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Test: Weston Precision Audio Trivium, Eurorack-Modul

Oszillator rein, Synthesizer raus

5. August 2026
Weston Precision Audio Trivium Eurorack-Modul Test Bild enthält KI-generierte Inhalte

Test: Weston Precision Audio Trivium, Eurorack Modul (Bild enthält KI-generierte Inhalte)

Um Oszillatoren im Modularsystem zu spielbaren Synthesizern zu machen, benötigt man meist eine Reihe verschiedener Module. Damit will das Weston Precision Audio Trivium Eurorack-Modul jetzt Schluss machen: Es kombiniert Hüllkurven, VCA und Filter in einem Modul. Es wurde zusammen mit der Künstlerin Trovaris entwickelt. Nachdem es auf amazona.de bereits eine News-Meldung und ein Interview (siehe unten) zu diesem Thema gab, liegt nun das fertige Modul vor, das ich im Detail teste.

Kurz & knapp

Was ist es? Weston Precision Audio Trivium, analoges Multifunktions-Eurorack-Modul für VCA, Filter und Hüllkurven.

  • Konzept: Trivium macht Oszillatoren schneller zu spielbaren Synthesizer-Stimmen.
  • Ausstattung: Zwei Hüllkurven, VCA und resonanzfähiges Filter sitzen in einem Modul.
  • Klang: Das Modul klingt sauber, kann aber auch angenehm verzerren.
  • Praxis: Patching wird übersichtlicher und benötigt weniger Kabel.
  • Fazit: Ein durchdachtes, gut verarbeitetes Modul mit hohem Nutzwert.
Bewertung
Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Funktionsumfang
Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Verarbeitung
Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bedienoberfläche
Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Preis/Leistung
Gesamtbewertung
3.8 / 5.0
Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet

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Weston Precision Audio Trivium: Einleitung

Es gehört zu den größten Vorteilen der Nutzung von Oszillatoren in Modularsystemen gegenüber Synthesizern, dass diese direkt und ohne die Notwendigkeit gehaltener Tasten Dauertöne ausgeben können. Nur: Was ist, wenn man einen solchen Oszillator wie einen Synthesizer spielen will? Das klappt typischerweise nicht ganz so einfach, denn man benötigt mehrere Hüllkurven sowie Verstärker und Filter. Geht das nicht einfacher? Das dachte sich zumindest die Künstlerin Trovarsi, die gemeinsam mit Devin Weston von Weston Precision Audio an diesem Projekt gearbeitet hat.

Devin hilft sich damit im Prinzip selbst, denn er ist als Spezialist für Oszillatoren bekannt und kann anscheinend nicht genug davon entwickeln. Weston ist in der Lage, digitale und analoge Technik zu verbinden, was auch beim Weston Precision Audio Trivium Eurorack-Modul wieder deutlich wird. Seine Module warten zudem mit schönen Designs und angenehm aufgeräumten Benutzeroberflächen auf. Die Panels sind dabei meist schwarz. Bei den Knöpfen kommen außerdem die Farben Silber, Grau, Weiß und Gelb ins Spiel.

Hier habe ich bereits einen HV1 Hybrid Oscillator von Devin Weston ausführlich für amazona.de getestet:

Test: Weston Precision Audio HV1 Hybrid Oscillator

Und hier hat Team DelayDude beziehungsweise Sonja das Duo Trovarsi und Devin Weston kürzlich im Zusammenhang mit dem Release des Trivium bereits interviewt:

Interview: Trovarsi und Devin Weston (Weston Precision Audio)

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Basics

Weston Precision Audio Trivium Frontansicht im Eurorack

Weston Precision Audio Trivium

Das Weston Precision Audio Trivium Eurorack-Modul ist 12 HP breit und trägt die zusätzliche Bezeichnung „Analog Multifunction Eurorack Module“. Auch wenn kein Oszillator integriert ist, soll man damit dennoch perkussive Sounds erzeugen können – vermutlich aufgrund des resonanzfähigen Filters. Ein integrierter VCA sowie zwei Hüllkurven gehören außerdem zur Ausstattung. Die Regler für VCA und Filter Env Amount rasten in der Mittelstellung ein.

Das Filter kann selbst oszillieren, verfügt über einen separaten Resonanzregler und stellt als diskretes OTA-State-Variable-Filter die Charakteristiken High-Pass, Band-Pass und-Low-Pass bereit. Ein Schalter mit drei Stellungen ermöglicht die Umschaltung.

Die beiden Hüllkurven sind als ADSR- sowie AD/AR-Ausführung ausgelegt. Ob die zweite Hüllkurve als AD oder AR arbeitet, lässt sich mit einem kleinen weißen Taster daneben umschalten. Die Regelzeiten der Hüllkurven reichen von 1–2 ms bis 7 s. Grafiken im Handbuch zeigen den Verlauf der Kurvenformen, die dort für die ADSR-Hüllkurve als logarithmisch und für die AD/AR-Hüllkurve als leicht konvex beschrieben werden. Letztere soll sich dadurch besonders gut für Filter-Pinging eignen.

Weston Precision Audio Trivium Eurorack-Modul Envelope-Charakteristiken

Envelope-Charakteristiken von Weston Precision Audio Trivium (aus dem Manual)

Für beide Hüllkurven stehen jeweils zwei CV-Ein- und -Ausgänge bereit. Die CV-Eingänge betreffen ADSR-Decay, ADSR-Release, AD/AR-Attack und AD/AR-Dec/Rel sowie Filter-Cutoff, Filter-Resonance und VCA-Envelope. Darüber hinaus gibt es jeweils einen Audio- und Gate-Eingang. Als Ausgänge stehen die beiden Hüllkurvenausgänge sowie ein Audioausgang zur Verfügung. Trivium ist somit für eine monofone Signalführung ausgelegt.

Vier Schalter für ein Halleluja

Weston Precision Audio Trivium Schalter

Die vier Schalter am Weston Precision Audio Trivium

Mit einem Pre-/Post-VCA-Schalter kann die Position von Filter und VCA getauscht werden. Auf diese Weise ist es möglich, über den VCA verstärkte und verzerrte Sounds nachträglich mit dem Filter zu bearbeiten, das aufgrund seiner diskreten Transistor-Topologie ebenfalls verzerrt. Im Post-Modus wird hingegen der Output des Filters anschließend durch den VCA laut Handbuch um bis zu 17,2 dB verstärkt.

Die Klangästhetiken, die sich hierbei ergeben, unterscheiden sich etwas. Im folgenden Beispiel hört man, dass zumindest bei etwas heruntergedrehtem Filter die nachträgliche Verzerrung hinter dem Filter erwartungsgemäß etwas mehr Obertöne und Höhen erzeugt. Zwischendurch drehe ich den VCA herunter. Dann bewirkt die Pre/Post-Umschaltung kaum einen Klangunterschied. Dabei habe ich einen Oszillator (u-he CVilization im neuen Quad-Osc-Modus) in das Weston Precision Audio Trivium Eurorack-Modul geleitet. Der Sequencer Vermona Melodicer steuert den Oszillator per CV und das Trivium per Gate.

Ein zweiter VCA-bezogener Schalter entscheidet darüber, welche Steuerspannung den VCA moduliert. Zur Auswahl stehen die Optionen ADSR, AD/AR oder Hold. Letztere hält den VCA grundsätzlich offen. Die ausgewählte Steuerspannung lässt sich über den VCA-ENV-CV-Eingang modulieren. Mit anderen Worten: Ist Hold aktiv, kann der VCA über diesen Eingang moduliert werden, zum Beispiel von einem LFO, wie im nächsten Beispiel zu hören ist:

Im kommenden Beispiel steht der VCA-Modulationsschalter zunächst im Hold-Modus. Ganz am Ende wird jedoch umgeschaltet.

Zunächst hört man, dass zusätzlich eine Filtermodulation über die Hüllkurve aktiv ist. Nachdem die Hüllkurve durchlaufen ist, bleibt ein Dauerton hörbar, weil sich die VCA-Modulation im Hold-Modus befindet. Ganz am Ende wird auch der VCA auf Hüllkurvenmodulation umgeschaltet. Die Klangveränderung ist dabei deutlich zu hören.

Der erste filterbezogene Umschalter legt fest, welche Hüllkurve das Filter moduliert. Dabei spielt es keine Rolle, was im VCA-Bereich eingestellt ist. Beide Hüllkurven können also gleichzeitig sowohl für den VCA als auch für das Filter verwendet werden. Wenn dieselbe Hüllkurve sowohl den VCA als auch das Filter moduliert, wirkt das in der Praxis wie ein klassisches Low-Pass-Gate (LPG), wie im nächsten Beispiel zu hören ist.

Ist eine der beiden Hüllkurven dadurch im Trivium-Modul selbst wirkungslos, steht sie selbstverständlich weiterhin als Ausgang zur Verfügung, um andere Quellen zu modulieren.

Der zweite filterbezogene Umschalter wechselt zwischen den drei Filtermodi.

Filter als Osc

Heimlich hat Weston hier also doch wieder einen VCO gebaut – zumindest, wenn man das Filter zur Klangerzeugung nutzt. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Resonanz ziemlich weit aufgedreht ist. Das selbstoszillierende Filter ist laut Handbuch für ein Tracking über vier bis fünf Oktaven geeignet, wenn der entsprechende CV-Eingang moduliert wird. Auf der Rückseite befinden sich Trimmer, die normalerweise nicht verstellt werden müssen. Für den Fall der Fälle enthält das Handbuch jedoch entsprechende Anweisungen.

Praxis und (mehr) Klang

Weston Precision Audio Trivium Filter Cutoff

Weston Precision Audio Trivium Filter-Cutoff

Der Lautstärkeunterschied zwischen der Pre- und Post-Schaltung wird logischerweise deutlich größer, wenn das Filter selbst allein für den Klang sorgt. Denn im Pre-Modus wird bei diesem Anwendungsfall kein Eingangssignal mehr verstärkt, sondern lediglich das Ausgangssignal im Post-Modus.

Mein Doepfer A-111-6 Miniature Synthesizer Voice bietet eine Hüllkurve, ein resonanzfähiges Filter, einen Eingang für ein externes Signal und einen VCA. Im Vergleich klingt es rauer und meist deutlich lauter – es sei denn, beim Trivium wird der VCA-Gain (gegebenenfalls im Post-Modus) voll aufgedreht. Das Signal eines digitalen Oszillators einzuspeisen und zu bearbeiten, ist mit dem Trivium jedoch deutlich einfacher.

Das folgende Beispiel zeigt Klänge des externen u-he-Oszillators mit verschiedenen Hüllkurven-Einstellungen und teilweise umgeschalteten Filtermodi.

Konkurrenz

Weston Precision Audio Trivium macht das Patching in der Praxis einfacher, hat allerdings auch seinen Preis. Der oben erwähnte Doepfer A-111-6 ist deutlich günstiger, kann aber nicht so viel und ist dafür schnell laut und dreckig. Um das zu erreichen, was mit dem Trivium möglich ist, benötigt man letztlich zwei Hüllkurvenmodule, ein Filtermodul und einen VCA. Selbst dann ist man vermutlich mit dem Trivium besser bedient, weil durch die Anordnung und die Umschaltmöglichkeiten alles etwas übersichtlicher wirkt und außerdem einige Kabel weniger benötigt werden. Das ist nicht unwichtig.

Günstige Filter- und VCA-Module gibt es auch von Dreadbox, Doepfer, Rides In The Storm oder Behringer. So könnte die Kombination aus Dreadbox Eudemonia und zwei Rides In The Storm FEQ-Ens den Job übernehmen. Das Filter des Eudemonia verzerrt jedoch stärker und auf andere Weise. Der Klang ist dort eher rau und etwas stärker gefärbt, was Vor- und Nachteile hat. Den Klangcharakter des Trivium empfinde ich dagegen als eher sauber. Filter-Peaks wirken präzise und weniger breit, wobei über den VCA durchaus angenehme Verzerrungen hinzukommen können. Diese sind im Test jedoch meist nicht allzu dreckig ausgefallen.

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Mehr Informationen

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Klangbeispiele
Fazit

Weston Precision Audio Trivium ist ein relativ einfach zu verstehendes Modul. Auf den ersten Blick gibt es nicht viel zu erklären. Seine Attraktivität ergibt sich aus der gelungenen Kombination der Funktionen.

In der Praxis ist es sehr angenehm, das Trivium als Ergänzung zu beliebigen Oszillatoren als Soundquelle zu nutzen und gewissermaßen stufenlos zwischen klassischer Synthesizer-Spielbarkeit und der typischen Drone-Sound-Präsenz mit Modulationen im Modularsystem überblenden zu können. Das führt aus meiner Sicht zu etwas besser strukturierbaren Setups.

Weston Precision Audio Trivium macht das Patching in der Praxis einfacher, hat allerdings auch seinen Preis. Es ist sehr praktisch, nicht viel verkabeln zu müssen, das Regelverhalten von VCA, Hüllkurven und Filter bei austauschbaren Oszillatoren zu kennen und von vornherein eine gute Abstimmung der Modulationsquellen auf die Modulationsziele zu haben, wie es hier der Fall ist. Hinzu kommen ein gut klingendes und variables analoges Filter sowie angenehme VCA-Overdrive-Optionen.

Es wird wohl kaum Nutzer geben, die dieses Modul nicht brauchen können.

 

 

Plus

  • Intuitiv bedienbar mit cleveren Funktionskombinationen – macht aus dem Oszillator mit Trivium einen Synthesizer
  • Präzise Hüllkurven mit leicht unterschiedlichen Charakteristiken
  • Gut und recht sauber klingende VCA- und Filtersektionen
  • Low-Pass-Gate-Emulation einfach möglich
  • Schönes Design, angenehme Haptik und gute Verarbeitung

Minus

  • kein Stereo-Signalweg

Preis

  • 299,-
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Über den Autor
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Heiner Kruse (TGM) RED

Im Mai 2026 erschien die 2. und stark überarbeitete Auflage meines Buchs "Modular Synthesizers" im Radial Verlag in englischer Sprache (die deutsche Ausgabe ist weiterhin erhältlich).

Ich liebe Sound und Musik, veröffentliche vor allem D&B/Jungle als The Green Man (TGM), betreibe das Label/ Projekt Basswerk, mache aber auch filmische oder langsamere Sachen.
In vielen neuen Geräten und Modulen finde ich Innovationsgeist, ähnlich wie damals bei Jungle, und das interessiert mich. Ich ...

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ollo AHU

    299€ und dazu noch die geringe Größe im Vergleich zu einzelnen Modulen machen das Teil schon durchaus interessant. Die Weston Precision Audio Module sehen dazu auch noch gut aus, finde ich. Werde ich mir mal genauer anschauen.

    • Profilbild
      Heiner Kruse (TGM) RED

      @ollo Nach etwas mehr Erfahrung mit dem Gerät füge ich hier noch hinzu, dass sich das Filter an meinem Gerät beim Bearbeiten externer Signale manchmal etwas speziell verhält …. Nur in einem recht kleinen Cutoff Regelbereich klingt es aehnlich wie andere Filter bei aufgedrehter Resonanz so, dass diese (Resonanz) gut hörbar ist.

      Mir gefällt der Klang, aber ein persönlicher Test lohnt sich…

  2. Mehr anzeigen
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