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Test: Yamaha MG166CX

12. Februar 2010

Kleines Allzweckpult

Yamaha Commercial Audio, die Beschallungsabteilung des japanischen Mega-Unternehmens Yamaha, konnte in den vergangenen zehn Jahren vor allem mit digitaler Misch-Technologie Aufsehen erregen. Digitale Livepulte wie das kompakte LS9 oder das große PM5D sind in der Musikbranche weit verbreitet und gelten als sehr zuverlässige Arbeitspferde. Dabei wird schnell vergessen, dass Yamaha auch analoge Klassiker wie zum Beispiel das fast schon legendäre Großpult PM5000 auf dem Kerbholz hat.

Nun sind analoge Großpulte, sozusagen die Dinosaurier unter den Konsolen, zwar bei Musikern und Tonis noch immer sehr beliebt, aber leider eben sehr groß, schwer, teuer und in gewisser Hinsicht auch umständlich. Wie einst die Riesen-Echsen sterben sie langsam aus, denn allzu schnell hat sich die Musikbranche an „Total Recall“, Szenenspeicher, Automation sowie interne Effekte und Dynamics gewöhnt. Außerdem sind die Digis kleiner, preiswerter und dezenter, weshalb sie von vielen Auftraggebern vorgezogen werden.

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Bei kleinen Pulten sieht die Situation ganz anders aus. Hier würde Digitaltechnik die Bedienung unnötig kompliziert machen, denn der direkte, intuitive und haptisch ansprechende Zugriff ist noch immer die Stärke der Analog-Domain.

Demnach verwundert es nicht, dass Yamaha den Bau von großen Analog-Konsolen inzwischen eingestellt hat, mittlere und kleine Mischer aber nach wie vor gefertigt und sogar neu entwickelt werden. Die Kleinpultreihe „MG“ widmet sich kompakten Geräten mit bis zu 32 Eingangskanälen. Wir haben hier das MG166CX im Test, ein wirklich langer Name für solch ein kleines Ding, und wollen uns genau vergewissern, ob Yamaha bei aller Digitaltechnik den Bau von Analog-Mixern noch drauf hat.

Vollgestopft mit Bedienung: das MG166CX

Vollgestopft mit Bedienung: das MG166CX

Gehäuse und technische Eckdaten

Die Yamaha-Mischpult-Technik befindet sich in einem rackfähigen schwarzen Plastik-Gehäuse (Breite x Höhe x Tiefe  =  478 mm x 102 mm  x 496 mm) mit in den Kunstoff-Guss integrierten, also nicht abnehmbaren Rackohren. Das eigentliche Pult, also die Bedienoberfläche, besteht aus schick in blau lackiertem Leichtmetall. Hier befinden sich außer dem Netzschalter und dem Netzanschluss sämtliche Bedienelemente und Anschlüsse.

Mit seinem geringen Gewicht von gerade mal 5,5 Kilogramm dürfte sich der Mixer bei Bühnen-Hilfen größter Beliebtheit erfreuen. Die Fader weisen mit 60 mm den typischen Kleinpult-Regelweg auf.  

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Die Modellbezeichnung 166CX steht für 16 (Haupt-)Eingänge, sechs (Haupt-)Ausgänge (zwei Stereo-Subgruppen und eine Stereo-Summe), Kompressor-Stufen in mehreren Kanalzügen („C“ für Compressor) und einen Multi-Effekt („X“) mit Algorithmen des Yamaha-Multieffekt-Klassikers SPX. Die komischen Klammern um das (Haupt-) in diesem Text sollen zum Ausdruck bringen, dass es mit Inserts, Aux-Sends, Aux-Returns, 2TRs etc. genau genommen wesentlich mehr Ein- und Ausgänge gibt – aber 16 von ihnen werden durch Mono- oder Stereo-Kanalzüge repräsentiert. Das Pult verfügt darüber hinaus über drei  Auxwege sowie Eingangs-Kanal-Equalizer mit zum Teil semiparametrischen Mittenbändern.

Kanalzüge

Kommen wir zur Eingangssektion und somit zu den Eingangs-Kanalzügen. Bei den Nummern 1-6 handelt es sich um voll ausgestattete Mono-Strips. Beginnen wir ganz oben mit dem XLR-Mikrofon-Eingang. Auf ihn folgen ein symmetrischer Line-Eingang sowie eine Insert-Buchse, die als Stereo-Klinke ausgelegt ist und gleichzeitig als unsymmetrischer Ein- und Ausgang fungiert. Für alle, die noch nicht darauf gekommen sind – die Insert-Ausgänge lassen sich auch als dufte Direct-Outs missbrauchen. Unterhalb der Inserts befindet sich ein Gain-Regler (inklusive roter Peak-LED) für die Justage der Preamp-Eingangsempfindlichkeit, welcher beim Mic-Input in einem Bereich von -60dB bis -16 dB (3 kΩ) regelt. Daraus ergeben sich mögliche Mikrofon-Impedanzen von 50 bis 600 Ohm – das klingt ganz komfortabel. Die Line-Verstärkung reicht von -34 dB bis 10 dB (10 kΩ). Zuschaltbare Hochpass-Filter unterhalb der Gains schnippeln Trittschall bei einer Grenzfrequenz von 80 Hz mit 12 dB/Oktave Flankensteilheit heraus.

Unter den Gains liegt der Drehregler für den einzigen regelbaren Kompressor-Parameter, die Ratio, also die Stärke der Kompression. Die Einstellung der anderen Parameter, Threshold, Attack und Release, werden laut Hersteller von einer Automatik umgesetzt, wobei wohl davon ausgegangen werden kann, dass die Attack-Zeit schlichtweg bei einem relativ schmerzfreien kurzen Wert, der gerade noch nicht zu Verzerrungen im Tiefbass führt, fixiert wurde.

Hat beileibe nicht jedes Kompaktpult: sechs analoge Kompressoren

Hat beileibe nicht jedes Kompaktpult: sechs analoge Kompressoren

Es folgt der Kanal-Equalizer mit einem Höhen-Shelving-Band bei einer Grenzfrequenz von 10 kHz, einer semiparametrischen Glocke (250 Hz bis 5 kHz) und einem Tiefen-Shelving-Band (Grenzfrequenz 100 Hz). Alle Bänder können in einem Bereich von -15 dB bis +15 dB geregelt werden.

Der erste darunter liegende Auxsend greift das Signal vor dem Fader (Pre) ab, der zweite dahinter (Post). Aux 2 lässt sich auf „Pre“-Fader umschalten, nicht aber Aux1 auf „Post“-Fader. Unter den Aux-Sends befinden sich der Effekt-Send zum internen FX-Modul sowie der Panorama-Regler.

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Forum
  1. Profilbild
    ngc294

    Hallo,

    das Thema „MG166cx“ ist ja schon etwas älter, trotzdem habe ich solch ein Pult gebraucht für unsere Freizeit-Band gekauft, für Auftritte ein ideales Gerät.

    Zuhause im heimischen Studio würde ich gerne auch über dieses Pult abmischen und nicht nur über Logic Pro X, zum einen wegen der Haptik. (Regler bewegen statt mit der Maus klicken) zum anderen sind im Rack unter dem Pult ’ne Reihe externer Hardwareeffekte die ich einbinden will, unter anderem ein SPL Charisma.

    Bei der Suche nach der idealen Verbindung zwischen dem MG166cx und meinem Audiointerface RME Fireface UC bin ich beim Lesen des Testberichts MG166cx über folgenden Text gestolpert:

    Kanalzüge
    …handelt es sich um voll ausgestattete Mono-Strips. Beginnen wir ganz oben mit dem XLR-Mikrofon-Eingang. Auf ihn folgen ein symmetrischer Line-Eingang sowie eine Insert-Buchse, die als Stereo-Klinke ausgelegt ist und gleichzeitig als unsymmetrischer Ein- und Ausgang fungiert. Für alle, die noch nicht darauf gekommen sind – DIE INSERT-AUSGÄNGE LASSEN SICH AUCH ALS DUFTE DIRECT-OUTS MISSBRAUCHEN.

    Ist das so zu verstehen das man die Inserts dazu verwenden kann die Kanäle einzeln in Logic zu
    übertragen und nicht nur als Stereosumme ?
    Das Ganze läuft auf dem Mac OS X Mojave 10.14.3

    Danke im Voraus jedem erhellenden Kommentar.

    Freundliche Grüße

    ngc294

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