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Test: Vertex Ultraphonix MKII Overdrive, Effektgerät für E-Gitarre

14. Dezember 2021

Dumble-Sound zum erschwinglichen Kurs?

Vertex Ultraphonix MKII Overdrive

Der Vertex Ultraphonix MKII Overdrive ist die Weiterentwicklung des Vorgängers, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Sound der legendären Dumble Overdrive Special Röhrenverstärker der Ära der 70er bis 90er in ein Pedal zu packen. Dies ist eine nicht einfach zu lösende Aufgabe, dennoch kommt das Pedal dem Klang der Röhrenboliden frequenz- bzw. „zerrmäßig“ nahe, wie wir später noch hören werden. An den legendären Verstärkern des Howard Dumble, erfreu(t)en sich viele Profigitarristen, darunter vor allem Stevie Ray Vaughan, Robben Ford, Joe Bonamassa, Ben Harper Larry Carlton oder auch John Mayer. Anbei einige Fakten zu seiner Person:

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Als Ein-Personen-Betrieb stellt Alexander „Howard“ Dumble jeden Verstärker persönlich her. Aus diesem Grund sind Dumble Verstärker die teuersten Boutique-Verstärker auf dem Gebrauchtmarkt und die Preise sind schnell ins Unermessliche gestiegen. Im Jahr 2012 beschrieb das Magazin Vintage Guitar den Dumble Overdrive Special als das wertvollste in der Produktlinie, wobei auch gebrauchte Exemplare mittlerweile zwischen 70.000 und 150.000 US-Dollar einbringen. Dumble baut derzeit zwei bis drei Verstärker pro Jahr, hauptsächlich für prominente Musiker und Studios. Er begann 1963 zunächst mit der Modifikation von Fender Tweed- und Blackface-Verstärkern. Bevor er 21 Jahre alt war, beauftragte Mosrite in Santa Cruz Dumble mit dem Bau einer speziellen Verstärkerlinie für The Ventures. In den späten 1970er-Jahren modifizierte und baute er High-Gain-Verstärker auf die Weise, wie es Randall Smith von Mesa Boogie und andere taten. Dumble war jedoch nicht daran interessiert, Verstärker in größeren Stückzahlen zu verkaufen, sondern konzentrierte sich ausschließlich darauf, den bestmöglichen Klang zu erzielen.

Vertex Ultraphonix MKII – Facts & Features

Die MKII-Version des Pedals ist im Vergleich zu seinem Vorgänger um ca. 30 % geschrumpft, bietet aber mehr Kontrolle über den verzerrten Klang. Ein neuer Regler (Ratio) ist dazugekommen, der das Pedal klanglich sicherlich noch etwas flexibler macht.

Vertex Ultraphonix MKII Overdrive

Der LEVEL-Regler justiert den Eingangspegel, MASTER die Ausgangslautstärke

Das schwarz lackierte Metallgehäuse, das leicht „keilförmig“ aussieht, besitzt die Abmessungen 54 x 117 x 46 mm (B x T x H), die Beschriftung kennt man von den legendären Dumble Verstärkern.

In der „DIY-Pedal-Szene“ kursieren Gerüchte böser Zungen, der Chef von Vertex klone gern einmal Schaltungen der Konkurrenzprodukte 1:1, um sie als eigene „Entwicklungen“ zu verkaufen. Vergleicht man die Schaltung des Ultra Phonix MKI mit der eines gewöhnlichen Tubescreamers, so sind tatsächlich viele Gemeinsamkeiten auszumachen, aber natürlich ist das Prinzip meist ähnlich, da viele Pedale ihre Verzerrung (sprich Kompression) mittels (Leucht-) Dioden oder meist in Kombination mit 8-beinigen Operationsverstärkerchips herstellen.

Eine kleine blaue Leuchtdiode signalisiert, wenn der Effekt aktiv ist, das Pedal wurde mit True-Bypass ausgestattet. Die Buchsen für Ein- und Ausgang wurden stirnseitig angebracht, wie auch die
Netzadapteranschlussbuchse (Hohlsteckerbuchse 5,5 x 2,1 mm, Minuspol innen). Trotz der recht geringen Stromaufnahme von <25 mA kann das Pedal nicht mit einer Batterie betrieben werden.

Vertex Ultraphonix MKII Overdrive, Innenleben

Robuste Verarbeitung, kein Batteriebetrieb möglich

Vertex Ultraphonix MKII Overdrive – Regler

Schauen wir uns nun die Bedienelemente an: RATIO regelt in Verbindung mit dem Input-LEVEL-Regler den Grad der Verzerrung. Diese ist nicht allzu hoch, der Namenszusatz „Overdrive“ lässt dieses bereits erahnen. Die oben genannten Gitarristen sind bekannt dafür, im Allgemeinen mit einer mäßigen Verzerrung zu agieren. Mit FILTER wird die Anhebung des Mittenbereichs justiert. Dieser bewegt sich zwischen ca. zwischen 800 Hz und 1,6 kHz. Das Poti im zentralen oberen Bereich des Pedals (Knopf im Dumble-Stil) regelt die Ausgangslautstärke. Die kleinen schwarzen Potis sind bei Dunkelheit sicherlich schlecht abzulesen, eine weiße Markierung könnte hier Abhilfe schaffen.

Vertex Ultraphonix MKII Overdrive

In folgendem Video kann man sich einen guten Eindruck der Klangpalette des Ultraphonix MKII machen:

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Sound

Hören wir zunächst ein Beispiel mit der maximal zu erzielenden Verzerrung. Der Effekt wird erst nach einigen Sekunden eingeschaltet, um zu hören, wie das Pedal den Sound verändert:

Für Blues sicherlich hervorragend geeignet. Spielen wir nun etwas mit den Reglern. Das folgende Beispiel liefert einen Sound, der in Richtung Robben Ford geht. Hier kommt der Steg-Pickup zum Einsatz, das FILTER-Poti steht bei 1 h, LEVEL und RATIO auf 12 h:

Dreht man den FILTER-Regler dann weiter auf, werden die Mitten und Höhen mehr „gefeatured“, der Sound setzt sich besser durch. Hier ist RATIO etwas unter dem Mittelwert, der Sound ist leicht crunchy, aber noch transparent:

Mit dem Singlecoil am Hals und moderater RATIO-Einstellung klingt dies dann beispielsweise folgendermaßen:

Wird der FILTER-Regler ganz zugedreht, entstehen gleichfalls interessante Sounds:

Man darf feststellen, dass der Vertex Ultraphonix MKII durchaus in die Nähe der Klangcharakteristik eines Dumble Overdrive-Verstärkers kommt. So kann man ggf. auch mit einem deutlich schmalen Budget in den Genuss der Sounds der Gitarrenhelden wie Larry Carlton, Robben Ford, Stevie Ray Vaughan oder John Mayer gelangen, immer vorausgesetzt, man beherrscht das Instrument mit ähnlicher Präzision.

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Stratocaster (SSH) mit Suhr Pickups – Vertex Ultraphonix MKII Overdrive – Peavey Classic 20 MH – MESA/Boogie 1 x 12″ Thiele Box mit Creamback Celestion Lautsprecher – Shure SM57 – Apogee Duett – Mac mit Logic (etwas Hall hinzugefügt).

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Fazit

Der Vertex Ultraphonix MKII Overdrive ist definitiv eine Weiterentwicklung seines Vorgängers und er schafft es, den typischen Dumble-Sound im Rahmen der Möglichkeiten eines Pedals recht überzeugend nachzubilden. Die Dynamik des Pedals ist erfreulich gut, da Veränderungen des Lautstärkereglers der Gitarre auch bei „maximaler Zerrung“ quasi cleane Sounds ermöglichen. Klanglich zeigt sich das Pedal auch durch den Input-LEVEL-Regler und die gute Mittenbeeinflussung (FLTER) flexibel.

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • gut abgestimmte Mittenregelung
  • Design

Preis

  • 219,- Euro
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    AMAZONA Archiv

    Ja gibt‘s denn das?
    Das hatte ich mir gewünscht.
    Ich finde, die Soundfiles zeigen sehr eindrucksvoll, wie wunderbar dreckig eine Gitarre mit dem Teil klingen kann.
    Bestellt ist es bereits, gekommen ist es auch schon …. aber erst zu Weihnachten wird es ausgepackt.🤣.

    Ich verspreche mir sehr viel von dem Filterregler.

    Neu war für mich die Passage mit den Copy-Gerüchten.

    5 Sterne von mir.

    Besten Dank.

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