Test: XVive U3 Microphone Wireless System

9. Dezember 2018

Weg mit dem Kabel

Wie wäre es, wenn das Kabel gebundene Lieblingsmikrofon auch ganz ohne lästiges XLR-Kabel funktionieren würde? Dieser Wunsch kann mit dem XVive U3 Microphone Wireless System schnell in Erfüllung gehen. Dieses digitale Mikrofon-Transceiver System macht aus jedem dynamischen Mikrofon auf der Stelle ein Funkmikrofon.

XVive U3 Microphone Wireless System

XVive U3 Microphone Wireless System: die beiden Komponenten

Das Set besteht aus zwei Komponenten, die ganz unkompliziert eingesetzt werden können. Der Transmitter wird anstelle des Kabels an das Mikrofon gesteckt, der Receiver kommt in den XLR-Eingang des Mixers, Recorders oder direkt in die Aktivbox – fertig. Kein Netzteil muss den Weg zur Steckdose finden, Batterien brauchen nicht eingelegt zu werden und das XLR-Mikrofonkabel kann man getrost vergessen.

Mit dem XVive U3 Microphone Wireless System sind also Mikrofonkabel überflüssig? Ob das wirklich so ist und was beim Umgang mit diesem cleveren System noch alles auffällt, wollen wir in diesem Testbericht herausfinden.

XVive U3 Microphone Wireless System

Zum Lieferumfang gehören neben dem Receiver und dem Transmitter ein USB-Ladekabel für gleichzeitiges Laden beider Geräte sowie eine Aufbewahrungstasche in ansprechender schwarzer Samtoptik.

XVive U3 Microphone Wireless System

XVive U3 Microphone Wireless System Lieferumfang

Sender und Empfänger arbeiten im lizenzfreien 2,4 GHz ISM-Band. Das ist zwar weltweit anmeldefrei, doch tummeln sich in diesem Frequenzspektrum reichlich WLAN- und Bluetooth-Geräte. Auch ist wegen der hohen Übertragungsfrequenz die Reichweite eingeschränkt. XVive spricht von bis zu 90 feet, was in etwa 27 Meter entspricht. Das ist für den normalen Gebrauch bestimmt ausreichend, könnte aber besonders durch bauliche Gegebenheiten in der Reichweite deutlich eingeschränkt sein.

Hochauflösende Sample-Werte von 24 Bit und eine Bandbreite von 48 kbps Audio ermöglichen eine Frequenzbandbreite von 20 Hz bis 20 kHz bei einem Rauschabstand von 110 dB – und das mit einer Latenz von unter 5 Millisekunden. Diese Leistungsdaten sprechen bereits eine deutliche Sprache.

Transmitter und Receiver sind mit den Abmessungen von lediglich 31 x 29 x 98 mm recht kompakt ausgefallen. Das geringe Gewicht von gerade einmal 93 Gramm (Transmitter) lässt das eingesetzte Mikrofon dann auch nicht zu einer Kurzhantel für Bodybuilder werden. Der Receiver ist sogar noch eine kleine Spur leichter und bringt 92 Gramm auf die Waage. Die Gehäuse der beiden Kooperationspartner sind eine Mixtur aus geformtem Kunststoff mit Metall. Wichtige Verbindungen wie die XLR-Stecker bestehen aus Gussmetall, sollten also auch beim Dauereinsatz und ständigem Wechsel anstandslos über viele Jahre funktionieren.

Fünf Stunden Dauereinsatz mit einer Akkuladung

XVive U3 Microphone Wireless System

Beide Geräte werden gleichzeitig aufgeladen

Integriert sind jeweils 3,7 Volt aufladbare Lithium-Ionen Akkus mit Kapazitäten von 860 mA. Die Akkus sind fest verbaut, bedeutet, dass bei einem Defekt die komplette Einheit in den Sondermüll wandern muss. Aufladen lassen sich die Akkus an einem Rechner oder einem passenden Ladeadapter (der ja mittlerweile in jedem Haushalt vorhanden ist) über das mitgelieferte USB-Ladekabel. Hier werden beide Geräte gleichzeitig mit neuer Energie versorgt. Das hat einmal den Vorteil, dass nur ein USB Anschluss für den Ladevorgang belegt wird, aber auch die Sicherheit, dass direkt beide Geräte in rund 2,5 Stunden voll geladen sind. Ist der Ladevorgang beendet, halten die Akkus bis zu fünf Stunden. Falls sie dennoch bei einem Dauergig oder einer Parlamentsdiskussion nachgeladen werden müssen, braucht es keine Pause von mehr als zwei Stunden. Bereits nach 15 Minuten Ladezeit kann es mit einer zu erwartenden Betriebsdauer von 30 Minuten weitergehen. Nach 30 Minuten ist eine Stunde möglich und nach einer guten Stunde am Energielieferanten halten die Akkus dann schon zwei ganze Stunden durch.

Forum
  1. Profilbild
    Eibensang

    Hm, jetzt wäre nur noch interessant zu wissen, ob sich das Teil on stage auch mit den günstigen Funkies von HB (Harley Benton Airborne Instrument) verträgt, von denen ich bis zu drei live im Einsatz habe (an meinen Gitarren).

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Dafür gibt es ja unterschiedliche Kanäle zur Auswahl. Da müsste doch was passen.

  2. Profilbild
    mdesign  

    verstehe ich das richtig – da wird ein digitales nutzsignal per analogfunk übertragen? spannendes konzept für 2018. ich hätte da eher irgendein low latency bluetooth mit einer lossless-kompression erwartet …

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