Test: Yamaha CP4 Stage, Stagepiano

Sound

Wie bereits beim CP5 basiert die Klangerzeugung des CP4 Stage auf dem System des Spectral Component Modeling. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Sampling und Modeling, was jedoch nur für ausgewählte A- und E-Pianos zum Einsatz kommt. Die restlichen Sounds basieren allesamt auf herkömmlichen Samples.

Auswählen darfman beim CP4 Stage aus 433 Sounds.

Auswählen darf man beim CP4 Stage aus 433 Sounds

Herzstück der CP4 Stage Klangerzeugung sind die drei CFX-, CF- und S6-Flügelsounds, die allesamt auf den Klängen der gleichnamigen Yamaha Flügel beruhen. Egal welche Art von Sound man gerade benötigt, das CP4 Stage kann sicherlich dienlich sein, denn so groß der Unterschied zwischen den drei Flügeln und deren Soundvariationen auch ist, so groß ist auch ihr Klangrepertoire. Von groß und majestätisch bis hin zu klein, aber dennoch sehr dynamisch findet man alles an A-Piano Sounds, was man für die Bühne benötigt. Zusammen mit der Holztastatur lassen sich die Sounds super gut und vor allem dynamisch spielen.

Alles in allem hat das CP4 Stage 433 verschiedene Klänge in 16 Kategorien unter der Haube, wobei sich die Soundauswahl stark an den Bedürfnissen von Live-Keyboardern orientiert. Neben den bereits erwähnten A-Pianos gibt es eine Vielzahl an E-Pianos, Clavinets, Orgeln, Streicher und einige Synth-, Pad-, Brass- und Gitarre/Bass-Sounds. Die Klangqualität ist durch die Bank weg sehr gut und lässt nicht viel Raum für Kritik. Im Gesamtbild etwas schlechter sehe ich beispielsweise die Streicher, die durchaus etwas mehr Dynamik und Kraft haben könnten oder die ein oder andere Solo-Voice aus der Brass/Gitarren-Sektion. Sehr gut finde ich dagegen die Synth- und Pad-Voices, die aus den Yamaha Motif Workstations übernommen wurden.

Um die Sounds des CP4 an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, besteht die Möglichkeit, Einfluss auf Attack, Decay, Release, Cutoff, Resonanz oder den LFO zu nehmen. Sicherlich kein vollwertiger Edit-Mode eines Synthesizers, aber für ein Stagepiano absolut ausreichend.

Praxis

Im Live-Betrieb benötigt man oftmals verschiedene Sounds gleichzeitig, teilweise als Layer oder auch als Split, also der Aufteilung der Tastatur in verschiedene Zonen. Die Tastatur des CP4 Stage lässt sich zunächst in die drei Zonen Main, Layer und Split unterteilen. Per Wahltaster können diese de- bzw. aktiviert und per zugehörigem Fader in der Lautstärke eingestellt werden. Wie anhand der Namen schon zu vermuten ist, kann man mit den internen Sounds jedoch nicht drei unabhängige Zonen bewerkstelligen, sondern im Prinzip nur zwei. Entweder als Layer (Main und Layer zusammen), Kombination Main/Split (rechte Hand Main-Voice, linke Hand Split-Voice) oder eben alles drei zusammen (rechte Hand Main/Layer-Voice, linke Hand Split-Voice). Etwas weiter geht dagegen die Möglichkeit, externe Geräte per MIDI einzubinden. Hier kann man nämlich vier Zonen definieren, die sich dazu auch überlappen dürfen. Einfach tiefste und höchste Note im Menü sowie die MIDI-Parameter eintragen und schon hat man mit dem CP4 ein einfaches Masterkeyboard-Setup kreiert. Schade allerdings, dass dies auf externe Klänge beschränkt ist und sich die internen Zonen des CP4 Stage nicht auch so flexibel programmieren lassen.

Die drei Parts: Main, Layer und Split mit zugehörigem Lautstärkeregler.

Die drei Parts: Main, Layer und Split mit zugehörigem Lautstärkeregler

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Da lob ich mir mein CP1, das von der Verarbeitung bis hin zu den Klängen eindeutig die Nase vorne behält. Einzig ein zweites Wheel wäre fein gewesen.

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    Carsten

    Meines Erachtens war das CP5 wesentlich besser ausgestattet (Zonen, Regler, Mic-Eingang,…) und auch solider (leider dadurch natürlich schwerer). Das Plus ist sicher das Gewicht und der neue CFX-Klang ist auch gut, aber sonst: eher ein Rückschritt. Bin gespannt auf das RD800…

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      Felix Thoma  RED

      Hi Carsten,
      so viel kann ich vorwegnehmen, der Test zum RD-800 kommt bald…etwas Geduld noch :-)

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    gaffer  AHU

    Hätte ich die Möglichkeit meinem Profil eine Signatur hinzuzufügen würde ich auf dieser Seite reinschreiben:
    Hat es Aftertouch?
    Es wäre bei mehr als der Hälfte ein Treffer.
    Ein Instrument mit diesen Vorgaben lässt sich nicht nur als Kla4 Derivat live einsetzen, nee, denkbar wäre auch der Einsatz als Masterkeyboard. Dann zählen Eigenschaften wie Split, Effektprozessoren überhaupt nicht, das macht der angeschlossene Rechner x-mal besser. Sogar der Klang des Piano 1-75 ist nicht komplett unwichtig, aber doch (imho) zweitrangig. Sehr wichtig für diesen Einsatz ist die Frage: werden die Faderdaten/Taster als MIDI ausgegeben, hat es Aftertouch sic!?

    OK wären da nicht schon zwei Wheels, eine offensichtlich gute Tastatur, vier Footswitch/-schweller Ins wäre das Instrument als Masterkeyboard uninteressant, so aber sollten die Infos in einem guten Test mit drin sein.
    Die Kritik geht nicht speziell an dich, Felix, du bist da in bester Gesellschaft. Aber an alle Keyboardtester die Info: Es gibt Musiker die mit einem E-piano eher selten mal Klavier spielen, die Möglichkeit aber nicht verachten und trotzdem eine gute Tastatur wünschen :)
    Und nein, es muss nicht unbedingt ein reines Masterkeyboard sein, diese Forderung verringert lediglich die Auswahl.

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      Felix Thoma  RED

      Hallo Gaffer,
      zunächst zu Deinen Fragen: Das CP4 unterstützt kein Aftertouch, die Daten der Fader (Layer, Split, Main) werden jedoch per MIDI ausgesendet.

      In diesem Fall habe ich das CP4 tatsächlich vor allem als Stagepiano getestet und da sind Sounds, Effekte, etc. natürlich wichtig. Aber Du hast Recht. Sicherlich kann man das CP4 auich als Masterkeyboard einsetzen, wobei es da meiner Meinung nach bessere Lösungen gibt (die dazu auch mal ein Piano Sound o.ä. haben). Aber Aftertouch werde ich bei den kommenden Tests mit reinnehmen…versprochen :-)

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    Joghurt  AHU

    Ich habe das CP1 seit einiger Zeit im Auge. Da nun Yamaha beim CP4 gross vom „besten Stagepiano“ spricht, stellt sich für mich die Frage: ist das CP4 wirklich vergleichbar gut? Die angesprochenen fehlenden Features brauche ich alle nicht, ich brauche es nur als Piano. Daher die Frage an dich Felix (oder wer sich auch immer angesprochen fühlt): Lohnt sich der Aufpreis für das CP1? Oder ist ein Vergleich gar nicht möglich?

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      Felix Thoma  RED

      Hallo Joghurt72,
      zunächst würde ich erstmal nicht nach dem Slogan „bestes Stagepiano“ gehen. Das CP4 ist auf alle Fälle ein super Teil, aber ob es das Beste ist, muss sicherlich jeder selbst entscheiden.

      Das CP1 kenne ich leider nicht so gut. Habe es zwar mal angespielt aber nie richtig ausgiebig getestet. Sicherlich ein sehr gutes Piano mit ordentlichen Sounds, aber wenn Du das Stagepiano bspw. vor allem live einsetzen möchtest, ist das CP4 aufgrund des geringeren Gewichts sicherlich die bessere Wahl. Aber vielleicht kann noch jemand anderes etwas Genaueres zum CP1 sagen.

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        Joghurt  AHU

        Besten Dank für die Antwort. Ich finde diese Superlative nur etwas merkwürdig: wenn Yamaha selbst sagt, es sei das Beste, dann sabotieren sie ja automatisch ihr eigenes, teureres Piano. Nun ja, ich schau mal, ob ich beide gleichzeitig testen kann und bilde mir meine eigene Meinung. Allenfalls gibt es dann halt vielleicht doch ein weiteres Roland-Stagepiano.

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      1st-take

      Hallo Joghurt72,

      vielleicht kann ich Dir als ehemaliger Besitzer eines CP5 – dessen Klaviatur identisch mit der des CP1 ist – und aktuell begeisterter CP4-User, helfen.

      Kurz: Wenn Du auf der Suche nach einem Instrument bist, um in erster Linie Klaviersounds (!) zu spielen, dann eignet sich das CP4 auf Grund der Tastatur auf jeden Fall besser als das CP1. Die Klaviatur des CP1/CP5 ist zwar ein extrem gelungener Kompromiss, um Klavier UND Rhodes überzeugend spielen zu können, meines Erachtens aber leider etwas zu viel in Richtung Rhodes entwickelt worden, also für ernsthaftes Klavierspielen, ausdruckvolles ‚in die Tasten greifen“ ist da nicht möglich.

      Ich finde, der Aufpreis zum CP1 lohnt nicht, wenn Du wie gesagt primär Klaviersounds spielen möchtest.

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