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Test: Was der Pioneer DJ CDJ-3000 wirklich kann!

3. Dezember 2020

Die Key-Features am neuen Pioneer DJ Media-Player

Pioneer DJ CDJ-3000

Pioneer DJ CDJ-3000

Versprochen ist versprochen. Nach dem etwas oberflächlichem Durchschritt durch das neue Flaggschiff von Pioneer DJ kommt nun der Blick ins Detail.

Wer nun hier gelandet ist und den Volleinstieg nicht wagt, hier gibt es Part 1: Pioneer CDJ-3000 im  Praxist-Test.

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Themen heute: Jog-Wheel / Hot Cues / Waveforms / Key Shift und Sync. Also los:

Das neue Jog-Wheel am Pioneer DJ CDJ-3000

Ein kurzes Wort vorab zu dem Display im Jog-Wheel. Danke. Wirklich brauchen tue ich es nicht. Ein nice-to-have ist das Artwork im Display, erinnert ein wenig an alte Schallplattenzeiten. Die Anzeige, ob man im CDJ- oder Vinyl-Mode spielt, ist ebenso ein nice-to-have, allerdings kann man das auch wunderbar an der blauen oder grünen LED neben dem Schalter erkennen.

Wie gehabt, nur natürlich sehr viel schöner grafisch, ist die Abspielposition gekennzeichnet.
Der Slip-Mode färbt einen Ring im Display rot und lässt ein kleines „Slip“ aufleuchten, zudem gibt es eine Information über den Beat-Sync-Status.

Soweit, so funktionabel und bis auf, dass es sehr viel schöner ist als vorher, rein von der Funktionalität kein großer Vorteil.

Pioneer CDJ-3000

Das neue Jog-Wheel, von außen zunächst einmal in bekannter Optik

Ganz im Gegenteil zum neuen Jog-Wheel. Das ist wirklich geil. Das Jog-Wheel wurde laut Pioneer DJ komplett überarbeitet und obwohl es aussieht wie das der Vorgänger, ist es haptisch kein Vergleich. Das neue Jog-Wheel läuft sehr viel weicher, leiser und weniger schnarrend als die Vorgängermodelle. Das wird sich sicher nach einiger Zeit verschlechtern, das tut es bei den Vorgängern auch, aber dennoch: Das neue Jog-Wheel ist um Welten besser. Fast schon nebensächlich: Die Oberseite hat eine neue Oberfläche, die etwas dem Vinyl-Look huldigt, glatter mit Rillen im größeren Abstand.

Preview Link & Track-Preview im laufenden Track

Mit Preview Link können wir nun endlich aufgreifen, was schon vorher erwähnt wurde: In den Playlisten/Tracklisten etc. kann linksseitig eine vollständige Wellenform angezeigt werden. Diese dient nicht nur der Übersicht, sondern auch als hörbare Preview-Möglichkeit. Alles, was getan werden muss, sind zwei Dinge: Erstens, man braucht einen kompatiblen Pioneer DJM-Mixer, zum Beispiel einen DJM-900NXS2 oder DJM-V10, zum anderen muss dieser im Pioneer Pro DJ Link Netzwerk integriert sein. Heißt: Er muss wie die Player verlinkt sein. Ist das gegeben, kann man mit dem Finger im Display einfach in die Wellenform drücken und die Abspielposition damit angeben und gleichzeitig, ohne dass der Track geladen wurde, in den Track hineinhören.

Pioneer DJ CDJ-3000

Preview per Tastendruck über Link Cue am passenden Pioneer DJM

Das ermöglicht erst mal an einem Pioneer DJ-Player schnelles Reinhören ohne zu laden und ist einfach ein klarer Pluspunkt. Allerdings halt auch nur, wenn ein kompatibler DJM dort steht und im Netzwerk eingebunden ist.

Das funktioniert übrigens auch im laufenden Track. No joke. Einfach mal beim B2B-Partner hören, wie der Track denn so weiter geht? Helfen tut dabei die volle Wellenformübersicht unten im Display, in der man ja bereits „scrollen“ konnte, wenn der Track pausiert ist. Nun aber kann man in diesem mit dem Finger navigieren und ab dem jeweiligen mit dem Finger gesetztem Punkt wird der Song über Link-Cue direkt auf den Kopfhörer gegeben und man kann ganz entspannt in den laufenden Track an anderen Stellen reinhören. Genialer Move für B2B-Sets, wenn man die Tracks des Spielpartners nicht kennt.

Stacked Waveforms

Ein weiteres Schmankerl: Im Verbund mehrerer Player kann man das Phase-Meter verschwinden lassen und gegen die Wellenform des Master-Players tauschen, die in kleiner, aber parallel mitlaufend anstelle des Phase-Meters angezeigt wird. Dies gibt zum einen eine ganz neue Form der virtuellen Rückmeldung über die Track-Positionen zueinander, zum anderen erlaubt es auch den Abgleich der Track-Positionen hinsichtlich von Breaks oder gesetzten Loops bei den laufenden Tracks auf einem einzigen Display. Und ehrlich: Das ist ziemlich cool!

Pioneer CDJ-3000

Stacked Waveforms: So sieht es aus

Klar: Die Player müssten gelinkt sein, zum anderen, es kann immer nur auf den Nicht-Master-Playern die Wellenform vom Master-Player angezeigt werden.

Ein weiterer Punkt, an dem sich zeigt, dass Pioneer DJ hier mit guten Ideen voranschreitet, die einfach da sind, funktionieren und dabei kein riesiges Fass aufmachen. Good job!

Überarbeitet: Die Hot Cues am neuen DJ-Player

Hot Cues, ein Thema, das unbeständig und doch irgendwie beständig an den Pioneer DJ CDJs ist. Immer links vom Display, mal rund, mal eckig. Zuletzt am CDJ-2000NXS2 in Form von vier Plastiktasten mitsamt Bank-Schalter für 2x 4 Hot-Cues. Keine wirklich besonders praktikable Lösung für coole 8 Hot-Cues. DJ-Controller machen es seit Ewigkeiten vor und besitzen gummierte Pads, Denon DJ hat es mit Performance-Pads unter dem Jog-Wheel mit unterschiedlichen Modi vorgemacht.

Pioneer DJ CDJ-3000

8 Hot Cue Tasten unter dem Display

Pioneer DJ zieht da nicht vollkommen nach, spendiert dem Pioneer DJ CDJ-3000 aber nun immerhin 8 Tasten für Hot-Cues – über dem Display in einer Reihe. Die Position ist laut Pioneer DJ das Resultat von reichlich Feedback und die Hot-Cue-Tasten befinden sich entsprechend, damit auch unter der vollen Waveform-Übersicht, in der die Hot-Cues angezeigt werden.
Warum jedoch klickende Plastiktasten verbaut worden sind und keine kleinen Pads, das geht in meinen Kopf leider gar nicht rein. Das sind keine Start/Stopp-Tasten, das sind Tasten, mit denen man arbeitet. Die Tasten müssen nicht anschlagsdynamisch sein, aber Hot-Cues spielt man an, teils mehrfach, triggert damit Cue-Punkte. Das ist mit Plastiktasten leider unsexy.

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Unterschiedliche Modi für die 8 Tasten wird es wohl auch in Zukunft nicht geben. Dagegen spricht, dass es keine Shift-Ebene gibt, ebenso, dass diese klar als Hot-Cues bezeichnet sind.

Key Shift und Key Sync – tonal sauber auf Knopfdruck

Was es bisher an DJ-Controllern gab, gibt es nun endlich, (vielleicht dank der neuen Prozessoren) im Pioneer DJ CDJ-3000 nun auch an einem Multi-Player: Key-Sync. Und auch genau dank der Rechenleistung kann man wohl getrost behaupten, dass die Implementierung dieser Funktion auf dem besten Wege geschehen ist, den es bisher gibt.

Vorab: Was tut Key-Sync? Nun, drückt man Key-Sync auf einem der Player, wird sich der Track der Tonart des Tracks am anderen Player/Master-Player anpassen. Das erfolgt meist dadurch, dass die nächst passende Tonart gefunden und der Track auf diese angepasst wird.

Das funktioniert technisch natürlich problemlos, rein akustisch allerdings wird es immer dann problematisch, wenn der Schritt zu groß wird. Ebenso wie bei Tempo-Sprüngen gibt es auch bei dem Wechsel/der Verschiebung von Tonarten einfach Grenzen, die, einmal überschritten, aufzeigen, dass der Algorithmus zwar technisch etwas liefert, das Ergebnis aber klanglich nicht mehr überzeugt. Das muss dann nicht einmal ein Schritt von 5 oder 6 Tonarten sein, das passiert schon bei einer Verschiebung um 2 Tonarten, oder 2 bis 3 Halbtonschritten.

Das große Problem ist folgendes: Nehmen wir das bekannte Camelot-Wheel zur Hand und veranschaulichen wir uns damit kurz, wie es bisher zumeist gehandhabt wird. In diesem wissen wir, können wir uns frei bewegen, sofern wir entweder nur eine Nummer hoch oder runter (also um eine Quinte/Quarte und entsprechend zur Dominanten oder Subdominanten) springen oder in der gleichen Nummer/Tonart bleiben und nur zu der relativen Tonart springen (Major/Minor bzw. Dur und Moll). Beispiel: Von 9B können wir zu 9B natürlich, zu 8B oder 10B oder zu 9A. Das heißt, von den 24 Möglichkeiten haben wir 4 zur Auswahl für den zweiten Track mit passender Tonhöhe. So das normale Prozedere, was aber bedeutet, dass man gern mal 5 oder 6 Halbtonschritte springt.

Bisher einzig und allein am CDJ-3000 hat Pioneer DJ zwei weitere mögliche Variationen untergebracht, die in der einfachen Version des Camelot-Wheels nicht gelehrt werden, aber funktionieren: die relative Tonart der Dominanten wie auch der Sub-Dominanten. Das bringt zwei weitere Möglichkeiten ins Spiel, bezogen auf das Beispiel oben ausgehend von 9B entsprechend zusätzlich 10A und 8A.

Das führt am Ende dazu, dass wir nicht mehr nur in 4 Tonarten mixen können, sondern in 6, was am Ende bedeutet, dass der Schritt maximal 2 Halbtonschritte sein muss, statt bis zu vier. Ein kleiner Schritt, aber der Game-Changer.

Wer mehr über Harmonic-Mixing erfahren möchte, dem empfehle ich diesen zweiteiligen Workshop, den ihr hier findet: „Harmonic-Mixing

Umgesetzt ist das Ganze am CDJ-3000 in zwei Wegen. Der eine Weg ist ganz einfach die Key Sync-Taste zu drücken und den Algorithmus seine Arbeit machen zu lassen.

Pioneer DJ CDJ-3000

Master und Sync wie auch Key Sync

Das funktioniert einwandfrei und die entsprechend neue Tonart wird unten im Display angezeigt. Sobald diese Tonart grün angezeigt wird, weiß ich, dass der Track in einer passenden Tonart liegt.

Die Alternative ist der manuellere Weg. Über das Display geht es zur Anzeige für Key-Shift. Die aktuelle Tonart wird mittig in dem Feld angezeigt. Links und rechts davon habe ich zwei Felder zum Springen in Halbtonschritten.
Das ist zum einen natürlich der Weg, die Tonart manuell anzupassen, zum anderen ein echt mächtiges Effekt-Tool.

Für das manuelle Anpassen hilft der Player, den Weg zur nächsten passenden Tonart zu finden, in dem er in einem der beiden virtuellen Tasten die Tonart grün anzeigt als Vorgabe der Richtung. Man kann so also in Halbtonschritten durchsteppen, bis man die passende Tonart gefunden hat.

Alternativ wie genannt und das sollte jeder einmal ausprobieren, kann man diese Funktion als Effekt-Tool nutzen in Breaks oder bei abgespielten Samples und die Tonhöhen verändert und zum Glück auch mit nur einem Druck auf die virtuelle Taste in der Mitte (Reset) zurückspringen zur ursprünglichen Tonart.

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