Test: Walrus Audio Fathom, Effektgerät

29. März 2018

Ein Walross auf Tauchgang (VIDEO)

 

Auch vom Walross gibt es wieder etwas Neues zu vermelden! Zunächst einmal könnte man vermuten, das neue Walrus Audio Fathom sei einfach nur ein weiterer Kandidat auf dem völlig übersättigten und kaum noch zu überblickenden Markt der Hallpedale. Doch schon der eher düster gestaltete Aufdruck auf der Oberseite des Pedals signalisiert dem Betrachter, dass es sich hier wohl um eine spezielle Variante eines Reverbs handeln muss. Und das tut es auch: Wer eine Springreverb-Simulation oder einen sauberen Studiohall sucht, der sollte besser einen Bogen um das Walrus Audio Fathom machen. Alle anderen aber, die Klangfetischisten und die Fans von außergewöhnlicher Raumgestaltung, sind herzlich eingeladen, den nun folgenden Test zu lesen, sich das Video anschauen und am besten das Fathom schnellstmöglich im Shop der Wahl anzutesten. Denn es lohnt sich!

Walrus Audio Fathom – Facts & Features

Mit seinen Maßen von 121 x 66 x 41 mm und einem Gewicht von 360 g ist das Walrus Audio Fathom recht kompakt ausgefallen. Die ersten Pluspunkte sammelt das Pedal durch seine Unterbringung der Anschlüsse an der Stirnseite, somit bleibt uns auf dem Pedalboard wieder etwas mehr Platz übrig. Viel gibt es hier allerdings nicht anzuschließen: Ein Audioeingang, ein Ausgang sowie die Buchse für ein 9-Volt-Netzteil müssen reichen, Stereobetrieb ist also nicht. Das ist wirklich schade, denn bei dieser überragenden Audioqualität und den vielen inspirierenden Sounds wäre das Fathom auch ein ganz heißer Kandidat für Stereo-Set-ups, beim Einsatz im Studio oder auch im Signalweg eines Keyboards/Synthesizers, das darf ich schon mal vorab verraten. Und das bei einem überschaubaren Preis von nur knapp über 200,- Euro!

Wie zu erwarten ist das Pedal nur mit einem Netzteil zu betreiben, von daher gibt es auf der Unterseite nur das nackte Blech zu betrachten. Dort unten ist es auch ziemlich rutschig und wer nicht vorhat, das Fathom auf einem Pedalboard und mit aufgeklebtem Velcro-Band zu betreiben, der sollte dort schnellstens die mitgelieferten Gummifüße aufkleben. Sonst wird das Ganze eine ziemlich rutschige Angelegenheit. Im Innern gibt es auch weiter nichts einzustellen – manche Pedale besitzen ja die Möglichkeit, durch diverse Parameter den Klang an den persönlichen Geschmack des Benutzers anzupassen oder etwa diverse Bypass-Funktionen einzustellen. Die Wahl zwischen True- und Buffered-Bypass wird hier mit Einstecken der Stromversorgung und gleichzeitigem Gedrückthalten des Effekt An/Aus-Schalters > 2 Sekunden getroffen. Und mit den Schaltern sind wir auch schon auf der Oberfläche und bei den Möglichkeiten, die uns das Walrus Audio Fathom bietet, angekommen.

Walrus Audio Fathom – Bedienpanel


Walrus Audio Fathom potis

Fünf Drehregler, zwei große und ein kleiner Metallschalter sowie ein Dreiwege-Minischalter teilen sich den Platz auf der Oberfläche. Bezüglich der Qualität der verwendeten Bauteile gibt es keinen Zweifel, die mit dem Gehäuse verschraubten Potis laufen sahnig, aber nicht zu weich auf ihren Achsen, der kleine Metallschalter rastet sauber in seinen drei Positionen ein und zum Glück sind die beiden großen Metallschalter elektrische Varianten, die ohne das berühmt-berüchtigte Knacken ihren Dienst verrichten. Das wäre bei dem Linken der Zwei auch eher kontraproduktiv, denn bei ihm handelt es sich genau genommen um einen Taster, der nur in gedrücktem Zustand seine Funktion erfüllt. Mit ihm lässt sich die Hallfahne, unabhängig davon, in welchem der vier Presets man sich nun gerade befindet, bis zu ihrer maximalen Länge einfrieren. Ein wirkungsvoller Effekt, Schade ist dabei nur, dass das Originalsignal während des Einsatzes der Hold-Funktion den Effekt nicht unbearbeitet passieren kann. Alle weiteren gespielten Töne werden der Hallfahne zugemischt, ansonsten könnte man z.B. wunderbar über die entstehenden Flächen solieren oder (weitere) Akkorde einspielen.

Walrus Audio Fathom – die vier Presets

Für die Einarbeitung mit dem Fathom braucht man nicht viel Zeit, schon nach wenigen Minuten hat man die Funktionen der Bedienelemente begriffen. Zentrale Anlaufstelle ist das Programmpoti, mit dem sich die vier Presets Hall, Plate, Lo-Fi und Sonar auswählen lassen. Die ersten beiden Hallräume bedürfen keiner Erklärung, die beiden übrigen dann schon vielleicht. Der Modus Lo-Fi erzeugt durch Filterung und Ausdünnen des Sounds, das geht hin bis zum Klang eines alten Küchenradios, ein sehr „reduziertes“ Klangbild, wo hingegen das vierte Preset Sonar einen Shimmer-Effekt bereitstellt. Ein Effekt, der momentan sehr angesagt ist und von fast jedem Effektpedal-Hersteller angeboten wird. Mal ist der gut und mal weniger gut gelungen, wie wir in diversen Tests schon feststellen durften.

Walrus Audio Fathom program

— Mit Hall, Plate, Lo-Fi und Sonar stehen dem Benutzer vier Presets zur Verfügung —

Die übrigen Potis sorgen sich um die folgenden Funktionen:

  • Decay – steuert die Halldauer, also die Länge der Hallfahne
  • Dampen – ein Filter zur klanglichen Bearbeitung der Hallfahne
  • Mix – regelt das Verhältnis zwischen dem Original- und dem Effektsignal
  • X – ein Multifunktionsregler, der in jedem der vier Presets unterschiedliche Aufgaben übernimmt. So sorgt er beispielsweise im Modus Hall für die Verzögerung (Pre-Delay) des einsetzenden Halls, während er im Sonar-Modus das Mischverhältnis zwischen der oberen und der unteren Oktave regelt.

Bleibt noch der Dreifach-Minischalter zu erwähnen, der sich gut geschützt zwischen den Potis befindet. Er trägt die Bezeichnung MOD, also „Modulation“, und fügt jedem der vier Presets entsprechende LFO-Bewegungen in drei verschiedenen Stärken hinzu.

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