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Test: Toybox Audio Buzz Zone, Softsynth, iOS, AU, VST

Frisches Konzept, toller Klang

12. Juni 2024
David Alexander Buzz Zone

David Alexander Buzz Zone

David Alexander Buzz Zone ist ein Wavetable-Synthesizer mit einer Extraportion Hüllkurven für iPadOS (nur iPad), Standalone und AUv3, so wie macOS und Windows, je VST3.

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David gründete schon 2012 die in England beheimatete Software-Schmiede Toybox Audio. Das Unternehmen wurde mir jedoch erst viel später bekannt und zwar als Native Instruments die Reaktor Patchblocks einführte. Toybox vertreiben „offizille“ kommerzielle Patchblocks, also solche, die auch im kostenlosen Reaktor Player laufen, weil sie über Native Access autorisiert werden. Die Qualität der Toybox Patchblocks ist dabei überragend aufgrund der eigenen Reaktor-Core-DSP-Programmierung und sie haben meiner Meinung nach besonders mit den Nano Blocks das Bauen von modularen Synthesizern in Reaktor auf ein ganz neues Level gehoben. Mein Lobgesang auf den Toybox Reaktor-Katalog kann gar nicht hoch genug sein, daher auch meine Begeisterung dafür, dass Toybox Synthesizer nun auch fürs iPad erhältlich sind.

David Alexander Buzz Zone Synthesizer

Im Gegensatz zu den Reaktor-Blöcken von Toybox ist Buzz Zone für Desktop als VST3-Plug-in ausgeführt. Es erfordert macOS 10.12 oder neuer oder Windows 7, 8, 10 (mit neustem Service-Pack). Es gibt keine gesonderte Autorisation des Plug-ins, außer dem Toybox-Konto. Bezalt werden kann u. a. mit PayPal. Zum Antesten gibt es die kleine, kostenlose Desktop-Version Thump. Auf dem iPad kostet Thumb 3,99 Euro

Buzz Zone Bedienung

 Toybox Buzz Zone Wavetable-Menü

Toybox Buzz Zone Wavetable-Menü

David Alexander Buzz Zone schluckt auf dem 1. Gen. iPad Pro mit A9X in AUM auch mal gleich mal ein Minimum von 46 % DSP-Resourcen und toppt etwa bei 70 %. Auf dem M2 iPadPro sind es gerade mal 17 % an der Obergrenze.

Toybox Buzz Zone Sample-Menü

Toybox Buzz Zone Sample-Menü

David Alexander Buzz Zone besteht aus zwei Synthese-Engins. Die erste bietet zwei Wavetable-Oszillatoren, wobei der zweite ein subharmonischer Oszillator ist, also nur in Abhängigkeit zu Osc 1 agiert.

Die Parameter sind recht übersichtlich gehalten, aber die kontrastarme Beschriftung lässt weniger Freude aufkommen.

PITCH dient zur Anpassung der Tonhöhe mit dem Unterparameter HARMONY. Über das Dreieckssymbol wird die Auswahl der harmonischen Intervalle mit 13 Einträgen aufgeklappt.

Toybox Buzz Zone - Harmonien

Toybox Buzz Zone – Harmonien

Wo UNISON ist, ist auch ein DETUNE zum Stimmungseinstellung. David Alexander Buzz Zone ist maximal fünffach polyphon und kann bis zu fünffachem Unison.
Ein Spezialfall ergibt sich, wenn HARMONY auf „Unison“ gesetzt ist. Dann kontrolliert DETUNE die Verstimmung der harmonischen Intervalle gegeneinander und der Klang wird extrafett.

POSITION dient zur Auswahl der Startposition innerhalb des Wavetables und Offset bestimmt die Abspielposition des Harmonischen Oszillators (Osc 2).

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FILTER reguliert die Cutoff-Frequenz, während die 16 verfügbaren Filtermodelle, inklusive Ringmodulation, Wavetable und Chorus über das Menü des Subparameters RESONANZ ausgewählt werden.

Toybox Buzz Zone - Filter

Toybox Buzz Zone – Filter

FM-DEPTH dient zum Festlegen der Frequenzmodulationstiefe des separaten Modulationsoszillators, dessen Tonhöhe über den Subparameter FM-PITCH bestimmt wird

LEVEL regelt die Ausgangslautstärke, während der Subparameter FM-FEEDBACK den Anteil der internen Rückkopplung der Frequenzmodulation bestimmt.

Die andere Klangsynthese bietet parallel auch einen monophonen Sample-Player, der mit regulären Samples arbeitet. Die Parameter sind sehr ähnlich zur Wavetable-Engine.
SAMPLE PITCH reguliert die Tonhöhe und hat DETUNE als Subparameter.

Es können auch Wavetables und Samples Ex- und Importiert (Drag & Drop) werden. Toybox schreiben im englischsprechigen Online-Handbuch aber nur was von „Standard Wavetables“ mit 2048 Samples pro Frame. Da z. B. Serum ebenfalls 2048 Sample pro Frame als WAV-Datei benutzt, dürften die Dateien kompatibel sein.

Toybox Buzz Zone - Vocoder

Toybox Buzz Zone – Vocoder

DRIVE ist für die Saturierung da und bietet FILTER als Subparameter. Es gibt 12 wählbare Filtermodelle, darunter auch VOCODER, der das Ausgangssignal des Sample-Oszillators in eine eigene Filterbank schickt. Die Synthesizer-Engine dient dabei als Carrier und der Sample-Oszillator ist der Modulator.
Ist der Vocoder ausgewählt, regelt FILTER (Sample-Engine) den Frequenzstartpunkt für die Filterbank, DRIVE die Resonanz und DETUNE (Sample-Engine) die Spreizung der Frequenzbänder. Die Spreizung ist dabei zwischen 1 Oktave Abstand zwischen den Bändern und 1 Halbton einstellbar.

LEVEL regelt schließlich wieder die Lautstärke und hat FM-DEPTH als Subparameter. Als Modualtionsquelle dient dabei das Ausgangssignal der Synthesizer-Engine.

Buzz Zone – Hüllkurvenfiesta

Toybox Buzz Zone Mulitsegmenthüllkurven

Toybox Buzz Zone Mulitsegmenthüllkurven

Beim David Alexander Buzz Zone liegt die Besonderheit bei den Hüllkurvengeneratoren, die es für jedes Parameterset gibt, also insgesamt neun! Diese können durch Doppeltippen mit Bezier-Punkten in nahezu beliebiger Anzahl (bei 20+ habe ich aufgehört zu zählen) versehen werden und durch Halten +  Ziehen den Hüllkurvenverlauf verformen. Dabei zeigt ein „Lauflicht“ die Abspielposition an und zeigt an, wo es sich lohntm die Hüllkurve weiter zu bearbeiten. Durch ein weiteres Doppeltippen werden die Punkte wieder gelöscht. Es gibt auch einen Taster zum Umschalten zwischen MIDI-Noten-Retrigger und Loop-Modus für die Hüllkurven.
Eine extrem nützliche Funkion zum Kopieren und Einsetzen von Hüllkurven findet sich im Pop-up-Menü in der Titelleiste

Toybox Buzz Zone COPY / MIDI

Toybox Buzz Zone COPY / MIDI

Auch auf der Hauptseite zu finden ist der SPEED-Parameter, der die Durchlaufzeit für die Hüllkurve bestimmt. Nicht zu verwechseln mit der Attack-Hüllkurvenphase. Stattdessen wird der Attack indirekt über die LEVEL-Hüllkurve und SPEED realisiert und dem Umstand, dass die Durchlaufzeit der ungeloopten Hüllkurven nicht continuierlich ist, sondern nach hinten graduell abnimmt. Buzz Zone kann daher auch sehr perkussiv und zackig sein.
RELEASE ist dagegen tatsächlich die Abklingzeit nach Loslassen der Taste.

Toybox Buzz Zone -SPEED

Toybox Buzz Zone -SPEED

Danach folgen die Feinabstimmung in +/-4800 Cent (+/-12,00 = 1 Okt), die auch numerisch eingegeben werden kann. Danach folgen die Panoramabreite und der Spatial-Effekte mit 19 Raumgrößen bzw. -arten inklusive Chorus, Phaser, Flanger und Wavefolder.

Toybox Buzz Zone -Spatial-Effekte

Toybox Buzz Zone – Spatial-Effekte

In den Voreinstellungen gibt es neben einer Zurücksetzung der Oszillatorphasen bei eingehenden MIDI-Noten auch Tonhöhenverfolgung für Filter und Sample-Hüllkurven sowie ein höherwertiger und rechenintensivere Filteralgorithmus und die Einstellungen zu Polyphonie bzw. Paraphonie. Hier wird auch die Modulationstiefe von MIDI-Events wie Mod-Wheel auf diverse Parameter eingestellt.

Toybox Buzz Zone -Presets

Toybox Buzz Zone – Presets

Der Browser in der Titelzeile von David Alexander Buzz Zone ist dagegen recht nüchtern ausgefallen, ohne eigene Tags, Kategorien oder Suchfunktionen. Aber immerhin gibt es Optionen für Im- und Export von Presets. Auch die MIDI-Learn-Funktion ist über das Pop-up in der Titelleiste erreichbar.

Toybox Buzz Zone -MIDI Modulation

Toybox Buzz Zone – MIDI Modulation

Audiodemos: Peak bei -6 dBFS

Es kam nur Toybox Buzz Zone zum Einsatz.

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Fazit

Bei David Alexander/Toybox Buzz Zone spielen die Hüllkurven eine ganz besonders hervorgehobene Rolle bei der Klangerzeugung und die Bedienung ist sehr kompakt, aber eingänglich ausgelegt. Man spürt förmlich den Hirnschmalz, den Toybox hier aufgewendet haben. Die Einfachheit der Bedienung steht dabei einer großen Bandbreite an Klangformung aber nicht im Wege. Meine einzigen Kritikpunkte sind die kontrastarme Parameterbeschriftung und das Fehlen von Parameterlocks. Ansonsten Daumen hoch für diesen frischen Soft-Synthesizer!

 

Plus

  • Klang
  • Handhabung

Minus

  • kontrastarme Beschriftung
  • keine Parameterlocks

Preis

  • iPadOS: 9,99 Euro
  • macOS/ Windows: 24,- USD (ca. 22,- Euro) Einführung / 39,- USD Regulär (ca. 35,- Euro)
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ollo AHU

    Thump One ist gut für Bassdrums der härteren Gangart und schön übersichtlich.
    Buzz Zone muss ich mir mal angucken. Der größte Konkurrent dürfte wohl Vital sein, da habe ich auch diese Hüllkurven (wie sie jeder Softsynth haben sollte, ADSR ist sowas von Steinzeit) und noch ganz viel mehr und das for free.

    • Profilbild
      Tai AHU 3

      @ollo Einfach einen Sequencer einbauen, der mindestens 16 Steps hat und du hast eine sehr vielseitige weitere Hüllkurve

  2. Profilbild
    Tai AHU 3

    Ja, der Kontrast. Ich weiss nicht, was einige Entwickler sich bei der GUI denken, etwas eigenständiges, ok, aber muss es unbedingt weisse Schrift auf Azur Hintergrund sein. Das würde bei mir auch zur Abwertung führen.

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