Geheimtipp für Microwave-Fans
Waldorf Protein ist ein neuer Desktop-Synthesizer aus dem Hause Waldorf, der sich, wen wundert’s, der Wavetable-Synthese widmet. Nun stellt sich die Frage nach dem Warum. Gibt es nicht schon genügend Wavetable-Synthesizer am Markt, insbesondere auch von Waldorf? Wir haben über die Weihnachtsferien den neuen Waldorf Protein Wavetable Desktop-Synthesizer ausgiebig getestet und sind dieser Frage nachgegangen.
- Klangcharakter: Rau, Lo-Fi und typisch 80er, inspiriert vom Microwave 1.
- Bedienung: Viele Regler, aber teils verwirrende Belegung.
- Funktionen: Zwei Wavetable-Oszillatoren, umfangreiche Modulation, Effekte und Sequencer.
- Preis-Leistung: Sehr gutes Angebot für Wavetable-Fans, besonders als Ergänzung im Studio.
- Bewertung: Klang, Verarbeitung und Preis überzeugen, Reglerbelegung ist ausbaufähig.
Inhaltsverzeichnis
Waldorf Protein Wavetable Desktop Synthesizer
Die Ankündigung des Produkts hatte große Wellen geschlagen, auch in den Kommentaren der Ankündigung auf AMAZONA.de. Für viele Leser standen dabei der kompakte neue Formfaktor und die Ankündigung, dass die Oszillatoren auf den Microwave ASIC-Chips basieren und die originalen 8 Bit Wavetables umfassen.
Schauen wir uns den kleinen Synthesizer mal im Detail an.
Bedienoberfläche
Der Waldorf Protein Wavetable Desktop-Synthesizer ist kleiner als ein Mauspad und sieht schick aus. Schon beim ersten Hinsehen fällt das sehr kleine Display auf. Ob man damit den Synthesizer komfortabel bedienen kann? Wir werden sehen.

Das Display des Waldorf Protein Desktop-Synthesizers ist zwar klein, aber das Bild dennoch gestochen scharf
Das Gehäuse ist ein Mix aus Metall und Kunststoff. Die empfindliche Oberfläche besteht aus Metall, die Unterschale aus farblich abgesetztem blauen Kunststoff. Das sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch gut an.
Insgesamt 21 Regler zieren die Oberfläche, viele davon sind bestimmten Funktionsgruppen zugeordnet:
- Ganz links entdecke ich vertikal angeordnet drei Regler für die Pitch-Sektion.
- Direkt daneben jeweils in einer Reihe drei Regler für Wavetable, Filter und Envelopes.
- Auf der rechten Seite geht es weiter mit einem Viererblock für Modulation, zwei Reglern für Effects, neben dem Display dem Select-Regler.
- Fehlen noch der Volume- und Flavour-Regler. Einige Regler besitzen zudem eine Push-Funktion.
Die übrigen Bedienelemente bestehen aus insgesamt zehn beleuchteten Schaltern. Fünf davon sind in der Sektion Layer zu finden (Layer A, B, C, D, Multi). Die übrigen fünf Schalter sind auf der rechten Seite unterhalb des Displays angebracht (Shift, Settings, Edit/Init, Play/Arp/Seq, Presets/Save).
Viele Regler haben eine Hauptfunktion sowie eine Nebenfunktion, die anhand ihrer blauen Beschriftung neben der hellgrauen Beschriftung der Hauptfunktion zu erkennen ist. Möchte man diese aufrufen, muss gleichzeitig der Shift-Taster aktiviert sein. Auch einige Schalter haben Doppelfunktionen.

Auf der rechten Seite befinden sich die Regler für Modulation und Effects, außerdem Volume sowie Flavour
Anmerkung dazu: Die Shift-Taste hat laut Bedienungsanleitung eine Doppelfunktion: Drückt man Shift kurz, bleibt die Funktion wie bei einem Schalter aktiviert. Drückt man Shift länger, deaktiviert sich die Funktion beim Loslassen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Einmal aktiviert, bleiben alle Regler und Schalter auf ihrer Sekundärfunktion und bei der Arbeit muss Shift nicht dauerhaft gedrückt werden.
Anschlüsse
Sämtliche Anschlüsse finden sich auf der Rückseite des Waldorf Protein Wavetable Desktop-Synthesizers. Dazu gehören:
- Stereo-Audioausgänge (2x 6,25 mm TS/TRS)
- Kopfhörerausgang (3,5 mm TRS)
- USB-C-Anschluss für Stromversorgung, MIDI und Firmware-Updates
- Betriebsschalter
- MIDI In und MIDI Out als 3,5 mm TRS-Buchsen (Typ A)
Einige Leser haben bereits die MIDI-TRS-Buchsen kritisiert. Allerdings ist das heutzutage bei kleinen Desktop Synthesizern eher der Normalzustand und der Grund dafür liegt auf der Hand: Kleine und vor allem flache Geräte lassen kaum Spielraum hinsichtlich der Wahl der Anschlüsse zu. Immerhin sind anders als bei vielen Behringer Desktop-Synthesizern die Audioausgänge als 6,25 mm Klinkenbuchsen ausgeführt.
Lieferumfang
Neben dem Waldorf Protein Wavetable Desktop-Synthesizer enthält die Produktverpackung zwei TRS/MIDI-DIN-Adapter, ein USB-C-Kabel sowie ein mehrseitiges englischsprachiges Quickstart-Manual.
In meinem Produktkarton entdecke ich außerdem ein USB-C auf USB-A Kabel sowie ein Entstörfilter für letzteres. Hier begegnet Waldorf einem Problem, das zum Beispiel auch die Behringer Mini-Synthesizer haben: Beim Betrieb über USB kommt es zu starken Störungen im hochfrequenten Bereich, meistens in Form eines hohen Pfeiftons. Ohne den Adapter ist das auch beim Waldorf Protein Synthesizer der Fall.
Da dieses Problem wohl erst nach dem Druck des Handbuchs bewusst geworden ist, liegt der Verpackung ein kleiner Infozettel bei, der über die möglichen Störgeräusche und den deshalb beiligenden USB-Isolator informiert. Auch vom USB-C auf USB-A Kabel ist im Handbuch nicht die Rede, deshalb gehe ich davon aus, dass auch dieses nachträglich mit dem Isolator seinen Weg in den Produktkarton gefunden hat.
Klangsynthese
Waldorf Protein besitzt ein achtstimmig polyphone Klangerzeugung. Die acht Stimmen können sich auf bis zu vier Layer im Multimode verteilen. Im Singlemode ist ein Klang achtstimmig spielbar. Jeder Klang besteht aus zwei Wavetable-Oszillatoren, die auf den Microwave ASIC-Chips basieren. Hierzu wurden Teile des Codes der Microwave Plug-in Emulation übernommen. Der Klang durchläuft dann verschiedene Filtermodelle und den Verstärker sowie die Effekte. Als Modulatoren stehen LFOs und Hüllkurven zur Auswahl.

Die Waldorf Microwave 1 Hardware und dessen digitale Emulation als Plug-in standen auch beim Waldorf Protein Pate. Teile des Codes des Plug-ins wurden nach Aussage von Rolf Wöhrmann in den Waldorf Protein übernommen.
Oszillatoren
Beide Wavetable-Oszillatoren besitzen eine identische Ausstattung. Bei der Auswahl und beim Durchfahren der einzelnen Wavetables werden die Schwingungsformen im grafikfähigen Display dargestellt. Beide Oszillatoren lassen sich auch per Link-Funktion miteinander verbinden.
Über den Table-Regler wählen wir aus den originalen Microwave 1 Wavetables (8 Bit) aus. Mit dem Wave-Regler verschieben wir dann den Startpunkt. Die Werte 61, 62 und 63 markieren dabei Standard-Schwingungsformen wie Dreieck, Puls und Sägezahn.
Einstellen können wir außerdem die Stärke der Wavetable-Modulation durch MIDI Velocity und die Wave-Hüllkurve sowie die Lautstärke des Oszillators. Diese Funktionen befinden sich teilweise auf der zweiten Reglerebene.
Über die Pitch-Sektion bestimmen wir die Tonhöhe pro Oszillator in Halbtonschritten. Auch Detune und Glide (Portamento) sind möglich. Als sekundäre Funktionen stehen Scale und Chord zur Auswahl, die voneinander abhängig sind. In Abhängigkeit der gewählten Skala stehen unterschiedliche Akkorde zur Verfügung.
Hinter Glide versteckt sich außerdem noch ein sogenannter Display-Parameter, mit dem wir einstellen können, wie groß der Modulationsbereich bei eingehenden Pitch Bend-Befehlen ist (0-12 Halbtöne). Im MPE-Modus ist ein Bereich von ±48 Halbtönen möglich.
Filter
Waldorf Protein arbeitet mit einem Filtermodell, das ein resonanzfähiges analoges CEM Lowpass-Filter mit 12 dB/Oktave nachbildet. Weitere Filtertypen sind 24 dB/Oktave Lowpass, 12 dB/Oktave Highpass, 24 dB/Oktave Highpass sowie Drive. Außerdem gibt es eine Bypass-Funktion.
Per Drive simuliert der Waldorf Protein Synthesizer verschiedene Verzerrungstypen von Transistor über Röhre bis Diodenverzerrung. Über die Filterhüllkurve manipulieren wir die Cutoff-Frequenz, per Track (sekundärer Parameter, Keyboard Tracking) und Velocity gelingt dies über die Tonhöhe und Anschlagstärke.
Interessant ist ein anderer sekundärer Parameter: Dirt. Hinter Dirt verbirgt sich ein Rauschgenerator mit fünf verschiedenen Rausch-/Click-Typen:
- Static: weißes Rauschen
- Crackle: erzeugt Schallplatten-ähnliches Knacken und Knistern
- Geiger: kurze und schnell aufeinander folgende Impulse wie bei einem Geigerzähler
- Click: kurzer Rauschimpuls
- Burst 1/2/3: Rauschimpulse verschiedener Länge
Hüllkurven
Die drei programmierbaren Hüllkurven sind vierstufig als ADSR-Hüllkurven ausgelegt. Verändern lassen sich also die Zeiten für Attack, Decay, Sustain und Release.
Die drei Regler für Wave, Filter und Amp führen jeweils zur Wave-, Filter- und Amp-Hüllkurve und verändern beim Drehen den Attack-Parameter. Zu den weiteren Parametern für Decay, Sustain und Release gelangen wir mit dem Select-Regler. Über die Push-Funktion lässt sich der jeweilige Parameter dann aktivieren und mit dem Select-Regler verändern. Alternativ kann man nach dem Anwählen eines Parameters dann auch den zur Hüllkurve gehörenden Regler aus der Envelopes-Sektion nutzen.
Interessant: Waldorf Protein „merkt“ sich, welcher Parameter per Select-Regler angewählt war. So könnte man zum Beispiel den Amp-Regler immer dem Attack-Parameter zuweisen, den Wave- oder Filter-Regler aber jeweils einem anderen Parameter.
Es gibt unter den Hüllkurven-Reglern zwei sekundäre Funktionen: Pan regelt die Panoramaposition des Sounds und lässt sich sogar modulieren oder über fünf Random-Operationen zufällig zuweisen. Volume bestimmt die Lautstärke des Sounds, die sich wiederum über die Anschlagstärke modulieren lässt.
Modulation
Hinter Modulation verbirgt sich eine komplexe Modulationsmatrix, aber auch der Zugriff auf die beiden LFOs mit den Schwingungsformen Sinus, Dreieck, Puls, Sägezahn (Saw, Saw Up), Random, Sample & Hold. Die LFOs können frei oder synchronisiert laufen, selbst die LFO-Phasen jeder einzelnen Stimme lassen sich zueinander synchronisieren oder können unabhängig voneinander laufen. Die zugehörigen Parameter Speed, Ratio und Shape sind selbsterklärend.
Die Modulationsmatrix ist sehr umfangreich und umfasst acht Modulationsslots. Eingestellt werden diese über die Regler für Source, Target und Amount. Es gibt 25 Modulationsquellen (plus Bypass) und 23 Modulationsziele (plus Bypass).
Effekte
Waldorf Protein ist mit einer Effektsektion ausgestattet, die zwei FX-Slots besitzt. Jeder Slot kann mit neun verschiedenen Effekten belegt werden:
- Chorus
- Flanger
- Phaser
- Tremolo
- Drive
- Compressor
- EQ (parametrischer EQ)
- Delay
- Reverb
Jeder Effekt kann nur einen FX-Slot belegen. Es ist also nicht möglich, zum Beispiel beide Slots mit einem Halleffekt zu belegen. Alle Effekte lassen sich in vielen verschiedenen Parametern editieren, was über die zweite Ebene und den Param-Regler in Verbindung mit dem Value-Regler geschieht.
Flavour
Der blaue Flavour-Regler springt sofort beim Auspacken ins Auge. Doch was bewirkt er? Der Flavour-Regler führt beim Bewegen zu Anpassungen der Parameter Wave Position und der Tonhöhe von Oszillator 1. Anders als bei anderen Synthesizern mit ähnlichen Funktionen sind die Veränderungen weder zufällig noch aufdringlich, sondern eher subtiler Natur.
Arpeggiator & Sequencer
Waldorf Protein ist mit einem Arpeggiator und einem Step-Sequencer ausgestattet. Der Arpeggiator verfügt über die Bewegungsrichtungen
- Up
- Down
- Up-Down
- Up/Down (Wiederholung der obersten und tiefsten Note)
- Down-Up
- Down/Up
- Random
Einstellen lassen sich außerdem das Tempo, die Schrittlänge, der Oktavraum, Swing, Gate, Reset (Notenlimit), Pattern (rhythmische Muster).
Der Sequencer verfügt über bis zu 32 Schritte pro Takt. Die Eingabe ist ganz einfach: Im Record-Modus wird über eine angeschlossene MIDI-Tastatur eine Note eingespielt und Waldorf Protein springt automatisch zum nachfolgenden Schritt. Das Recording wird dabei automatisch durch die erste Note gestartet.
Es stehen ähnliche Parameter wie beim Arpeggiator zur Auswahl: Tempo, Schrittlänge, Länge der Sequenz, Swing, Gate, Direction (Abspielrichtung der Sequenz), Reset, Scale Root (Grundton der ausgewählten Skale), Scale und Pattern.
Außerdem gibt es eine Edit-Option, die eine grafische Darstellung der Sequenz auf dem Display ermöglicht. Die eingespielte Sequenz lässt sich dann über den Select-Regler editieren.
Settings
Zum Schluss seien noch die Settings erwähnt: Hier finden wir alles zum Thema
- MIDI-Kommunikation (Omni Mode, Receive/Send Channel, Device ID)
- Pitch Settings wie Transpose und Master Pitch
- Display Settings (Helligkeit des Displays)
- LED Settings (Helligkeit der LEDs)
- Pot Settings (Verhalten der Regler bei gespeicherten Werten: Relativ/Absolut)
- Sync Settings für die MIDI-Clock
- MPE-Settings
Klang
Kommen wir zur eingangs gestellten Frage zurück: Benötigt die Welt einen weiteren Wavetable Synthesizer, insbesondere von Waldorf?
Schon beim ersten Durchhören der Presets fällt auf: Es brizzelt an allen Ecken und Enden. Hier wird kein HiFi-Sound geliefert, sondern eine Reminiszenz an längst vergangene Tage. Der Waldorf Protein Wavetable Desktop-Synthesizer liegt irgendwo zwischen Microwave 1 und Iridium. Hier bekommen wir in meinen Ohren Wavetables in Reinkultur und zwar nicht Wavetables der 2020er-Jahre, sondern Wavetables der 1980er-Jahre.
Es ist der raue Klang, der typisch für Wavetable Synthesizer der damaligen Zeit ist: zum Teil brachial oder gläsern wie FM, druckvoll, mit viel Bewegung in den Sounds, aber auch immer etwas unterkühlt.
Sehr gut präsentiert das das folgende offizielle Video von Waldorf:
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Durch den LoFi-Character, der sich durch die 8 Bit Wavetables, die Emulation alter Wandler und die verschiedenen klanggestalterischen Funktionen wie Drive oder Dirt erzeugen lässt, haben wir es beim Waldorf Protein Wavetable Desktop-Synthesizer mit einem sehr charaktervollen Instrument zu tun. „Analoge Wärme“ wird man hier vergeblich suchen, dennoch hat der Waldorf Protein gerade im Zusammenspiel mit analogen Synthesizern oder VA-Synths seinen Reiz.
Dass der Charakter eines Microwave 1 durchaus gut getroffen wurde, zeigt das folgende Video mit den Preset-Sounds des Ur-Microwave:
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Doch einzelne Sounds sind immer wenig aussagekräftig. Interessanter ist, wie sie sich im Arrangement verhalten. Dazu habe ich wieder einen Demosong mit den Presets gebastelt, die dazu teils kräftig verändert wurden. Manche Sounds wurden auch von Grund auf erstellt. Hört selbst:
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Praxis
Bedienkonzept
Man kann nicht behaupten, dass Waldorf nicht eine Menge Regler auf der vergleichsweise kleinen Oberfläche untergebracht hat. Als jemand, der mit digitalen Synthesizern der späten 80er und 90er groß geworden ist, kenne ich Geräte mit sehr viel weniger Reglern und Schaltern. So sollte man meinen, dass sich ein Desktop-Synthesizer wie Waldorf Protein sofort erschließt.
Ich habe mich allerdings zu Beginn doch schwerer getan als gedacht, was vor allem an der Shift-Taste liegt. Hat man sich über Jahrzehnte daran gewöhnt, dass Hersteller ihre zweite Bedienebene über Taster zugänglich machen, die man gleichzeitig gedrückt halten muss, ist eine leicht veränderte Funktion trotz der Beleuchtung erst einmal verwirrend. Er blieb ungewollt dauerhaft aktiviert und oft habe ich dadurch schlicht vergessen, dass ich mich noch auf Ebene 2 befinde und dadurch den falschen Parameter verändert. Das ist allerdings wie mit allen neuen Funktionen, die ungewohnt sind: Man muss erst einmal üben.
Hier ein kleines Video, das mir Rolf Wöhrmann aufgrund meiner Kritik an der Shift-Funktion geschickt hat. Hier wird die Funktionsweise demonstriert:
Was ich vor allem vermisst habe, ist der direkte Zugriff auf die ADSR-Hüllkurven mit eigenen Reglern für Attack, Decay, Sustain und Release. Ein Schalter, mit dem man die vier Modulationsregler auf ADSR hätte umschalten können, wäre ein Traum.
Manchmal hat mich auch schlicht die Belegung verwirrt, weil zusammengehörende Funktionen nicht auf einer Bedienebene liegen, zum Beispiel Speed, Ratio und Shape.
Auf den Punkt gebracht: Der Waldorf Protein Wavetable Desktop-Synthesizer hat nicht zu wenige Regler oder Schalter, sondern sie sind für mein Empfinden zumindest auf den ersten Blick seltsam belegt, weil nicht immer zusammen liegt, was in meinen Augen zusammen gehört.
Das ist aber alles Jammern auf hohem Niveau und wer regelmäßig mit dem Waldorf Protein Synthesizer arbeitet, wird auch diesen irgendwann im Blindflug bedienen können. Dazu war für mich der Testzeitraum einfach zu kurz.
Editor in Planung
Abhilfe könnte ein Editor schaffen, der laut Rolf Wöhrmann geplant ist. Ein Veröffentlichungsdatum steht allerdings noch nicht fest. Eine Plug-in-Version ist ebenfalls vorstellbar und wäre eine konsequente Fortsetzung der begonnenen Plug-in-Reihe von Waldorf. Doch auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Ebenfalls geplant ist ein vorgefertigtes MIDI-Mapping. Aktuell muss der Anwender dieses selbst vornehmen und jeden Parameter mit einem MIDI-Controller belegen. Das geht zwar einfach (Parameter auswählen, Shift & Settings drücken, Map CC auswählen, gewünschten MIDI-Befehl an den Waldorf Protein senden), ist bei der Fülle an Parametern aber schon ein hoher Zeitaufwand.
Erst wenn das Mapping erfolgt ist, hört der Waldorf Protein Wavetable Synthesizer auf die entsprechenden MIDI-Controller beziehungsweise senden seine Regler diese auch.
Viele Klangmöglichkeiten
Von seiner Klangerzeugung her bietet Waldorf Protein viele Möglichkeiten: Bässe, Lead Sounds, perkussive Sounds, sich kontinuierlich verändernde Flächenklänge und mehr sind möglich. Wavetable Synthese ist eine Spielwiese zum Erforschen von Klangstrukturen. Die 64 Wavetables bieten ein breites Spektrum, das schon für sich genommen eine Vielzahl an Sounds ermöglicht. Nimmt man nun noch die verschiedenen Filter, Modulationsmöglichkeiten und Effekte hinzu, ist ein langer Spielspaß garantiert.






































Hi,
Shift ist natürlich ein Taster und nicht wie beschrieben ein Schalter.
Wenn man den gedrückt hält und während dessen einen Regler bedient, und dann den Shift Taster wieder loslässt, geht Shift sofort wieder aus.
Nur wenn man Shift drückt und ihn loslässt ohne etwas anderes zu bedienen, dann bleibt Shift solange an, bis man Shift nochmal drückt. So ist das auch bei manch anderen Herstellern.
Das ist auch so auf Seite 12 im QuickStart beschrieben:
„Some knobs have an alternate function labelled in
blue. To use it, hold the Shift button which turning the
knob and release Shift afterwards.
To put the knobs persistently in alternate mode, press
and release Shift shortly without turning any knob.
The Shift button will lit blue to indicate permanent
shift mode. To finish permanent shift mode just press
Shift again.
“
Ebenso auf Seite 15 im Handbuch.
VG
Rolf
@temporubato Vielen Dank für das Richtigstellen, wurde im Artikel entsprechend korrigiert.
@temporubato „Shift ist natürlich ein Taster und nicht wie beschrieben ein Schalter.
Wenn man den gedrückt hält und während dessen einen Regler bedient, und dann den Shift Taster wieder loslässt, geht Shift sofort wieder aus.“
Gute Funktion. Muss man sich halt einprägen, dann dürfte das automatisch richtig laufen.
Wer singt denn da so wunderschön?
@Dirk Matten Mein Computer 😀
@Markus Galla 😂
endlich! 😁
hab ihn am Freitag gekauft und er gefällt mir sehr.
es gibt einige Dub Techno Presets die habens mir angetan.
und die von Blush Response (BR am Ende des Namens)
bei mir war übrigens ein USB c auf USB c Kabel im Karton.
wunderte mich aber hab zum Glück einen Adapter auf USB A um den Filter zu nutzen.
ohne gab’s einige Störgeräusche.
@Numitron Numi hat endlich einen Synthesizer gekauft (ich hatte diesbezüglich schon aufgegeben)! 😅 Hoffentlich gibt es eine Leserstory. Vor allem: Hast du eine Erklärung für die bescheidenen Bewertungen beim T. und stimmt es was da steht?
@Filterpad den modal cobalt 5s auch gekauft.
😉 hab ja schon einige..
die Bewertungen kann ich nicht nachvollziehen.
wahrscheinlich ohne den Filter getestet.
der Sound ist halt Geschmackssache.
klingt natürlich wenig analog.
sehe auf der waldorfseite kein Update obwohl es angeblich eins gibt.
@Numitron kommt garantiert noch.
@Filterpad OK, bei mir springt er auch manchmal auf eine edit Page. aber nur manchmal.
@Numitron Hi bitte halte uns da auf dem Laufendem mit dem Springen in die Edit Page.
Habe mir auch gerade die Bewertungen beim T durchgelesen.
Hast du auch ein Knacksen in deinem Gerät wenn du den Lautstärke Regler drehst?
Angeblich soll ein Update dieses Knacksen eliminieren.
@luap ja, mach ich!
aber ich finde leider kein update.
werde ihn aber heute wieder verwenden.
@Numitron Man muss sich bei Waldorf vorher registrieren bzw anmelden.
Dann kommt man zum Update
Changelog – Protein Firmware 1.01
New Features:
Filter
• New 12 dB Low-Pass & High-Pass modes
Presets
• Increased preset storage from 250 to 360
Limit Waves option in Wavetable to avoid the last 3 generic waveforms
In the osc screen press the „Table“ or „Display“ encoder to get to new details
screen.
Press the encoder to change between „All Waves“ and „Limit Waves“ mode.
Turn and press encoder to choose „Close“ in order to leave details screen.
Setting is made individually per osc.
Glide Mode
In the Glide screen choose between „Onset“ and „Legato“ glide mode with the
display encoder.
The pitch bend range has been moved to new pitch details screen.
Pitch Details Screen
While in Pitch screen (Semitone or Detune) press the „Semitone“ or „Display“
encoder to show the details screen.
Turn the encoder to change the pitch bend range. Press the encoder and choose
„Close“ to leave the details screen.
Bug Fixes and Improvements:
• Do not jump to edit screen anymore after loading presets but stay in
Preset screen.
• Improved Pot relative mode: Keep relative value change with direction of
knob movement.
• Further improved Pot relative mode for certain parameters like „Wave“ and
„Drive Type“.
@MPC-User ah. danke!
@luap War bei meinem Testgerät kein Problem.
@Numitron Im Manual ist auch nur von USB-C auf USB-C die Rede. Beim Testgerät lag beides bei.
@Markus Galla ah, interessant 😀
@Numitron Na also, gratuliere zur Neuanschaffung. Ich werde lt. Thomann noch ein paar Wochen warten müssen, was mir mittlerweile sogar gelegen kommt (ich brauche eine neue Computertastatur und Maus). Thomann belastet ja erst bei Versand. Ich wünsche Dir viel Spaß mit dem kleinen.
@Mac Abre danke!
hier bei der klangfarbe Grad lagernd.
vielleicht mache ich bald ein Jam Video.
bisher nur eins mit verschiedenen Presets.
😀
Hi,
die aktuelle Version gibt es immer hier:
https://waldorfmusic.com/my-hardware-protein-firmware-updates/
Man kommt dahin auch aus dem MyWaldorf Bereich via „Hardware OS Updates & Files“
Derzeit ist 1.01 die aktuelle Version. Werden aber demnächst die 1.02 veröffentlichen, wo u.a. ein sehr cooler Ring Modulator drin ist.
Bei Neugier einfach beim Beta Programm anmelden. Im Autoreply kommt der Download Link zur aktuellen 1.02_b2
https://waldorfmusic.com/de/beta-programm/
VG
Rolf
@temporubato danke!👍
@Numitron Das Beta-Programm empfehle ich auch. Bisher ist mein Quantum noch nicht wegen einer Beta explodiert. 😉
@Mac Abre haha.
gut zu wissen 😊
@temporubato Hi Rolf,
ich habe Gerüchte gehört, es sei eine weitere Engine für den Quantum/Iridium in Arbeit. Kannst Du dazu etwas sagen?
@temporubato Grad offiziell!
werde die 1.2 heute laden!
@temporubato Hi Rolf!
heute endlich das 1.2 Update gemacht!
aber bei den neuen presets das hat nicht funktioniert.
braucht man da ein Programm das sysex schickt wie midiox?
lg
Vielen Dank für den ausführlichen Test.
Die Klangbeispiele, die so wie ich sie für mich verwenden würde,
waren dafür sehr gut gewählt.
Der Protein steht aber oben auf meiner Liste.
Ich fühle da sofort, und das bezwingt mich zur eisigen Ruhe, Kälte die sich, nach und nach,
annehmbar zeigt.
Auch finde ich den Kurz-Knapp Kasten einfach gut.👍
Kurz angeführt und man weiß gleich worum es geht.
Das regt sofort an, wage abzuschätzen, ob man den Bestellbutton drückt oder nicht.
freundlicher netter Gruß🙂
@Viertelnote Vielen Dank!
Ich bin wirklich überrascht über die Wertung. Bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis kein Best Buy.
@Mac Abre stimmt. warum eigentlich?
Für mich war der Protein ein no-brainer. Für 329,- Euronen bekommt man einen klasse Wavetable-Performance-Synth und das sogar 4x multitimbral. Ich finde den Formfaktor wunderbarer: Klein und trotzdem sehr gut bedienbar. Für mich der perfekte Kompromiss. Ich bin sicher, mit dem Protein werde ich in meinen kleinen Setups zu Hause noch eine Menge Spaß haben. Weiterhin finde ich die transparente Kommunikation von Rolf total beeindruckend. Er ist quasi überall präsent und unterstützt die User wo er nur kann. Mit meinem ersten Waldorf-Synth wurde ich direkt auch Waldorf-Fan. Einfach ein klasse Gesamtkonzept. Bin sehr, sehr gespannt auf die nächsten „Budget“-Synthis by Waldorf.
@Lumm „Mit meinem ersten Waldorf-Synth wurde ich direkt auch Waldorf-Fan.“
Ging mir ganz genauso. Ebenso mit Modal. Die beiden bauen zurzeit IMO die interessantesten und flexibelsten Synths.
„Verändern lassen sich also die Zeiten für Attack, Decay, Sustain und Release.“
Ist das ein Fehler im Artikel oder kann man die Sustain-Zeit wirklich bestimmen. Ich hatte das mal in einem Synth und fand das ziemlich cool. Leider weiß ich nicht mehr, welcher das war.
@Mac Abre Ich kenne den synth jetzt nicht, aber da Sustain ja keine Zeit beschreibt ist wahrscheinlich der „Wert“ gemeint. Praktisch auf welches Level die Hüllkurve für Lautstärke/Filter fällt nachdem die decay Zeit vorbei ist.
@Mac Abre Hi,
ja, ich hätte für Sustain besser Pegel schreiben sollen. Streng genommen ist es da nicht die Zeit, weil diese immer durch die Dauer des Tastendrucks definiert wird.
@Markus Galla Schade, das wäre ein nettes Feature gewesen.
Seit knapp drei Wochen im Einsatz und eine klare Bereicherung für mein Setup. Besonders in Kombination mit anderen Synths spielt es seine Stärken aus und setzt sich klanglich souverän durch. Danke, Waldorf….starkes Gerät und eine äußerst faire Preispolitik.
Ich habe ja sofort eine Kleinigkeit zu meckern … allerdings auf sehr hohem Niveau und behaltet dabei bitte auch im Auge, a) dass ich Fan von Waldorf bin und b) wieviel der »Protein« kostet … oder genauer gesagt wie wenig er kostet. Aber, äh, ich hätte gerne eine Hüllkurve und zwei LFOs mehr gehabt. Im Artikel steht es nicht explizit, aber wie ich Waldorf kenne wird man in der Modulations-Matrix auch Modulationen von Modulationen einstellen können (zum Beispiel Hüllkurve Moduliert einen LFO). Und da wäre es echt schick, wenn man noch mehr LFOs und Hüllkurven hätte.
Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass kaum jemanden außer mir solche Feinheiten jucken (Modulation einer Modulation). Und, wie schon gesagt: Der Preis. Deswegen reite ich auch nicht darauf herum. 😀
Für mich ist er nix, denn hier steht der »Argon8«. Der liefert zwar nicht die typischen Waldorf-Wavetable-Sounds, aber eben Wavetable-Sounds. Und der »Argon8« lädt schon deutlich mehr zum Experimentieren ein, was mir wiederum entgegen kommt. Und in Software gibt es hier den »Blofeld«.
@Flowwater Drei Hüllkurven, zwei LFOs. Steht übrigens beides im Text.
Schöner Test und (wie immer bei Markus) ein echter Ohrwurm als Demo, das verdient schon „A Little Respect“! :-)
Das sind genau die Sounds, für die ich für einen PPG gerne nehme und ein guter Demosong dazu, auch wenn die Stimme nicht echt ist, das könnte man ja ändern. Finde gut wie der Sond einen am Anfang einlullt, ab 1:25 hätte ich aber einen radikaleren Wechsel mit mehr Schmackes und Emos reingehauen, was episches, das an den Grundfesten des Empires der Liebe rüttelt. „Empire Of Love“ würde die Charts zerstören und Markus ein gefeierter Produzent sein. 😄 Träumen darf man ja… Kommt gut rein! 🧡
Klasse Synth! Ich liebe die kleine Kiste. Perfekter Formfaktor für den Schreibtisch und sehr durchdachtes Konzept und Bedienung. Ja, ganz am Anfang hat es auch ein bisschen gedauert bis ich mich an alles gewöhnt hatte. Das ging dann aber doch erstaunlich schnell (insgesamt vielleicht 1 – 2 Stunden Sounds schrauben).
Der Klang ist mega, vor allem funktioniert das Ding super im Mix.
Für den Preis ein absoluter No Brainer.
„der Grund dafür liegt auf der Hand“.
Der Grund für die Miniklinken, um MIDI zu faken, liegt tatsächlich auf der Hand: billiger.
@moinho Nee, ist nicht billiger. Im Gegenteil, mit den 2 beigelegten Adaptern eher teurer.
Aber wir können das Instrument flacher halten. Und auch wenn ein Synthie keinen Resonanzkörper hat, die physikalische Form und Körperlichkeit spielt für mich bei einem Instrument immer eine Rolle.
Und wir halten Mini-Klinken für ein gutes Format um MIDI zu übertragen, welches seit einigen Jahren auch von der MIDI.org entsprechend standardisiert wurde. Man mag das anders sehen, aber für uns ist das einfach keine große Diskussion mehr.
Bei großen Instrumenten kommen DIN Buchsen rein, bei kleineren Mini-Klinken plus beigelegten Adaptern, wobei man immer mehr Geräte ja auch direkt via Mini-Klinke verbinden kann.
Aus dem „wir“ schließe ich daß Du für Waldorf sprichst? Das ist ja fein!
Deshalb meine Frage: „eher teurer“ heißt: ist es teurer oder nicht? 😜 Und wie würde es ohne die Adapterkabel ausschauen?
@moinho Ja, bin Rolf von Waldorf und für den Protein verantwortlich. Sagen wir mal so: Der Unterscheid zwischen den Kosten der Mini-Klinkenbuchse und DIN-Buchse hat für uns bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. Entscheidend war die Größe und Form des Gehäuses. Ich habe unzählige Varianten im 3D Drucker produziert, bis wir die hatten, die uns am meisten für Protein und die anderen Produkte, die wir in dieser Gehäuseform noch machen wollen, zugesagt hat. Mini Klinken funktionieren ja sehr solide, haben eine gute Friktion, und sind einfacher zu stecken als DIN Buchsen, weil die Rotation keine Rolle spielt. Bei größeren Geräten nehmen wir dann DIN Buchsen, eigentlich mehr aus Tradition als aus rationalen Gründen.
@temporubato Danke für die Info! Ich finds toll, daß es bei Amazona nach wie vor Insider gibt, die solche Informationen beizusteuern wissen!
Und daß „der Unterscheid zwischen den Kosten“ [bei Waldorf] „bei der Entscheidung keine Rolle“ spielt ist eine wertvolle Information.
@moinho Nunja, beide Buchsen schenken sich preislich im Großhandel eher nichts.
Die Unterschiede in der geräteinternen Verdrahtung darf man vernachlässigen (wenn man sich zu Beginn gleich für die richtige Lösung entschieden hat).
Bleibt der Preis von den Adaptern als Unterschied:
– 2x Mini-Klinkenstecker
– 2x DIN-Buchsen
– 2x ein bisschen Kabel zwischendrin
Da Waldorf die mitliefert, ist es für sie die teurere Lösung.
@m-ex eventuell sind die Klinkenbuchse plus Adapter billiger als die Din Buchse. außerdem geht es sich angeblich wegen der Höhe nicht aus. und dann einige mm mehr an plastik ist sicher teurer.
@Numitron So isses, lt. Rolf Wöhrmann hätten sich die zusätzlich benötigten drei Millimeter überproportional auf die Kosten ausgewirkt. Die jetzige Variante ist wohl tatsächlich die preiswerteste.
@Mac Abre Und man muss sich dat verinnerlichen, es geht mit die entsprechende Komponente auch ohne Adapter! Is halt der neue Scheiss! 😄
@Kazimoto Jup, ich verinnerliche.
@Mac Abre stimmt 😃