Mini-Looper mit Maximal-Potenzial
Der Walrus Audio Xero Polylooper ist ein kleiner 2-Kanal-Looper des US-amerikanischen Herstellers Walrus Audio. Das Gerät hat für seine kleine Größe ein paar tolle Features an Bord. Welche das sind und wie sich der Looper in der Praxis schlägt, erfahrt ihr jetzt hier im Testbericht.
- Kompaktes Design: Nur 12 × 6 cm groß, hochwertig verarbeitet und stabil gebaut.
- Intuitive Bedienung: Aufnahme, Overdubs und Undo per Fußtaster einfach steuerbar.
- MIDI-Flexibilität: Alle Funktionen lassen sich per MIDI individuell ansteuern.
- Klangneutral: Keine hörbare Klangveränderung – transparent und direkt im Sound.
Inhaltsverzeichnis
Walrus Audio Xero Polylooper – Unboxing, Verarbeitung und Features
Das Auspacken des heutigen Testgerätes war mir eine Freude: Es kommt in einem hübschen schwarzen Pappkarton mit dem Walrus-Audio-Logo darauf. Im Innern ist das Gerät noch einmal in einem kleinen Samtsäckchen verpackt, das auch gut als Staubschutz dienen kann, wenn man es gerade einmal nicht braucht.
Neben dem Polylooper selbst finden wir noch eine ganze Menge zusätzlicher Dreingaben: einen Aufkleber mit dem Firmenlogo, einen Aufkleber mit der Aufschrift “HEY, I LOVE YOU”, eine kleine Anleitung (auf Englisch), eine Broschüre mit weiteren Produkten der Firma und zu guter Letzt ein Plektrum in cooler schwarz-goldener Optik.
Kommen wir nun zum Pedal selbst: Vorab – ich habe das cremefarbene Modell zum Testen bekommen. Mit gerade einmal 12 × 6 cm und ca. 400 g Gewicht zählt der Xero Polylooper eher zu den kleineren Leichtgewichten unter seinen Artgenossen.
Bei meinem üblichen Sichtcheck zur Verarbeitung ist mir nichts negativ aufgefallen – ganz im Gegenteil! Der Looper ist sauber verarbeitet, macht einen absolut stabilen und soliden Eindruck, und alle Knöpfe und Leuchten sind klar beschriftet.
Apropos Schalter: Das Gerät kommt mit wenigen Knöpfen aus. Zwei Fußtaster zur Kontrolle der beiden Loops sowie je ein Panning-Regler und ein Lautstärke-Fader bilden die prominentesten Bedienelemente auf dem Gerät.
Hinzu kommen je zwei Schalter pro Kanal, um die Geschwindigkeit der Loops zu verändern und zwischen „normal“ und „reverse“ umzuschalten sowie ein weiterer Schalter, um die drei Modi des Loopers durchzuschalten – dazu später mehr.
Ein Batteriefach sucht man an dem Gerät vergebens: Ein Batteriebetrieb ist also nicht vorgesehen – es muss stets ein passendes Netzteil angeschlossen werden.
Auf der Rückseite des Gerätes finden wir neben dem Stromanschluss auch zwei Mini-Stereoklinkenanschlüsse für MIDI In und Thru sowie einen USB-C-Anschluss. Zu meiner Enttäuschung kann dieser jedoch nicht zur Stromversorgung genutzt werden, sondern dient lediglich als Schnittstelle zum PC, um Firmware-Updates aufzuspielen.
Ein Netzteil (9 V DC, 300 mA) liegt dem Gerät übrigens nicht bei.
Also – dann mache ich mich einmal auf die Suche nach einem passenden Netzteil im Lager und unterziehe das Gerät anschließend meinem Praxischeck!
Im Praxischeck
Sobald das Gerät mit Strom versorgt war, konnte es auch schon losgehen. Ich habe den Looper in Mono getestet und ohne weitere angeschlossene MIDI-Controller.
Für den Test habe ich meine Akustikgitarre und meine eingerosteten Looper-Skills bemüht.
Was mir beim Einstellen direkt auffällt: Die Pan-Potis der beiden Kanäle haben leider keine gerasterte Mittelstellung – wenn man beide Kanäle genau in die Stereomitte pannen möchte, braucht man hier also etwas Fingerspitzengefühl.
Nun zur Praxis selbst: Die Bedienung des Loopers funktioniert ganz einfach. Ein einzelner Druck auf den linken Taster startet die Aufnahme. Ein weiterer Klick auf denselben Taster schaltet den gewählten Kanal in den Play-Modus. Wird der Taster während eines laufenden Loops gedrückt, können auf demselben Weg Overdubs aufgenommen werden.
Mit längerem Drücken des Tasters wird die letzte Aufnahme rückgängig gemacht – das kann auch beliebig oft wiederholt werden. Praktisch, wenn man sich mal verspielt hat.
Der rechte Taster stoppt bei einfachem Drücken, bei längerem Drücken wird das „Speed FX“ ein- bzw. ausgeschaltet.
Mit Mode wählen wir den jeweiligen Kanal: 1, 1+2 oder 2. Halten wir beide Taster für eine halbe Sekunde gedrückt, stoppen alle Kanäle vollständig. Hält man sie für 5 Sekunden, gibt es einen kompletten Reset – alle Aufnahmen auf beiden Kanälen werden gelöscht.
In meinem Test habe ich schnell gemerkt, dass die grundsätzliche Bedienung des Gerätes super einfach ist. Gerade bei der präzisen Bedienung beider Taster gleichzeitig hatte ich jedoch so meine Probleme – das kann natürlich an mir als Grobmotoriker liegen und ist sicherlich kein Thema, wenn man den Looper über einen MIDI-Controller steuert.
Die MIDI-Funktion habe ich, wie gesagt, nicht getestet. Aber hier lassen sich alle angesprochenen Kommandos (ebenso wie die Funktionen der kleinen schwarzen Knöpfe) auch einzeln per MIDI ansteuern.
Mit einem entsprechend ausgestatteten MIDI-Controller kann man also jede Funktion auf einen eigenen Schalter legen oder sich alles genau so einrichten, wie man es braucht. Würde ich den Polylooper live einsetzen, wäre das für mich auf jeden Fall der Weg.
Ich habe natürlich auch einen kleinen A/B-Vergleich gemacht, ob der Looper den Sound in irgendeiner Weise verändert – konnte aber nichts feststellen. Was reingeht, kommt genauso wieder raus.
Das Gerät tut genau das, was es soll und die Fußtaster fühlen sich beim Schalten präzise und wertig an.
Klangbeispiele
Als nächstes könnt ihr ein paar Klangbeispiele von mir hören. Für den Versuchsaufbau habe ich meine Taylor-Akustikgitarre über eine DI-Box an den Looper angeschlossen und bin vom Looper direkt über meinen Ferrofish-Wandler ins Interface gegangen. Viel Spaß beim Hören!

































Super Teil, sehr informativer Artikel.