Test: Universal Audio Sonnox Oxford Envolution, Plug-in

9. Mai 2016

Der Hüllkurven-Verbieger

Sonnox Oxford Envolution Plug-in für die Universal Audio Plattform im Test bei Amazona. Wortspiele bzw. Wortneuschöpfungen sind im kreativen Sektor keine Seltenheit und manchmal passen sie, wie in diesem Fall, auch wie die Faust aufs Auge. Das Wort Envolution setzt sich nämlich zusammen aus den Worten Evolution und Envelope. Während Ersteres dank Charles Darwin wohl keiner genauen Erklärung bedarf, ist Envelope der englische Begriff für Hüllkurve. Das Universal Audio Oxford Envolution Plug-in ist also ein Plug-in zur Manipulation der Hüllkurve. Sieht man mal von Kompressor und Gate als Hüllkurven-Manipulatoren ab, dann war das erste Gerät dieser Art der Transient Designer von SPL, welches es mittlerweile auch als UAD-Plug-in gibt. Während der Transient Designer mit zwei Knöpfen auskommt, steht das Envolution Plug-in quasi auf einer höheren Evolutions-Stufe und bietet sehr viel weitreichendere Eingriffsmöglichkeiten in die Hüllkurve eines Klanges. Ob sich diese Weiterentwicklung auch klanglich lohnt, wird der folgende Test zeigen.

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Konzept

Das Grundprinzip von Envolution entspricht dem ursprünglichen Transient Designer. Mit nur zwei Knöpfen lassen sich Transienten und Ausklang separat nach Belieben verstärken oder abschwächen. Wem dies genügt, der kann also mit Envolution ebenso schnell mit zwei Reglern zum Ziel gelangen wie beim Transient Designer und den zahlreichen Alternativen. Ein einfaches Beispiel wäre eine Snare Drum, die vielleicht etwas mehr Durchsetzungskraft braucht, gleichzeitig aber auch viel Übersprechen durch die HiHat besitzt. Also Transients-Regler nach rechts gedreht, Sustain-Regler nach links und schon knallt die Snare, während der Ausklang und das Übersprechen leiser wird. Das geht prinzipiell auch mit einem Kompressor bei einer Attack-Zeit, die den Transienten passieren lässt und langer Release-Zeit, doch das Einstellen erfordert etwas Erfahrung und vor allem mehr Regler.

Envolution geht nun aber einen Schritt weiter und bietet für die Feinabstimmung die altbekannten Regler wie Attack, Release und Hold, die für die Transienten und den Ausklang separat vorliegen. Darüber hinaus kann die Bearbeitung auch frequenzselektiv erfolgen, wobei das Ganze ohne eine Frequenztrennung wie beim Multiband-Kompressor funktioniert. Das hilft dabei, Phasenprobleme zu vermeiden und macht somit ein paralleles Routing des bearbeiteten Signals möglich.

Anders als ein Kompressor passt Envolution alle Zeitkonstanten immer dem Audiosignal an, was ein Höchstmaß an Klangqualität gewährleistet. Die einstellbaren Zeitkonstanten werden deshalb auch nicht in absoluter Zeit dargestellt, sondern als Prozentwert.

Klangbeispiele
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