Analoge Sounds mit moderner Bedienung
Software-Synthesizer gibt es heute mehr als genug. Umso interessanter wird es also, wenn ein Hersteller wie Universal Audio einen eigenen Software-Synthesizer entwickelt. Bekannt ist die Firma vor allem für hochwertige Emulationen klassischer Studio-Hardware. Mit dem Universal Audio PolyMAX Synth bringt sie nun etwas auf den Markt, das analogen Klangcharakter mit moderner Bedienung verbinden will. Aber wie gut klingt das wirklich – und wie schnell findet man sich zurecht? Wer auf Vintage-Sounds steht und dabei nicht auf einen guten Workflow verzichten möchte, sollte jetzt genauer hinschauen.
Kurz & knapp
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- Warmer Vintage-Klang: Der PolyMAX Synth liefert authentische analoge Sounds mit angenehmer Tiefe.
- Intuitive Bedienung: Farblich strukturierte Oberfläche und klare Signalführung erleichtern den Einstieg.
- Solide Ausstattung: Zwei Oszillatoren, Modulation, Effekte und Presets ermöglichen vielseitiges Sounddesign.
- Native & unabhängig: Kein UA-DSP notwendig – der Synth läuft ohne Zusatz-Hardware auf allen gängigen Systemen.
- Fairer Lizenzansatz: Dauerhafte Nutzung ohne Abo macht den PolyMAX besonders attraktiv.
- Günstig: Der PolyMAX Synth wird derzeit für 29 Euro zum Download angeboten.
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Inhaltsverzeichnis
Universal Audio PolyMAX Synth
Universal Audio – von legendärer Hardware zu Software
Universal Audio zählt zu den ganz großen Namen in der Audio-Welt. Gegründet wurde das Unternehmen 1958 von Bill Putnam, der eng mit Größen wie Frank Sinatra und Ray Charles zusammenarbeitete. In den 1990ern belebten seine Söhne die Marke neu, mit dem Ziel, legendäre Studio-Hardware in die digitale Welt zu bringen. Bekannt ist Universal Audio nicht nur für die Entwicklung der legendären Kompressoren LA-2A und 1176LN, von denen es auch empfehlenswerte Emulationen als Plug-in gibt.
Heutzutage ist Universal Audio auch vor allem für seine Audiointerfaces und eine umfangreiche Plug-in-Sammlung bekannt, die Klassiker von Neve, Lexicon oder Pultec detailgetreu emuliert. Inzwischen bietet der Hersteller auch sogenannte UAD-Native-Plug-ins an, die ohne herstellereigene Hardware genutzt werden können.
Überblick über PolyMAX Synth
Kompatibilität und Lizenzierung
Im Gegensatz zu manchen anderen Software-Produkten von Universal Audio benötigt man für den PolyMAX Synth keine hauseigene Hardware. Das Plug-in gehört zur Native-Reihe des Herstellers und lässt sich ganz normal in jeder gängigen DAW betreiben. Es läuft auf macOS und Windows und unterstützt die Formate VST3, AU und AAX. Für den Kopierschutz ist ein iLok-Konto erforderlich, ein physischer Dongle wird aber nicht zwingend benötigt. Nach dem Kauf erhält man eine dauerhafte Lizenz – es handelt sich also nicht um ein Abo-Modell mit wiederkehrenden Kosten.
Im Folgenden schauen wir uns die einzelnen Bereiche des Universal Audio PolyMAX Synth etwas genauer an – von der Klangerzeugung über die Modulation bis hin zu den Effekten und Presets. So lässt sich schnell einschätzen, für wen sich dieser virtuelle Synthesizer eignet und was klanglich machbar ist.
Aufbau und Benutzeroberfläche
Die Oberfläche des Universal Audio PolyMAX Synth wirkt auf den ersten Blick angenehm klar. Alles ist in logisch getrennte Sektionen unterteilt und die wichtigsten Funktionen sind direkt erreichbar. Farben helfen bei der Orientierung, wodurch man sich auch als Einsteiger gut zurechtfinden sollte. Es gibt keine verschachtelten Menüs oder versteckten Funktionen und dank der dezenten Farbgebung verliert man bei diesem Software-Synthesizer nicht so schnell den Überblick.
Oszillatoren
Kernstück der Klangerzeugung sind zwei Oszillatoren, jeweils ausgestattet mit den Schwingungsformen Dreieck, Sägezahn und Rechteck, die sich stufenlos überblenden lassen. Beide Oszillatoren lassen sich mit jeweils zwei Reglern in einem Bereich von vier Oktaven unabhängig voneinander stimmen. Hinzu kommt ein Rauschgenerator, der entweder weißes oder rosa Rauschen liefert. Wer mehr will, kann FM oder Sync aktivieren und damit deutlich komplexere Klänge erzeugen.
Filtersektion
Im Anschluss an die Oszillatoren durchläuft das Signal ein Filter, das sich als echtes Multitalent zeigt. Zur Wahl stehen Lowpass, Highpass, Bandpass und Notch. Hierbei lässt sich jeweils eine Hüllkurve dem zentralen Cutoff-Regler zuweisen. Keytracking ist ebenfalls vorhanden und sorgt dafür, dass das Filter auf die gespielte Tonhöhe reagiert.
Modulation
Für Bewegung im Klang sorgt ein LFO, der sich in Frequenz und Schwingungsform variabel einstellen lässt. Er läuft entweder frei oder synchron zum eingestellten Tempo der DAW. Ergänzt wird er durch zwei ADSR-Hüllkurven. Die Amplifier-Hüllkurve ist fest zugeordnet, die andere kann flexibel dem Filter oder einen der beiden Oszillatoren zugewiesen werden.
Arpeggiator
Mit dem Arpeggiator kommt noch eine spielerische Komponente hinzu. Er beherrscht die gängigen Modi wie aufsteigend, absteigend oder zufällig und lässt sich ebenfalls auf Wunsch zum Tempo der DAW synchronisieren. Die Rate wird in Notenwerten festgelegt, zusätzlich kann man den Oktavbereich auf bis zu drei Oktaven einstellen.
Effekte
Die Effekte im Universal Audio PolyMAX Synth sind in zwei separate Sektionen aufgeteilt. Pro Sektion kann lediglich ein Effekt aktiv sein.
Mod FX
Hier stehen Phaser, Flanger und Chorus zur Auswahl. Mit nur wenigen Reglern lassen sich Intensität und Geschwindigkeit steuern.
Space FX
Hier finden sich Delay, Federhall und ein digitaler Hall. Das Delay lässt sich wieder zur DAW synchronisieren. Der Federhall bringt eher authentische Analog-Klänge mit, während der digitale Hall etwas moderner und breiter klingt. Neben einem Regler für die Intensität des gewählten Effekts können hier auch Lowpass und Highpass eingestellt werden.
Presets
Universal Audio liefert mit dem PolyMAX eine großzügige Auswahl an Presets. Sie decken viele klassische Synth-Kategorien ab, seien es sanfte Pads, breite Leads oder dominante analoge Bässe. Wer eigene Klangideen umsetzen will, kann die mitgelieferten Presets als Ausgangspunkt nehmen und diese weiterentwickeln.
Output-Sektion
Ganz am rechten Rand befindet sich die Output-Sektion mit ein paar Funktionen, die es in sich haben. Der Software-Synthesizer kann per Knopfdruck monophon gespielt werden. In dieser Sektion lässt sich auch die optionale Glide-Zeit stufenlos einstellen. Wer mehr Dichte haben möchte, kann auch den Unison-Modus aktivieren. Über Voice-Panning können zudem die gespielten Töne im Panorama verteilt werden.
Der Universal Audio PolyMAX Synth in der Praxis
Ein Plug-in kann auf dem Papier noch so gut aussehen – entscheidend ist aber natürlich immer, wie es sich in der Praxis schlägt. Genau darum geht es in diesem Abschnitt.
Installation
Die Installation läuft über UA Connect, das zentrale Verwaltungsprogramm für die nativen Plug-ins von Universal Audio. Nach dem Einloggen im eigenen Konto wird der PolyMAX Synth dort heruntergeladen und installiert. Zur Aktivierung ist ein iLok-Konto notwendig. Wer bereits eins hat, ist in wenigen Minuten startklar. Ein spezieller Dongle wird hierfür zwar nicht gebraucht, da die Autorisierung auch cloudbasiert funktioniert – ich empfehle jedoch die Nutzung des iLok-Sticks, um auch ohne Internetverbindung Zugriff auf das Plug-in zu haben.
Presets
Nach dem ersten Start fällt sofort die klare Oberfläche auf. Bevor man selbst loslegt, lohnt sich aber ein Blick in die Preset-Library. Die Sounds sind dank Filteroptionen gut sortiert und decken alle wichtigen Bereiche ab. Wer sich einfach mal inspirieren lassen möchte, wird hier sicher fündig. Gleichzeitig bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie der Universal Audio PolyMAX Synth klingt und was ihn von anderen Software-Synthesizern unterscheidet.
Einen eigenen Sound erstellen
Um die wichtigsten Funktionen einmal durchzuspielen, habe ich einen einfachen Lead-Sound gebaut. Die Basis liefert ein Sägezahn aus dem ersten Oszillator. Der zweite Oszillator wird mit einer Rechteckschwingung leicht verstimmt dazugemischt. Im Mixer kommt schließlich ein wenig weißes Rauschen hinzu.
Das Ganze läuft durch ein Lowpass-Filter mit Cutoff bei ca. 9.000 Hz und etwas Resonance.
Gesteuert wird der Filterverlauf über die Envelope-Hüllkurve mit einem schnellen Attack, einer kurzen Decay-Zeit und ohne Sustain, um einen klaren und präsenten Klang zu erzeugen. Bei der Amplifier-Hüllkurve wähle ich eine etwas längere, aber dennoch kurze Attack-Zeit, kombiniert mit mittlerer Release-Zeit, damit der Ton nicht allzu hart startet und eher angenehm ausklingt. Über den LFO-Bereich füge ich noch etwas Bewegung hinzu.
Als Effekt aktiviere ich einen Chorus im Mod-FX-Slot und in der Space-FX-Sektion einen kurzen digitalen Hall.
Abschließend wird im Output-Bereich der Monomodus eingeschaltet, um den Lead-Sound etwas aufzuräumen. Außerdem aktiviere ich den Glide- und den Unison-Modus und passe beides entsprechend an. So entsteht schließlich ein recht breiter Lead-Sound mit weichen Übergängen zwischen den Tönen, etwas Bewegung im Klang und einem warmen, räumlichen Charakter.
Klangbeispiele des Software-Synthesizers
Alternativen zum Universal Audio PolyMAX Synth
u-he Repro
Repro von u-he kombiniert zwei Synthesizer in einem Paket: Repro-1 (monophon) und Repro-5 (polyphon). Beide emulieren klassische analoge Synthesizer der 1980er-Jahre. Der Klang ist dabei recht warm und druckvoll. Im Vergleich zum Universal Audio PolyMAX Synth bietet u-he Repro eine tiefere Emulation spezifischer Vintage-Synthesizer, während der PolyMAX eher als vielseitiger Allrounder konzipiert ist.
GForce Heritage Synth Bundle
Das Heritage Synth Bundle von GForce bietet eine Sammlung klassischer Synthesizer-Emulationen. Mit über 6000 Presets deckt es dabei eine breite Palette an Vintage-Sounds ab. Im Vergleich zum PolyMAX bietet dieses Bundle zwar eine größere Vielfalt an Emulationen, der PolyMAX punktet aber als eigenständiger Synthesizer mit einem einheitlichen Interface und ist bedeutend günstiger.
Arturia Pigments 6
Pigments 6 ist ein moderner Synthesizer, der verschiedene Syntheseformen miteinander kombiniert. Im Gegensatz zum Universal Audio PolyMAX Synth, der eher auf klassische Sounds fokussiert ist, bietet Arturia Pigments eine breite Palette an modernen Klängen. Dank seiner intuitiven Oberfläche und umfangreichen Modulationsmöglichkeiten eignet er sich überwiegend für experimentelle Klanggestaltungen.




































Danke für die ansprechend aussagekräftigen Audiobeispiele des PolyMAX!
Wie schon beschrieben, wird diese Klangästhetik durch andere (mir zuvor erworbene) Synthesizer gut abgedeckt. Daher no G.A.S.
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Hab den PolyMax schon seit ein paar Monaten und nutze ihn mittlerweile in beinahe jedem Projekt. Mag den Klang sehr und auch das schlichte Konzept. Eigentlich greife ich nur noch zu anderen VSTs wenn ich etwas mit mehr Möglichkeiten zur Modulation benötige. Vor allem für das aktuelle Angebot wirklich sehr empfehlenswert!
Ich kann mich der Einschätzung und Bewertung nur anschließen. Ich habe sowohl den Polymax (zzt. 30 EUR), als auch Opal (50 EUR). Ich liebe beide. Den Polymax für den warmen, analogen Klang. Den Opal für tolle, modern klingende Presets und eine einfache Handhabung. Beide sind sehr aufgeräumt. Klingen super. Ersetzen m.E. viel Hardware Synths und überteuerte PlugIns. Lasst euch nicht vom günstigen Preis nicht abschrecken. Zu dem Preis (Aktion) sind beide ein Schnapper.
UAD hat gerade eine Aktion „UAD Hip-Hop 2-Pack“, z.B. Polymax + Moog Minimoog oder Polymax + Electra 88, oder … 2 PlugIns für zusammen 49 EUR!
@LeHubs Wirklich „schlimm“ dass mich das Electra 88 vorher nicht bekannt war… Nun habe ich dank Deinem Tipp nicht wiederstehen können.
Geile Sachen für die paar Kröten!😎
Ich habe den Polymax auch schon eine Weile und mag ihn sehr, der Klang ist exellent.
Die einzigen Dinge die mich etwas stören sind der Bassverlust, sobald man die Filter-Resonanz aufdreht (Ladder-typisch umgesetzt) und dass man nicht alle Bedienelemente auf seinen Controller mappen kann (die „Taster“ und einige Sekundär-Regler wie z. B. LFO Shape meine ich mich zu erinnern).
Auch von mir: sehr schöner Bericht, sehr gute Beispiele. „Bassverlust“ stelle ich auch fest, Breite gelingt mir mit Unison nicht? Ist eher ein ständiges Panning, als wenn es zu wenig „Stimmen“ wären?
Moderne Bedienung würde ich das nicht nennen. Im Gegenteil, das Plugin erinnert doch eher an typische Hardware ohne die Vorzüge von Plugins zu nutzen.
PS: 30€ sind 30€ zu viel, der Synth wird andauernd irgendwo verschenkt oder ist irgendwo bei einem Kauf umsonst mit dabei.
Bis auf den Firmennamen sagt mir das alles nichts! Aber die Preise sind zweifelsohne sehr verführerisch. 30€ oder 50€ sind wirklich nichts für Softwaresynthesizer und Sampleplayer. An Plattformen wie Plugin-Alliance sieht man, dass teuer nicht automatisch besser sein muss. Nicht falsch verstehen: Die Produkte dort sind sagenhaft, aber wenn sie nicht im Angebot sind, völlig überteuert. Bei Plugin-Alliance oder Native Instruments braucht man daher über Preiskalkulation nicht mehr nachdenken. Man versteht es einfach nicht wie diese Mischkalkulationen gerechnet werden. Ich habe nichts von Cherry Audio, aber sie dürften womöglich einer der Spitzenreiter in Sachen Preis,-Leistung sein. Man sieht also, es kann gehen. Wo ein Wille, da ein Weg. Kennt jemand das Gefühl bei falschen Firmen eingekauft zu haben?
Absolut nichts besonderes. Zwei Oszillatoren, Multimodefillter und das allgemein Übliche. Nichts, was etliche Freeware-Synthesizer nicht auch könnten. Dass der mal 217 € gekostet hat, ist einfach nur zum Kopfschütteln🤔
Positiv finde ich, dass mal wieder eine Oberfläche mit „schwarz auf weiß“-Optik angeboten wird…. kann man einfach alles besser erkennen. Und der Arpegiator ist ganz nett. Aber auch der hat nur das allgemein Übliche und nutzt die Möglichkeiten einer Software nicht aus.
PS: Mitte Mai gab’s den Polymax in einer zeitlich begrenzten Aktion für lau…. Hat bei mir nur ein paar Tage überlebt..😉