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Test: Waves Platinum Native Bundle Teil 1

Renaissance Compressor
Der Name ist hier Programm. Dieser Kompressor versucht, an vergangene Epochen anzuknüpfen.

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Renaissance Compressor

Renaissance Compressor

Der Renaissance Compressor ist – laut Handbuch – ein warm klingender Kompressor mit einfach gehaltener Oberfläche und kombiniert – ebenfalls laut Handbuch – die Technologie des C1 mit der ARC-Technologie des L1. Große Worte, aber – in meinen Ohren – absolut stimmig. In der Tat sind klangliche Verwandtschaftsverhältnisse zu diesen Plug-ins nicht wegzudiskutieren.
Nebst den üblichen Parametern Threshold, Ratio, Gain (MakeUp-Gain), Attack und Release finden wir noch drei „Knöpfe“: ARC, Electro (Kompressor-Verhalten) und Warm (Klangcharakter).
Mit ARC schaltet man die Auto Release Control-Funktion zu. Hierbei wird der eingestellte Release-Wert als Ausgangspunkt genommen und mittels ARC je nach vorgefundenem Eingangssignal variiert. Erdacht wurde diese Funktion ursprünglich für Summen-Material, kann aber auch auf Einzel-Spuren einen guten Job machen
Mit „Electro“ lassen sich die Eigenschaften der Hüllkurve dynamisch verändern.  Dies kommt der Schaltung der Version 1.0 des Renaissance Compressors gleich. Die Releasezeit verkürzt sich immer mehr, je näher die Pegelreduktion gegen Null geht. Dieser Effekt wirkt nur, solange die Pegelreduktion größer 3dB ist. Mit Opto lässt sich das Verhalten nahezu umkehren.
Der Klangcharakter kann zwischen Warm und Smooth geschaltet werden. Hier wird zwischen zwei verschiedenen Charakteristika im tieffrequenten Bereich umgeschaltet, welche durchaus Einfluss auf das gesamte Frequenzband haben können. „Warm“ fügt tieffrequente „harmonics“ bei starker Kompression hinzu. Die Einstellung „Smooth“ versucht, diese Verzerrungen  zu vermeiden und den Klang möglichst dicht am Original zu halten.

Klangliche Anleihen beim C1 sind, wie bereits oben beschrieben, nicht zu leugnen. Der Renaissance Compressor klingt gut, brauchbar und professionell. Er tut seinen Job. Ich persönlich würde bei den meisten Anwendungen dem C1 klar den Vorzug geben oder ein ganz anderes Fabrikat nutzen. Schade ist, dass hier die Option des Sidechaining komplett ausgeschlossen ist. Gerade dieses Modell würde ich gerne mal mit externen Key-Signalen hören. Klar: Der Renaissance Compressor steht im Schatten des C1. Ob zu Recht oder zu Unrecht muss jeder selbst entscheiden (Hörbeispiele). Dieser Compressor zielt klar auf den Vintage-Geschmack ab.

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C4
Der C4 ist eine vierbändige Variation des C1. Der Klang ist meines Erachtens für Kenner des C1 antizipierbar. Die Bänder können jeweils 18 dB abgesenkt oder angehoben werden. Als Einschwingzeit (Attack) sind 0.5ms bis 500ms als Release-Zeit 5ms bis 5.000ms möglich. Der Threshold geht bis -80dB. Als Release-Option ist hier ARC möglich. Ferner stehen zwei verschiedene Kompressionsverhalten (Opto/Electro) sowie „stufenlose“ Soft- und Hardknee-Schaltung.
Getrennt werden die vier Bänder durch drei Crossover-Frequenzen: Low 40Hz – 250Hz, Mid 100Hz – 5993Hz, High 2kHz – 16kHz.
Die Eingriffsmöglichkeiten sind recht umfangreich. Klanglich weiß der C4 vor allem bei moderaten Einstellungen zu überzeugen. Multibandkompression färbt den Klang per se; daher ist es schwierig, Klangfärbung bei stärkeren Dynamikeingriffen dem Prinzip oder dem Plug-in zuzuordnen.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    derbert1

    Super Test, auch wenn die Audiobeispiele nicht so 100% sind. Endlich mal nicht diese hochjubeln, sondern durchaus kritisch.

    Waves ist ja vielgelobt und sicher auch gut, aber ich bin mit vielen PlugIns nie so richtig klargekommen. Ich persönlich würde auf jeden Fall die Sonox PlugIns bevorzugen oder auch Sonalksis, wenn man sich in dieser Preisrange bewegt.

  2. Profilbild
    Florian Scholz  RED

    Hi derbert1,

    danke für die Blumen :-) Und: Du hast mein persönliches Fazit wirklich gut auf den Punkt gebracht, freut mich, dass es so gut ‚rüberkommt.

    Gruß

    Florian

  3. Profilbild
    daPow

    Hi,
    prima Test. Wenn ich daran denke, wie lange ich über das passende Bundle recherchiert habe – und irgendwie doch nicht so recht überzeugt war, über das, was ich so in Erfahrung bringen konnte. Mein Fazit nach dieser Zeit war: Waves wird überbewertet. Dein Test bestätigt mich zu 100%! Die Bundle-Politik von Waves und das Preis/Leistungs-Verhältnis sind zweifelhaft. Bisher bin ich mit den Bordmitteln von Cubase und ProTools LE ganz gut zurecht gekommen… man muss diese Tools nur mit Verstand und Ohren nutzen. Wenn mal eine Produktion ansteht, die mehr verlangt checke ich auf alle Fälle Sonox an.
    Ach ja – ich habe ein Fazit vermisst! Ich finde, das gehört zu einem Testbericht einfach dazu.

    Gruß,
    Christoph

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