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Test: XLN Audio XO, Sample Explorer Software

Kreativer Ansatz zur Sample-Suche

14. November 2025
xln audio xo sample explorer software test

XLN Audio XO, Sample Explorer Software

XLN Audio XO ist ein Plug-in spezifisch für Drums, mit einem eigenen Ansatz zur Sample-Suche. Anstatt sich in einer Drum-Library von oben nach unten durchhören zu müssen, wird hier ein kreativer Ansatz zur Visualisierung gewählt.  Wir haben uns die Software einmal näher für euch angeschaut.

Kurz & knapp
Worum geht es? XLN Audio XO ist eine Sample Explorer Software und Plug-in für Drums, das eine visuelle und kreative Art der Sample-Suche bietet.
  • Konzept: Innovativer Ansatz zur Sample-Organisation im „Space“-Fenster mit farbcodierter Darstellung nach Frequenz, Länge und Charakteristik
  • Funktionen: Acht Sample-Slots, Sequencer, Playground-Mode, Export als Audio oder MIDI und umfassende Such- und Zufallsfunktionen.
  • Klangbearbeitung: Gute Filter und Pitch-Optionen, Effekte klingen brauchbar, aber teils etwas künstlich.
  • Praxis: Schneller Workflow und inspirierende Ergebnisse, Sequencer jedoch mit begrenzten Funktionen.
  • Preis & Angebot: Plug-in für 139,- Euro, Expansion-Packs optional oder im Bundle erhältlich; faire Preisgestaltung für den Funktionsumfang.

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Was ist XLN Audio XO?

XLN Audio XO ist eine Sample Explorer Software für One-Shot-Samples und kann sowohl als Plug-in, als auch Standalone betrieben werden. Das Plug-in identifiziert entsprechende Samples und organisiert sie nach verschiedenen Kriterien. Doch auch zum direkten Einsatz zum Erzeugen musikalischer Ergebnisse ist alles an Bord.

Es gibt acht Sample-Slots mit Bearbeitungsoptionen, einen Sequencer und verschiedene Hilfsmittel wie Such- und Zufallsfunktionen. XLN Audio XO unterstützt die Formate wav, aiff, mp3, ogg, flac und wma.

Zum Start der Software gab es auch eine Lite-Version, die mittlerweile jedoch nicht mehr angeboten wird. Dafür ist eine kostenlose Testphase, mit allen Funktionen des Plug-ins, von bis zu 10 Tagen möglich. Hier die wichtigsten Spezifikationen im Überblick:

  • 8 Sample-Slots
  • 16-Step-Sequencer mit A-/B-Pattern, Velocity, Ratchets, Swing und Nudge
  • über 8.700 One-Shot Samples
  • über 240 Beat-Presets
  • Sample-Import

Die Bedienoberflächen von XLN Audio XO

Das Space

Startet man XLN Audio XO, befindet man sich direkt im sogenannten Space. Hier werden alle Samples organisiert und wie in einem astronomischen Koordinatensystem angezeigt. Das wirkt auf den ersten Blick zwar zunächst sehr chaotisch, ergibt aber auf den zweiten Blick direkt Sinn. Hält man die Maustaste gedrückt und gleitet über die Punkte im Space, so lassen sich alle Samples vorhören und stufenlos überblenden.

Die Organisation der Samples erfolgt in erster Linie nach Frequenz und Länge. So liegen zum Beispiel links eher Bass-Drums und Toms, rechts Snares und HiHats. Auch die Länge des Samples und der Frequenzbereich spielen bei der Anordnung eine Rolle. Außerdem lassen sich Samples auch farblich unterscheiden. Bass Drums sind rot, Snares und Claps blau, HiHats gelb.

Die Auswahl an Samples lässt sich in XLN Audio XO auch eingrenzen. Über die Funktion „Similarity List“ wird eine Auswahl an Samples identifiziert, die einem ausgewählten Sample am ähnlichsten sind. Ebenso gibt es ein Suchfeld mit Texteingabe sowie weitere Optionen. Auch für ein vollständiges Kit gibt es diese „Similarity“-Funktion. Angeordnet in einem Kreis, rechts unten im Space-Fenster, kann man hier alle Samples immer wieder mit nur einem Klick sinnvoll ersetzen lassen.

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Um sich ein Drum-Kit zu erstellen, stehen acht Sample-Slots für jeweils ein Sample zur Verfügung. Für jeden Sample-Slot gibt es einen Lautstärkeregler, einen Solo- und Mute-Button, eine Lock-Funktion und die Möglichkeit, in der Sample-Auswahl vor- oder zurückzuspringen.

Der Beat Combiner

Im Sample-Display von XLN Audio XO, ganz links im sogenannten Beat Combiner angeordnet, lassen sich Start- und Endpunkt, Fade In und Fade Out, Mono oder Stereo und die Phase eines Samples festlegen. Das Sample wird hierbei in einem separaten Fenster angezeigt, damit man auch eine visuelle Darstellung bekommt. Der benachbarte Panner bietet ein Delay, um einen Haas-Effekt zu erzeugen.

Weiterhin gibt es eine AHD-Hüllkurve und einen Pitch-Regler. Der Pitch-Bereich beträgt eine Oktave und es gibt noch eine zusätzliche Pitch-Spread-Funktion. Es folgen zwei Filter, von denen eines eher einem Tilt EQ entspricht (Bezeichnung „Tone“) und ein zweites ein klassisches Tief- und Hochpassfilter ist.

Über ‚VelSens‘ kann man in XLN Audio XO einstellen, wie die Anschlagstärke die Lautstärke, und auch den Startpunkt, beeinflusst. Unter den Abspiel-Modi lässt sich aus folgender Auswahl wählen: monophon oder polyphon, vorwärts oder rückwärts sowie die Möglichkeit, die Samples zu einer Mute-Gruppe zu routen. Für die Mute-Gruppen ist die Bezeichnung etwas missverständlich, da es sich hier um eine Choke-Funktion handelt. Somit wird ein zugewiesenes Sample abgeschnitten, sobald ein anderes abgespielt wird.

Alle Samples können dann auch als Kit nochmals gemeinsam bearbeitet werden. Dazu stehen ein Lautstärke- und ein Tonhöhenregler sowie zwei Send-Effekte, die aus einem Reverb und einem Delay bestehen, zur Verfügung. Wahlweise können auch zwei Reverbs oder zwei Delays genutzt werden. In der kleinen Master-Sektion hat man dann nochmals eine Auswahl aus Distortion, Filter und Soft-Clipper.

Auch an das Routing wurde gedacht und so lassen sich die Sample-Slots auf einzelne Kanäle ausspielen und wahlweise vom Master-Kanal abziehen.

Der Sample Combiner

Der interne Sequencer von XLN Audio XO, mit der Bezeichnung Sample Combiner, bietet eine Spur für jedes Sample mit 16 Schritten. Die Schrittlänge kann auf bis zu 32 bzw. sogar 64 Schritte verlängert werden, wobei es maximal zwei Patterns gibt. Zur Variation lassen sich dann die Muster AB oder AAAB auswählen. Allerdings ist es nicht möglich, die Länge einer einzelnen Spur zu ändern.

Für jede Spur lassen sich in XLN Audio XO Swing- und Nudge-Werte separat programmieren und es gibt verschiedene Swing-Optionen. Die Velocity kann pro Schritt per Mausrad eingestellt werden und auch Ratchets sind möglich.

Auf der einen Seite ist der Sequencer völlig ausreichend, um erste interessante Ergebnisse zu erzielen, könnte aber gleichzeitig für meinen Geschmack auch ein paar Updates erhalten. Sequenzen mit unterschiedlichen Längen, Parameter-Locks oder auch Wahrscheinlichkeitswerten würden ihn nochmal um einiges aufwerten.

Weitere Funktionen des XLN Audio XO

Playground Mode

Im Playground kann man sich nochmals richtig austoben. Hier lassen sich sowohl die Auswahl der Samples als auch die Sequenzen ganz nach Belieben variieren und austauschen. Hierfür stehen Zufallsgeneratoren, die sich über die Suchfunktion auch einschränken lassen, zur Verfügung. Die Ergebnisse lassen sich wahlweise übertragen oder wieder verwerfen. Am ursprünglichen Patch geht also nie etwas verloren.

Export & MIDI

Eine Sequenz lässt sich entweder klassisch auf eine Audiospur aufnehmen oder man nutzt die Exportfunktionen von XLN Audio XO. Hier kann man sich die komplette Sequenz oder auch einzelne Spuren direkt als Audio- und MIDI-Datei in einen Ordner ablegen oder direkt in die Session übertragen. Zusätzlich lässt sich zwischen bearbeiteten und unbearbeiteten Samples wählen und auch eine Normalisierung der Pegel ist möglich.

XLN Audio XO in der Praxis

In der Praxis ging für mich persönlich das Konzept von XLN Audio XO sehr gut auf und mir wurde schnell klar, wie diese ungewohnte Sample-Suche tatsächlich für kreative Ergebnisse sorgen kann. Vor allem im Verbund mit den Suchfunktionen entstehen hier schnell überraschende Ergebnisse, wobei man stets die Kontrolle über Klangauswahl und Groove behalten kann.

Eigene Sample-Ordner sind schnell integriert und die Anordnung im Space-Fenster empfinde ich als schlüssig und erfrischend. Mit dem integrierten Sequencer und den Exportfunktionen für Audio & MIDI ergibt XLN Audio XO auch im Standalone-Betrieb Sinn. Allerdings kommt man mit dem Sequencer, trotz der sinnvollen Zufallsfunktionen, schnell an seine Grenzen und wird letzten Endes doch vermutlich auf externe Helfer zurückgreifen wollen.

Klanglich stehen natürlich die importierten Samples im Vordergrund. Spannend wird es erst wirklich, wenn man sie transponiert, filtert oder verzerrt. Die Transposition gelingt in der Regel sehr gut. Nur bei höheren Werten im Minusbereich empfand ich es oftmals als zu künstlich. Filter lassen sich sehr gut einsetzen und die Algorithmen zur Verzerrung in der Master-Sektion lassen zwar klar ihren Charakter erkennen, sollten aber nur leicht beigemischt werden. Auch hier klingt es schnell etwas zu künstlich und zu dick aufgetragen.

Ähnlich verhält es sich mit den beiden Send-Effekten. Sie sind definitiv beide nutzbar, klingen aber nicht sonderlich spannend. Durch die verschiedenen Routing- und Exportfunktionen lassen sich aber auch eigene Effekte separat hinzufügen.

Preismodelle & Expansion Packs des XLN Audio XO

XLN Audio bietet für XO aktuell bis zu 20 Expansion-Packs an, bestehend aus Beat-Presets und Samples, die beim Kauf des Plug-ins in einem Bundle oder auch später einzeln erworben werden können. Dementsprechend gibt es verschiedene Preismodelle, die man sich im Vorfeld genauer ansehen sollte.

Das Plug-in selbst (ohne Expansions) kostet 139,- Euro und ein einzelnes Expansion Pack liegt bei 39,- Euro. Das Bundle mit vier zusätzlichen Expansions wird mit 189,- Euro angeboten und das volle Paket erhält man für 329,- Euro. Sollte man also in Erwägung ziehen, mehrere Expansions zu kaufen, lohnt es sich definitiv, über ein Bundle nachzudenken.

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Fazit

XLN Audio XO bietet einen sehr interessanten Ansatz, um Samples zu suchen, zu finden und zu programmieren. In der Praxis funktioniert das schnell, macht Spaß und führt zu Ergebnissen, die mit anderen Plug-ins sicherlich anders ausfallen würden. Die Samples lassen sich in der Software ausreichend nachbearbeiten, wobei ich die Handhabung der Parameter stellenweise als etwas umständlich empfand. Auch der Sequencer ist sehr nützlich, lässt mich aber an einigen Stellen wichtige Funktionen vermissen.

Da ich die Parameter sowieso lieber über einen MIDI-Controller ansteuere und meistens auch auf externe Sequencer zurückgreife, empfinde ich den XLN Audio XO als eine willkommene Inspiration im kreativen Prozess und als eine sehr aufgeräumte Lösung für große Sample-Bibliotheken.

Plus

  • interessanter und schlüssiger Weg, Samples auszuwählen
  • Zufalls- und Suchfunktionen führen zu einem schnellen Workflow

Minus

  • Sequencer lässt Wünsche offen

Preis

  • 139,– Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Ich checks immer noch nicht ganz wie es funktioniert. Vermutlich muss man es einfach mal ausprobieren. Die Idee klingt super weil Samplebibliotheken sind und bleiben ein graus. Jeder kennt das! Ich persönlich denke bin noch im überschaubaren Bereich und komme schon manchmal an seine Grenzen, „wo“ „was“ zu finden ist. Der Witz dabei – Man hat tausende, aber bleibt bei seinen paar Hunden. Ich habe mir auch abgewöhnt jeden erstellten Sound als Sample oder Preset abzuspeichern. Das macht die Sache meistens nicht besser. Daher: Eine tolle Idee so ein Plugin zu gestalten und nicht immer der tausendste Softwaresynthesizer nach Moog-art oder EDM/Pop-Lead. Denke davon hat man inzwischen genug.

  2. Profilbild
    mofateam

    Um gezielt nach Samples zu suchen, ist das mittlerweile bereits seit ca 5 Jahren auf dem Markt befindliche Instrument eigentlich ungeeignet.

    Der eigentliche Reiz liegt letztlich im experimentellen/randomisierten Ansatz, verschiedene Drumsounds auf erstellten Grooves auszuprobieren. Da gibt es dann öfter happy accidents.

    Wer das Konzept mag, sollte sich unbedingt im Vergleich Atlas 2 von Algonaut ansehen. M.E. besserer Sequenzer, sonst gleiches Konzept und momentan für 50€ zu haben.

        • Profilbild
          Jens Hecht RED

          @Numitron Die Volca ist aber kein sogenannter Sample Explorer ;) Aber ich verstehe worauf du hinaus willst und gebe dir auch vollkommen recht, nach nun 5 Jahren könnte man den Preis etwas anpassen und/oder mal ein Update veröffentlichen.

        • Profilbild
          Mac Abre AHU

          @Numitron Finde ich auch. Ich will zwar keine Volca aber der Preis ist für ein Programm, das Samples visualisiert deutlich zu hoch. Wer es nötig hat, so viel Geld auszugeben um ein bestimmtes Sample (vielleicht) zu finden, sollte zunächst seine Samplebibliothek ausdünnen, vernünftig sortieren, sprechend benennen und dann prüfen ob er das Programm immernoch braucht.

  3. Profilbild
    seb_berlin 1

    Ich verwende XO seit ein paar Jahren und möchte es nicht mehr missen. Mit dem Sequenzer kann ich nicht so viel anfangen, aber es ist für mich perfekt um Drum Samples zu suchen. Ähnliche Samples zu finden, die in völlig verschiedenen Ordnern zu finden sind geht einfach super schnell, was ermöglich in kurzer Zeit genau das Drum kit zu basteln was man möchte.

  4. Profilbild
    Filterspiel AHU

    Ich nutze den Sequenzer auch nur für die erste Idee, dann wirds schnell als MIDI in Bitwig gezogen, die Kanäle sind in einem Template einzeln rausgeführt und erhalten ihre Effekte dann dort. So macht es für mich Sinn. Aber stimmt schon, ein fähiger Sequenzer wäre bei dem (Voll-)preis mittlerweile mehr als angebracht.

  5. Profilbild
    Roy Fatty

    Seit Ableton Live eine eigene Funktion zum Finden ähnlicher Samples hat, nutze ich XO kaum noch. Mit dem Sequenzer bin ich sowieso nicht klar gekommen. Die Steps sind mir zu klein und die Velocity per Dragklick einzustellen nervt einfach. Außerdem hab ich den Eindruck, als hätte XLN Audio schon ewig nichts mehr an der Software verbessert, von Bugfixes mal abgesehen.

  6. Profilbild
    Mixit

    Die grafische Darstellung der Samples als Wolke finde ich persönlich eher verwirrend. Ich sehe viele Punkte, weiß aber im Überblick nicht was es ist, daher halte ich es lieber klassisch als Liste.

    Um für meine Samples einen Überblick zu haben, nutze ich den Sample Manager von ADSR. Dieser ist sehr günstig zeitweise auch als Free Download verfügbar. Er erkennt ebefalls Arten von Samples und legt diese in entsprechenden Gruppen an. Mann kann ebenso Favoriten Librarys erstellen, sodass das Finden von Samples sehr easy ist. Die Samples zieht man einfach per Drag and Drop in die DAW, einfacher geht es kaum.

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