Stem-Kontrolle in einer kostenlosen DJ-Software?
Transitions DJ – mit diesem Namen gibt es eine kostenlose DJ-Software. Ist Transitions DJ damit gerade für Interessierte oder Einsteiger eine gute Möglichkeit, um die Grundlagen zu lernen? Wir schauen uns heute an, was die DJ-Software so kann und für wen diese sich eignet.
- Struktur: Übersichtliche Benutzeroberfläche mit zwei Decks, Waveform-Ansicht und Stems-Funktion.
- Praxis: Läuft stabil, bietet Tastatursteuerung und gute Lernmöglichkeiten für Beatmatching und Übergänge.
- Zielgruppe: Ideal für Anfänger, die kostenlos DJ-Grundlagen üben oder Ideen schnell ausprobieren möchten.
- Fazit: Kostenlos, einfach und funktional – eine empfehlenswerte Einsteiger-Software mit brauchbarer Stem-Funktion.
Inhaltsverzeichnis
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Die DJ-Software im Überblick
Die DJ-Software Transitions DJ ist klassisch strukturiert und aufgebaut. Die untere Hälfte der DJ-Software ist für den Browser gedacht. Hier könnt ihr auf eure Musikbibliothek via iTunes/Music-App, separat hinzugefügte Ordner oder SoundCloud als Streaming-Dienst mit vorgefertigten Playlists zugreifen.
Einzelne oder mehrere Songs können ausgewählt und per Rechtsklick im Vorfeld analysiert werden. So habt ihr Tonart, BPM und Waveform schonmal vorbereitet. Auf unserem Endgerät ging die normale Analyse jedoch auch so recht schnell, sodass eine Analyse vorab nicht unbedingt notwendig war.
Im oberen Teil geht dann die DJ-Action ab. Hier haben wir außen zwei Track-Decks, auf die Songs per Drag-and-Drop gezogen werden können, sowie Informationen zu BPM und Laufzeit des Tracks. Seitlich der digitalen Jogwheels befindet sich ein Pitch-Fader mit Buttons für Pitchbending, Sync und Key Match.
In der Mitte dieser Sektion sehen wir die Waveform des jeweils laufenden Songs. Es gibt aber mehrere Ansichtsmöglichkeiten. Standardmäßig ist die normale Waveform-Ansicht ausgewählt. Über einen Button in der oberen Leiste kann man auch die Timeline-Ansicht auswählen, in der man den gesamten Song und die aktuelle Position einsehen kann.
Dann gibt es noch eine weitere Ansicht, die wir in Hinblick darauf interessant finden, dass Transitions DJ kostenlos ist: Stems. Ja, richtig gelesen: Mit Transitions DJ haben wir die Möglichkeit, Stems von unseren Songs und von ausgewählten Songs von SoundCloud zu erzeugen.
Das Generieren der Stems dauert natürlich einen Moment. Transitions DJ setzt bei den Stems auf vier verschiedene Teile: Drums, Bass, Melodie und Gesang. In der Stem-Ansicht bekommt man diese vier Kanäle pro Track-Deck angezeigt und es wird visualisiert, welcher Teil der Waveform auf welchem der vier Kanäle liegt.
Mittig zwischen den erwähnten Miniatur-Wellenformen gibt es neben Pegel-LEDs auch eine Anzeige, die das Phrasing darstellt. So könnt ihr sichergehen, dass ihr euren Song immer im richtigen Takt startet.
Unterhalb der Wellenformen befinden sich weitere Bedienelemente. Hier könnt ihr eure Titel starten, Loops setzen und diese nach Belieben verlängern oder verkürzen. Selbstverständlich stehen euch auch Hot Cues zur Verfügung.
Bis zu vier Stück pro Song werden von Transitions DJ unterstützt. Einzig die Beschriftung der Hot Cues finden wir etwas verwirrend. Diese bezieht sich nämlich nicht auf ein Track-Deck, sondern läuft über beide Decks hinweg. Dabei wird sogar die „5“ als Zahl übersprungen. Hot Cue 1 auf dem Track Deck 2 ist somit mit einer „6” ausgewiesen.
Wir haben auch in den Einstellungen gesucht und zunächst gedacht, dass eventuell immer nur vier Hot Cues angezeigt werden und man irgendwo auf eine „zweite Seite“ umschalten kann, um weitere Hot Cues pro Track-Deck zu sehen. Hierzu haben wir jedoch nichts gefunden.
Natürlich gibt es auch einen Crossfader und daneben zwei recht kleine Volume-Fader.
Was den Equalizer angeht, so haben wir diesen horizontal statt wie sonst gewohnt vertikal ausgerichtet. Wenn die Stem-Ansicht aktiv ist, haben wir hier statt des Equalizers Volume-Potis für die einzelnen Stems, sodass wir diese wahlweise um +/-12 dB verstärken oder absenken können.
Effekte in Transitions DJ
Selbstverständlich können wir eine DJ-Software nicht besprechen, ohne auf die Effekte einzugehen. Dies verhält sich bei Transitions DJ jedoch etwas anders. Während ihr in der App-Version auf dem Rechner die Pro-Erweiterung für einmalig 23,- Euro erwerben müsst, stehen euch die Effekte bei der Anwendung im Browser kostenlos zur Verfügung. Daher beziehen wir uns bei unseren Erfahrungen in dieser Sektion auf die Verwendung im Browser.
Pro Deck gibt es bis zu drei Effekte, die sich in Reihe schalten lassen, wie ihr es auch von der DJ-Software Native Instruments Traktor Pro 4 kennt. Den Test dazu haben wir euch hier verlinkt.
Als Effekte stehen recht simple Versionen von Echo, Flanger, Phaser, Bitcrusher, HPF und LPF zur Verfügung. Hinzu kommen „Echo halten“, Tremolo und ein LFO-Filter. Sämtliche Effekte können dann noch mit einem Parameter namens „Beats“ vom Timing her angepasst werden. Leider gibt es in der Effektpalette keinen Reverb.
Die DJ-Software in der Praxis
Zunächst haben wir uns nur mit der App-Variante von Transitions DJ auf dem Rechner auseinandergesetzt. Wir können schnell sagen, dass das übersichtliche Design sehr einsteigerfreundlich ist. Beim Blick in die Einstellungen sieht man aber, dass sich doch viel umsetzen lässt. So können beispielsweise die Pitch-Range, die Quantisierung oder die Equalizer-Typen angepasst werden. Die Pro-Version bietet Anwendern zudem die Möglichkeit, den Audioausgang so zu routen, dass sowohl ein Master- als auch ein Kopfhörerausgang zur Verfügung steht, das geht bei der Browser-Version nicht.
Darüber hinaus gibt es im Rahmen der Pro-Version auch einige Mappings für gängige DJ-Controller. Egal, ob für Modelle wie den Hercules DJ Control 300 MK2, den Numark NS4FX oder den AlphaThetas FLX2.
Wir haben einige unserer in der Musik-App gespeicherten Playlists schnell auf dem Rechner analysieren lassen und direkt losgemixt. Das funktioniert hier problemlos. Dank der Takthilfe oben, der Möglichkeiten zum Pitchbending und natürlich auch der Angleichung von BPM über den Pitch-Fader kann man hier das klassische Synchronisieren von Titeln lernen.
Loops setzen oder die Hot Cues abfeuern geht natürlich auch denkbar einfach. Wir möchten an dieser Stelle noch erwähnen, dass wir beim Thema Equalizer zwar eher Fans eines Full Kill EQ sind, die einzelnen Bänder können aber auch einfach durch Klicken auf die darüber liegende Beschreibung gemutet werden.
Besonders spannend fanden wir die Stem-Funktionalität, die in Ordnung ist. Man darf hier nicht erwarten, dass man das Niveau von Serato DJ Pro erreicht. Um das Konzept kennenzulernen und die ersten Schritte in diesem Bereich zu machen, reicht die Qualität jedoch aus. Auch hier muss man auf die Beschriftung zum Muten klicken, da sich das jeweilige Signal über den darunter liegenden Poti lediglich bis -12 dB senken lässt, was teilweise nicht ausreicht.
Die Effekte klingen nur okay. Zwar lernt man hier die verschiedenen Standardeffekte kennen und kann zumindest Dry/Wet und das Timing anpassen, jedoch gilt das Timing für sämtliche Effekte des Track-Decks und nicht für die einzelnen Effekte.
Dahingehend müssen wir aber auch fairerweise anführen, dass wir selten mehr als einen Effekt aktiv hatten und den Equalizermodus so umgeschaltet hatten, dass wir neben dem 3-Band-Equalizer auch einen zusätzlichen Poti für ein bipolares Filter hatten, auf das wir stets zugreifen konnten.
Natürlich können auch eure Mixe aufgenommen werden. Allen, denen es zu öde ist, nur mit der Maus herumzuklicken, sei ein Blick auf die Shortcuts empfohlen, denn vieles in Transitions DJ lässt sich über die Tastatur steuern.
Generell freut es uns sagen zu können, dass die Software auf unserem Rechner einwandfrei läuft und das ohne Drop-outs oder graphische Ruckler. Im Vergleich zu Softwares wie Serato DJ oder Traktor Pro 4 dauert die Erstellung von Stems etwas länger und der Algorhtyhmus ist hierbei nicht so sauber, wie es bei den erwähnten anderen Herstellern der Fall ist, jedoch kosten diese je nach Ausführung auch Geld.
Das Gleiche gilt auch für die Verwendung im Browser, auch hier konnten wir eine stabile Performance feststellen.
Die Zielgruppe von Transitions DJ
Bei einer DJ-Software wie Transitions DJ denkt man allein dadurch, dass das Programm kostenlos ist, dass es sich für Einsteiger anbietet. Das kann man so unterschreiben, jedoch sind wir der Meinung, dass die Software auch für Fortgeschrittene eine praktische Möglichkeit ist, schnell und kostenlos ein paar Übergänge auszuprobieren. Auch wenn man das klassische CDJ- oder Plattenspieler-Setup aus dem Club möglicherweise schon kennt, ist es doch immer angenehm, dass man schnell mal am Rechner eine Idee ausprobieren kann, gerade da keine zusätzlichen Kosten anfallen.
Der Preis der DJ-Software
Preislich freuen wir uns darüber, dass Transitions DJ, sowohl als Programm auf dem Rechner, als auch im Browser kostenlost ist. Lediglich die erwähnten Features innerhalb der Software wie Effekte, Audio-Routing und das Benutzen von MIDI-Controllern setzt die Pro-Version voraus, die einmalig 23,- Euro kostet.







































Danke fürs vorstellen, kannte ich noch nicht interessant. Zum einfach mal ausprobieren und selbst wenn man mal die 23 € investiert eine feine Sache. Bei Gelegenheit probier ich die mal.
Interessant, das kannte ich noch nicht. Letztens brauchte ich eine möglichst simple DJ-Software und ich wusste nicht mehr, welche Freeware ich vor Jahren mal genutzt hatte. Das meiste war entweder doch nicht kostenlos oder hatte mir zu viele Funktionen.
Das hier sieht schön simpel aus, kostenlos und Stem Seperation dazu, das werde ich mir merken.
Ja Kostenlos ist immer gut. Problem ist nur der Content. Den gibt es nur im z.B. Beatport oder Splice Abo, dass jeden Monat abbucht.