Test: Townsend Labs Sphere L22, Microphone Modeling System

Erstaunlich ist beim Townsend Sphere System, dass sämtliche Beeinflussungen nachvollziehbar klingen, nie hat man den Eindruck, dass hier unnatürlich verbogen wird.

Das behält sich auch beim Einsatz der Dual-Version bei. Üblicherweise wird das ja gern bei der Mikrofonierung von Gitarren-Amps benutzt, aber auch für Sprache/Gesang lassen sich hier in Sphere sehr schöne Modelle basteln, die es so als Einzelmikro eben nicht gibt.

Wir bleiben aber bei unserer Gitarre und nehmen für ein File das LD-87 in Niere ohne weitere Klangparameter auf.

Nun wird die virtuelle Gitarrenbox mit zwei Mikros abgenommen. Neben dem LD-414 T2 wird das DN-7 platziert.

Die Einstellungen visuell

Hier noch eine klassische Kombi, Bändchen RB-4038 und das dynamische DN-57.

Eine typische Mikrofonierung der Gitarrenbox

Dazu kommt in dieser Version die erweiterte Parameteranzahl. Off-Axis-Correction arbeitet klasse beim Ausblenden von Störgeräuschen, der zusätzliche Prox-EQ bietet weitere Nuancen. Das funktioniert natürlich auch, wenn durch das Mix-Poti nur ein Mikrofon ausgewählt ist.

Hier habe ich ein File bei geöffnetem Fenster mit Kugelcharakteristik aufgenommen, dann wurde die Off-Axi- Correction mit einer Hyperniere zugeschaltet. Hört selbst.

Absolut klasse ist natürlich, dass nicht mit der gefundenen Einstellung aufgenommen werden muss. Es können beide Spuren neutral aufgezeichnet werden und mit dem Plug-in wird dann später im Mix der Traumsound gebastelt.

Stereobetrieb des Townsend Labs Sphere L22

Als echtes Stereomikrofon tut sich das Sphere L22 mit seiner Membran-Anordnung natürlich etwas schwer. Trotzdem mache ich einen Versuch als Overhead über meinem Cajon Drumset.

Das Cajon Drumset

Ich muss sagen, ich bin überrascht, wie gut das funktioniert, für die schnelle Aufnahme mal zwischendurch sicher eine Lösung. Für den Mix gönne ich mir mal was Feines und nutze zwei LD-12.

Toll ist auch, wie mit Proximity und Prox-EQ die Kick, die nicht separat mikrofoniert ist, mit einbezogen werden kann. Ansonsten wurde nur die Stereobasis mit dem Width-Poti etwas erweitert.

Zum Abschluss klicken wir uns noch zu einem Townsend Demo-Track in Stereo durch einige Mikrofone.

Einmal quer durch das Angebot

Fazit

Mit dem Sphere L22 haut die noch junge Company einen echten Knaller raus. Das System ist einfach zu bedienen und macht einfach Spaß. Mit den fast unendlichen Möglichkeiten lässt sich sehr einfach auch noch nach der Aufnahme ein guter Sound erzielen.

Natürlich wird das L22 keine teure Sammlung von Raritäten ersetzen, aber vielleicht bleiben in den Studios der Welt das eine oder andere Mal die Schätzchen einfach im Schrank.

Ich bin gespannt, was uns Townsend Labs als Nächstes präsentiert. Ich würde mir als Hardware ein Kleinmembran-Mikro wünschen, für die Software vielleicht virtuelle Modelle von nicht existierenden Konstruktionen. Das System dürfte noch viel Spielraum für neue, spannende Entwicklungen bieten.

Plus

  • guter, rauscharmer Grundsound
  • perfekte Verzahnung von Hard- und Software
  • gut bedienbares Plug-in
  • sehr geringe Latenz mit Apollo Interfaces
  • nachträgliche Soundgestaltung möglich
  • Stereobetrieb möglich

Minus

  • kleine Verbesserungsmöglichkeiten beim Zubehör

Preis

  • Ladenpreis: 1.599,- Euro
Klangbeispiele
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