Test: U-He Bazille, Software-Synthesizer

Aufbau

U-He Bazille ist ein modularer Synthesizer mit vier Oszillatoren, vier Filtern, zwei LFOs und zahlreichen weiteren Modulatoren, u.a. Sequencer, Hüllkurven, Lag Generators, Inverter und Mapping Generators, die auch als eine Art Sequencer fungieren. Abgerundet wird dies durch eine Auswahl edelster Effekte und einigen Utilty Modulen wie z.B. Multiples und ein Oszilloskop, das sich in der Klangerzeugung als äußerst hilfreiches Werkzeug erweist. Die Bedienung von Bazille ist mehrheitlich selbsterklärend und erstreckt sich über drei Menüseiten: zwei für die Klangerzeugung und eine für die Verwaltung der Patches. Die wichtigste Menüseite nennt sich schlicht und einfach „Synth“ und beherbergt die vier Oszillatoren, zwei der vier Filter, vier Hüllkurven, zwei LFOs, den Sequencer und das Oszilloskop. Alles ist übersichtlich angeordnet und in dezentem, unspektakulärem Grau gehalten. Zuoberst finden sich nebst den Reitern für die drei Ansichten von Bazille, ein zentrales Display für Patchnamen und Parameterwerte, eine MIDI Status LED, ein Master Volume, eine Schaltfläche zum Speichern und – sehr praktisch – Undo und Redo Pfeile, die unabhängig von der Host-DAW anscheinend eine „unlimited number of steps“ bieten. Wie man es sich von anderen U-He Synthesizern  schon gewohnt ist, lässt sich die Bildgröße von Bazille den eigenen Bedürfnissen anpassen: von einer Miniaturansicht bis zur überdimensionalen Cinematic Darstellung mit 3050 mal 1800 Pixeln, die die Grenzen eines herkömmlichen Bildschirms bei Weitem übersteigen. Auch die Helligkeit des Plug-ins ist in fünf Stufen regelbar.

Die "TWEAKS & FX" Seite mit einigen zusätzlichen Modulen der Klangsynthese, zwei Mapping Generatoren sowie den Effekten.

Die „TWEAKS & FX“ Seite mit einigen zusätzlichen Modulen der Klangsynthese, zwei Mapping Generatoren sowie den Effekten

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    nativeVS  

    Mann kann doch für kleine verstimmungen den u-he feintrieb verwenden (bei windows shift gedrückt halten und poti drehen).
    Die effekte sind halt erst nach den abschwächern, da sie monophon gehalten wurden. Würde man die effekte in die signalkette integrieren müssten sie polyphon aufgebaut sein. Ausserdem kann man die reihenfolge der effekte zueinander ändern.

  2. Profilbild
    tompisa

    DAS nenn ich einen Test. Vielen Dank für den Hinweis , dass das Teil endlich geboren ist und vor allen Dingen Danke bezogen auf den hervorragend geschrieben Testbericht samt pers. Einschätzungen und Klangbeispielen.

  3. Profilbild
    Triple-U

    Hallo Martin, das mit den Polyrythmen musste ich gestern gleich mal ausprobieren. Mit dem Mod-Sequenzer geht das wirklich nicht. Aber mit einer Kombination aus LFO, Mapping Generators, evtl. auch den Stack Voices kann man sehr viele rythmische Kombinationen (z.B. 7/4 auf 3/4 aber auch viel abgedrehtere Sachen) verwirklichen. Als kleine Rätselaufgabe… ;)

    Mit dem Sequencer wäre es vllt. praktischer und man würde nicht so viele Module verbrauchen, aber man würde auch nicht auf NOCH ungewöhnlichere Rythmen kommen.

  4. Profilbild
    Urs  

    Hi,

    das ist ein super Test, vielen Dank!

    Kleine Anmerkung: Die Effekte lassen sich per Drag’n’Drop in der Reihenfolge verändern. Dort ist momentan noch dasselbe Bedienelement am Werke, das auch in Zebra die modulare Verschaltung ermöglicht. Da dies leider etwas unkomfortable ist, habe ich vor, dieses noch vor dem offiziellen Release für Bazille’s Bedürfnisse zu verbessern, weshalb dies auch noch nicht vollständig im User Guide berücksichtigt ist – und wer weiß, vielleicht erlauben wir auch eines Tages paralelle Verschaltungen.

    Allerdings wird es sehr schwiereig, die Parameter der Effektsektion über Kabel zu kontrollieren. Alles was verkabelt ist, ist ja polyphon. Wenn man mit sowas dann die Effekte steuert wird’s schnell brenzlig. Das wäre eher was für eine monophone Variante, die dann auch bei losgelassenen Tasten noch prozessiert.

    LG,

    – Urs

    • Profilbild
      Martin Andersson  RED

      Hallo Urs

      danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Was Du schreibst, leuchtet natürlich ein. Wie ich schon im Text schrieb, ist meine Kritik an den Effekten als Anregung gedacht.

      Hingegen ist die fehlende Potiskalierung durchaus ein Problem, zumindest für meine Wenigkeit. Aber vielleicht habe ich da auch etwas Fundamentales übersehen?

      Alles in Allem ist dies ein wunderbarer, modularer Software Synthesizer, der mich (beinahe) wunschlos glücklich macht.

      Lieben Gruß

      Martin

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