Test: Tone2 Gladiator 2

Mit Hilfe der Sound-Parameter „UNISON“ und SPIRIT MODE“ lässt sich das Oszillator-Gemenge weiter anfetten. Im UNISON-Modus wird das Signal bis zu 4-fach kopiert und leicht verstimmt und bei Bedarf im Stereofeld aufgespreizt – an für sich nichts Besonderes. Eine Spezialität stellt allerdings der SPIRIT-Modus dar, der in der Lage ist, die Tonhöhe und/oder Phase des Signals auf unterschiedliche Art und Weise zu modulieren, um Unregelmäßigkeiten und Imperfektionen wie in alten analogen Synthis zu erzeugen. Addiert man alle Oszillatoren und Unisono-Parameter, kann Gladiator bis zu 18 Oszillatoren pro Stimme erzeugen (4-fach unison OSC1+OSC2 = 8 Stimmen, 4-fach unison OSC3+OSC4 = 8 Stimmen, 2-fach unison OSC5 = 2 Stimmen)! Gladiator 2 bietet 6 zusätzliche Unison-Modi.

- Oszillator 5 kann in Gladiator 2 dank neuer Wellenformen nun auch als Sub-Oszillator verwendet werden -

– Oszillator 5 kann in Gladiator 2 dank neuer Wellenformen nun auch als Sub-Oszillator verwendet werden –

TIPP: eigene Samples verwenden

Die Verwendung von eigenen Samples für Oszillator 5 ist als Erweiterung vorgesehen (noch nicht verfügbar) – es gibt aber einen Trick, wie man schon jetzt eigene Samples integrieren kann. Bevor das gewünschte Sample im Gladiator abgespielt wird, muss es in ein entsprechendes Format gebracht werden. Dazu verwendet man am besten den GoldWave Digital Audio Editor (Link am Ende des Testberichtes). Das Sample muss in 16 Bit mono im Wav-Format abgespeichert werden. Im Gladiator_data Ordner löscht man nun die Dateien 058Burp.1, 058Burp.2, 058Burp.3 und 058Burp.4 und benennt das soeben gespeicherte Sample in 058Burp.gls um (dieses Gladiator-Samples wird in keinem Preset verwendet). Fertig! Mit Wavelab funktioniert die Sampleerstellung übrigens nicht.

Filter, Hüllkurven, Effekte und Modulation

Nach dem Oszillatoren-Feuerwerk folgt eine mehr als gut bestückte Filterabteilung, die es an nichts mangeln lässt: Low- und Highpass Filter von 6 bis 30 dB, Bandpass, Band Reject (umgekehrter Bandpass), EQ, Frequenzmodulation, Amplitudenmodulation, Vocal-Filter, Kammfilter, M-Shape und Resample. Dazu gesellt sich eine Filterhüllkurve und natürlich Cutoff und Resonanz sowie Stereo-Verteilung, Keytracking und Velocity. Die aktuelle Filterkurve wird übrigens immer in Echtzeit grafisch angezeigt. Neu in Gladiator 2 ist ein Moog Lowpass-Filter mit 24 dB. Die Qualität der Filter wurde grundlegend verbessert – die Störgeräusche bei schnellen Cutoff-Änderungen sind in Version 2 verschwunden.  Neben der Filtersektion verfügt der Gladiator noch über eine 5-stufige Lautstärkehüllkurve, einen einfachen 3-Band EQ sowie über einen separaten Distortion-Effekt mit 7 einstellbaren Verzerrer-Typen. In Version 2 hinzugekommen sind 2 voll ausgestattete AUX-Hüllkurven, die über die Modulationsmatrix angesprochen werden können. Außerdem neu: Alle Hüllkurven haben einen neuen Shape-Regler erhalten, mit dem die Form der Hüllkurve für knackige oder sanfte Sounds angepasst werden kann.
Die eigentliche Effekt-Sektion bietet zwei gleichwertige Effekt-Einheiten mit 33 verschiedenen Effekten vom High-End Reverb bis zum Dolby Pro Logic II kompatiblen Surround-Panning (Gladiator 1 = 20 Effekttypen). Neu hinzugekommen sind ein Phaser, ein weiterer Flanger, ein 16-facher Chorus, eigene Filter für die Effektabteilung, ein Talkbox Vocal Filter sowie 2 neue Hall-Effekte. Pro Effekt gibt es wie bisher leider nur zwei Parameter, die editiert werden können – das ist ein bisschen wenig, wenn man bedenkt, dass die Qualität der gebotenen Effekte wirklich gut ist und die Sounds ungemein aufwertet. Die beiden Effektabteilungen können seriell oder parallel betrieben werden. Komplett neu in Version 2 ist ein Feedback-Delay Modul. Außerdem kann der komplette Effektanteil für das gesamte Instrument zwischen wet und dry stufenlos geregelt werden.

Klangbeispiele
Forum
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    manu1412

    Wow, der sound aus dem Gladiator klingt schon sehr anständig. Der kann schon gut mit echten Hardware-Synthesizern mithalten meine ich.

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    boa75

    Brot und Butter-Sounds, schlechte Effekte. Ein Largo von Waldorf ist um Längen besser !

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      AMAZONA Archiv

      Wenn man sich ein wenig mit den Synthesemöglichkeiten auseinandersetzt kommt man schnell dahinter was der Gladiator alles kann. Die Keys hat nicht umsonst geschrieben das der Gladiator Sounds kann die kein anderer Synth beherscht und bei über 33000 Spectren muß auch ein Wavetablesynth wie der Largo passen.

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        boa75

        tja er hat vielleicht eine Unmenge an Möglichkeiten Sounds zu erstellen, trotzdem klingen andere besser und, sorry auch vielseitiger. Schlussendlich ist das was raus kommt das was zählt. Der Synth ist ja nett für Trance, aber davon gibts schon so viel wie Sand am Meer.

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          AMAZONA Archiv

          Ist natürlich alles wie immer reine Geschmacksache.

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    tuonodriver  

    Also ich find den gladiator klasse! Allerdings bin ich mit der Preispolitik von Tone2 nicht einverstanden! Ich meine, soooo große Veränderungen zur Version 1 sind das nun wirklich nicht ! Das bekommt man bei anderen Plug In Entwicklern umsonst mehr siehe SPECTRASONICS update 1.7 von Stylus RMX ( Timedesigner ).
    Nicht mal „Midi Learn“ ist dabei, das ist doch heutzutage bei den meisten Freeware Plug Ins zu finden und sollte für ein Vollpreisprodukt auf jeden Fall Plicht sein!

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      AMAZONA Archiv

      Meiner Meinung nach ist es absolut legitim dieses Update kostenpflichtig anzubieten. Ich habe ein wenig beim erstellen des Updates mitgewirkt und einige der Morphtables erstellt. Glaub mir allein das war schon ganz schön Zeitaufwändig.
      Ob einem nun der Klang des Gladiators gefällt kann ja jeder vorher für sich entscheiden indem er sich die Demo runterlädt.

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    Dreitagebart

    Also, ich finde den Sound des Gladiators wirklich gut, er klingt fett, breit und direkt. Obwohl ich ansonsten eigentlich ein „Hardware-Fuzzy“ per excellence bin …

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    4damind

    Der Gladiator2 ist schon ein Trance-Synth. Die meisten Presets zeigen schon sehr deutlich in welche Richtung es geht und wo die Stärken liegen.

    Die Filter sind leider nicht sehr gut mit Hardware hat das gar nix zu tun. Wer Ähnlichkeiten zum Vanguard heraushört, liegt nicht falsch. Markus Feil hat ebenfalls für ReFx programmiert (Audio Engine und viele Sounds beim Vanguard sind von ihm).

    Tone2 benutzt Wasserzeichen, kodiert das in die Audiophase. Wohl die Kunden-Nummer oder Serial. In Sachen Kopierschutz treibt es da Tone2 schon bis an die Grenze des Möglichen. Markus Feil beschwört zwar immer das würde sich nicht negativ auf den Sound auswirken, aber sehr wohl ist einem da irgendwie nicht.

    Insgesamt ist der Gladiator eher befriedigend. Wer endlose Möglichkeiten sucht und dazu noch einen soliden Klang und eine freundlichere Firmenphilosophie, ist mit dem Zebra2 besser bedient.

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      AMAZONA Archiv

      Das ist ja fast schon Leichenfledderei diesen Uraltthread auszubuddeln:-)
      Ne, aber der Vergleich Gladiator und Zebra hinkt doch schon gewaltig da es zwei Grundverschiedene Engines sind aber über Geschmack…………….

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