Starker Sound und schnelle Bedienung
Das Yamaha MGX12 ist ein kompaktes, volldigitales 12-Kanal-Mischpult, das sich für Live-Einsätze, Streaming, kleine Studioproduktionen und Mehrspuraufnahmen eignet. Es kombiniert einfache physische Bedienelemente mit modernen digitalen Funktionen und bietet eine breite Palette an Anschluss- und Steuerungsoptionen.
Worum geht es? Testbericht zum Yamaha MGX12, einem kompakten volldigitalen 12-Kanal-Mischpult für Live, Streaming und Studio.
- Vielseitigkeit: Zahlreiche Ein- und Ausgänge, flexible Routing-Möglichkeiten und USB-Audiointerface mit bis zu 96 kHz.
- Bedienung: Übersichtliche Oberfläche mit 4,3″-Touchscreen, schneller Zugriff auf EQ, Kompressor und Effekte.
- Streaming: USB-Audio, Micro-SD-Recording und optionale HDMI-Erweiterung für Audio-Video-Anwendungen.
- Klang und Verarbeitung: Hochwertige DSP-Effekte, guter Sound und robustes Metallgehäuse.
- Fazit: Kompaktes Digitalpult mit breitem Einsatzbereich und Kaufempfehlung für kleine Events, Theater und Streaming.
Inhaltsverzeichnis
Ein Überblick über das Yamaha MGX12
Äußere Verarbeitung
Das Yamaha MGX12 ist in einem stabilen Metallgehäuse verbaut und besitzt hochwertige Komponenten. Auch die Fader und Knöpfe wirken stabil und hochwertig. Das Pult ist sehr kompakt und wiegt nur 4 kg. Die Abmessungen betragen 335 x 96 x 319 mm (B x H x T). Es ist also ziemlich klein und handlich gebaut, was für den mobilen Einsatz praktisch ist. Das Gehäuse ist für Yamaha typisch in einem Schwarz-Grau-Farbton gehalten.
Bedienoberfläche und Anschlüsse
Das Digitalpult besitzt eine sehr übersichtliche Oberfläche. Alle nötigen Bedienelemente und Anschlüsse sind direkt auf der Oberseite des Pults verbaut. Auf der Rückseite befinden sich lediglich der Stromanschluss, ein Micro-SD-Slot sowie USB-C-Anschlüsse.
Auf der Oberseite finden sich oben links alle verfügbaren Eingänge. Das Yamaha MGX12 besitzt vier XLR-Kombi-Eingänge, zwei Cinch-Eingänge und vier 6,3-mm-Klinkeneingänge. Interessant sind die zahlreichen Ausgangsmöglichkeiten in Anbetracht der Pultgröße. Ebenfalls ist eine Verbindung via Bluetooth 5.0 möglich. Das Pult besitzt zwei XLR-Ausgänge für den Main-Stereo-Output. Dazu stehen insgesamt sechs Omni-Out-Klinkenausgänge zur Verfügung sowie vier Stereo-Klinken-Kopfhörerausgänge.
Technisch verfügt das Yamaha MGX12 über eine 11 + 1-Fader-Konfiguration mit nicht motorisierten Fadern. Ergänzt wird der Aufbau durch einen 4,3″-Touchscreen und fünf Drehregler zur schnellen Parametereinstellung. Die Kanalzugsteuerung erfolgt über Drehregler sowie Select-, Cue- und On-Tasten pro Kanal. Hinzu kommen acht programmierbare Funktionstasten, die bankweise genutzt werden können.
Die inneren Werte und DSP
Das Yamaha MGX12 kann mit bis zu 96 kHz betrieben werden. Für digitale Aufnahme und Wiedergabe dient ein integriertes USB-Audiointerface. Über die USB-MAIN-Schnittstelle können Ein- und Ausgänge mit 32 Bit/96 kHz Auflösung genutzt werden. Zusätzlich gibt es eine USB-SUB-Verbindung mit 2 In/2 Out im 16 Bit/48 kHz Format. Zudem erlaubt ein Micro-SD-Kartenslot die mehrspurige Aufnahme und zweispurige Wiedergabe mit bis zu 24 Bit/96 kHz.
Das Pult besitzt einen leistungsstarken DSP und einfach gehaltene Funktionen, die jedoch einen professionellem Standard versprechen. Dazu zählen acht Busse und zwei FX-Möglichkeiten. Die interne DSP-Engine ermöglicht latenzfreies Monitoring und bietet Hilfsfunktionen wie Auto Gain, Clip Safe, Simple/Standard-Modus und Scene Recall zum Speichern und Abrufen von Einstellungen.
Praxis: Das Yamaha MGX12 im Test
Der erste Eindruck der Oberfläche ist sehr positiv. Das Pult ist übersichtlich und auf den ersten Blick finde ich alles, was ich benötige. Ich habe zunächst ein dynamisches Mikrofon an einem XLR-Eingang angeschlossen. Das Routing erfolgt nahezu automatisch. Es ist bereits dem ersten Kanalzug zugewiesen. Im Channel-Setting kann ich jedoch weitere Konfigurationen auswählen, etwa Pre- oder Post-Fader-Recording oder den Signaltyp Mono oder Stereo.
Das Display zeigt beim Auswählen des Kanalzugs alle nötigen Informationen übersichtlich an. Sobald ich eine Funktion per Touch auswähle, springt das Menü direkt in das entsprechende Fenster. So kann ich einfach den Kompressor oder den Equalizer auswählen und einstellen. Der Knopf unterhalb des Displays kann dafür genutzt werden, um alle Parameter einzustellen. Die Hall- und Delay-Effekte klingen, wie von Yamaha gewohnt, gut. Auch hier kann ich die gewünschten Parameter einstellen.
Der Output-Patch ist überschaubar und die Ausgänge können beliebig belegt werden. Um das Signal auf einen der Mixe zu schicken, kann ich im Hauptfenster beim Selektieren des Kanals Send To auswählen.
Ich habe beim Yamaha MGX12 zusätzlich die Möglichkeit, Pad-Buttons frei zu belegen und zum Beispiel Soundeffekte abzuspielen. Dafür stehen mir auf der Oberfläche auch die User-Buttons zur Verfügung.
Insgesamt finde ich die Menüführung nach kurzem Ausprobieren sehr übersichtlich und ich finde mich im Pult schnell zurecht. Ich konnte innerhalb weniger Minuten das Mikrofon einpegeln, mit Effekten bearbeiten und einem Ausgang zuweisen. Auch wenn das Display nicht besonders groß ist, reicht es für die Touch-Bedienung völlig aus.
Das Yamaha MGX12 empfinde ich als robustes und kompaktes Digitalpult, das sich durch hochwertige Verarbeitung und guten Klang auszeichnet. Die einfache Bedienung und die gleichzeitig zahlreichen Möglichkeiten der Ein- und Ausspielwege machen es vielseitig einsetzbar.
Anwendungsfälle für dieses Pult sind meiner Meinung nach fast unbegrenzt. Von kleinen akustischen Konzerten über Events mit Sprachbeschallung und kleine Theatervorstellungen bis hin zu Streaming-Anwendungen ist hiermit alles möglich. Dieses kleine Pult bietet vielfältige praktische Möglichkeiten und gleichzeitig eine einfache Bedienung. Der einzige Nachteil, den ich sehe: Das Pult besitzt keine motorisierten Fader.
Verschiedene Größen und Farben der Yamaha MGX-Serie:
Das Pult ist ebenfalls mit HDMI-Ein- und -Ausgängen erhältlich:
Die besondere HDMI-Funktion des Yamaha MGX12V erlaubt es, Audio und Video direkt über einen HDMI-Eingang zu empfangen und per USB an einen Computer weiterzuleiten. Dabei kann das HDMI-Signal gleichzeitig ohne Konvertierung an einen Monitor oder ein Display durchgereicht werden. Das ist besonders für Live-Streaming, Video-Podcasting und Content-Produktion relevant, weil so Bild und Ton aus Kameras, Konsolen oder anderen HDMI-Quellen zusammengeführt und aufgezeichnet werden können.
Alternativen zum Yamaha MGX12
Yamaha DM3S
Das Yamaha DM3S ist ein kompaktes, digitales Mischpult mit 22 Kanälen (16 Mono, ein Stereo und zwei FX-Returns) und einer 8 + 1-Fader-Konfiguration inklusive 9-Zoll-Multitouch-Display. Es eignet sich sowohl für Live-Beschallung als auch für Studio- und Streaming-Anwendungen. Neben einer 18 x 18 USB-Audio-Schnittstelle bietet es umfangreiche interne Busse, hochwertige DSP-Effekte, parametrische Equalizer pro Kanal sowie flexible Anschlussmöglichkeiten über XLR/Combo-Eingänge und acht XLR-Ausgänge bei einer Abtastrate von bis zu 96 kHz.
Hier geht es zum AMAZONA-Test des Geräts.
Behringer Flow 8
Das Behringer Flow 8 ist ein kompaktes digitales 8-Eingangs-Mischpult, das klassische Mixer-Funktionen mit moderner digitaler Flexibilität verbindet. Es bietet zwei Midas-Mikrofonvorverstärker mit schaltbarer 48 V Phantomspeisung, zwei zusätzliche XLR/TRS-Kombibuchsen sowie vier Stereo-/Hi-Z-Line-Eingänge. Pro Kanal stehen ein 4-Band-EQ und ein Kompressor zur Verfügung. Hinzu kommen zwei Send-Wege für Effekte und Monitore sowie zwei Effekt-Engines mit 16 Presets.
Hier geht es zum AMAZONA-Test des Geräts.
Allen & Heath CQ18T
Das Allen & Heath CQ18T ist ein kompakter digitaler 18-Kanal-Mixer mit 16 Mic/Line-Eingängen und umfangreicher Anschluss- und Aufnahmefunktion inklusive 24 x 22 USB-Multitrack-Interface, SD-Recorder/Playback und integriertem Bluetooth-Stereoeingang. Er eignet sich für Live-Sound, Proberaum, Studio und Streaming. Das Pult bietet eine 96 kHz Signalverarbeitung mit 7″-Touchscreen-Bedienung, integrierter Wi-Fi-Steuerung über Apps, professionellen Effekten, automatischer Gain- und Feedback-Assistent-Funktion sowie vielseitigen Ausgangs- und Monitoring-Optionen.
Hier geht es zum AMAZONA-Testbericht des Geräts.
Alto Professional TMD16
Das Alto Professional TMD16 ist ein kompaktes 16-Kanal-Digitalmischpult mit integrierter Bluetooth-Streaming- und USB-Audio-Schnittstelle sowie robustem Metallgehäuse. Es eignet sich vor allem für kleine Live-Einsätze, Proberäume und Events. Es kombiniert kapazitive Touch-Fader und dedizierte Bedienelemente mit vollparametrischen EQs, Kompressoren und einem internen Effektsystem auf allen Kanälen. Zudem unterstützt es die Szenenspeicherung und lässt sich per App fernsteuern.
Hier geht es zum AMAZONA-Testbericht des Geräts.
QSC TouchMix‑16
Das QSC TouchMix-16 ist ein kompaktes, digitales 22-Kanal-Mischpult mit integriertem 6,1″-Farb-Touchscreen. Es bietet 16 Mic/Line-Eingänge inklusive XLR/TRS-Kombibuchsen und Stereo-Line-Eingängen sowie eine umfangreiche Eingangskanalverarbeitung mit 4-Band-parametrischem EQ, Gate und Kompressor. Zudem stehen vier professionelle DSP-Effekte sowie acht DCA- und acht Mute-Gruppen zur flexiblen Steuerung zur Verfügung.








































Sehe ich das im Bild „Kanalzug im Display des Yamaha MGX12“ richtig, das das MGX12 /16 auch Phantomspeisung anbietet?
Das wird nämlich in den technische Daten verschwiegen. 😕
Zumindest das Handbauch sagt es aus.
„Bildschirm INPUT
Der Eingangspegel kann zwischen HIGHund LOWgewechselt werden. Schaltfläche [ +48V] Schaltet die Phantomspeisung ( +48V) ein/aus. Dies wird angezeigt, wenn der Eingang MIC/ LINEals…“
Was dann die Frage aufwirft, pro Kanal? So verstehe ich zumindest das Handbuch.
„Eingangsbereich
Dieser Bereich umfasst u. A. die Anzeigen Eingangsverstärkung, Eingangspegel [+48V], [φ] und [HPF] sowie die Schaltflächen [AUTO] und [SAFE].
Die angezeigten Gegenstände hängen vom jeweiligen Kanal ab.“
Nicht uninteressant.
Der größte Konkurrent dürfte wohl weiterhin das Zoom Livetrak L12next in der Preisklasse sein, denke ich. Allerdings gab es den Vorgänger im Sale für die Hälfte, mehr Recording-Mischpult für das Geld geht nicht.
https://www.thomann.de/de/zoom_livetrak_l12next.htm
Mit Motorfadern wäre das ein richtig großer Wurf für‘s Studio gewesen. So ist es ein recht gutes Livepult.
@Tai Ich war im letzten Jahr bei der Vorstellung des Pults bei Yamaha und sehe es überhaupt nicht als Live-Pult. Dazu hat es in meinen Augen zu viele Schwachstellen im Vergleich zu den Mitbewerbern. Das ist für mich eher ein Pult für Content Creator und m. W. hat Yamaha auch genau diese im Sinn. Auch der HDMI-Anschluss geht genau in diese Richtung.
@Markus Galla Ja, das stimmt. Was für mich bleibt: nicht gut als Mixer/Audiointerface wegen der fehlenden Motorfader
Hallo, mich interessiert die Roundtrip-Latenz. Ich habe das Allen & Heath CQ 18 T, dort ist mir die Latenz zu lang und verschiebt sich bei jedem neuen Einloggen.
Und ist es wirklich nicht möglich, die 16 Spuren, die auf der Micro-SD aufgenommen wurden, beim Abspielen einzeln auf die Eingangskanäle zu legen (das geht beim CQ 18 T).
Und geht dies zumindest vom Ipad aus, also bspw. 12 Spuren auf die Eingangskanäle zu legen und die restlichen Eingänge live zu nutzen (geht auch beim CQ 18 T).
Wäre für eine Antwort dankbar.