Test: Yamaha EMX5014C, Powermixer

Hinter den Kulissen

Auf der Rückseite sitzen die Ausgänge für die Lautsprecher. Es sind zwei Klinkenbuchsen und zwei Neutrik NL4 Speakon-Ausgänge. Der Netzschalter und die Austrittsöffnungen der beiden Lüfter sind ebenfalls hinten angebracht, was beim Rackeinbau beachtet werden sollte. Das mitgelieferte Kaltgerätekabel ist überdurchschnittlich lang. Wie bei jedem Verstärker muss der Widerstand der angeschlossenen Lautsprecherboxen beachtet werden. Hier bietet der Yamaha EMX5014C Powermixer aufgedruckte Hinweise zur richtigen Konfiguration.

Cinch Ein- und Ausgänge

Cinch Ein- und Ausgänge

 

In der Praxis

Zwei Lüfter machen schon beim Einschalten auf sich aufmerksam. Sie sind zwar nicht extrem laut – aber eben gut hörbar, was bei der Studioarbeit eventuell etwas störend sein könnte. Beim Livebetrieb ist dies ohnehin kein Problem. Die Mikrofon-Vorverstärker sind klasse. Sie bieten ordentlich Headroom und sind rauscharm. Die Klangregelung überzeugt mich ebenfalls mit sehr guten Ergebnissen, wenngleich der Höhenregler verhältnismäßig hoch ansetzt. Mittenparametrik in den Mikrofonkanälen ist für mich ab einer gewissen Preisklasse ohnehin Pflicht. Und hier enttäuscht mich der Yamaha EMX5014C Powermixer auf keinen Fall. Die Kompressoren sind wie zu erwarten einfach zu bedienen und verdichten die Signale mit gewünschtem Geschmack. Alles in allem fällt es leicht, mit diesem Powermixer einen guten Sound einzustellen.

Etwas fraglich für mich ist die FCL-Schaltung. Schon im normalen Betrieb, also auch ohne Feedback, flackern diese LEDs ständig auf, ähnlich wie die Signal LEDs bei den Fadern. Erst wenn das Feedback bereits deutlich zu hören ist, sind die gelben LEDs der betroffenen Kanäle dauerhaft eingeschaltet. Nun gut, etwas hilfreich ist das schon.

Das YS-Processing ist, wie schon beschrieben, stark abhängig von den verwendeten Lautsprecherboxen. Ursprünglich entwickelt wurde es, um die Yamaha Club Serie Lautsprecher optimal anzusteuern. Das sagt Yamaha: „This special circuit optimizes output from the power amplifier to match the characteristics of Club Series speaker systems, resulting in extra-smooth highs and enhanced lows.“

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Ein wenig betagt ist für mich der digitale SPX Effect-Processor. Hier hat sich seit Einführung dieses Yamaha Mixers schon einiges getan. Werden die Effekte zu stark hinzugemischt, klingen sie teilweise etwas blechern. Damit möchte ich andererseits die gebotenen Sounds aber auch nicht schlecht machen, denn Hallräume sind mit Bedacht eingesetzt ganz gut und auch die Hallplatte lässt sich prima nutzen. Wer meine Testberichte regelmäßig liest, der weiß aber auch, dass ich immer wieder empfehle, sich gerade im Bereich FX eine eigene Meinung zu bilden. Denn zu unterschiedlich sind hier die Geschmäcker.

Der Kopfhörerverstärker ist hervorragend, bietet ordentliche Verstärkung und ermöglich damit auch in lauten Umgebungen perfektes Abhören. Eine Eigenschaft, die ich nicht selten bei anderen Pulten vermisse. Unterm Strich ist der Yamaha EMX5014C Powermixer top verarbeitet und bietet hervorragenden Sound – typisch Yamaha. Die Portabilität ist sehr gut, das Gewicht ist erfreulich gering und die Leistung ist schon ganz ordentlich.

Ich würde diesen Powermixer als hervorragende Lösung für eine Band (vier bis fünf Personen) sehen, die auf kleinen bis mittleren Veranstaltungsgrößen spielt. Aber auch als reiner Monitorverstärker eignet sich dieser Yamaha, schon allein wegen der Leistungsverteilung auf Aux1 und Aux2.

Natürlich „fehlen“ hier bei diesem Mixer Features, die im Laufe der Jahre Einzug in die Mischpulte gehalten haben. Beispielsweise USB-Schnittstelle oder HiZ-Eingänge. Andererseits muss man aber auch berücksichtigen, dass bei Einführung dieses Powermixers Ein-Knopf-Kompressoren noch lange nicht zur Standardausstattung von anderen Mischpulten gehörten. Fassen wir also im Fazit zusammen:

Fazit

Der Yamaha EMX5014C Powermixer gehört noch lange nicht zum alten Eisen und macht auch heute noch eine gute Figur. Hier haben wir ein solides analoges Pult mit ausreichender Leistung für zahlreiche Einsatzgebiete. Hervorragende Verarbeitung, gute Bedienbarkeit und sehr guter Klang zeichnen diesen Powermixer aus. Dazu kommt das gute Handling. Nicht ohne Grund ist dieser Powermixer auch heute noch in den Listen der Anbieter auf guten Positionen zu finden. Meine Bewertung ist, um es mit einer Schulnote zu verdeutlichen, eine 2+.

Plus

  • top Verarbeitung
  • sehr guter Sound
  • übersichtliche Struktur
  • geringes Gewicht
  • guter Kopfhörerverstärker
  • Poweramp mit drei Leistungsstufen
  • Rackeinbau möglich

Minus

  • Lüfter nicht geräuschlos
  • Effektprozessor etwas betagt

Preis

  • Ladenpreis: 799,- Euro
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