Test: Valeton Dapper Amp Mini, Multieffektgerät

22. Mai 2018

Kleiner Powerriegel

Effektgeräte der Firma Valeton hatten wir ja schon bereits einige im Test und die Ergebnisse können sich, zumindest in dieser Preisklasse, sehen lassen. Darunter waren vor allem die Effekt-Boards, die der Hersteller sowohl für Gitarre als auch für Bass anbietet und die eigentlich alles besitzen, was man für seinen Sound zu Hause oder unterwegs benötigt. Neu hinzu gekommen ist nun der Valeton Dapper Amp Mini 4, erneut ein Multieffektgerät in extrem kompakter Bauweise und ebenfalls wieder mit den wichtigsten Werkzeugen ausgerüstet. Auch der Preis klingt erneut verlockend, sodass wir das blaue Kästchen nun zu einem Test bitten.

Valeton Dapper Amp Mini 4 – Facts & Features

Nur knapp über 400 Gramm wiegt der blaue Metallriegel, dazu kommen die schlanken Maße von 197 x 65 x 42 mm, was den Dapper Amp Mini damit problemlos in fast jedem Gigbag verschwinden lässt. Doch von der zierlichen Erscheinung sollte man sich nicht täuschen lassen, das Ganzmetallgehäuse ist sehr robust ausgefallen und sollte einiges wegstecken können. Auf der Unterseite befinden sich zudem gleich sechs Gummifüße, die das kleine Pedal wirkungsvoll gegen Wegrutschen sichern.

An der Stirnseite sitzen alle Anschlüsse, dazu gehören neben dem Gitarreneingang ein Monoausgang, der Anschluss für einen Kopfhörer im 3,5-mm-Klinkenformat sowie für das 9-Volt-Netzteil, das sich erfreulicherweise im Lieferumfang befindet. Ohne dieses würde gar nichts gehen, denn ein Batteriebetrieb ist beim Valeton Dapper Amp Mini nicht vorgesehen. Die beiden Klinkenbuchsen für Ein- und Ausgang sind mit einer Mutter aus Metall fest mit dem Gehäuse verschraubt, etwaige Sollbruchstellen bleiben dem Besitzer also erspart.

Valeton Dapper Amp Mini front

— Valeton Dapper Amp Mini Stirnseite —

Die Oberfläche des Pedals ist in drei Blöcke eingeteilt. Ganz rechts geht es los mit dem Reverb Modul, das allerdings nur einen gemeinsamen Regler für Halltiefe und Halldauer besitzt. Der zweite Regler passt eigentlich gar nicht hier hin, denn er steuert die Lautstärke des Kopfhörerausgangs, zudem ist er auch das einzige der zehn Potis, das nicht beleuchtet ist. Alle anderen sind es, was den Zugriff in dunkler Umgebung natürlich enorm erleichtert. Es folgt der erste Kippschalter, der die Lautsprechersimulation aktiviert: ein absolutes Muss, wenn man den Valeton Dapper Amp Mini mal ohne großen Aufwand an den Computer bzw. ein Interface oder einfach an die heimische Stereoanlage anschließen möchte.

Das Effects Modul startet mit der Vorauswahl der zur Verfügung stehenden Modulationseffekte. Drei Stück sind hier am Start, wobei man allerdings nur eines davon nutzen kann. Der dreistufige Kippschalter lässt den Benutzer zwischen Chorus, Delay oder Tremolo wählen. Drei (blau beleuchtete) Potis sorgen für Stärke, Geschwindigkeit und Verzögerungszeit, wobei das Rate/Tap-Poti nach der Eingabe der Verzögerungszeit mit dem Fuß plötzlich in giftigem Grün pulsiert. Ja, man kann die Verzögerungszeit des Echos auch mit dem Fuß eingeben, doch dazu gleich mehr.

Das dritte Modul Amplifier ist das Herzstück des kleinen hammerschlagblauen Pedals. Hier finden wir Kippschalter drei und vier, mit denen neun verschiedene Amp-Modelle angewählt werden. Der Hersteller verspricht die Nachbildung folgender Verstärker:

  • VOX AC30
  • Fender ’65 Twin Reverb
  • Roland JC 120
  • Marshall JTM45
  • Mesa/Boogie Mark II C+
  • Orange AD30
  • Friedman BE100
  • Mesa/Boogie Dual Rectifier
  • Diezel VH4

Informationen über das momentan angewählte Verstärkermodell übermittelt das Gain-Poti, das in entsprechenden Farben (grün, orange oder rot) aufleuchtet und zusammen mit einer klassischen Dreiband-Klangregelung und einem Lautstärkeregler das Angebot komplettiert. Die Auswahl der Verstärkermodelle lässt sich aber auch per Fuß schalten, direkt unter dem Amplifier Modul sitzt der entsprechende Metallschalter, der wie seine beiden anderen Kollegen auch über ein Relais gesteuert wird und somit (zum Glück) ohne jegliches Knacken seine Arbeit verrichtet.

Auch die beiden übrigen Schalter besitzen Doppelfunktionen, so sorgt der mittlere für das An- bzw. Ausschalten der Effektsektion und gleichzeitig für die Eingabe der Verzögerungszeit, mit dem Switch ganz links außen schließlich kann man den Dapper Mini entweder komplett ausschalten oder aber das Stimmgerät aktivieren. Der Stimmvorgang wird von den beleuchteten Potis übernommen, was sich in der Praxis als vollkommen ausreichend erweist. Zu erwähnen sei noch, dass die zehn Mini-Potis in ausreichendem Abstand von den drei Metallschaltern platziert wurden und ohnehin so niedrig in ihrer Bauhöhe sind, dass ein versehentliches Drauftreten so gut wie ausgeschlossen sein dürfte. Das wäre sowieso nicht gut, denn sämtliche Regler wurden direkt auf die Platine des Pedals gesetzt und wackeln daher entsprechend. Dennoch lassen sie sich dank der Aufsätze aus griffigem Kunststoff gut greifen, der Drehwiderstand ist ebenfalls angenehm ausgefallen.

Valeton Dapper Amp Mini – ein Zwischenfazit

Auch der jüngste Sprössling aus dem Hause Valetone hat mal wieder alles an Bord, was man im Allgemeinen so als „Brot-und-Butter-Sounds“ bezeichnet. Neun Verstärkermodelle und vier Effekte sollten mehr als nur für das Gröbste genügen, obwohl man leider von den Modulationseffekten nur einen benutzen kann. Nun gut, dafür steht der Hall ja jederzeit zur Verfügung, auch wenn dessen Regelmöglichkeiten wirklich sehr rudimentär ausgefallen sind. Die Speaker-Simulation sollte als nützliches Feature nicht unerwähnt bleiben und hinsichtlich der Robustheit des blauen Metallriegels gibt es von mir ebenfalls einen Daumen nach oben! Hören wir uns nun an, wie sich der Valeton Dapper Amp Mini in der Praxis präsentiert.

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