Test: the t.mix 401-USB Play

10. Januar 2019

Günstiger Alleskönner?

Mixer mit integriertem USB-Player? Während der Club-DJ nun die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, gibt es sicher viele, für die genau diese Lösung die Richtige ist. Nicht zum Auflegen, sondern für die Installation in Bar, Party-Keller oder Beschallung.
Der the t.mix 401-USB Play ist quasi der große Bruder vom 201-USB Play und bietet mit gleicher Ausrichtung mehr Funktionalität, ein sehr günstiger Mixer für verschiedene Quellen mit einem integriertem USB-Player und Recorder. Den kleinen Bruder hatten wir schon im Test, HIER geht es lang.

Zunächst kann man einen Blick auf das Gerät werfen, zugegeben besser aber mit einem Meter Abstand, bis das Gerät den chemischen Geruch abgelegt hat, den es in den ersten 1-2 Tagen ausdünstet.the t.mix 401-USB Playthe t.mix 401-USB Play – ein erster Blick

Bereits die Ausmaße des the t.mix 401-USB Play machen klar, dass das Gerät den Wunsch hat, fest installiert zu werden. Dafür gibt es seitlich überstehende Flügel samt Bohrungen. Aus irgendeinem Grund jedoch verweigert man sich dem klassischen 19-Zoll Format, also dem klassischen Rack-Format in der Breite und hat den Mixer breiter gebaut. Rund 50,5 cm ist der 401-USB Play breit und damit zu breit für ein klassisches Rack.

Rund 20 cm ist der Mixer hoch, rund 4 kg schwer. So viel zu den Maßen.

Die Rückseite präsentiert Ein- und Ausgänge. Rein geht es generell per Cinch für die externen Zuspieler. Das können auf den Kanälen 1 und 2 entweder Plattenspieler sein – oder aber auch Zuspieler mit Line-Pegel wie CD-Player oder dergleichen. Auf den Kanälen 3 und 4 wird man später  zwischen dem internen USB-Player, Line-Eingängen oder einem zweiten Mikrofoneingang wählen können. Daher befinden sich hierzu an der Rückseite nur zwei Stereo-Cinch-Eingänge für die Kanäle 3 und 4. Der zweite Mikrofon-Eingang für Kanal 4 ist als 6,3 mm Klinkenbuchse ausgeführt. Für Plattenspieler gibt es eine Erdungsschraube, für Strom eine Buchse für ein Kaltgerätekabel.

the t.mix 401-USB Play

Rein & raus auf der Rückseite

Wo es einen zweiten Mikrofoneingang gibt, gibt es auch einen ersten. Dieser befindet sich an der Oberseite in Form einer XLR/Klinke-Kombi-Buchse und der erste Kanalzug des Mixers ist tatsächlich auch komplett für das erste Mikrofon reserviert. So gibt es hier wie auf den anderen Kanalzügen auch einen Line-Fader, mit blauem Licht hinterlegt. Ein 3-Band EQ mit Low, Mid und High dient der Klangregelung, zudem gibt es eine Talk-Over-Funktion. Um wie viel dB hier abgesenkt wird, ist nicht zu erkennen, die Bedienungsanleitung hilft leider auch nicht weiter. Vermutlich werden es 12 oder 14 dB sein, um die alle Signale außer dem Mikrofon beim Einschalten abgesenkt werden.

Die Kanalzüge des Mixers sind im Prinzip genau so aufgebaut. Es gibt einen 3-Band EQ, einen Line-Fader mit blauen LEDs dahinter, einen Gain-Regler und den Wahlschalter für die Eingangsquelle als Kippschalter.

Unter den Kanalzügen sitzt ein Crossfader. Im Gegensatz zu anderen sehr günstigen Modellen ist dieser zuweisbar auf die Kanalzüge – oder abschaltbar. Dazu gibt es zwei Drehregler links und rechts des Faders, mit denen hier jeweils Kanal 1, 2, 3, 4 oder keiner ausgewählt werden kann. Der Crossfader ist interessanterweise wechselbar, dafür sitzt er verschraubt unter einer eigenen Faceplate. Ich könnte jetzt meine Zweifel äußern, dass dieser überhaupt wirklich genutzt wird, aber nun ja, besser haben als brauchen. Pluspunkt in diesem Fall.

Der Mixer

Rechts neben den Kanalzügen befindet sich ein Master-Metering in Stereo-Formation mit 12 Schritten von -25 bis + 11 dB. Hier findet man auch die Regler für Master- und Headphone-Volume. Ebenso sitzt hier der Kopfhörerausgang in Form einer 6,3 mm Klinkenbuchse.

Der interne USB-Player ist auswählbar auf Kanal 3, die Bedienfunktionen befinden sich unter dem Master-Metering in Form von 5 Tasten. Ein Display, circa 4,5 x 2,5 cm befindet sich unter dem Kanal 4. Dieses beinhaltet erstaunlich viele Informationen. So findet man hier die Track-Nummer, Zeit (abgelaufene wie auch Gesamtzeit parallel angezeigt), Artist und Titel durchlaufend sowie einen visualisierten Equalizer mit 19 „Bändern“. Zudem zeigt ein USB-Stick Symbol in der Ecke an, dass ein USB-Speichermedium eingesteckt ist (ok, das sieht man aber an der USB-Buchse noch deutlich besser, aber gut) und welches Format der aktuell laufende Track hat – WAV oder MP3.

Auch dieser Test startet zu nächst mit klassischen Zuspielern. Plattenspieler auf Kanal 1, CD-Player auf Kanal 2. Auffälligkeiten? Keine. Funktionieren tut hier schon einmal alles. Ob Phono oder Line, durch den Gain-Regler können Eingangssignale im Pegel angepasst werden. Der 3-Band EQ lässt eine Klangregelung zu, nicht Full-Kill wohlgemerkt.

Das LED-Metering am Master ist natürlich post Level-Regler, beginnend mit blau, endend mit rot. Zum Abhören von den Kanälen per Kopfhörer gibt es einen Kopfhörerausgang, wie bereits erwähnt 6,3 mm Klinke. Für die Lautstärke gibt es den Level-Regler, die Auswahl des Kanals, der vorgehört werden soll, geschieht durch einen Cue-Selector-Drehschalter neben der Kopfhörerbuchse. Vorgehört werden kann gleichzeitig nur ein Kanal, seien es die vier Kanalzüge oder auch das Mikrofon. Auffällig wird hierbei die doch merklich schlechtere Klangqualität des Signals im Vergleich zum Master-Out.

the t.mix 401-USB Play

USB-Schnittstelle und Metering

USB-Player und Recording

Ein im Mixer integrierter USB-Player und zugleich Recorder ist zugeben heutzutage eine Seltenheit. Kein Wunder, klassische DJs spielen auch mit CD-/Media-Playern, Laptop oder sonstigem Equipment, keiner kommt in den Club und steckt einen Stick in den Mixer. Obwohl, bei dem einen oder anderem EDM-DJ könnte das teure Player neben dem Mixer sparen und mehr als ein Kanal wird ja häufig auch gar nicht gebraucht. Spaß bei Seite, auch wenn es ernst gemeint war.

Der the t.mix 401-USB Play ist definitiv nicht für den Club konzipiert, sondern für den Unterhaltungsbereich, zum Beispiel als Mixer in einer Bar, Café, sagen wir, weitesgehend Gastro zum Beispiel. Man möchte verschiedene Quellen zum Abspielen nutzen können und mal auch Mitgebrachtes von zu Hause von einem USB-Stick abspielen. Kein Mixing zwischen Tracks, vielleicht eher Sets zur Hintergrundmusik.
Genau das kann der the t.mix 401-USB Play aufgrund des integrierten Players. Stick rein, Track auswählen und los. Alles landet auf Kanal 3 – man braucht keine externen Geräte.

Der Player bietet mit wenigen Bedienfunktionen eigentlich idiotensichere Bedienung. Play/Pause, Track-Auswahl, das reicht schon.

Dabei bietet das Display wie schon erwähnt keine schlechte Übersicht auf dem kleinen Display.

Das Menü bietet eine sehr übersichtliche Auswahlmöglichkeit. Musik für den USB-Stick, Recorder-Settings oder generelle Settings für das Gerät. Hier kann man den Kontrast des Displays einstellen, wie auch die Sprache. Lustigerweise kann man hier wählen zwischen Englisch und „Simple Chinese“. Ich bin begeistert über diese Auswahlmöglichkeit und entscheide mich für die einzige Sprache (abseits der zweiten Wahl, eine Sprache, die circa 0,18 % der Weltbevölkerung sprechen), die ich verstehe.

Das Display ist klein, aber übersichtlich

Interessant könnten natürlich die Recorder-Settings sein, allerdings ist das ein Geduldspiel. Nach Anwahl der Recorder-Settings darf man zumeist waren, um einen der Unterpunkte per Menü-Taste zu öffnen. Teilweise passiert gar nichts, manchmal hat man Glück und nach 8-10 Sekunden öffnet sich ein Unterpunkt, zum Beispiel REC Type, und zeigt einem verschiedene Aufnahmequalitäten verschiedener Bit-Raten. Dann allerdings muss man schnell sein, denn dieser Menüpunkt schließt sich automatisch nach 3-4 Sekunden. Benutzerfreundlichkeit eher mäßig, vor allem, da ich keinen Sinn erkennen kann.

Das Recording funktioniert einfach per REC-Taste. Diese gedrückt, wird das Recording initialisiert und es kann aufgenommen werden. Rec-Taste drücken und los, Rec-Taste erneut drücken stoppt die Aufnahme. Rec-Taste lange drücken und die Aufnahme wird gespeichert.

Sogar Recording ist möglich!

Finden tut man danach die Aufnahme als WAV-File auf dem USB-Medium. Interessanterweise weigern sich Traktor, Ableton, iTunes und andere, das File zu öffnen. Audacity hilft, VLC-Player ebenso.

Qualität und Haptik

Qualitativ und haptisch ist der the t.mix 401-USB Play dem Preis zunächst einmal angemessen. Fehler oder Mängel sind nicht zu erkennen, die Funktionalität ist gut und entspricht den Anforderungen, die ich an das Gerät hinsichtlich Preis und Zielsetzung habe.
Gewünscht hätte ich mir natürlich, dass das Gerät in ein 19 Zoll Rack passt, damit wäre man dem absoluten und weltweiten Standard gefolgt, was ohne Frage sinnvoll gewesen wäre.

Positiv fallen die Potikappen mit Aluminiummantel auf, auch wenn im inneren Kunststoff zu finden ist. Beanstanden muss ich allerdings auch an diesem Gerät, dass sich unter mehreren Kappen der Selector-Regler (Cue und XF-Assign) zwischen Potikappe und Stift ein eingeklemmtes Papier befindet, da die Kappe nicht passgenau auf den Stift passt. Das funktioniert zwar, ist aber Schlamperei, versteckt vor den Augen des Kunden.

Fazit

Für 99,- Euro bietet der the t.mix 401-USB Play tatsächlich einen runden Funktionsumfang. Vier Kanäle für Line- und Phono-Zuspieler, einen internen USB-Player, der auch aufnehmen kann samt einem kleinen aber übersichtlichem Display, zwei Mikrofoneingänge, einer davon auf einem separaten Kanalzug und sogar einen Crossfader samt Zuweisung.

Damit deckt der Mixer viele Funktionen ab, die im Install-Bereich oder bei einem klassischen Veranstaltungs-DJ von Nöten sein könnten. Pluspunkte gibt es für den internen USB-Player und das Display.

Plus

  • interner USB-Player mit dem Preis angemessenem Display
  • Möglichkeit des Recordings auf den USB-Stick
  • 4 Kanäle plus ein separater Mic-Kanal inkl. Klangregelung
  • günstiger Preis

Minus

  • kein 19-Zoll Format trotz Einbauwinkeln

Preis

  • Ladenpreis: 99,- Euro
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