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Test: Two Notes Audio Genome 2.0, Software Suite Update

Wenn das Gute noch etwas besser wird

23. Juni 2026
Genome 2.0 Aufmacher

Test: Two Notes Audio Genome 2.0

Mit Genome 2.0 erweitert Two Notes seine Software-Plattform um neue Capture-Technologien, iPad-Support und deutlich flexiblere Signalwege für moderne Gitarren- und Bass-Setups.

Kurz & knapp

Worum geht es? Two Notes erweitert seine Software-Plattform Genome mit Version 2.0 um neue Capture-Technologien, flexiblere Signalwege und eine native iPad-Unterstützung.

  • Großes Update: Genome 2.0 erhält Genome Capture, iPad-Support und deutlich flexiblere Routing-Möglichkeiten.
  • Mehr Möglichkeiten: Komplexe Parallel-Signalwege lassen sich einfach und übersichtlich umsetzen.
  • Starke Cabinets: Die DynIR-Technologie bleibt weiterhin eines der größten Argumente für Two Notes.
  • Blick nach vorn: Paradex und Parametric Capture sollen die nächste Entwicklungsstufe einläuten.
  • Plattform statt Plug-in: Genome entwickelt sich immer stärker zu einer umfassenden Lösung für Studio, Homerecording und Live-Anwendungen.
Bewertung

Two Notes Audio Genome 2.0

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Bewertung des Autors

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Genome 2.0 Software Suite Update

Mit Genome hat Two Notes eine Software geschaffen, die deutlich mehr sein möchte als ein weiterer Amp-Simulator. Virtuelle Verstärker, DynIR-Cabinets, Effekte und mittlerweile sogar eigene Capture-Technologien sollen hier zu einer zentralen Schaltstelle für moderne Gitarren- und Bass-Setups zusammenwachsen.

Mit Version Genome 2.0 steht nun das erste große Update an. Und das bringt deutlich mehr mit als ein paar neue Amps und Fehlerbehebungen. Genome wächst auf das iPad, erhält eine komplett neue Capture-Umgebung und erweitert seine Möglichkeiten im Bereich flexibler Signalwege erheblich.

Aber wie immer gilt: Eine lange Feature-Liste allein macht noch kein gutes Produkt. Also schauen wir uns an, was Genome 2.0 in der Praxis tatsächlich besser macht.

Was ist Genome 2.0 überhaupt?

Kurzüberblick für Neueinsteiger

  • All-in-One-Plattform für Gitarristen und Bassisten
  • Amp-Simulationen
  • DynIR-Cabinets
  • Pedale und Studioeffekte
  • Modulare Signalwege
  • Plug-in für DAWs
  • Jetzt auch auf dem iPad verfügbar

Erster Eindruck und Workflow

Ich dachte, die Installation kann ich mir sparen und mache einfach ein Update über die bestehende Version. Aber nein, Genome 2.0 möchte gern anders behandelt werden, die kleine Diva. Wer bereits Genome auf seinem Rechner installiert hat, muss mittels des auf der Website bereitgestellten Uninstallers zunächst die alte Version deinstallieren. Das ist mir grundsätzlich sympathisch, denn damit ist auch direkt der ganze alte Mist an Dateien entsorgt, der zukünftig Probleme machen könnte.

Wer Genome 2.0 dagegen zum ersten Mal installiert, muss sich darüber natürlich keine Gedanken machen. Dann gilt es, sich über die Website zu registrieren. Kein Problem, das machen wir ständig und überall. Also let’s go.

Nach der Installation zeigt sich die Software direkt einsatzbereit. Ich lasse euch an einem Sound teilhaben, den ich quasi straight out of the (virtual) box erstellt und mit einem spontanen Backingtrack aus Logic kombiniert habe.

Die Bedienoberfläche wirkt vertraut, auch wer bislang keinen wirklichen Zugang zu Software-Lösungen hatte, dürfte sich hier schnell zurechtfinden. Im oberen Bereich des Fensters befinden sich der Preset-Browser sowie ein paar Buttons für die generellen Einstellungen der Software, Speicheroptionen, MIDI-Mappings, Tuner usw.

Direkt darunter befindet sich der Signal Path, der bis zu zwölf Blocks aufnehmen kann, die entweder aus Effekten oder Amps/Cabinets bestehen. An jeder beliebigen Stelle zwischen den Blocks kann der Signalweg einmal gesplittet (split) und an späterer Stelle zurückgeführt (merge) werden. Das ergibt ein Maximum von 24 Blöcken, die bei komplett parallelem Signalweg gleichzeitig verwendet werden können.

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Der Browser im oberen Teil des Fensters ermöglicht den Zugriff auf Werks- und User-Presets sowie mehrere Bänke, die Zugriff auf zusätzliche online verfügbare Inhalte ermöglichen. Das Hauptfenster ist für den jeweils angewählten Block reserviert

Neue Capture-Technologie: Genome Capture

Die vermutlich größte Neuerung von Genome 2.0 hört auf den Namen Genome Capture. Two Notes steigt damit in einen Bereich ein, der mittlerweile fast schon zur Pflichtausstattung moderner Gitarren-Software geworden ist. Die Idee kennen wir inzwischen von verschiedenen Herstellern. Statt ausschließlich auf klassische Amp-Modelle zu setzen, lassen sich reale Geräte direkt einfangen und als digitale Abbilder abspeichern.

Two Notes verspricht dabei einen erstaunlich unkomplizierten Workflow. Der Capture-Prozess führt Schritt für Schritt durch die einzelnen Arbeitsschritte, sodass auch Anwender ohne ausgeprägten Technik-Fetisch recht schnell zu guten Ergebnissen kommen sollen. Wer schon einmal mit anderen Capture-Systemen gearbeitet hat, wird sich sofort zu Hause fühlen. Amp anschließen, Referenzsignal schicken, einige Minuten warten und fertig.

Genome 2.0 Capture

Das Capture-Feature bekommt einen eigenen Artikel in den nächsten Tagen

Natürlich stellt sich unmittelbar die Frage, ob die Welt wirklich noch eine weitere Capture-Plattform benötigt. Die Antwort lautet schlicht und ergreifend „jein“.

Der Markt ist mittlerweile durchaus gut gefüllt, aber Two Notes verfolgt mit Genome 2.0 einen interessanten Ansatz. Genome bietet nämlich nicht nur das Capturing eines Snapshots, also die Einstellung des Amps, wie sie gerade ist, sondern unterstützt das sogenannte „Parametric Capture“, mit dessen Hilfe die Eigenheiten des Amps besser dargestellt werden.

Ein eigener Capture-Amp landet unmittelbar neben den klassischen Amp-Modellen, lässt sich mit DynIR-Cabinets kombinieren und in beliebige Signalwege einbauen. Das wirkt erstaunlich konsequent und weit gedacht. Doch darum kümmern wir uns in einem extra Workshop.

Signalwege – jetzt wird’s richtig flexibel

Die erste Genome-Version war schon extrem flexibel aufgebaut. Mit Genome 2.0 wird dieser Flex-Gedanke allerdings noch deutlich weitergesponnen. Besonders interessant ist die Möglichkeit, komplexe Parallel-Setups aufzubauen.

Ein klassisches Beispiel wäre ein Bass-Sound, der in zwei separate Pfade aufgeteilt wird. Auf der einen Seite bleibt das saubere Fundament erhalten, auf der anderen Seite darf es ordentlich zerren. Anschließend werden beide Signale wieder zusammengeführt. Das ist jetzt so natürlich kein revolutionäres Konzept, aber eines, das im Studioalltag erstaunlich häufig benötigt wird.

Genome 2.0 Foxy 30

Der Foxy 30 ist eins der neuen TSM-Ai-Models

Auch für Gitarristen ergeben sich dadurch natürlich zahlreiche Möglichkeiten. Wer beispielsweise moderne Metal-Sounds produziert, kann unterschiedliche Cabinets parallel betreiben, verschiedene Mikrofonierungen kombinieren oder zusätzliche Effektketten lediglich einem Teil des Signals zuweisen.

Dabei bleibt das Ganze bleibt erfreulich übersichtlich. Ich habe schon Software gesehen, bei der komplexe Signalwege nach fünf Minuten aussehen wie der Schaltplan eines mittelgroßen Kernkraftwerks. Genome 2.0 schafft hier einen guten Spagat zwischen Flexibilität und Übersichtlichkeit.

Natürlich steigt die CPU-Auslastung mit zunehmender Komplexität ebenfalls an. Das lässt sich schlicht nicht vermeiden, im Test blieb die Software aber erfreulich stabil und reagierte auch bei größeren Presets noch angenehm flüssig.

Im Folgenden hört ihr einen der neuen TSM-Ai Amps, den Foxy 30. Da braucht man jetzt kein Diplom, um die Herkunft dieses Amps zu erraten. Das erste Beispiel demonstriert ein Stereo-Delay, das zweite Beispiel einen Signal-Split vor dem Delay, wobei ich dann in jeden der beiden Pfade ein Dupe Delay Pro mit unterschiedlichen Settings geschaltet habe.

Genome 2.0 Stereo Delay

Das Stereo-Delay im Signalpfad

Genome 2.0 Signal Split

Hier wird das Signal vor dem Delay aufgesplittet und dahinter wieder zusammengeführt

DynIR bleibt eines der stärksten Argumente

Eigentlich gerät dieser Punkt mittlerweile fast ein wenig in Vergessenheit, weil ständig über neue Capture-Technologien gesprochen wird, dabei gehören die DynIR-Cabinets seit Jahren zu den großen Stärken von Two Notes und leisten in Zusammenarbeit mit externen Geräten wie dem noch recht neuen Reload II perfekte Arbeit.

Genome 2.0 DynIR

DynIR ist und bleibt eine Referenz!

Natürlich ersetzt das keine echte Aufnahmesession mit einem großartig klingenden Amp in einem perfekt behandelten Raum. Aber wir bewegen uns mittlerweile auf einem Niveau, das für viele Produktionen mehr als ausreichend ist und wer hat schon die Möglichkeit, einen perfekten Raum zu nutzen? Das geht nur in großen Studios mit dem entsprechenden Know-how des dortigen Fachpersonals. Hier gibt’s das in-the-box. Vor allem Homerecorder profitieren enorm davon. Seien wir ehrlich, die wenigsten von uns besitzen einen akustisch optimierten Regieraum inklusive fünf verschiedener Vintage-Mikrofone.

Genome auf dem iPad

Eine weitere große Neuerung ist die Unterstützung für das iPad. Und das ist tatsächlich spannender, als es zunächst klingt. Mobile Musikproduktion ist längst kein exotisches Nischenthema mehr, viele Musiker komponieren unterwegs, nehmen Demos auf oder nutzen Tablets als zentrale Schaltstelle für Live-Setups.

Genome läuft nun plattformübergreifend und bringt einen Großteil der bekannten Funktionen auf Apples Tablet. Die Oberfläche wurde dabei sinnvoll angepasst und nicht einfach nur auf einen kleineren Bildschirm gequetscht. Vor allem die Touch-Bedienung kommt der modularen Arbeitsweise sogar erstaunlich entgegen, Signalwege verschieben, Blöcke austauschen oder Parameter verändern funktioniert intuitiv und schnell.

Genome 2.0 iPad

Auf meinem etwas älteren iPad der 7. Generation funktioniert Genome 2.0 hervorragend

Wer ohnehin bereits ein iPad in sein Setup integriert hat, bekommt hier eine ausgesprochen umfangreiche Spielwiese an die Hand. Ob das allein ein Kaufargument darstellt, muss natürlich jeder selbst entscheiden, aber es zeigt sehr deutlich, wohin die Reise gehen soll. Two Notes denkt Genome 2.0 nicht mehr nur als Plug-in, sondern als Plattform.

Klanglich auf Augenhöhe? Paradex als Blick in die Zukunft

Die mithin wichtigste Frage lautet natürlich, ob das Ganze auch gut klingt. Die erfreulich kurze Antwort lautet: Ja, sehr sogar. Genome schafft den schwierigen Spagat zwischen High-Gain-Sounds und überzeugenden Clean- und Breakup-Sounds souverän. Gerade die Dynamik fällt positiv auf. Das Spielgefühl wirkt direkt und reagiert angenehm auf unterschiedliche Anschlagstärken.

Natürlich gibt es zahlreiche Konkurrenten, die ebenfalls hervorragende Ergebnisse liefern. Neural DSP, IK Multimedia, Universal Audio oder Line 6 schlafen bekanntlich nicht, ganz im Gegenteil. Genome 2.0 versucht deshalb auch gar nicht, den einen ultimativen Verstärker zu liefern. Ein wichtiger Baustein der zukünftigen Klangarchitektur dürfte dabei die neue Paradex-Engine werden.

Genome 2.0 Paradex

Paradex dient als Abspiel- und Kontroll-Modul für die AmpNet-Captures, die man bei Two Notes laden kann

Im Gegensatz zum herkömmlichen Verhalten von virtuellen Amps ermöglicht es Paradex, die Verstärkerstruktur (wie zum Beispiel die Arbeitsweise der Klangregelung) des Originals zu simulieren, um so ein besseres Ergebnis erzielen zu können. Ein paar erste AmpNet-Captures gibt es bereits zum Download. Die oben beschriebene Parametric-Capture-Technologie bietet dafür die Grundlage.

So klingt Genome 2.0

Im Folgenden hört ihr die neuen Amp-Models, die mit Hilfe der neuen TSM-Ai-Technologie geschaffen wurden. Den Foxy 30 kennt ihr schon, was ihr aber jetzt hört, ist einmal der Amp in einem konventionellen Signalpfad mit Twin Tracker (Stereo-Doppler) und einmal mit aktivierten „MixFit“, einer kleinen Wunderbox, die dem Amp jeweils noch mal einen ganz eigenen Drive gibt und über mehrere Presets verfügt.

Genome 2.0 MixFit

MixFit – die Wunderkiste für die Nachbearbeitung von Sounds

MixFit ist also neu. Was ist aber mit der alten „Torpedo Wall Of Sound“? Die gibt’s imer noch. Und jetzt hlrt ihr den Eldorado-Amp (Soldano SLO100) pur, mit MixFit und dem Preset „Modern Push“ und dann nochmal mit Wall Of Sound zum Vergleich. Die Einstellung des Amps bleibt jeweils unverändert.

Der Tanger ist das orangegewordene Rockinferno. Sowohl crunchy als auch Highgain total überzeugend!

Den Abschluss bildet die Mesa/Boogie-Riege, vertreten vom Flatback MKV in zwei Files und vom Flatback Dual mit insgesamt sechs Files. Die Namen der Files geben Auskunft über den jeweils verwendeten Kanal, die Einstellungen sind jeweil „default“, also Out-of-the-box.

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Klangbeispiele
Fazit

Genome 2.0 entwickelt sich konsequent von einer reinen Amp-Simulation zu einer umfassenden Plattform für moderne Gitarren- und Bass-Setups weiter. Vor allem Genome Capture, die neuen Möglichkeiten beim Signal-Routing und die iPad-Unterstützung machen deutlich, dass Two Notes hier langfristig denkt. Besonders positiv fällt auf, dass die Software trotz des gewachsenen Funktionsumfangs übersichtlich und angenehm zu bedienen bleibt. Natürlich ist der Markt mittlerweile hart umkämpft, doch Genome 2.0 setzt weniger auf einzelne Killer-Features als auf ein stimmiges Gesamtkonzept. Und genau das macht die Software derzeit so interessant.

Plus

  • Konzept
  • Sound
  • Bedienbarkeit
  • Capturing-Feature
  • Paradex-Engine
  • kostenlose Intro-Version

Minus

  • etwas unübersichtliche Preispolitik

Preis

  • Kostenlose Intro-Version
  • 89,99 Euro (Genome Basic)
  • 89,99 Euro (Genome iOs)
  • 159,99 Euro (Genome Suite)
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Über den Autor
Profilbild

Jan Steiger RED

1972 geboren, von der Gitarre Anfang der 80er gefunden worden. Im Team von Amazona seit 2018, immer neugierig auf neues Equipment und froh, so viel neues Zeug ausprobieren zu dürfen. Bekennender Kemper-Fan und InEar-Fanatiker. Save your ears, you crazy fools!

 

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Linus AHU

    Spannende Entwicklung.

    Als jemand, der früher viel mit Homerecording und eigenen Produktionen gearbeitet hat und heute wieder verstärkt eigene Musik schreibt, finde ich besonders die Kombination aus Capture-Technologie, flexiblen Signalwegen und den DynIR-Cabinets interessant.
    Was mir gefällt: Two Notes scheint nicht einfach nur das nächste Amp-Plug-in bauen zu wollen, sondern eine komplette Plattform für Recording, Üben und Live-Anwendungen. Gerade die Möglichkeit, klassische Sounds mit modernen Workflows zu verbinden, finde ich reizvoll. Die Technik entwickelt sich rasant weiter, aber am Ende zählt immer noch, ob sie kreativ inspiriert und das Musikmachen einfacher macht.

  2. Mehr anzeigen
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