oder größere Produktionen würde ich das System wegen der klanglichen Einschränkungen zwar nicht einsetzen, für Ansagen, Straßenmusik, kleinere Veranstaltungen, Schulen, Vereine oder einen Hobby-DJ bietet das the t.bone free 300 HT meiner Meinung nach aber eine sehr brauchbare Leistung. Vor allem bei dem günstigen Preis von 189,- Euro hat mich das System positiv überrascht.
Alternative Funkmikrofone
Sennheiser XSW 1-825 E-Band Vocal Set
Dieses ebenfalls günstige Funkmikrofon verwendet eine dynamische e825-Kapsel, die sich für Sprache und Gesang eignet. Der Empfänger arbeitet ebenfalls mit Antennen-Diversity und bietet eine automatische Frequenzverwaltung. Wer etwas mehr Wert auf die Mikrofonkapsel legt und dafür den Aufpreis in Kauf nimmt, findet hier eine interessante Alternative.
AKG WMS 40 Mini Vocal ISM1
Mit einem noch günstigeren Preis glänzt das AKG WMS 40 Mini Vocal ISM1. Das sehr kompakte System besteht aus einem kleinen Empfänger und einem dynamischen Handsender, allerdings arbeitet jede Ausführung nur auf einer fest vorgegebenen Frequenz. Einen Frequenzscan, Diversity-Empfang oder eine Auswahl verschiedener Kanäle gibt es hier nicht. Für einzelne Funkstrecken und einfache Anwendungen kann das zwar ausreichen, bei mehreren Systemen und wechselnden Einsatzorten ist das the t.bone free 300 HT allerdings wesentlich flexibler.








































Danke für den kleinen Test. Ich hätte mir mehr Aussagen, Ergebnisse gewünscht, z.B Griffgeräusche…. .
@DJ Ronny Danke für den Hinweis! Das merke ich mir für kommende Mikro-Tests. Bezüglich der Griffgeräusche ist mir bei diesem Modell nichts negativ aufgefallen, sie waren also nicht störend laut.