Echter Klassiker mit Verfeinerungen
Kompakter Overdrive mit Röhren-Feeling: Der Wampler TCD Overdrive bietet flexible Zerrsounds, EQ-Feintuning und clevere Features für alle, die mehr Kontrolle und Dynamik im Pedal suchen.
- Klangcharakter: Von leichtem Crunch bis Rock-Zerrsound – immer direkt, dynamisch und röhrenähnlich im Spielgefühl.
- EQ & Features: 3-Band-EQ, FAT- und Diode-Switches sowie Clipping-Mode für feines Sound-Shaping.
- Verarbeitung: Robustes Metallgehäuse, Silent-Switch, stabile Potis – praxisnah und bühnentauglich.
- Zielgruppe: Gitarristen, die klassischen Overdrive mit mehr Kontrolle und Nuancen suchen.
Inhaltsverzeichnis
Wampler TCD – Mein erster Eindruck
Der Wampler TCD Overdrive kommt mit ein paar netten Goodies daher: Zum Pedal gibt es zwei Sticker, ein Plektrum mit Wampler-Branding sowie vier Gummifüße zum Ankleben. Mit dabei ist außerdem eine Kurzanleitung mit einigen Soundsetting-Vorschlägen, die ich im Soundtest definitiv ausprobieren werde. Zunächst befreie ich das Pedal aber aus dem ebenfalls mitgelieferten Jutebeutel und nehme es genauer unter die Lupe.
Durch das Metallgehäuse macht das Pedal einen sehr stabilen Eindruck und ist damit definitiv roadtauglich. Auch die Potis laufen butterweich und lassen sich fein einstellen, ohne sich zu leicht zu verstellen – der einmal gefundene Sound bleibt also stabil. Der Kippschalter für den Wechsel des Clipping-Modes sitzt ebenfalls bombenfest.
Als Fußschalter ist beim TCD Overdrive ein Silent-Switch verbaut, der ein nahezu geräuschloses Ein- und Ausschalten ermöglicht. Die LED ist ausreichend hell und zuverlässig sichtbar – alles in allem liefert das Pedal in puncto Verarbeitung eine erstklassige Performance.
Die wichtigsten Features
Im Gegensatz zu seinem Vorbild, dem Fulltone OCD, verfügt das Wampler-Pedal über einen 3-Band-EQ, der das Absenken und Verstärken von Bass, Mitten und Höhen erlaubt – und damit eine deutlich feinere Einstellung des Klangbilds.
Mit dem Mode-Schalter lässt sich das Clipping-Verhalten und die Gain-Struktur verändern: In der unteren Stellung entspricht alles exakt dem Vorbild, die obere Stellung sorgt hingegen für eine eher röhrenhafte Verstärkung mit mehreren hintereinandergeschalteten MOSFET-Gain-Stages.
Auch im Inneren hat das Pedal noch eine Überraschung zu bieten: Zwei kleine DIP-Switches ermöglichen eine weitere Klanganpassung:
- FAT-Switch: In der rechten Position fügt er dem Sound mehr Low-End und Wärme hinzu.
- Diode: In der linken Position wird eine zusätzliche Clipping-Diode aktiviert, was ein anderes Gain-Profil mit mehr Sättigung ergibt.
Alle Specs im Überblick
- Overdrive Effektpedal für E-Gitarre
- Neuinterpretation eines berühmten Pedals, das für seine harmonische Komplexität und verstärkerähnliche Ansprache bekannt ist
- Es fängt den begehrten Klang ein und ist dabei vielseitiger mit mehr Klangkontrolle
- Mit dem Mode-Schalter kann man zwischen zwei verschiedenen Arten von Übersteuerung wählen
- Regler: Gain, Level, Bass, Mids, Treble
- Schalter: Mode LED: Effekt an
- Fußschalter: Effekt Bypass
- Ein- und Ausgang: 6,3 mm Klinke
- Netzadapteranschluss: Hohlsteckerbuchse 5,5 x 2,1 mm, Minuspol innen
- Stromaufnahme: 25 mA
- Stromversorgung mit einem 9 – 18 V DC Netzadapter
- Abmessungen (B x T x H): 64 x 122 x 58 mm
- made in USA
Der Wampler TCD im Praxistest
Nun schauen wir uns an, wie sich der Wampler TCD Overdrive in der Praxis schlägt. Die Bedienung ist denkbar einfach – kein überflüssiger Regler, kein unnötiger Schnickschnack. Gain nach Belieben aufdrehen, mit dem EQ etwas nachjustieren, ggf. den Mode-Schalter oder einen DIP-Switch aktivieren – fertig ist der Sound.
Das Spielgefühl überzeugt mich ab der ersten Sekunde: Knackige, tighte Ansprache, der Ton ist sofort da und Drive fettet gerade Singlecoil-Sounds schön an. Auch in puncto Dynamik kann das Pedal punkten – spielt man mit dem Volume-Poti oder der Anschlagsstärke, lassen sich viele Nuancen im Sound herausarbeiten.
Gerade bei bluesigen Sounds in den Light-Gain-Einstellungen und dem Vergleich von Single-Notes zu Akkorden lässt sich das gut verdeutlichen. Legt man den Mode-Kippschalter um, wird der Sound schön angedickt und bekommt mehr Wärme im Sound. Hier klingt das Pedal deutlich nach einem gesättigten Röhrenamp! In unterer Stellung (Off) des Schalters bleibt der Sound hingegen eher definiert und ausgewogen. Die Single-Notes klingen hier etwas gezähmter und der Dynamikbereich ist weniger komprimiert.
Als Nächstes reizen wir den Gain des Pedals einmal richtig aus und drehen auf Anschlag. Hier bekommt man authentische, knurrige Rock-Sounds mit viel Druck, und das Pedal kann einen seiner Vorteile deutlich ausspielen. In den High-Gain-Bereich, zum Beispiel für Metal-Sounds, geht das Pedal allerdings nicht.
Fährt man das Original bei sehr hohen Gain-Settings, so hat man deutlich zu viel Low-End. Mit dem 3-Band-EQ am Wampler TCD Overdrive ist das allerdings gar kein Problem, da man das Low-End einfach herausdrehen kann, ohne die anderen Frequenzbereiche zu beeinflussen. Der große Regelweg des EQs ermöglicht außerdem viele Nuancen im Klang, da man relativ stark boosten bzw. cutten kann. So lässt sich der Sound prima aufräumen.
Der FAT-Schalter hebt die obertonreiche Verzerrung noch etwas mehr hervor. Besonders sinnvoll finde ich ihn, wenn der Mode-Schalter in der unteren Position bleibt, da man so einen etwas fetteren Sound bekommt und trotzdem ein wenig mehr Definition und Dynamik behält als mit dem Mode-Schalter in der oberen Position. Eine sinnvolle Ergänzung also, die das Pedal noch ein wenig flexibler macht.
Zuletzt schauen wir einmal, wie das Pedal mit allen Reglern in der 12-Uhr-Position klingt und was der Diode-Switch im Sound bewirkt. Hier eignet sich das Pedal gut für angezerrte Rhythmus-Parts und bleibt gut transparent und druckvoll. Mit aktiviertem Diode-Switch klingt der Sound ein bisschen mehr gesättigt und kippt bei klingenden Tönen schneller in das Oberton-Feedback. Insgesamt ein subtiler Eingriff ins Soundbild, aber doch gut gelungen.
Wampler TCD Overdrive Klangbeispiele
Alle Klangbeispiele wurden in folgender Signalkette angefertigt:
Ibanez TQM 1-NT -> Wampler TCD Overdrive -> Universal Audio Apollo Twin X Interface -> NeuralDSP Tone King Imperial MKII Plug-in -> Logic X Pro
Es kamen keine EQs, Kompressoren und andere Plug-ins zum Einsatz.
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Sehr geile Soundbeispiele, mein Lieber. Das Teil scheint sehr dynamisch und dabei ehrlich zu sein. I like!!!
Brian Wampler liefert wieder einmal. In Sachen Overdrive ist er kaum zu schlagen. Danke für die wirklich feinen Soundbeispiele. Wampler hat es geschafft diesen Klassiker mit einem deutlichen Mehrwert auszustatten. Zudem werden alle erleichtert sein die seit den irritierenden Aussagen/Handlungen von Mike Fuller der Marke Fulltone den Rücken gekehrt haben.