Test: Waves Element 2, Software-Synthesizer

Klanglich ist Element 2 eine Nummer Eins

Im Vergleich zum Element 1 liegen klanglich tatsächlich Welten. Klang „Nummer Eins“ noch wie ein typischer VA zu der Zeit eben meist noch klang, drückt einen allein die Filtersimulation des Waves Element 2 geradezu an die Wand. Meine erste Assoziation waren ein Micromoog und eine TB-303 und ich nehme stark an, dass es sich hier um in emuliertes Kaskadenfilter handelt. Waves nennt die Synthese-Technik „Virtual Voltage Technology“ und eine neue Inkarnation dieser werkelt im Element 2. Was diese „VVT“ nun genau ist, also Marketing oder echter Fortschritt in der Emulation von analogen Schaltkreisen, darüber kann man mutmaßen. In einem Forenbeitrag auf www.idmforums.com stellte ein User die Frage auf der Waves FB-Seite. Die Antwort: „Hi, Virtual Voltage is a proprietary technology that we use to emulate analog circuitry for digital instruments such as Element and MetaFilter.“ Nimmt man die Antwort wörtlich, so handelt es sich wahrscheinlich doch um eine echte Simulation von Bauteilen, wie z.B. U-HE Diva sie auch nutzt. Ein weiteres Indiz ist, dass „Filters with zero-delay feedback“ zum Einsatz kommen und es somit nicht um herkömmliche digitale Filter handelt.

Ein weiterer Hinweis darauf ist, dass Waves Element 2 sehr Ressourcen-hungrig ist. Auf einem 2009 Mac bereitet eine Instanz mit vielen der Presets bereits Aussetzer beim polyphonen Spiel oder aktivierter Unison-Funktion, selbst bei einem 512-Sample großen Puffer. Natürlich ist das kein aktueller Maßstab mehr, aber zeigt deutlich an, wo die Grenzen sind.

Fazit

Mit Waves Element 2 steigt Waves tatsächlich in die Oberliga der Synthesizer Plug-ins ein. Und das sowohl im Ressourcen-Verbrauch als auch im Klang. War die Version 1 klanglich gerade noch interessant, so punktet hier die Neuauflage mit einem sehr detaillierten analogen Filter- und Oszillatorverhalten. Schon beim Durchklicken der Presets (nimmt man zuerst die fast überall aktivierten Effekte weg) erkennt man den Unterschied und die Qualität deutlich. Fette und breite Flächen (Lush Pads) im Jupiter-Stil oder auch charaktervolle Juno-artige Stabs sind kein Problem für Element 2. Am besten hat mir allerdings die Erstellung von knarzigen Moog- und TB-Bässen bereitet, denn hier hat man klanglich eine echte Wucht zu erwarten. Natürlich beschränkt sich der Synth mit 2 Oszillatoren und maximal 16-facher Polyphonie nicht allein darauf, wie die Presets zeigen. Auch als Percussion-Lieferant kann er dienen und ist durch den kleinen internen Sequencer auch für Live-Auftritte geeignet. Der Element 2 ist als Einzelprodukt für $119 im Waves-Webshop erhältlich, oder zusammen mit den Bundles „Dave Audé EMP Toolbox“ ($299) und „Mercury“ ($2999).

Plus

  • guter Klang
  • gelungene Filter-Emulation
  • deutlich bessere Analog-Emulation als sein Vorgänger Elemt 1
  • Preis/Leistung

Minus

  • Presetauswahl etwas altbacken

Preis

  • $119 im Waves Webshop
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    dhinnen

    Nach einem langweiligen Eindruck des ersten Element, bin ich vom Element2 äusserst angenehm überrascht. Man braucht nur die gleichen Patches in Element1 und Element2 zu spielen und man hört die eindeutige Evolution. Der neue klingt teils beeindruckend gut und ist weiterhin übersichtlich. Vielleicht ist das der einzige Grund den Element1 im Plugin erhalten zu haben – der Sound kann es nicht sein.
    In den gelieferten Patches ist zwar alles dabei, aber sonders originell sind sie nicht. Also, schrauben :)

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