Test: Tuna DJ Gear Tuna Knobs, Gadget

30. März 2017

Geiles Tool oder nur ein Gadget?

In den letzten Jahren hat Smartphones und Tablets mit mehr und mehr Apps für Musiker, DJs und Vjs für Interesse vieler Kreativer gesorgt. Auch die Qualität dieser Apps hat sich stetig verbessert und selbst die Klangqualität von vielen Synthesizer-Apps kann sich mittlerweile wirklich mit Software-Synthesizern für Mac oder PC auf Augenhöhe messen. Auch die Bedienung dieser Apps über den großen Touch-Bildschirm kann in Zeiten von Smartphones und Co. jedes Kind. Zudem bietet das iPad oder Android-Tablets mit den vielen verschiedenen Apps unendliche Möglichkeiten und ist dabei vergleichsweise auch finanziell sehr günstig, wenn man an die Preise von Hardware-Controllern oder -Synthesizern denkt. Der Vorteil eines Touch-Bildschirms ist aber gleichzeitig sein größtes Manko, nämlich die fehlende Haptik. Und für die Lösung dieses Problems hatte der niederländische Student Samuel Verburg eine einfache und, wie ich finde, geniale Idee: die Tuna Knobs.

Um seine Idee der Tuna Knobs zu realisieren holte sich Samuel Hilfe eines kleinen aber im Hardware-Design schon erfahrenen Rotterdamer Design-Studios. Da man das nötige „Kleingeld“ für ein solches Projekt nicht mal eben unter dem Kopfkissen liegen hat, wurde kurzerhand die Crowdfunding-Plattform Kickstarter bemüht. Dass nicht nur ich die Idee super finde, zeigt das nette Sümmchen von 30.665 Euro, mit der das ursprüngliche Finanzierungsziel von 10.000 Euro mehr als verdreifacht wurde.

So viel zu der Vorgeschichte.

Was sind die Tuna Knobs? Und wie funktionieren sie?

Das Prinzip ist im Grunde recht einfach: Die Tuna Knobs sind statt wie bei normalen Potis üblich nicht einer normalen Gummimischung überzogen, die lediglich die Griffigkeit verbessert, sondern mit einem Strom leitenden Gummigemisch beschichtet. Diese Gummischicht leitet also den natürlichen Strom den unser Körper produziert an die Unterseite des Potis und somit an den Touch-Bildschirm weiter, der das Signal als Fingerberührung interpretiert.

Tuna Knob

Tuna Knob auf einem iPad

Forum
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    LOSCHI von Querschlach

    Was ist das für ein Unsinn? Erst kommen die Knöpfe ab, in the Box – Danach mache ich wieder Knöpfe drauf?!?!?! Es gibt auch Hardwäregeräte. Irgendetwas muss man ja verkaufen.

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    XCenter  

    Ich fand die Idee damals schräg genug, um die Kickstarter-Kampagne zu unterstützen. Max bringt das gut auf den Punkt: die Idee ist bestechend, die Praxis ernüchternd. Ich hab meinen (teuren) Spaß mit den Dingern gerade in der ersten Zeit gehabt, aber wirklich alltagstauglich sind sie nicht. Immerhin liegt im Studio immer irgendwo ein Tuna griffbereit herum und wird ab und an auf den Screen gepopelt. Aber der Preis dafür ist natürlich jenseits von allem.

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    LOSCHI von Querschlach

    Ok, ich komme aus einer Zeit als es noch Telefone gab und Neuerungen einen Sinn ergeben sollten anstatt nur Cool zu sein. Ich gebe Dir Recht – es ist Software und keine Hardware. Und das ist auch Gut so. Ich hole immer mehr meine Hardwaresachen aus dem Keller. Die sind eben das Vorbild und klingen und funktionieren auch nach 30 Jahren Pause immer noch Super.

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    DJ Ronny  

    Ich finde die Idee nicht durchdacht. Mit den Teilen hebt man die Vorteile des Touchscreen auf. Wenn man an „Knöpfen drehen will, sollte man immer zu einem Controller für die Software greifen. Habt ihr eigentlich schon alle geschrieben. Dreh Bewegungen in App für Touchscreen finde ich auch nicht durchdacht. Leider gehen die Entwickler fast immer von Hardware Vorbildern aus. Dabei kommt dann so ein Spielzeug raus.

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    Chick Sangria  

    Gerade für TouchOSC, wo man die Größe aller Elemente selber festlegen kann, wäre eine Lösung für physisches Feedback toll. Wenn es dann nur Endlosknöpfe zum draufkleben gibt, ist das Ziel eindeutig verfehlt. Schade um die Umwelt.
    Hoffen wir einfach, dass es in ein paar Jahrzehnten ‚morphende‘ Oberflächen gibt. Das wird ein Spaß.

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      XCenter  

      :-D
      Morphende Oberflächen… da freut sich nicht nur der Musiker. Da gibt´s Anwendungen für ganz andere Branchen.

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    AMAZONA Archiv

    Es wäre schön wenn sich in der Richtung was stabiles und bezahlbares tut. Die GUI vieler Softsynths verlangen einen grösseren bedientechnischen Spielraum als jeder Midi Controller am Markt.
    Meiner Ansicht nach würde eher weniger Müll anfallen da Plastikgehäuse und Innerein wegfallen.

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    Max Neumann  RED

    @XCenter: Danke. =)

    @ DJ Ronny: Mal abgesehen von der Umsetzung ist die Idee doch super. Man kann die Vorteile des Touchscreens und klassische, haptische Elmente verbinden.

    Aber ich gebe dir Recht, dass die App-Entwickler sich noch zu doll an Hardware orientieren. Aber gerade in letzter Zeit sind doch einige innovative Musik-Apps entstanden, die sich nicht an Minimoog oder MPC und dergleichen festklammern.

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      XCenter  

      Nicht wirklich: die Tunas wollen ein haptischer Ersatz für Potis sein. Rotor ist ne proprietäre Lösung: die Rotorcontroller funktionieren nur mit Rotor vernünftig und werden nur lose aufgesetzt.
      Und nur mal so am Rande erwähnt: die Rotor-Knobs kosten nochmal das Doppelte von den Tunas! :-O

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        Chick Sangria  

        Inmitten von allen möglichen Eurorack-Geräten fallen solche Preise gar nicht mehr auf, seien sie überzogen oder nicht.

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    tonvibration  

    Hallo, ich arbeite seit 2008 mit einem Jazzmutant Lemur, seit 2011 auch mit ner i-Pad version und habe viele Interfaces damit gebaut. Die Idee mit drauf-pöp baren Drehreglern ist gut und schön dass es da jetzt ein Produkt gibt. Und Ihr findet das teuer? 12 Euro 50 für nen Drehregler ist teuer??? (sorry, aber das ist spot-billig…. wenn man Entwicklungsaufwand und eingeschränkte Verkaufmöglichkeiten bedenkt…..mich hätte nicht gewundert, wenn die 49 Euro pro Regler verlangen…) Also ich werde mir ein paar gönnen (25 Euro = no-brainer) Viel einsetzen werde ich sie aber wahrscheinlich nicht. Warum? Das beste am Touchscreen ist die dynamische Anpassung der anzeigen. Im Normalfall schalte ich ja durch verschiedene Interfaces (so 3-6 pages haben meine Lemur Projekte schon) – da muss man dann entweder immer an der gleichen Stelle einen Drehregler haben oder die Dinger zwischendurch abmachen (?!). Von daher – nice little tool, das wohl aber eher weniger zum Einsatz kommt. Und reiht sich damit in eine ganze Liste anderer Tools ein, z.B. HotHandUSB. Bei all dem SchnickSchnack den ich mittlerweile zuhause habe ist übrigens meine Doepfer Pocket Control immernoch mein liebstes Tool: Die Drehregler sind einfach supersmooth und haben einen sämigen, sehr gleichmäßigen Widerstand. Anzeigen lasse ich mir die Werte dann oft auf dem Lemur-so habe ich auch Haptik und Touch vereint.

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    Coin  AHU

    Hallo, ich finde die Idee einer erweiterten Tabletoberfläche
    gar nicht so schlecht.
    Aber die Displays werden immer besser.
    Es gibt schon fühlbare Touchoberflächen:
    https://goo.gl/c3vjf2 Golem.de – 2017
    Das wird mittels elektostatischer Auffladung gemacht.
    Und wer weiss wie das in 5 oder 10 Jahren aussieht.
    Deswegen sag ich mal: Gadged

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