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Test: U-He Hive, Synthesizer-Plug-in


Formschön, spurtreu, sparsam

U-He Hive ist das neueste Synthesizer-Plug-in aus der Werkstatt von Urs Heckmann, der auch den beliebten Tyrell N6 für Amazona als Freeware bereitgestellt hat. Bekannt sind die Analogemulationen von U-He für ihren exzellenten Klang, aber auch für ihren nicht unbeträchtlichen Leistungshunger.

U-He Hive

U-He Hive

Hive soll nun das „3-Liter-Auto“ in der Produktpalette werden, mit ebenso gutem Sound bei minimalem Prozessorverbrauch und nebenbei einfacher Bedienbarkeit. Dabei wurde an Sonderausstattung keineswegs gespart, er hat umfangreiche Modulations- und Routingoptionen, eine üppige Effektsektion und einen Stepsequencer nebst Arpeggiator mit auf den Weg bekommen. Kann er damit auf dem gesättigten Markt für VA-Plug-ins auf die Überholspur?

Zunächst der Steckbrief:

  • virtuell-analoges Synthesizer-Plug-in mit 16 Stimmen
  • Formate: VST und AAX, 32/64 Bit, PC und Mac
  • 2 Oszillatoren plus 2 Suboszis
  • 2 Multimodefilter
  • 2 Amplifier
  • 4 Envelopes
  • 3 LFOs
  • 7 gleichzeitig nutzbare Effekte
  • Stepsequencer mit 16 Schritten
  • Arpeggiator

Die Freischaltung der Demoversion auf Vollversion per Lizenzcodeeingabe verläuft einfach und problemfrei.

Interface

Hive kommt ziemlich aufgeräumt daher, rechts und links finden sich identische Synthesestränge mit jeweils Oszillator plus Sub, Filter, Amp und Modulatoren. Per Link-Switch können sie simultan editiert werden. Im mittleren Sechseck sind die Effekte und Schrittmacher platziert, und hinter der Tastatur versteckt liegt die Modulationsmatrix mit 12 Slots.

Hive mit Modmatrix

Hive mit Modmatrix

Mit dem Zahnrad in der rechten oberen Ecke gelangt man in das Einstellungsmenü, hier lässt sich die GUI-Größe in kleinen Schritten von pixelsparenden 70 bis kurzsichttauglichen 200% einstellen, auch die Helligkeit ist anpassbar. Das alternative Honeycomb-Design passt zwar zur Bienenwabe in der Mitte, sieht aber nicht wirklich gut aus. Vielleicht bekommt der Hive ja irgendwann noch eine fetzige Lackierung in Metallic-Giftgrün, die Grafiken liegen jedenfalls öffentlich zugänglich als PNG-Files im VST-Data-Ordner und können leicht bearbeitet werden.

Hive im Honeycomb-Design

Hive im Honeycomb-Design

Ein spezielles Feature ist die Normal/Dirty/Clean-Umstellung über dem Sechseck, die dem gesamten Synthesizer drei grundverschiedene Klangcharakteristiken gibt: Filigran, fett oder schmutzig, das ist sehr gelungen! Soundbeispiele weiter unten.

Praktischerweise sind die Einstellungen für jedes Modul speicherbar, Presets für alle werden mitgeliefert, und des Weiteren sorgen Copy/Paste-Funktionen, Undo/Redo und Solo-Schalter für erhöhten Bedienkomfort.

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Klangbeispiele

Leser-Stories zu diesem Produkt

  1. Profilbild
    Triple-U

    Hey, wie wär’s mit noch ein zwei Supersaw-Soundbeispielen? So weit ich weiß war das zumindest am Anfang der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Hive. (auch, wenn das Klangspektrum natürlich viel größer ist – aber auch da wären ein paar Klänge mehr vielleicht nicht schlecht ;-) )

    Zu den Envelope-Kurven: die verändern sich laut Benutzerhandbuch abhängig von der gewählten Klangcharakteristik:
    normal: „s-shaped envelope attack, short decay“
    dirty: „exponential envelope stages“
    clean: „linear envelope attack, exponential decay&release“

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Das „Unisono“-Soundbeispiel ist mit Supersaw. Ich kann nachträglich nichts mehr am Artikel ändern, aber das Demo kann jeder fix mal ausprobieren. Es ist leider mit ziemlich aufdringlichem Gebritzel geschützt…
      Ja die Envelopes werden mit Normal/Dirty/Clean in einen anderen Modus geschaltet, aber eben auch die anderen Module. Wenn man gezielt nur die Rampenform ändern möchte, muss man wie beschrieben via Matrix die Envelope mit neg. Amount auf z.B. Decay routen. Speziell bei Normal ist mir persönlich für Filtermodulation die Envelope nicht „knallig“ genug, bei einigen Soundbeispielen habe ich da ein wenig nachgeholfen. Es gibt noch andere Tricks, man kann auch 2 Envelopes auf Cutoff routen oder mit der zweiten an Input Gain oder Resonanz herummanipulieren und den Filtersound maßschneidern. Die Bandbreite verschiedener Filtersounds ist auf jeden Fall eine der Stärken des Hive :-)

  2. Profilbild
    Teufelskerl

    Eine kleine Berichtigung zu dem ansonsten sehr guten Artikel hab ich noch:

    Bei den „Subs“ muss man nicht unbedingt auf das Unsion verzichten.
    Wählt man die Wellenform „like OSC“ wird die Schwingung des Hauptoszillators kopiert.
    Nutzt man dort das Unison-Feature wird die gleiche, ich nenn’s mal Superwave (funktioniert ja nicht nur mit der Sawwave) vom Sub gespielt.
    Jetzt noch leicht gegen den Hauptoszi verstimmen und voila, man hat ne noch dichtere Suzperwave.
    MMn. mit PWM + Unison lassen sich sehr dichte, schöne, Chor ähnliche Pads bauen.

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Oha, das habe ich glatt übersehen! Danke für die Korrektur und noch ein dickes plus für die Subs!

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Bewertung

U-He Hive

Bewertung: 5 SterneBewertung des Autors
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