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Test: Violectric Cronos, USB-C Kopfhörer-DAC mit DSD

1. November 2021

Audiophiler Klang und DSD für unterwegs

Violectric Cronos, USB-C Kopfhörer-DAC mit DSD test

Violectric Cronos, USB-C Kopfhörer-DAC mit DSD

Mit dem Violectric Chronos stellt die in Konstanz beheimatete Firma Lake People ihren ersten ultramobilen (man kann während der Benutzung damit herumlaufen) und im unteren Preissegment angesiedelten Kopfhörer-Digital-Analog-Wandler vor. Der Violectric Chronos ist dabei vorwiegend für den Einsatz an Smartphones konzipiert und unterstützt dabei neben 32 Bit PCM auch 256x DSD (DoP). Sehen wir uns also an, was das kleine Dingelchen in Daumengröße kann.

Von Lake People zu Violectric

Die Firma Lake People wurde 1986 von Fried Reim gegründet und unter dem Motto „Tools – not Toys“ bald zum Ausrüster für Rundfunk, Fernsehen, Opern-  und Konzerthäuser und natürlich Tonstudios.

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Unter ihrem Anspruch, Geräte auf „Referenz-Niveau“ zu entwickeln, umfasst der Produktkatalog der Firma neben A/D- und D/A-Wandlern auch Mikrofon- (F35/ F355), Kopfhörer- und Phonovorverstärker, sowie diverse Studiowerkzeuge, wie z.B AES/IBU-Verteiler oder Symmetrierer /Desymmetrierer für analoge Signale.

Was den Anspruch in Bezug auf das „Referenz-Niveau“ angeht, kann ich soviel sagen: wenn die Wandler wie z. B. der F46 (96 kHz 24 Bit DA) und der F44 (48 kHz, 24 Bit DA), die ich hier stehen habe und die in den Jahren von ca. 1999 bis 2001 entwickelt wurden, auch heute noch eine ernstzunehmenden Konkurrenz für aktuelle ADDACs im 1.000+ Euro Preissegment darstellen, dann wusste Fried Reim wohl offensichtlich schon damals, wie man es richtig macht.

Als zweites Standbein etablierte Fried Reim dann 2009 die Marke Violectric, um den unterschiedlichen Anforderungen im HiFi-High-End-Segment Rechnung zu tragen, ohne die hohen Ansprüche an sich selbst aufzugeben. 
Der Name Lake People leitet sich im übrigen von der räumlichen Nähe des Unternehmens zum Bodensee her, wo Entwicklung und Fertigung „Made in Germany“ auch heute noch stattfindet.

Auspacken – Chronos

Der Violectric Chronos kommt in einer einfachen Showbox daher, worin der DAC in festem Schaumstoff eingebettet ist. Die drei mitgelieferten USB-Adapterkabel befinden sich in einem Karton, in dem auch das deutsch- und englischsprachige Info-Faltblatt beiliegt. Die USB-Kabel sind, ohne Stecker mitgerechnet, alle 9 cm lang und decken die wichtigsten Verbindungen ab: USB-C auf USB-C, USB-C auf Micro-USB und USB-C auf Lightning. Der Violectric Chronos besitzt nämlich eine USB-C-Buchse und kann ohne weitere Stromversorgung direkt an ein Smartphone angeschlossen und betrieben werden.

violectric chronos test

Die Verarbeitung des DAC fühlt sich mit seinem Rahmen aus gebürstetem Metall (Alu) und einer Front- und Rückseite aus Glas sehr hochwertig, obwohl das Teil nur 16 g wiegt. Damit ist der Violectric Chronos am Smartphone quasi nur ein „Kabelzwischenstück“.

Inhalt

Die technischen Daten des Violectric Chronos lauten wie folgt:

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  • Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz
  • Dynamikumfang: 130 dB
  • THD+N: -115 dB
  • Kopfhörerimpedanz: 16 bis 600 Ohm
  • Abmessungen: 44,5 x 24 x 10 mm
  • Audioformate: PCM bis zu 384 kHz bei 32 bit / DSD bis x256
  • Stromversorgung: USB 5V, max 500 mA.

Anschluss des Violectric Chronos

Violectric Chronos – türkis

Natürlich kann der Violectric Chronos auch an einen regulären Computer angeschlossen werden und meldet sich dort (wie auch am Smartphone) als USB-klassenkompatibles 0x2-Interface an. Ob das Sinn macht, werden wir noch sehen.

Violectric Chronos – weiss

Als Ausgang zu den Kopfhörern bzw. zum Verstärker besitzt der Violectric Chronos eine unsymmetrische 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse.

Als Bedienelemente gibt es nur zwei Taster, zum lauter und leiser stellen. Alle anderen Funktionen werden an der Signalquelle eingestellt. Die +/-Tasten am Chronos regeln die Systemlautstärke des Smartphone bzw. der Musik-App.

Violectric Chronos – grün

Als Betriebsmeldungen gibt es nur vier Farbcodes, die jeweils die Vorderseite des Chronos einfärben. WEIß bedeutet betriebsbereit, GRÜN bedeutet PCM-Format und BLAU bedeutet DSD-Format. TÜRKIS bedeutet: am Kopfhörerausgang ist nichts angeschlossen.

Violectric Chronos – blau

Denn der Violectric Chronos ist so schlau und erkennt, ob ein eingestecktes Audiokabel selbst irgendwo angeschlossen ist, seien es an einen Kopfhörer oder einen Endverstärker. Das Einstecken allein des USB-Kabels aktiviert den Betrieb nicht. Das hilft z. B, den Akku des Smartphones zu schonen, wenn kein Kopfhörer am Violectric Chronos eingesteckt ist.

Wie klingt der Violectric Chronos

Violectric Chronos – kleine Klinkenbuchse

Mit Kopfhörer, hier mit einem Beyerdynamic DT 880 Pro 250 Ohm, mache ich mich auf die Testreise und vergleiche den Violectric Chronos mit diversen Kopfhörereausgängen der folgenden Wandler:

  • Mac mini 2018 – räumlich und detailliert, laut
  • Violectric Chronos – sehr ähnlich wie Mac mini, mehr Details als am Mac und lauter
  • Metric Halo 2882 3d – super räumlich, detailliert, deutlich leiser als Mac mini und Violectric Chronos
  • Mytek Stereo DSD192 – mit Abstand am lautesten, trockener als 2882, sehr musikalisch, viele Details. Bei diesem Rennen würde insgesamt der Mytek gewinnen.

Um Gehörschäden zu vermeiden, sollte das Musikhören mit dem Violectric Chronos also am Besten bei 20% begonnen werden.

Auf der einen Seite hat es mich erstaunt, was für eine gute Figur der Kopfhörerausgang des Mac mini gemacht hat. Aber dass der Violectric Chronos wirklich mit vollwertigen High-End-Interfaces mithalten kann, hat mich noch viel mehr beeindruckt.

Aber es fällt mir schon auf, dass ich im Gegensatz zu meinen üblichen Wandlertests hier mehr das Gefühl habe, meine Kopfhörer zu testen, anstatt die DAC-Fähigkeiten der verschiedenen Geräte.
Keine Lösung klingt in irgendeinem Sinne „schlecht“ und die Unterschiede in der räumlichen Darstellung sind zwar hörbar, aber nicht gravierend.

Auch die Klangstabilität, die bei keinem der Kandidaten einbricht, wenn es laut wird (meine üblichen Testsongs, „We‘re in this Together“ von den Nine Inch Nails und Björks „Mutual Core“) ist bei allen gegeben.

Aus all dem schließe ich, dass der Violectric Chronos hier zumindest auf einem vergleichbaren Niveau spielt wie auch die anderen Geräte.

Bei den Hörtest mit dem Colibri Player unter MacOS fiel auf, dass DSD /DoP über den Violoectric Chronos besser klingt, als das gleiche Stück in PCM. Die PCMs (FLAC 192kHz 24 Bit) wirkten gepresster und weniger lebendig im direkten Vergleich zu den 176 kHz DSD-Versionen der Teststücke des L2-Labels (Arnesen MAGNIFICAT 4, Et misericordia Nidarosdomens jentekor & TrondheimSolistene 2L-106_04 / Finzi – Come Away, Death Marianne Beate Kielland, mezzo soprano 2L-064 / Vivaldi – Recitative and Aria from Cantata RV 679, Che giova il sospirar, povero core 2L-056_04).

Violectric Chronos – Rückseite

Alle DSD-Versionen werden luftiger und leichtfüßiger und auch lauter präsentiert und machen einfach mehr Spaß. Bei der PCM-Wiedergabe über den Violectric Chronos hatte ich auch oft einen minimal wahrnehmbaren Eindruck von Krachigkeit am oberen Ende des Frequenzspektrums. Ich habe noch nicht herausgefunden, an was es liegt, aber 32 Bit DACs klingen einfach „geschmeidiger“ als 24 Bit DACs. Ein Grund, weswegen es mir immer noch schwerfällt, mich von dem Mytek zu trennen.

Allerdings konnte der Violectric Chronos als Wandler direkt am (symmetrisch ausgeführten) Endverstärker irgendwie nicht so recht überzeugen.

Violectric Chronos, USB-A Stecker, AA-Batterie

Dann mache ich noch den Vergleich zwischen meinem iPad Pro 1. Gen. und dem iPad Air 1, die noch über einen Kopfhöreranschluss verfügen, und dem Violectric Chronos.

Natürlich kann hier der Vorsprung zu iPhones oder iPads variieren; so soll z. B der Kopfhörerverstärker des iPhone 6 besonders gut klingen. Auf dem iPad Air 1 und iPad Pro 1. Gen., war der Unterschied zum Violectric Chronos auch hörbar. Vor allem mit der besseren Räumlichkeit und der Leichtigkeit der Präsentation wusste der Violectric Chronos zu gefallen.

Außerhalb dieser Teststrecke hatte ich aber noch das Vergnügen, einen Grace Design m9XX mit einem HIFIMAN Ananda Kopfhörer (ca. 1.000 Euro) zu erleben, plus einem Fujitsu Lifebook U727 mit ALC 255 Wandler und Microsoft Server 2019 Data Center als OS. Das Lifebook ist dem Freund nach, der mir diese Setup zur Verfügung gestellt hat und dessen Passion „audiophile Laptops“ sind, eines der audiophilsten Laptops, von denen er schon einige hatte.

Violectric Chronos vs Grace Design m9xx

Erst hier wurden jedoch auch filigrane Unterschiede wie Transiententreue und Tiefenstaffelung wirklich deutlich. Als Ergebnis dieser Hörsession dürfte es wohl kaum jemanden überraschen, dass der Grace Design einfach noch eine ganze Ecke mehr Spaß beim Hören machte, weil er einfach lebendiger und samtiger klang, wo der Violectric Chronos im Vergleich dazu in den höheren Frequenzbereichen doch etwas nervte. Zusammen mit den zusätzlichen Features ist der Aufpreis zum m9XX sicher gerechtfertigt, aber er ist halt nicht ultramobil.

Violectric Chronos – HIFIMAN Ananda

Doch auch der Kopfhörerausgang des Fujitsu Laptops machte dem Violectric Chronos das Leben schwer und konnte sich mit einem merkbaren audiophilen Vorsprung behaupten. Dafür konnte der Violectric Chronos dem Laptop aber eine höhere Ausgangslautstärke entgegensetzen. Das Laptop ist ja zwar prinzipiell auch ultramobil, aber dabei nicht besonders gut zu handhaben und dazu noch deutlich teurer als der Violectric Chronos.

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Fazit

Der Violectric Chronos ist nicht günstig, aber definitiv seinen Preis wert! Was Violectric technisch mit dem kleinen Ding geleistet haben, verdient Anerkennung. Zu den audiophilen Vorzügen kommt auch die Fähigkeit, Musik lauter abspielen zu können als über den Kopfhöreranschluss vieler mobiler Geräte, zusammen mit der Fähigkeit, auch hochohmige Kopfhörer antreiben zu können. Für die neueren iPhones und iPads ohne Kopfhöreranschluss gibt es eh nur sehr wenige Alternativen, wenn man nicht auf Bluetooth-Kopfhörer zurückgreifen will. Hier bietet der Violectric Chronos eine exzellente Lösung an, die unauffällig und effizient ihre Aufgabe erfüllt.

Plus

  • Klang
  • DSD-fähig
  • Verarbeitung
  • Gewicht
  • Größe

Minus

  • keine

Preis

  • 199,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    axon

    Super Gerät, vorallem die Grösse ist auch super. Akku Verbrauch des Iphones auch gering, was noch erwähnenswert ist, dass Iphone „native“ keine DSD Dateien abspielen kann. Einzig mit der Onkyo HF Player app kann man DSD Files abspielen und in den App Settings DSD Output auf DOP umstellen und so leuchtet dann auch das Logo blau. Bei anderen Apps wie z.B Vox wird DSD zwar abgespielt aber auf PCM umgewandelt.

  2. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    ‚Audiohiler Klang und DSD für unterwegs’…
    fehlt da nicht ein p? Solche Fehler sind mittlerweile schon ein Kennzeichen von amazona.de, was mich als Nicht-Deutschen immer wieder amüsiert…

    • Profilbild
      CDRowell 11

      Viel leichter ist es, über die Fehler zu lächeln, wenn man selbst nichts zu den guten Inhalten beisteuert.

      Ich sach mal, die Fehlertoleranz kann auch hier weiterhelfen, besonders wenn man den Sinn begriffen hat… Gibt es dann wirklich ein benennenswertes Problem?

  3. Profilbild
    Martin Knuppse

    „audiophil, luftig, leichtfüssig, samtig, trocken, geschmeidig… “

    soviel HiiFi / Zeitschriften Jargon aus den 90ern des letzten Jahrtausends haben mich dann doch sehr zum Schmunzeln gebracht.

  4. Profilbild
    earl75  

    Lieber Markus,
    auf der Suche nach einem D/A Wandler „Made in Germany“ bin ich bei Deinem Test gelandet – herzlichen Dank dafür!
    Beste Grüße, earl75

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