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Test: Universal Audio Astra Modulation Machine, Effektpedal

2. Mai 2021

Vintage Modulation - Universal Audio legen nach

Test: Universal Audio Astra Modulation Machine, Effektpedal

Die Universal Audio Astra Modulation Machine – Modulationsklassiker in modernem Gewand

So ist das, wenn man live mitkriegt, wie eine kultige Pedalserie entsteht – ich hatte das Vergnügen, mit der neuen UAFX-Serie ein bisschen Zeit verbringen zu dürfen und habe dabei das Thema „Effektpedale“ ein Stück weit neu lieben gelernt. Das klingt ein bisschen dramatisch – I never fell out of love – aber man ertappt sich dabei, sich mit diesen Maschinen als Selbstzweckwaffen im Kreis zu drehen, ohne dass etwas Nennenswertes entsteht. Das Universal Audio Starlight Echo Station hat Musikalität inspiriert und ich muss sagen, von der UAFX-Serie angetan zu sein.

Genug persönliches Geschwurbel – kommen wir zum Punkt – namentlich dem dritten Glied in der UAFX-Kette: der Astra Modulation Machine. Wir nehmen das Review des Modulationspedals auch zum Anlass, die Pedale in ihrer Kette zu demonstrieren und zu zeigen, wo der Hammer hängt, wenn man das UAFX Modulation, Delay und Reverb in Reih und Glied stellt. Es stellt sich ein einheitliches Bild ein – soviel darf gesagt sein.

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Astra Modulation Machine – Modulationspedal UAFX

Wie auch die anderen Pedale der UAFX-Serie, legt die Astra Modulation Machine ihr Hauptaugenmerk auf eine Sache: Vintage-Sounds. Geschichtsbewusst, authentisch und voller analoger Wärme. Wer also abgefahrene Sounds erwartet, ist besser bedient, wenn er oder sie zu Alexander Pedals oder Meris greift. Das Astra Modulation Machine ist eine Verbeugung vor den Modulationsklassikern der Geschichte – Chorus, Flanger und Tremolo. Kein Neuland für Universal Audio – die digitale Modellierung der Modulationstypen bei den Plug-ins der Firma sind weit verbreitet und beliebt. Auf diesen Inspirationen basieren die Engines der Astra Modulation Machine:

  • Chorus Brigade: Die japanische Bucket Brigade Stompbox kam 1976 auf den Markt und definierte und perfektionierte den sirupartigen, flexiblen und dichten Chorus-Sound, der 80s Keys- und 90s Grunge-Sounds unter anderem definierte. Auch hier gilt wieder: Die Preamp-Sektion des Pedals ist in die digitalen Emulation mit dabei.
    Variation A: Chorus
    Variation B: Vibration
  • Flanger Doubler: Hier ist ein Rackmount aus den 70ern die Inspiration, das in erster Linie als Doubler eine Andichtung von Sounds anstrebte und fähig war, eine Reihe interessanter Sounds zu generieren. Es existierte keine digitale Nachbildung dieses seltenen Rackmounts – bis jetzt.
    Variation A: regulärer Flanger
    Variation B: Doubler
  • Trem 65: Auch hier wird das Rad nicht neu erfunden, sondern eins der musikalischsten und beliebtesten Tremolos überhaupt als Grundlage genommen. Ein röhrenbetriebener Tremolo-Sound der 60er-Jahre, ein essenzieller Vibe dieser Zeit, der mit der charakteristischen Wärme der 12AT7-Röhre ausgestattet ist.
    Variation A: Sine-Form
    Variation B: Square-Form

Test: Universal Audio Astra Modulation Machine, Effektpedal

Auch hier gilt wieder: Dual Processing für Stereo-Klangbild, was mit 400 mA betrieben werden muss – nicht unterschätzen, denn viele „rumfliegende“ 9 V Netzteile sind schwächer auf der Brust. Ansonsten gilt auch hier wieder: Retro-Look, diesmal cremefarben, hervorragend verarbeitet und überaus ansehnlich, vor allem in Kombination mit anderen Pedalen. Stereo-Inputs, Stereo-Outputs, ein USB-Anschluss für Firmware Updates und zusätzliche Modulationstypen, die sich runterladen lassen – Phaser X90 sowie ein Dharma Tremolo. Man darf davon ausgehen, dass Universal Audio es sich nehmen lassen werden und für sämtliche Pedale UAFX regelmäßig Neuheiten in der App hinterlegen werden. Ansonsten gilt auch hier wieder: kein MIDI-, kein Expression-Anschluss.

UAFX Astra Modulation Machine – Parameter & Engines

Kommen wir zu den Engines und den dazugehörigen Sounds. Im Gegensatz zum Delay und Reverb sind hier „nur“ sechs Modulationssounds drin – Chorus, Flanger und Tremolo besitzen jeweils eine A- und B-Variation. Das Prinzip Kippschalter muss nicht weiter erläutert werden, denke ich: Mit dem linken wählt ihr den Modus an, rechts die Variation und in der Mitte könnt ihr die aktuelle Konfiguration der Regler eurer angewählten Modulation auf den Preset-Slot speichern. Tatsächlich hat es sich damit schon mit der Bedienung – schauen wir uns mal an, was die jeweiligen Regler für die jeweiligen Modulationen leisten:

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  • Speed: Die Geschwindigkeit der Modulation lässt sich hierüber einstellen – nicht jedoch bei allen Effektklassen – nur bei Tremolo und dem Flanger. Beim Chorus ist der Speed-Regler inaktiv.
  • Depth: Hier lässt sich die Intensität des Modulationssounds einstellen. Je nachdem, ob man den Sound dick und im Vordergrund haben möchte oder eher dezent und zurückhaltend. Auch hier gilt dies nur für den LFO des Flangers und des Tremolos.
  • Intensity: Greift für zwei Modulationstypen: gleichzeitig Geschwindigkeit und Intensität beim Chorus, inaktiv beim Tremolo, Feedback und Resonanz beim Flanger.
  • Shade: Sorgt dafür, dass man beim Tremolo und Chorus das Output-Level und damit auch die Akzentuierung durch den Preamp einstellen kann, beim Flanger den Wet/Dry-Mix.
  • Shape: Keine Funktion beim Chorus und Tremolo, stellt exklusiv beim Flanger die Delay-Zeit und somit den Charakter des Flangers ein.
  • Mode: Stellt beim Tremolo das Panning im Stereo ein, beim Flanger die Phase und beim Chorus die Wet-Dry-Verteilung im Stereo-Klangbild.

Test: Universal Audio Astra Modulation Machine, Effektpedal

Sehr schön, dass Universal Audio mit Templates auf ihrer Websie Anregungen für Parameter-Einstellungen haufenweise zur Verfügung stellt – oder eben den Online-Store mit neuen Modulations-Klassikern versieht. Entscheidend ist und bleibt der Sound – und den schauen wir uns nun an.

Astra Modulation Machine Modulationspedal – der Sound

Eins der besten und authentischsten „Vintage“-Chorus-Pedale, das ich je unterm Fuß hatte, war tatsächlich die Modulation im GFI Systems Synesthesia. Darüber hinaus gibt es sicher zahlreiche Soundschmieden, die großartige Modulationspedale erschaffen haben. Sticht das Universal Audio UAFX Astra Modulation Machine da heraus?

Definitiv – bisweilen ist das hier schon recht sensationell, was die Firma präsentiert, wenn auch, wenn wir es im Gesamtpaket betrachten, das Astra Modulation meines Erachtens das Schwächste der drei Pedale ist. Weshalb, arbeite ich im Fazit noch mal im Detail raus, aber Tatsache ist auch hier wieder: Das Pedal klingt großartig. Die Sounds sind bodenständig und so nahe am Original, dass man fast geneigt ist, mehr über die Modeling-Leistung von Universal Audio zu staunen, anstatt in den Sounds an sich verloren zu gehen.

Vielleicht liegt es an der gängigen Vielfalt des Modulationsirrsinns der Pedalwelt, aber wenn man die Nähe der Sounds am Original außen vor lässt, hat man es mit – nun ja – recht bodenständigen Sounds zu tun, die so warm und natürlich sind, dass man kaum glaubt, es mit einer digitalen Maschine zu tun zu haben. Doch dieser Wow-Effekt reicht nicht, um meines Erachtens den Kaufpreis zunächst zu rechtfertigen – Erweiterung per App hin oder her. Die Chorus-Variation A ist jetzt schon ein Alltime-Classic meines Erachtens und der vielleicht stärkste Chorus-Sound eines digitalen Pedals, das ich kenne. So richtig kann man das für den Flanger Sound nicht sagen – aber das liegt auch an der Natur des Flangers, der meines Erachtens nichts einbüßt, wenn der Charakter digital anmutet. Dass man sich beim Tremolo mehr Variation durch flexiblere LFOs erwünscht hätte, sei dahingestellt – das weichere, harmonische Tremolo der B-Variante ist zweifelsohne auch ein Kleinod.

So klingen die Universal Audio UAFX Pedale zusammen

Früher oder später lag es nahe, die Pedale zu Dritt zu nutzen – in diesem Falle tut sich natürlich etwas Großartiges auf. Klar, zusammengenommen hat man es hier mit einem stolzen Preis zu tun. Aber das ist die bestklingende Delay- und Reverb-Kombination, die ich seit Langem gehört habe. Und hier offenbart sich auch die Funktion der Astra Modulation Machine – garnieren, würzen, nicht vordrängeln. Tatsächlich sind die Sounds so füllig und ungemein ausdrucksstark, so warm, dass ich bei meiner Rückkehr zu meinem regulären Setup die Preamp-Wärme der Starlight Echo Station sofort vermisst habe. Und wenn der Chorus auf die Spring-Engine trifft, entsteht Magie – lässt sich nicht anders ausdrücken. Universal Audio hatten also mit ihrer UAFX-Serie definitiv ein Gesamtbild im Kopf, dessen einzelne Elemente gemeinsam eine untrennbare Einheit ergeben. Ein Gesamtbild, bei dem meines Erachtens das Astra Modulation fast ein bisschen redundant ist manchmal – zu großartig ist die Modulation beim Starlight Echo Station und dem Golden Reverberator selbst.

Was lässt sich also abschließend zu der UAFX-Serie sagen? Ist es der große Wurf? Ein Stück weit ja. Dass digital warm sein kann, haben UA bereits mit ihren Plug-ins bewiesen. Das hier ist ein Geschenk an die Gitarrenwelt, das man am besten schätzen lernt, wenn man sich die geschichtlichen Hintergründe der einzelnen Engines ins Bewusstsein ruft. Der Kontrast zu anderen Markenkombination ist in der Wärme und der Natürlichkeit des Klangs besonders spürbar – wer also auf Feeling, Authentizität und Wärme besonders viel Wert legt: Vergesst Strymon, TC Electronic, MXR, Boss und JHS – die UAFX-Pedale sind die neuen Platzhirsche.

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Fazit

Sirupartige, hypnotische Chorus-Sounds, Tremolo-Wärme wie von echter Röhre gespeist, ein saftiger Flanger – ergibt schon alles Sinn und ist vor allem unsagbar authentisch. Aber so ganz will in diesem Fall das Preis-Leistungs-Verhältnis meines Erachtens nicht aufgehen. Klar: Die App und die stetige Erweiterbarkeit sorgen dafür, dass die Astra Modulation Machine so schnell erst mal nicht langweilig wird. Und das ist es auch, wofür man ein Stück weit bezahlt – die UAFX-Pedale sind eine Zukunftsinvestition, wenn man so will. Aber man muss wirklich Connaisseur sein, um die Qualität der Sounds zu schätzen zu wissen. Denn oberflächlich betrachtet, sind sie – nun ja – fast ein bisschen unspektakulär. Und durchaus eingeschränkt.

Auch problematisch: Konnte man bei den anderen Pedalen ohne Presets irgendwie doch gut klarkommen – am Ende des Tages sind für alle vertrauten Effektliebhaber diese Pedale einfach zu bedienen und es ist unwahrscheinlich, dass etwas völlig verloren geht – ist das bei der Astra Modulation Machine anders. Die Regler haben unterschiedliche Funktionen bei den Engines und man verliert schnell die Übersicht, kann auf nichts zurückfallen, wenn man im Flow ist. Dazu auch kein Expression-Anschluss – in einer Zeit, in der jedes Modulationspedal quasi mit einem auskommt. Das ist bei 399,- Euro Kaufpreis meines Erachtens zu wenig – auch wenn die App das Pedal zu einer Goldgrube verwandeln wird und die Sounds grandios sind, muss man hier auf ein Gut zurückfallen.

Plus

  • starke, authentische Sounds
  • per App beliebig erweiterbar
  • Chorus und Flanger besonders mächtig

Minus

  • kein Expression-Anschluss
  • Preis-Leistungs-Verhältnis hinkt

Preis

  • 399,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hi! Sehr schöne Beispiele! Wo ist der Phaser geblieben? Bitte mit viel Feedback und Delay. :)

    • Profilbild
      Dimi Kasprzyk  RED

      Hi Holden

      Danke. Phaser musste außen vor bleiben diesmal. Aber sobald es die Umstände erlauben, testen wir den Wombtone MKII. Meines Erachtens der beste Phaser auf dem Markt.

      LG

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Danke für den Tip! Leider überall ausverkauft.

  2. Profilbild
    El Pony  

    Ob UA die Pedale tatsächlich stetig weiterentwickeln wird, muss sich erst noch zeigen. Daher wäre ich vorsichtiger und würde nicht von einer Zukunftsinvestition sprechen.

    Ansonsten schließe ich mich deinem Review komplett an.

    Wenn du mir jetzt noch sagst, wo genau Universal Audio diese Templates zur Verfügung stellt, bin ich glücklich.

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