Test: Traktor Scratch Duo

Die Software

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Die „Traktor Duo“ Software ist ordentlich und logisch aufgebaut. Wenn man bestimmte Dinge nicht angezeigt haben möchte, wie zum Bespiel das Songcover, dann kann man das einfach unter Einstellungen verändern oder in der Kopfleiste zwischen „Internal Mixer“ und „Internal Mixer Cover“ wechseln. Diese Masken kann man sich auch nach persönlichem Belieben einstellen. Generell ist die Software in drei Bereiche gegliedert. Durch einen oberen Bereich:

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In der Kopfleiste kann dann noch viele Informationen ablesen. CPU-Belastung, Batterie-Zustand, das Master-Out-Signal, Uhrzeit und ob ein MIDI Signal ankommt. Darunter befindet sich dann die Effekt-Sektion. „Traktor Scratch Duo“ ist mit sechs Effekten bestückt: Delay, Flanger, Reverb, Filter, Beatmasher und Gater. Alle Effekte machen viel Spaß und sind für meine Bedürfnisse ausreichend. Besonders der Beatmasher hat mir sehr gut gefallen, der je nach Justierung ausgewählte Teile des Liedes taktgetreu wiederholt. Muss man ausprobieren!! Darunter sitzen dann die Decks:

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Hier kann man sehr viele Infos auf kleinsten Raum ablesen. Man sieht gesetzte CUE-Punkte oder Loops, Angaben zur Abspielzeit und Geschwindigkeit des Liedes – die Pitchwerte. Außerdem sieht man unter der durchlaufenden gelben Wellenform das Lied noch mal in einer kleinen Gesamtübersicht. Sehr hilfreich, um optisch abzulesen, wo man sich gerade im Song befindet. Wenn man unter dem „Active-Button“ auf einen kleinen Pfeil klickt, klappen noch weitere Einstellungsmöglichkeiten auf. Hier kann man nun Loops und Beatjumps einstellen, CUE-Punkte setzen und das Beatgrid bearbeiten.

Info: Das Beatgrid ist eine Art Gitter, das über dem Lied liegt und ermöglicht somit eine perfekte Synchronisation zwischen zwei Liedern. „Traktor Scratch Duo“ kann automatisch diesen Beatgrid erstellen, schafft es aber nicht immer. Wenn man persönlich dann nachbessern will, sollte man Folgendes tun: Man lädt das Lied in ein Deck; öffnet die Grid-Sektion, indem man unterhalb des Decks auf „Grid“ klickt. Jetzt drückt auf den „Delete-Button“ bis der gesetzte Beatmarker entfernt ist. Nun setzt man mit dem „Set-Gridmarker-Button“ einen Beatmarker – es muss aber eine 1 im Takt sein. Meistens ist das der erste Bass- oder Kickdrum Schlag, den man im Lied hört. Wenn man jetzt sieht, dass der Beatgrid nicht perfekt auf dem Liede sitzt, kann man mit den „Move-Grid“ und den „BPM-INC“ Buttons den Beatgrid manuell justieren. Wenn grobe Schritte erforderlich sind, kann man auch einfach über den angezeigten BPM-Wert mit der gedrückten Maus fahren und so in groberen Schritten den Wert verändern bis alles passt. Wenn man seinen Beatgrid dann gesetzt hat, empfehle ich, das angezeigte Schloss zu schließen, um das Lied dann für weitere Einstellungen zu blockieren. Wenn man nicht weiß, wie die Buttons heißen, dann einfach in der Kopfleiste auf „Info“ klicken und über die Buttons mit der Maus fahren. Die Namen der Buttons werden dann angezeigt.

 

Unter den Decks befindet sich dann der Explorer-Bereich:

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Hier werden die Favoriten, die Suchfunktion und der Explorer angezeigt. Mit wenigen Klicks kann man durch seine Song-Bibliothek klicken, Voraussetzung dafür ist, dass man seine Songs auf jeden Fall richtig beschriftet hat. Alles in allem sehr übersichtlich und logisch strukturiert. Ich konnte mich sofort zwischen den Ordnern zurecht finden, ohne lange das Handbuch zu wälzen. Fast schon selbsterklärend das Ganze. Playlisten erstellen ist kinderleicht und auch das Importieren von iTunes-Songs ist im Handumdrehen erledigt.

Aufgelegt

Ich habe mich vor dem ersten Gig mit „Traktor Scratch Duo“ eine Weile beschäftigt, um mich einfach sicher zu fühlen. Den gesamten Auftritt über lief alles einwandfrei, und ich hatte das Vertrauen in die Technik, das ich nicht immer bei allen Auftritten mit anderen Geräten hatte. Das Vinyl-Feeling hatte ich trotz „Digital Heart“ und musste keine Abstriche in der Performance machen. Die Vinyls finde ich übrigens sehr gelungen und griffig – genau wie ich es mag. Das ist aber Geschmackssache und muss von jedem individuell ausprobiert und bewertet werden. Mir ist nichts aufgefallen, was das Auflegen mit Timecode-Vinyls beeinträchtigen könnte. Ich muss gestehen, dass ich kein CD-DJ bin und daher wenig Erfahrung mit dem Auflegen von CDs habe, dennoch habe ich mal die Timecode-CDs in die CD-Player geladen und es probiert. Bei der Loop-Funktion konnte ich Sprünge feststellen, ansonsten war alles ganz normal – mir gefällt generell das Feeling von CD-Playern nicht, daher bin ich in dem Fall kein Maßstab, ich kann nur sagen, dass die Timecode-Steuerung mit Vinyls einen sichereren Endruck hinterlassen hat. Das ist aber meine persönliche Empfindung.

Fazit

Die Kombination aus Preis, Performance und Qualität ist einzigartig! Jedem, der in den Genuss kommen will, für wenig Geld in die digitale DJ-Welt einzutauchen, kann ich das „Traktor Scratch Duo“ nur ans Herz legen. Alles läuft einwandfrei, und das „Traktor Scratch Duo“ ist für jeden Einsteiger oder für alle Profis zu empfehlen. Vor dem Kauf würde ich lediglich eine Demoversion von „Traktor Scratch Pro“ und „Traktor Scratch Duo“ herunterladen, um zu gucken, welche Software für meine Bedürfnisse mehr geeignet ist. Absolute Kaufempfehlung!

Plus

  • Qualität
  • Preis
  • Multicore-Kabel
  • "Audio4DJ" Interface

Minus

  • -

Preis

  • Straßenpreis: 179, Euro (Stand: November '10)
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hi,
    cooller Test !!!

    Eine Frage hätte ich aber noch wie sieht´s
    den explizit mit dem Scratchen/Cutten aus in Bezug
    auf Feeling/Sound!?!

    • Profilbild
      Stefan N.  AHU

      sehr gut/sehr gut!!

      Scratchen und Cutten hängt natürlich stark vom Mixer/Crossfader ab, wenn die mitspielen, steht dem Ganzen nichts im Wege. Bitte check aber immer vorher die Systemvoraussetzungen, ob dein Rechner das auch mitmacht.

      Lieber Gruß,
      Stefan

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