Voyager Mk2 - die Reise geht weiter
Mit dem Voyager Mk2 bringt Walrus Audio ein Boutique-Overdrive auf den Markt, das nicht nur optisch, sondern auch funktional ordentlich nachlegt. Neben fünf Clipping-Modi und klassischem Tone/Gain/Volume-Dreiklang bekommt man einen vollwertigen parametrischen EQ spendiert, das Ganze in gewohnt stabiler Verarbeitung, mit Soft-Touch-Relais-Schaltern und einem coolen Look. Ob das reicht, um sich im Pedaluniversum durchzusetzen? Finden wir’s raus!
- Flexibler Overdrive: Fünf unterschiedliche Clipping-Modi mit Germanium- und Silizium-Dioden für vielseitige Sounds.
- EQ per Fußschalter: Parametrischer Mitten-EQ lässt sich live aktivieren – praktisch für Soloboosts oder Soundformung.
- Boutique-Design: Robustes Gehäuse, Soft-Touch-Fußschalter und ikonische Raumfahrt-Grafik.
- Praxisnah & intuitiv: Einfache Bedienung trotz vieler Optionen – ideal für den Live-Einsatz.
Inhaltsverzeichnis
Walrus Audio Voyager Mk2
Die Boutique‑Pedale des amerikanischen Herstellers Walrus Audio dürften mittlerweile den meisten E‑Gitarristen bekannt sein. Gegründet von einem Kollektiv aus Musikern, Ingenieuren und Künstlern war und ist es das Bestreben, Effektpedale zu bauen, die klanglich hochwertig und gleichzeitig ästhetisch ansprechend sind. Hier wird mit viel Know-how und Liebe zum Detail vorgegangen.
Die Mk2‑Version des Voyager‑Pedals hat deutlich mehr unter der Haube als ihr Vorgänger. Zusätzlich zu den Reglern VOLUME, TONE und GAIN verfügt die aktuelle Version jetzt auch über einen schaltbaren parametrischen Equalizer.
Auch der neu hinzugekommene MODE‑Drehschalter mit fünf verschiedenen Clipping‑Modi erweitert die Klangpalette deutlich. Hierbei kommen diverse Dioden (Germanium, Silizium) zum Einsatz, die das Signal unterschiedlich komprimieren. Zwei der Modi sorgen für eine stärkere Betonung der Bässe (Bass‑Boost), andere klingen „linearer“.
Unser heutiger Testkandidat ist alternativ auch in Schwarz erhältlich, wobei die Seafoam‑Variante auf mich etwas freundlicher wirkt – aber dies unterliegt natürlich den persönlichen Vorlieben.
Facts & Features
Das Pedal besitzt die Abmessungen 12,1 × 6,6 × 3,5 cm (T × B × H) und ist somit etwas größer als der „Standard“. Die Verarbeitung wirkt sehr wertig. Die stylischen Potiknöpfe, das Konterfei der Voyager‑Raumfähre und die stirnseitig angebrachten Klinkenbuchsen unterstützen das Boutique‑Design. Beide Fußtaster sind relaisgesteuert (soft touch) und somit geräuschlos beim Umschalten. Das Pedal besitzt True-Bypass.
Der parametrische Mitten‑EQ ist mittels des rechten Fußtasters an‑ bzw. auszuschalten, was sich live oder im Studio als praktisch erweist. So könnte man sich während eines Solos mit einem Mid‑Boost dem Publikum besser zu Gehör bringen oder diesen auch nutzen, um sich unangenehm harte Mitten‑Frequenzen zu entledigen oder den Sound mit heftig „gescoopten“ Mitten mehr in Richtung Metal zu lenken. Die Fußtaster sind so angeordnet, dass man sowohl bequem an nur einen als auch an beide gleichzeitig gelangt.
Die Stromversorgung erfolgt wie üblich über ein 9 V, DC Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten) oder das Multinetzteil des Pedalboards. Der Stromverbrauch wird vom Hersteller mit 100 mA angegeben, dieser dürfte in der Praxis jedoch deutlich geringer ausfallen.
Regler und Bedienelemente
Der linke Fußtaster (relaisgesteuert) schaltet die Verzerrer‑Abteilung ein, was auch durch seine korrespondierende weiße LED signalisiert wird. Der rechte Fußtaster schaltet den Mitten‑EQ unabhängig dazu.
Die Regler VOLUME, GAIN und TONE sind erwartungsgemäß verantwortlich für die Ausgangslautstärke, den Grad der Verzerrung und den Anteil der hohen Frequenzen im Klangbild.
Der MODE‑Drehschalter wählt eine der fünf Schaltungsvarianten aus, die mittels verschiedener Dioden das Signal (laut Hersteller symmetrisch bzw. asymmetrisch) komprimieren. Der Klang variiert deutlich, je nach Stellung.
MID und FREQ sind zuständig für den parametrischen Equalizer. FREQ wählt die Center‑Frequenz zwischen 350 Hz und 2 kHz, die dann mit bis zu 12 dB Boost bzw. Cut versehen werden kann. Der Q‑Faktor (Bandbreite) und die Flankensteilheit des EQ sind vom Hersteller nicht angegeben, dürften aber gut gewählt sein.
Bedienung
Die Bedienung gestaltet sich intuitiv. Man wählt mit dem MODE‑Switch zunächst die „sympathischste“ Dioden‑Kombination aus (wobei alle fünf Möglichkeiten gut klingen). Zwei der Modi betonen den Bassanteil, andere klingen „linearer“ bzw. scoopen die Mitten. Dann stellt man die gewünschte Verzerrung ein und experimentiert mit dem TONE‑Regler und dem Mid‑EQ.
Sound
Die fünf Clipping‑Modi in Kombination mit dem parametrischen Mitten‑EQ erlauben unzählige Klangvariationen. Beginnen wir mit einer Strat (Suhr Classic, SSH) auf Stellung 4 (Steg + Mitte parallel) und Modus 1. Hier kommt eine 1N34A Germanium‑Diode zum Einsatz, die in der Vorgängerversion bereits für die Kompression sorgte.
Ein Riff wird zunächst zweimal clean gespielt, nach 11 Sekunden wird der Effekt aktiviert. Die Mitten wurden hier minimal geboostet.
Modus 2:
Der zweite Modus liefert „tightere“ und somit aufgeräumtere Bässe. Wir hören den Humbucker am Steg mit einem Riff zunächst wieder clean, sodass man einen objektiven Vergleich hat.
Mode 3 mit relativ viel Verzerrung und leicht gescoopten Mitten:
Mode 4 liefert einen typischen Classic-Rock-Sound mit ordentlich Biss:
In folgendem Beispiel hören wir Mode 5 (der nach 5 Sek. aktiviert wird). Bei 22 Sek. wird der Mid-EQ dazugeschaltet, der die Mitten etwas scoop:
Zwei der möglichen Sounds gefielen mir persönlich am besten, deswegen sind diese nochmals explizit zu hören (Strat Halstonabnehmer):
Favorit 1:
Favorit 2 (Steg-Humbucker):
Signalweg: Suhr Classic Stratocaster (SSH) – Walrus Audio Voyager Mk2 – Peavey Classic 20 Minihead – MESA/Boogie 1×12″ Thiele-Box mit Creamback-Celestion Lautsprecher – Sennheiser e906 – MOTU M4 – Mac Studio mit Logic.




































Wow, krasses Teil. Will ich unbedingt austesten. Schon euer waches Auge hat mich sehr, sehr neugierig gemacht. Danke dafür!