Test: Ultrasone Signature Studio, Kopfhörer

12. Juni 2017

Robust, gutklingend, kompakt

Der bayerische Hersteller Ultrasone erweitert mit dem Ultrasone Signature Studio seinen Palette an Kopfhörern. Das Studiomodell ist der insgesamt dritte Kopfhörer aus der Signature-Serie, die Modelle Signature Pro und Signature DJ hatten wir bereits im Test., allesamt mit der Bestwertung vom Testfeld gegangen.

Ultrasone Signature Studio

Von außen betrachtet

Egal wie die Testurteile bei AMAZONA.de für verschiedenste Ultrasone Kopfhörer am Ende ausgingen, verarbeitungstechnisch gab es bei den Kopfhörern noch nie Beanstandungen. Dem steht auch der Ultrasone Signature Studio in nichts nach, der zu großen Teilen aus Kunststoff gefertigte Kopfhörer bietet ausreichend Robustheit. Die Ohrpolster des Ultrasone Signature Studio bestehen aus Kunstleder und sitzen angenehm auf den Ohren auf. Auch bei längeren Sessions kamen meine Ohren und ich nicht außerordentlich stark ins Schwitzen. Das Gewicht liegt mit 290 Gramm im guten Mittelfeld.

Wer öfters mit seinem Kopfhörer auf Reisen geht, der wird sich über die Möglichkeit des Zusammenfaltens freuen, so lässt sich der Signature Studio kompakt transportieren. Alternativ lässt er sich sicher im Soft-Case verstauen, was ebenso zum Lieferumfang gehört wie die zwei beiliegenden Kabel. Eine gerade Ausführung mit 1,2 m Länge, das Zweite als Spiralkabel mit 3 m Länge ausgeführt. Während das kürzere Kabel auf einer 3,5 mm Miniklinke endet, bietet das Längere einen 6,3 mm Klinkenstecker, natürlich beide vergoldet. Auf der linken Kopfhörerseite werden die Kabel eingesteckt und durch eine kleine Drehung verriegelt, das Kabel kann unbeabsichtigt also nicht herausrutschen, sehr gut. Ein Adapter von Klein- auf Großklinke gehört nicht zum Lieferumfang.

Um noch mal auf die Verarbeitung zu sprechen zu kommen: Der Ultrasone Signature Studio ist mit einem derzeitigen Preis von 499,- Euro im guten Mittelfeld der Studiokopfhörer platziert. Damit ist das Studiomodell das Günstigste der Signature-Reihe, das Pro Modell kostet derzeit 755,- Euro, das Modell DJ 599,- Euro. Verarbeitungstechnisch konnte ich jedoch keinen Unterschied zum Pro Modell ausmachen. So oder so, Ultrasone gewährt dem Signature Studio eine Garantie von 5 Jahren, das zeugt von Haus aus bereits von guter Qualität, immerhin wird der Ultrasone Signature Studio von Hand im bayerischen Lande gefertigt.

Technisch gesehen

Kommen wir zu den technischen Werten des Ultrasone Signature Studio, auch wenn diese natürlich immer mit Vorsicht zu genießen sind, entscheidend ist der Höreindruck. Der Signature Studio ist ein dynamischer, geschlossener Kopfhörer, der laut Ultrasone einen Frequenzbereich von 8 – 40.000 Hertz abdecken kann. Der SPL liegt bei 98 dB, die Impedanz bei niedrigen 32 Ohm, so dass der Kopfhörer auch an leistungsschwächeren (mobilen) Geräten ordentlich Dampf bieten sollte. Bei den Treibern setzt Ultrasone auf 40 mm titanbeschichtete Mylar-Schallwandler.

Wie es sich für einen Ultrasone Kopfhörer gehört, ist der Signature Studio mit der S-Logic Plus Technologie ausgestattet, eine Technik, die laut Hersteller zwei Vorteile bietet. Einmal eine breitere Stereobühne mit ausgeprägter Tiefenstaffelung, andererseits einen um 3-4 dB reduzierten Schalldruck bei gleichbleibendem Lautstärkeempfinden.

Praktisch gehört

Gleich beim ersten Probehören macht der Ultrasone Signature Studio eine gute Figur, das Klangbild wirkt sehr aufgeräumt. Die Stereobühne erscheint sehr weitläufig, deutlich breiter, als ich dies von meinem Shure SRH-940 gewohnt bin. Während ich beim Test der Ultrasone Pro Modelle 550i und 750i kritisierte, dass der Effekt deutlich überstrapaziert wird, habe ich hier den Eindruck, dass die S-Logic Plus Technologie zwar wahrnehmbar ist, allerdings nicht zu stark zum Einsatz kommt, denn die Stereo-Positionierung von Signalen ist damit ganz klar betroffen, d.h. entweder man kennt die Auswirkungen von S-Logic oder man positioniert seine Instrumente/Vocals wohlmöglich falsch, dies sollte man unbedingt beachten.

Unabhängig davon ist der Ultrasone Signature Studio klanglich auf sehr hohem Niveau angesiedelt. Besonders im Höhenbereich deckt er einige Fehler auf, die mein Shure SRH-940 so nicht abzubilden vermag. Der Mittenbereich wirkt ebenfalls sehr aufgeräumt, im Frequenzbereich sehr eng zusammenliegende Instrumente wie beispielsweise Gitarren und Keyboards werden schön separiert dargestellt, wenn man sie denn vorab ordentlich gemixt hat. Ansonsten bietet der Signature Studio hier eine sehr gute Hilfe. Der Bassbereich ist schön knackig und transparent, ohne zu sehr aufzutrumpfen. Auf schnelle, akzentuierte Signale reagiert der Kopfhörer wunderbar schnell.

Insgesamt bietet der Ultrasone Signature Studio also ein sehr gutes Klangbild. Hinsichtlich der Lautstärke konnte ich ihn am SPL Phonitor mini, am Mischpultausgang oder über das iPhone ausreichend laut betreiben.

Die Abschirmung von Außen- und Innengeräuschen schafft der Signature Studio gut bis sehr gut. Signale, die er selbst ans Ohr und dadurch nach außen abgibt, kann er sehr gut abdämpfen. Anders herum, d.h. Signale, die im Live-Umfeld oder bei Aufnahmen unweigerlich entstehen, werden jedoch nur „gut“ nach innen hin abgedämpft, hier könnte die Abschirmung noch besser ausfallen.

Fazit

Mit dem dritten Signature-Modell erweitert der bayerische Hersteller Ultrasone seinen Palette an Kopfhörern um ein (weiteres) sehr gutes Modell. Der aktuell günstigste Vertreter der Signature-Reihe bietet ein sehr gutes Klangbild und eine ebenso gute Verarbeitung. Zwei Kabel plus ein Soft-Case gehören zum Lieferumfang, der Tragekomfort ist beim Ultrasone Signature Studio sehr hoch. Einzige Anmerkung: Die S-Logic Plus Technologie kann, muss aber nicht jedermanns Sache sein. Die hierdurch verbreiterte Stereobühne wie natürlich der gesamte Kopfhörer sollte vorab ausreichend Probe gehört werden.

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung

Minus

  • Abdämpfung von Außengeräuschen

Preis

  • Ladenpreis: 499,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Angefangen hat alles mit dem ersten Modell für Tonstudios für 700 DM in fragwürdigem Prototypen-Design (gelbes Plasikgehäuse schlecht schwarz übermalt) in einem Weidenkorb.
    Besonderheit war der Stereodoppelklinkenstecker am Ende, deren Sinn mir bis heute nicht klar ist. Mit dem Ding bin ich alt geworden, konnte aber den »In Front Effekt« nie wahrnehmen. Der AKG K-290 Surround hat für mich besser gepasst.
    Deshalb sind die S-Logic Modelle von Ultrasone für mich Effektkopfhörer. Für die Arbeit im Studio oder Live-Ton bevorzuge ich Modelle von Beyerdynamic.

  2. Profilbild
    Filterspiel  AHU

    Ich bin mit meinem HFI-580 sehr zufrieden und kann bestätigen, dass selbst langes Tragen die Ohren nicht sonderlich ermüdet. Ob ich allerdings für delikate Studiozwecke ausschließlich ein Gerät mit Effekt verwenden würde… sehr wohl würde ich dafür den Kopfhörer einem Test unterziehen, da bin ich erst mal vorurteilsfrei.

  3. Profilbild
    donsilakis

    Kann der Autor (oder jemand anderes) etwas zum klanglichen Unterschied gegenüber dem Ultrasone Modell „Signature Pro“ sagen?

  4. Profilbild
    Felix Thoma  RED 1

    Hallo donsilakis,
    ich habe beide Modelle getestet, allerdings lag zwischen den Tests ein größerer Zeitraum daher kann ich da kaum etwas zu sagen. Beide sind sehr gute Kopfhörer, preislich liegt aber ein großes Stück zwischen den beiden.

    • Profilbild
      donsilakis

      Ja richtig, genau deswegen hat mich mal interessiert, ob der Preisunterschied noch gerechtfertigt ist. Der „Signature Pro“ ist ja auch schon ein paar Jährchen älter. Ich habe nen ganz guten Deal für den Signature Studio gefunden und probiere den nun erstmal aus.

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