Delay plus Hall zum günstigen Preis
Das Tone City Heavenly Lake V2 kombiniert die beiden wichtigsten Ambient-Effekte für Gitarristen in einem kompakten Pedal: Reverb und Delay. Mit bis zu 1.200 ms Verzögerungszeit, zuschaltbarer Modulation und einer bewusst einfach gehaltenen Bedienung richtet sich das Pedal vor allem an Musiker, die schnell zum gewünschten Sound gelangen möchten, ohne sich durch Menüs oder komplexe Einstellungen arbeiten zu müssen. Ob das Heavenly Lake V2 auch klanglich überzeugen kann, zeigt dieser Test.
Worum geht es? Das Tone City Heavenly Lake V2 kombiniert Reverb und Delay in einem kompakten Pedal und setzt dabei auf eine einfache, direkte Bedienung ohne Presets oder Menüs.
- Effekte: Reverb, Delay und zuschaltbare Modulation decken die wichtigsten Ambient-Sounds ab.
- Klang: Angenehm Vintage-orientierter Charakter mit charmantem Tape-Delay-Flair bei längeren Zeiten.
- Bedienung: Alle Funktionen sind direkt über Regler erreichbar – ohne Displays oder komplexe Menüs.
- Praxis: Ideal für Gitarristen, die schnelle Ergebnisse und unkompliziertes Sounddesign bevorzugen.
- Preis-Leistung: Umfangreiche Ausstattung und guter Klang zu einem attraktiven Preis.
Inhaltsverzeichnis
Tone City Heavenly Lake V2
Nachdem wir kürzlich begonnen hatten, die Produkte des chinesischen Herstellers Tone City unter die Lupe zu nehmen, darf man gespannt sein, ob das heutige Testobjekt gleichfalls so gut abschneidet, denn der Double Durple Verzerrer erhielt die Bewertung „sehr gut“ und ist Anwärter für eins der besten Pedale in diesem Jahr.
Heute haben wir es mit dem Tone City Heavenly Lake V2 zu tun, einer Kombination aus Reverb und Delay. Beide Effekte können sowohl einzeln als auch in Kombination betrieben werden. Eine Möglichkeit zur Speicherung von Einstellungen (Presets) existiert nicht. Veränderungen an den Parametern werden also spontan nach Bedarf vorgenommen.
Das Delay kann zudem moduliert bzw. mit einem Chorus-artigen Effekt versehen werden. Somit lassen sich auch „spacige“, flächenartige Klänge oder Tape-Echo-Flutter erzeugen. Stellt man die Anzahl der Wiederholungen (Feedback) auf sehr hohe Werte, lässt sich sogar die sogenannte Selbstoszillation erreichen, wie man sie von vielen analogen Delays kennt.
Facts & Features
Das Pedal mit den Abmessungen von 100 × 120 × 52 mm (L × B × H) kombiniert eine Reverb-Sektion mit einer Delay-Sektion. Letztere bietet bei Bedarf vielfältige Modulationsmöglichkeiten. Bis zu 1.200 ms Verzögerungszeit sind erreichbar – das sollte sicherlich ausreichen.
Das schmucke Metallgehäuse mit Hammerschlaglackierung bringt 350 g auf die Waage. Die Verarbeitung ist absolut in Ordnung und das Design sehr geschmackvoll, wie ich finde.
Der Strombedarf gestaltet sich mit sparsamen 90 mA erfreulich gering. Die Stromversorgung erfolgt über einen gewöhnlichen 9-V-DC-Netzadapter (2,1 × 5,5 mm Hohlstecker, Minuspol innen), der nicht im Lieferumfang enthalten ist. Ein Batteriebetrieb ist nicht möglich.
Das Tone City Heavenly Lake V2 besitzt True-Bypass. Das bedeutet, dass die Fußschalter das Eingangssignal bei deaktivierten Effekten direkt an die Ausgangsbuchse weiterleiten und man im Bypass nicht mit Klangverlusten rechnen muss.
Regler & Bedienelemente
Die Ein- und Ausgangsbuchsen sowie die Buchse für die Stromversorgung des Tone City Heavenly Lake V2 wurden stirnseitig montiert.
Für den Hall finden wir die Regler:
- Wet (Anteil des Effekts im Mix)
- Decay (Größe des simulierten Raums von kleiner Kammer bis Kathedrale)
- Tone (Höhenanteil des Effektsignals)
Somit könnte man sich von gegebenenfalls schrill oder blechern klingenden hohen Frequenzen befreien.
Für die Delay-Sektion stehen folgende Regler zur Verfügung:
- Time (Verzögerungszeit bis 1.200 ms)
- Mix (Delay-Lautstärke im Mix)
- Repeat (Anzahl der Delay-Wiederholungen)
Für die Modulation, die mittels des kleinen Kippschalters zugeschaltet werden kann:
- Depth (Intensität der Modulation)
- Speed (Geschwindigkeit der Modulation)
Eine kleine blaue Leuchtdiode pulsiert im Rhythmus der LFO-Modulation, sofern diese aktiviert ist.
Zwei mechanische Fußschalter – jeweils einer pro Sektion – schalten die Effekte ein. Jede Sektion besitzt zudem eine eigene weiße Status-LED. Somit ist man auch optisch immer im Bilde, welcher Effekt gerade aktiv ist.
Natürlich würde sich der eine oder andere auch eine Tap-Tempo-Funktion für das Delay wünschen. Dafür müsste das Pedal jedoch teilweise digital arbeiten und man hätte Platz für einen weiteren Fußschalter einplanen müssen. Beim Tone City Heavenly Lake V2 hat man sich bewusst auf das Nötigste beschränkt. Manchmal ist weniger eben mehr.
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Sound
Hören wir einmal hinein und starten mit dem Hall. Um besser beurteilen zu können, wie dieser klingt, beginnt das Klangbeispiel zunächst mit dem absolut trockenen Sound meines Clean-Kanals (Peavey Classic 20 MH). Nach acht Sekunden wird der Hall aktiviert.
Werden die Regler Decay und Wet weiter aufgedreht, erhalten wir noch deutlich räumlichere Sounds:
Das Delay besitzt einen festen Grundcharakter, ein Klangregler für das Effektsignal ist nicht vorhanden. Der Klangcharakter ist eher Vintage-orientiert und erinnert an Tape-Delays oder analoge Delays, wirkt dabei jedoch nicht ganz so dumpf wie viele analoge Kollegen.
Für „Instant Country“ ist das Pedal mit beiden Effektsektionen und einem kurzen Delay samt Modulation bestens vorbereitet.
Hier hören wir ausschließlich den Hall (Delay deaktiviert) mit höheren Wet- und Decay-Einstellungen.
Für verträumte, flächenartige Sounds dreht man die Hall- und Delay-Regler sowie die Modulation einfach etwas weiter auf. So wird selbst ein schlichter Cowboy-C-Dur-Akkord zum Genuss.
Nun mit noch mehr Decay sowie Delay und höherem Feedback. Man hört den leichten Schmutz, den der Effekt bei längeren Delay-Zeiten produziert. Das klingt recht charmant und angenehm Vintage. Viele Analog-Type-Delays verhalten sich ähnlich.
Wer das nicht mag, sollte eher zu einem digitalen Delay greifen. Diese klingen auch bei langen Delay-Zeiten sauber. Bei manchen – meist kostenintensiveren – digitalen Kandidaten lässt sich dieser Schmutz bei Bedarf über entsprechende Parameter sogar wieder hinzuregeln
Signalweg: Gibson SG 61 → Tone City Heavenly Lake V2 Reverb / Echo → Peavey Classic 20 Minihead → Mesa/Boogie 1×12″ Thiele-Box mit Creamback-Celestion-Lautsprecher → Sennheiser e906 → MOTU M4 → Mac Studio mit Logic









hm…okay classic mit gitarre ich das im store testen
kann.
wo sind beispiele mit keys?schade…
3x gelesen und ich sagen muß schön geschrieben.
sound okay wie sand aber positive…wie große sanduhr.
dankeschön!🙂
@Viertelnote Gar dunkel erscheint mir Deiner Worte Sinn. Hanfeinfluss oder fehlerhafte Rechtschreibkorrektur?