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Test: Warm Audio WA12 Discrete Mic Pre, Mikrofonvorverstärker

4. November 2013

Vintage Knaller mit Charakter?

Mit dem WA12 legt die noch junge texanische Firma Warm Audio ihr Erstlingswerk vor. Es handelt sich dabei um einen diskret aufgebauten Preamp, dessen Namensgebung nicht zufällig an die 312er von API erinnert. Das Design des Preamps ist dann tatsächlich so ähnlich, dass auf der Herstellerseite auch von einem 312-Klon gesprochen wird („The new Warm Audio WA12 is based on the classic 312 microphone preamplifier.“).

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Keine Anleitung nötig – die Frontseite

Die Namensgebung diskret rührt einfach von der Tatsache her, dass keine integrierten Schaltkreise verbaut sind, also keine IC-Chips. Die ganze Elektronik basiert eben auf diskreten Komponenten (also Transistoren, Widerstände, Kondensatoren etc.). Sucht man im Netz nach einem Schaltplan für das originale API 312, findet man schnell einen. Hier ist jedoch ein Opamp die Hauptkomponente? Ja, denn man kann sehr wohl einen Opamp aus diskreten Komponenten aufbauen. „Opamp“ beschreibt nur die Funktion dieser Baugruppe, welche in deutsch ausgeschrieben eben „Operationsverstärker“ lautet.

Hardware

So, bevor ich mich jetzt auch noch in der Geschichte der Opamps verliere, nun mal zu unserem Testkandidaten. Der Warm Audio WA12 kommt in einem dünnen, aber doch stabilen Metallgehäuse und das im 1HE Halbrackformat. Zwei dieser Geräte passen also mithilfe einer Rackwanne nebeneinander ins Rack. Auffällig die Farbgebung in einem nicht zu grellem Orangeton, auf der sich die schwarze Beschriftung noch gut lesen lässt. Alle Funktionen lassen sich über die Frontseite bedienen. Auch der Eingang für hochimpedante Signalquellen findet sich vorne – das ist gut gelöst. Über den Hi-Z-Schalter kann man dann auf die Signalquelle umschalten. Es befinden sich der Reihe nach noch folgende Bedienelemente auf der Vorderseite: +48V (Phantomspeisung), Pad (-20 dB), Pol (Phasenumkehr), Tone (Eingangsimpedanz von 6oo auf 150 Ohm).

Sauber laufend und gerastert - der Gain-Regler

Sauber laufend und gerastert – der Gain-Regler

Dann kommt der Gainregler und der Power-Schalter. Jeder der Taster hat eine zugeordnete LED, man hat also immer alle Einstellungen im Blick. Der Gainregler ist mit einem gerastertem Poti realisiert. Dabei entspricht eine Rastereinheit ca. einem 1,2 dB-Schritt. Das macht eine genaue Einstellung etwas schwieriger, bringt jedoch den Vorteil der Wiederaufrufbarkeit einer Einstellung. Obwohl die letzte Beschriftung auf der Skala eine 65 anzeigt (also 65 dB Verstärkung) geht das Potential darüber hinaus. Denn bei aktiviertem Tone-Taster wird dann eine Gesamtverstärkung von 71 dB erreicht.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Hi Thilo,

    netter Test, scheint eine schöne Alternative zu sein, falls die Farbe ins Studio-Setup passt.
    Ein Punkt sollte allerdings noch Erwähnung finden: Der Preamp hat keinerlei optische Anzeigen für Signal und Aussteuerung.

  2. Profilbild
    falconi  RED

    Hi Thilo,

    hast Du vieilleicht auch auch ein Foto der Hauptplatine oder einfach ein „Gesamtinnenfoto“ geschossen?

    Einen lieben Gruß,
    Falk.

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