width=

Test: U-He Bazille, Software-Synthesizer

26. Juli 2014

Rebirth of Casio CZ ?

Urs Heckmann, seines Zeichens Programmierer edelster Software-Synthesizer, beglückt uns mit einem neuen, vollmodularen Synthesizer namens U-He Bazille. Und ohne zuviel vorwegzunehmen: Diese Software ist State of the Art. Ich bin infiziert.

U-He bazille

Aktuell haben wir hier die BETA-Version von BAZILLE getestet, die U-He aber bereits zum Kauf anbietet für einen Discount von 30% bis zur finalisierten Version.

U-He Bazille basiert auf der FM-Synthese im Stile der Yamaha DX-Reihe sowie auf der nicht minder interessanten Phase Distortion Synthese, die in den 80er Jahren von Casio entwickelt wurde und seither etwas in Vergessenheit geriet. Kombiniert mit analog klingenden Filtern, Effekten und zahlreichen Modulatoren, ergibt dies ein potentes, modulares FM- bzw. PD-System. Dass damit auch noch viel mehr als die klassischen FM-Pianos und Glocken möglich sind, versteht sich für ein Produkt von U-He fast von selbst.

Äußerlich sieht Bazille dem ACE (der halbmodulare Soft-Synthi von U-He) ziemlich ähnlich und baut geschickt auf den bereits bekannten Konzepten auf. Die Bedienung ist so weit möglich gleich geblieben, es ist halt alles etwas üppiger und komplexer geworden.

Das Hauptmenu von Bazille.

Das Hauptmenu von Bazille

Installation und Systemvoraussetzungen

Bazille wird per Download angeboten, die knapp 30 MB sind schnell auf den Rechner transferiert und installiert. Beim ersten Start gibt man die Seriennummer ein. Schnell und unkompliziert. Der Ressourcenhunger ist angenehm bescheiden: 1 GB RAM reichen, an Betriebssystemen werden auch die etwas älteren Windows XP und Mac 10.5. (Leopard) unterstützt. Und der Rechner selbst sollte ein „current PC or IntelMac“ sein. Genauer wird dies nicht spezifiziert, was man auch dahingehend interpretieren kann, dass es schlicht nicht so wichtig ist. Löblicherweise unterstützt die Software sowohl 32 und 64 Bit „in all formats“, womit man für die Zukunft ganz gut gerüstet sein wird.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    nativeVS  

    Mann kann doch für kleine verstimmungen den u-he feintrieb verwenden (bei windows shift gedrückt halten und poti drehen).
    Die effekte sind halt erst nach den abschwächern, da sie monophon gehalten wurden. Würde man die effekte in die signalkette integrieren müssten sie polyphon aufgebaut sein. Ausserdem kann man die reihenfolge der effekte zueinander ändern.

  2. Profilbild
    tompisa

    DAS nenn ich einen Test. Vielen Dank für den Hinweis , dass das Teil endlich geboren ist und vor allen Dingen Danke bezogen auf den hervorragend geschrieben Testbericht samt pers. Einschätzungen und Klangbeispielen.

  3. Profilbild
    Triple-U

    Hallo Martin, das mit den Polyrythmen musste ich gestern gleich mal ausprobieren. Mit dem Mod-Sequenzer geht das wirklich nicht. Aber mit einer Kombination aus LFO, Mapping Generators, evtl. auch den Stack Voices kann man sehr viele rythmische Kombinationen (z.B. 7/4 auf 3/4 aber auch viel abgedrehtere Sachen) verwirklichen. Als kleine Rätselaufgabe… ;)

    Mit dem Sequencer wäre es vllt. praktischer und man würde nicht so viele Module verbrauchen, aber man würde auch nicht auf NOCH ungewöhnlichere Rythmen kommen.

  4. Profilbild
    Urs  

    Hi,

    das ist ein super Test, vielen Dank!

    Kleine Anmerkung: Die Effekte lassen sich per Drag’n’Drop in der Reihenfolge verändern. Dort ist momentan noch dasselbe Bedienelement am Werke, das auch in Zebra die modulare Verschaltung ermöglicht. Da dies leider etwas unkomfortable ist, habe ich vor, dieses noch vor dem offiziellen Release für Bazille’s Bedürfnisse zu verbessern, weshalb dies auch noch nicht vollständig im User Guide berücksichtigt ist – und wer weiß, vielleicht erlauben wir auch eines Tages paralelle Verschaltungen.

    Allerdings wird es sehr schwiereig, die Parameter der Effektsektion über Kabel zu kontrollieren. Alles was verkabelt ist, ist ja polyphon. Wenn man mit sowas dann die Effekte steuert wird’s schnell brenzlig. Das wäre eher was für eine monophone Variante, die dann auch bei losgelassenen Tasten noch prozessiert.

    LG,

    – Urs

    • Profilbild
      Martin Andersson  RED

      Hallo Urs

      danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Was Du schreibst, leuchtet natürlich ein. Wie ich schon im Text schrieb, ist meine Kritik an den Effekten als Anregung gedacht.

      Hingegen ist die fehlende Potiskalierung durchaus ein Problem, zumindest für meine Wenigkeit. Aber vielleicht habe ich da auch etwas Fundamentales übersehen?

      Alles in Allem ist dies ein wunderbarer, modularer Software Synthesizer, der mich (beinahe) wunschlos glücklich macht.

      Lieben Gruß

      Martin

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.