Effektgerät speziell für Drummer?
Als Drummer schaut man doch gerne neidisch auf das große, bunt blinkende Pedalboard der Gitarristen und hätte auch gerne ein paar mehr Sounds an seinem akustischen Schlagzeug zur Verfügung. Abhilfe soll das neue Walrus Audio DFX-1 schaffen. Was es kann und ob ein Pedalboard für Drummer wirklich eine Innovation ist, haben wir für euch herausgefunden.
Was ist es? Walrus Audio DFX-1, Desktop-Drum-Effektgerät mit Preamp, Kompressor, Delay und Reverb zur Klangbearbeitung von Schlagzeug, Percussion oder anderen Signalen.
- Klang: Hochwertige Effekte und ein warm klingender Preamp, der sich gut ins Gesamtbild einfügt und präzise einstellen lässt.
- Bedienung: Sehr übersichtlich aufgebautes Gerät mit einfacher Bedienung und schnell erreichbaren Parametern.
- Kreativpotenzial: Besonders Delay und Spring Reverb eröffnen ungewöhnliche Klangfarben, zusätzlich lassen sich externe Effekte über den FX-Loop integrieren.
- Einschränkungen: Arbeitet ausschließlich in Mono und bietet eine relativ starre Pad-Belegung ohne direkte Preset-Anwahl.
- Einsatzbereich: Interessant für Drummer, Percussionisten oder experimentelle Setups mit Mikrofonen, Cajons, Vocals oder anderen Instrumenten.
Inhaltsverzeichnis
Walrus Audio DFX-1: Allgemeine Übersicht
Das in Zusammenarbeit mit Aaron Sterling entwickelte Walrus DFX-1 wurde von der Firma Walrus Audio auf den Markt gebracht. Die Firma ist eigentlich für ihre hervorragenden Gitarrenpedale bekannt. Effektgeräte sind dort also nichts Neues.
Das DFX-1 kam gut verpackt in einem schönen Karton bei mir an. Zum Lieferumgang gehört ein externes Netzteil, wobei das damit verbundene Stromkabel allerdings lediglich zwei Meter misst und damit für meinen Geschmack zu kurz ausfällt.
Das Echtholz an den Seiten lässt das Walrus Audio DFX-1 edel wirken. Auch die Anschlüsse auf der Rückseite tragen zu einem stimmigen, hochwertigen Gesamtbild bei.
Die Potentiometer des Walrus Audio DFX-1 überzeugen mit einem angenehmen Widerstand und arbeiten im Sinne der Anzeige auf dem Display präzise. Die Taster zum Auswählen der Effektvarianten haben mir besonders viel Freude bereitet, sodass ich die ersten Minuten nur mit dem Drücken von Knöpfen beschäftigt war.
Dabei ist mir jedoch aufgefallen, dass es beim schnellen Drehen und Drücken der Bedienelemente zu „Rucklern“ im Display kommen kann. Das ist nicht sonderlich schlimm, da es keinen Einfluss auf die klangliche Umsetzung hat. Dennoch schmälert das den ansonsten sehr guten Eindruck ein wenig.
Auf der Rückseite befinden sich neben dem Multi-In-Input und dem XLR-Ausgang noch ein FX-Loop, MIDI In/MIDI Out sowie ein USB-C-Port für Software-Updates. Ein nettes Detail: Der Kippschalter zum Anschalten leuchtet.
Einfache Bedienung
Die Bedienung des Walrus Audio DFX-1 ist simpel. Mit Pad A aktiviert bzw. deaktiviert man die Effektkette. Mit Pad B durchläuft man drei von 128 Presets. Mit Pad C kann das Tempo eingegeben werden.
Mit den Tastern darüber kann beim DFX-1 zwischen jeweils zwei Effektvarianten für den Kompressor, das Delay und den Reverb gewählt werden. Die letzten beiden Taster bestimmen den Signalfluss.
Darüber befinden sich die entsprechenden Drehregler. Für den Kompressor, das Delay und den Reverb stehen jeweils die drei wichtigsten Parameter zur Verfügung. Im letzten Block können zusätzlich Volume, EQ und Saturation über jeweils einen solchen Drehregler gesteuert werden.
Weitere Einstellungen können über den Dreh-Drück-Regler in Kombination mit dem Display vorgenommen werden. Alle Einstellungen können unabhängig von den Positionen der Drehregler in den Presets gespeichert bzw. geladen werden.
Zusätzlich ist das Walrus Audio DFX-1 mit einem FX-Loop ausgestattet, der – wie auch Ein- und Ausgang – in Mono ausgeführt ist. Hierüber lassen sich bspw. Gitarrenpedale oder Effektgeräte einbinden. Diese können anschließend flexibel zwischen den internen Effekten positioniert werden. Ein Mix-Regler für den FX-Loop wäre aus meiner Sicht eine sinnvolle Ergänzung gewesen. Vielleicht liefert ein zukünftiges Software-Update hier noch weitere Möglichkeiten.
Die restliche Bedienung ist wie gesagt nahezu selbsterklärend. Mikrofon oder Signal anschließen, den Gain passend einstellen und schon kann es losgehen.
Wie klingt das Walrus Audio DFX-1?
Die Auswahl der Effekte ist beim Walrus Audio DFX-1 insgesamt sehr stimmig. Anstatt das Gerät mit unnötigen Funktionen zu überladen, konzentriert man sich hier auf eine durchdachte Grundausstattung. Die wichtigsten Effekte sind vorhanden und decken viele typische Einsatzgebiete ab. Falls darüber hinaus weitere Effekte benötigt werden, lassen sich diese problemlos über den FX-Loop einbinden.
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Der Klang des Walrus Audio DFX-1, in Bezug auf die Effekte, aber auch den Preamp, gefällt mir insgesamt sehr gut. Die Effekte wirken hochwertig und lassen sich präzise einstellen. Schon kleine Veränderungen an den Drehreglern führen zu hörbaren Veränderungen.
Besonders interessant fand ich dabei das Delay und das Spring Reverb. Mit diesen Effekten lassen sich selbst tonale Artefakte zum Beispiel in ein Percussion-Signal einarbeiten. Dadurch entstehen schnell ungewöhnliche Klangfarben. Der Preamp des Walrus Audio DFX-1 klingt warm und passt gut ins Gesamtbild, wobei er nicht übermäßig rauscht oder sich anderweitig in den Vordergrund spielt.
Das Delay des Walrus Audio DFX-1 lässt sich auch über eine MIDI-Clock steuern. Dadurch kann die allseits bekannte Nutzung von 1/8-Divisionen kreativ eingebunden werden. Ebenso praktisch ist, dass sich das Feedback per Direktzugriff einstellen lässt. So kann im Bandkontext schnell auf spontane musikalische Änderungen reagiert werden.
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Walrus ist auch bei der Auswahl der Effektparameter ein gutes Gleichgewicht gelungen. Selbst in den zusätzlichen Einstellungen im Display wird man nicht mit Optionen überladen. So bleibt der Blick auf das Wesentliche gerichtet. Am Ende steht das Spielen im Mittelpunkt. Weitere Informationen zu den einzelnen Effekten und den Parametern findet ihr hier.
Wie benutzt man das DFX-1 eigentlich?
Einsatzzwecke für das Walrus Audio DFX-1 gibt es wie Sand am Meer. Durch den eingebauten Preamp mit den Optionen für 48 Volt Phantomspeisung, Pad sowie der Auswahl zwischen Mic- und Line-Input kann bspw. ein Schlagzeugmikrofon durchgeschleift werden. Denkbar ist etwa ein Mono-Overhead oder auch ein Kesselmikrofon, das anschließend mit den Effekten versehen wird.
Daneben sehe ich auch Anwendungsmöglichkeiten bei Cajons. Diese verfügen teils, wie etwa in meinem Fall, über einen eigenen Tonabnehmer und lassen sich so ganz einfach live mit Effekten bearbeiten. Ein Einschleifen über das Mischpult ist natürlich ebenfalls ohne Probleme möglich.
Wer es noch kreativer angehen möchte, kann auch Gesang oder andere Instrumente durch das Walrus Audio DFX-1 schicken. So entstehen schnell ungewöhnliche Klangfarben und neue klangliche Möglichkeiten.
Dabei finde ich es jedoch schade, dass das Walrus Audio DFX-1 lediglich in Mono arbeitet. Dadurch wird der mögliche Einsatzrahmen spürbar eingeschränkt. Gerade im Preisvergleich haben viele Multieffektgeräte hier die Nase vorn. Sie bieten oft mehr Möglichkeiten und teilweise sogar mehrere Signalwege.
Zusätzlich würde ich es bevorzugen, wenn sich anstelle der werksseitigen Pad-Belegung drei festgelegte Presets anwählen ließen.
Die Aktivierung und Deaktivierung könnte dabei weiterhin einfach über erneutes Antippen erfolgen. Das Tapping auf Pad C benötige ich beispielsweise gar nicht, da ich alle Tempoeinstellungen über eine MIDI-Clock löse. In solchen Fällen haben die Pads daher kaum einen praktischen Nutzen. Dadurch bietet das Walrus Aidop DFX-1 nur wenige Vorteile gegenüber herkömmlichen Pedalen. Einen Preamp bekommt man schließlich auch deutlich günstiger.
Alternativen zum Walrus Audio DFX-1
Wem die Vorzüge eines Desktop-Gerätes weniger wichtig sind, der findet im Bereich der Gitarrenpedale eine große Auswahl. Diese reicht von einzelnen Effekten bis hin zu umfangreichen Multieffektgeräten. Letztere sind in vielen Fällen etwas umständlicher zu bedienen. Dafür sind sie häufig kostengünstiger. Zusätzlich wird lediglich ein passender Mikrofon-Preamp benötigt.
Line 6 HX Stomp
Das HX Stomp basiert auf der bekannten Helix-Plattform von Line 6 und bietet eine große Sammlung an Effekten und Amp-Simulationen. Für experimentelle Setups eignet sich das Gerät besonders gut, da sich Signalketten sehr flexibel konfigurieren lassen. Delay- und Reverb-Effekte sind reichlich vorhanden und lassen sich detailliert einstellen. In Kombination mit einem Mikrofon-Preamp kann das Gerät auch problemlos für Percussion oder Vocals eingesetzt werden.
Eventide H90 Harmonizer
Das Eventide H90 gehört zur Oberklasse der Multieffektgeräte und bietet eine enorme Auswahl an hochwertigen Algorithmen für Delay, Reverb, Pitch-Shifting und Modulation. Wie beim Line 6 HX Stomp können hier bis zu 4 Signalwege angesteuert werden, wobei das Eventide H90 nochmal deutlich leistungsfähiger ist als das HX Stomp.
Drum-Trigger und Plug-ins
Auch der Einsatz von Drum-Triggern in Verbindung mit Plug-ins kann eine interessante Alternative zum Walrus Audio DFX-1 darstellen. Hierbei wird ein Schlagzeug- oder Percussion-Signal zunächst getriggert und anschließend innerhalb einer DAW weiterverarbeitet. So lassen sich Effekte, Samples oder komplexe Effektketten sehr gezielt einsetzen. Besonders im Studio bietet dieser Ansatz große kreative Freiheiten. Allerdings ist man dabei immer auf eine Computerumgebung angewiesen, was den Einsatz im Live-Kontext etwas weniger komfortabel macht.



































sehr edel…moog messenger kann ich mir gut so denken:)
preis ist nicht unbedingt portokasse aber wohl angemessen.
habe keinen bedarf. aber bedienung so scheint es mir ist comfortable.🙂
genug freiraum. augen schliesen und eintauchen.
okay nur mono das ist schade…leider🙁
@Viertelnote der Messenger ist sogar Billiger…. unglaublich 😁
@Numitron X-mas special sogar noch da günstiger🙂
@Viertelnote nice. 😉 hoffentlich kommt das wieder
@Numitron ja sicher doch auch🙂santaclaus erhöre unser flehen!
schlaf dann gut🙂
@Viertelnote danke!
habe leider schon geschlafen anscheinend 😁
mono-drums knallen immer hübsch
das will man nicht unbedingt mit Stereoeffekten verschlimmbessern.
ist schon ein sehr spezialisiertes gerät.
@plumperquatsch sieht aber sehr sexy aus😍
ganz tief luft hole ich kurtz🙂