Anschluss an die Oberklasse
Der Yamaha MODX M6 Synthesizer in unserem Testbericht gehört zur brandneuen Yamaha MODX M Serie, bestehend aus den Modellen MODX M6, MODX M7 und MODX M8, die sich nur durch ihre Tastatur unterscheiden. Wir haben das Modell mit 61 Tasten einem ausgiebigen Test unterzogen und sagen euch, worauf ihr euch freuen dürft.
- Sound Engines: Drei Klangerzeuger (AWM2, FM-X, AN-X) bieten große Klangvielfalt und 16-fache Multitimbralität.
- Bedienung: Verbesserte Bedienoberfläche mit mehr Fadern, Reglern und Touchscreen erleichtert das Arbeiten.
- Kompatibilität: Sounds sind zwischen Mittel- und Oberklassemodellen austauschbar, ESP-Software ab Januar 2026 verfügbar.
- Praxis: Komplexe Klangerzeugung mit steiler Lernkurve, aber ideal für Live- und Studioeinsatz.
- Fazit: Erstklassige Sounds, viele Controller, leichtes Gewicht, kleine Abstriche bei Ausgängen und Aftertouch.
Inhaltsverzeichnis
Yamaha MODX M Synthesizer Workstation
Der Yamaha MODX M Synthesizer steht in einer langen Tradition, denn unter dem Kürzel MO, gefolgt von einem weiteren Buchstaben, vertreibt Yamaha seit sehr vielen Jahren Mittelklasse-Ableger seiner großen Synthesizer Workstations: Die MOX-Serie besaß die Klangerzeugung des Yamaha Motif, die MODX-Serie schließlich die des Yamaha Montage. Yamaha hat dabei bei einem Modellwechsel der Top-Modelle stets auch mit etwas Verzögerung die Mittelklassemodelle einem Update unterzogen, so geschehen nun auch beim Yamaha MODX M, der nun mit dem Montage M gleichzieht.
Gleicher Kern, verschiedene Tastaturen
Die drei Modelle Yamaha MODX M6, MODX M7 und MODX M8 unterscheiden sich nur durch ihre Tastatur. Folgende Versionen stehen zur Verfügung:
- 88 Tasten Graded Hammer GHS Tastatur, ideal für Pianisten (Yamaha MODX M8)
- 76 Tasten, leicht gewichtete FSB-Tastatur (Yamaha MODX M7)
- 61 Tasten, leicht gewichtet FSB-Tastatur (Yamaha MODX M6)
Alle drei Tastaturversionen verzichten leider auf Aftertouch.
Ein großer Vorteil der Mittelklassemodelle ist, dass sich Sounds zwischen den Modellen der Mittel- und Oberklasse austauschen lassen. Ähnlich kennt man das auch von Rolands Fantom und Fantom 0 Modellen und allen weiteren Roland-Geräten mit ZEN-Core.
Für Yamaha MODX M Besitzer bedeutet das nun, dass wie beim Yamaha Montage M drei Engines für die Klangerzeugung zur Verfügung stehen:
- AWM2 (Advanced Wave Memory) ist die auf Samples basierte Klangerzeugung
- FM X ist eine erweiterte FM-Synthese
- AN-X umfasst einen kompletten virtuell-analogen Synthesizer
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Polyphonie von 268 Stimmen, die sich wie folgt zusammensetzt:
- 128 Noten Polyphonie für AWM2
- 128 Noten Polyphonie für FM X
- 12 Noten Polyphonie für AN-X
Ergeben zusammen 268 Stimmen. Im Vergleich zum Yamaha Montage M müssen wir hier einige Abstriche hinnehmen, denn der Montage M bietet 256 Noten Polyphonie für AWM2, 128 Noten Polyphonie für FM X und 16 Noten Polyphonie für AN-X, was dann zusammen 400 Stimmen macht.
Insgesamt ist die Klangerzeugung 16-fach multitimbral.
Erhöht wurde außerdem der Wave- und Flash-Speicher, genauer gesagt wurde er verdoppelt. So besitzt nun der Yamaha MODX M6 sowie die Schwestermodelle M7 und M8 über 10,7 GB AWM2-Speicher und 1,9 GB Benutzer-Flash-Speicher für eigene Samples.
Auch hier hat der Yamaha Montage M noch die Nase vorn, denn er gestattet es den Nutzern, 3,8 GB eigene Samples im Flash-Speicher abzulegen. Dafür ist aber der Preset-Wave-Speicher des MODX M mit 10,7 GB größer als die 9,97 GB beim Montage M. Allerdings wollen wir auch nicht vergessen, dass wir es beim Yamaha MODX M eben mit einem Mittelklassemodell zu tun haben. Irgendwelche Abstriche muss es zum Topmodell eben geben.
Mit der VCM Rotary-Speaker-Simulation wird außerdem per Virtual-Circuitry-Modeling eine Leslie-Speaker-Simulation angeboten, die für noch realistischere Orgel-Sounds sorgen soll.
Neben einigen Hardware-Verbesserungen verbirgt sich unter den Neuigkeiten noch ein Highlight, das ab Januar 2026 zur Verfügung stehen wird und derzeit noch in der Beta-Phase steckt:
Expanded Softsynth Plug-in
Das Expanded Softsynth Plug-in (ESP), das den Yamaha MODX M als Software abbildet und es erlaubt, auch ohne die Hardware, Sounds und Performances zu erstellen und in der DAW einzusetzen. Yamaha greift hier ein Konzept auf, das zum Beispiel Korg schon seit einiger Zeit für die Korg Synthesizer verfolgt: Zusätzlich zur Hardware bekommen alle registrierten Besitzer ihren Synthesizer kostenlos zuzätzlich als Software.
Mehr Kontrolle
Einer der größten Nachteile der Mittelklassemodelle gegenüber dem Yamaha Montage war stets die stark reduzierte Benutzeroberfläche. Hier konnte ich nie so ganz nachvollziehen, warum ein günstiger MIDI-Controller für 100,- Euro mehr Fader und Regler besitzt als ein Yamaha MODX. Mit der neuen Yamaha MODX M Reihe gehört das nun endlich der Vergangenheit an.
Acht Fader stehen nun zur Verfügung, sodass sich acht Parts pro Performance gleichzeitig steuern lassen. Zuvor waren es lediglich vier Fader. Leider hat Yamaha es bei vier Reglern belassen und diese beim Yamaha MODX M nicht auch gleich verdoppelt. Sehr schade. Verdoppelt hat sich aber auch die Anzahl der Buttons unterhalb der Fader. Hier stehen nun ebenfalls acht Buttons zur Part-Aktivierung bereit.
Insgesamt wurde die gesamte Navigation verbessert. Ein großer Vorteil der Roland Fantom 0-Reihe gegenüber der Yamaha Mittelklasse war seit jeher, dass auch in der Roland-Mittelklasse hinsichtlich der Bedienoberfläche kaum Abstriche gemacht werden mussten. Hier hat Yamaha nun reagiert und dem Yamaha MODX M endlich zusätzlich zum 7“ Farb-Touchscreen noch sechs Regler unterhalb des Displays spendiert, mit denen sich die Parameter deutlich leichter und vor allem in Echtzeit editieren lassen.
Insgesamt stehen einfach deutlich mehr Bedienelemente zur Verfügung. Dennoch sieht beim Yamaha MODX M die rechte Keyboard-Hälfte immer noch sehr karg aus, denn die Kategorien-Tasten des Montage fehlen nach wie vor. Neu sind die Navigationstasten rund um das große Steuerrad. Diese waren zuvor unterhalb des Steuerrads angeordnet, mussten nun aber der Laufwerkssteuerung weichen, die von der linken auf die rechte Seite des Synthesizers gewandert ist, da der Platz aufgrund der vier neuen Fader auf der linken Seite nicht mehr ausreichte.
Geblieben ist der Super Knob, außerdem Pitchbend- und Mod-Wheel. Laut Yamaha sind diese jedoch jetzt hochauflösend und sollen deshalb jetzt eine flüssigere Bedienung erlauben. Geblieben ist damit auch die Motion Control Synthesis Engine, die sehr lebendige Sounds und Echtzeit-Modulationen erlaubt: Per Motion Sequences, Envelope Follower und dem besagten Super Knob werden alle drei Klangerzeuger in einer Vielzahl von Parametern gesteuert.
Anschlüsse
Es stehen zahlreiche Anschlüsse zur Verfügung:
- USB To Device
- USB To Host
- MIDI In und MIDI Out
- Foot Controller 1 & 2
- Foot Switches Sustain & Assignable
- Ausgänge L/Mono und R (6,3 mm Klinke)
- Kopfhörerausgang (6,3 mm Stereoklinke)
- A/D Audio-Eingang (L/Mono]/R, 6,3 mm Klinke)
Der Yamaha MODX M kann zeitgleich als 4/10 Audiointerface verwendet werden. Diese Anzahl an Ein- und Ausgängen existiert aber nur bei 44,1 kHz, bei höheren Auflösungen bis 96 kHz verringert sich die Zahl der Ein- und Ausgänge auf 2x Mono beziehungsweise 1x Stereo. Das Umschalten der Sampling-Frequenz ist immer mit einem Reboot des Systems verbunden. Der Boot-Vorgang dauert beim Yamaha MODX M übrigens 22 Sekunden.
Auch MIDI-Daten werden über die USB-Schnittstelle übertragen. Erwähnenswert ist noch, dass der Yamaha MODX M Synthesizer MIDI 2.0 unterstüzt. Mitgeliefert wird außerdem die DAW Cubase AI, die sich zudem direkt vom Keyboard aus steuern lässt. Auch weitere DAWs lassen sich selbstverständlich integrieren und vom Yamaha MODX M aus steuern.
Sound Engines
AWM2 Engine
Die AWM2 Engine spielt im ROM oder User Flash-Speicher abgelegte Samples ab. Bis zu 128 Elemente können gleichzeitig verwendet werden. Jedes Element besitzt Filter, Hüllkurven sowie einen EQ. Es folgen pro Part ein 2-Band-EQ, 3-Band-EQ, Insert A und Insert B Effekte. Alle Parts gemeinsam münden dann in einem Master EQ sowie Master Effekten und Hall.
Zusätzlich steht noch ein Drum-Part bereit, der wiederum bis zu 73 Drum-Keys enthalten kann, die jeweils mit einem Drum- oder Percussion-Sample belegt werden können. Alle natürlich wieder entsprechend mit Filter, Hüllkurven, EQ. Der Rest entspricht den Normal-Parts der AWM2 Engine.
AN-X Engine
Obwohl sich die Klangerzeugung nicht vom Montage M unterscheidet und ich diesbezüglich auf unseren Montage M Test verweisen möchte, noch einige Worte zur neuen AN-X Klangerzeugung.
AN-X simuliert einen analogen Synthesizer. Für die 12 Stimmen stehen jeweils drei Oszillatoren und Noise sowie zwei resonanzfähige Filter zur Verfügung, bei denen jeweils aus 10 Filter-Arten gewählt werden kann:
- Low Pass mit 24 dB/Oktave
- Low Pass mit 18 dB/Oktave
- Low Pass mit 12 dB/Oktave
- Low Pass mit 6 dB/Oktave
- High Pass mit 24 dB/Oktave
- High Pass mit 18 dB/Oktave
- High Pass mit 12 dB/Oktave
- High Pass mit 6 dB/Oktave
- Band Pass mit 12 dB/Oktave
- Band Pass mit 6 dB/Oktave
Verschiedene Hüllkurven, Pulsbreitenmodulation, Oszillator-Sync (inklusive Self-Sync), FM, Wave-Shaper, Wave Folder, Aging für Vintage Synth Sounds gehören zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen, die sich sehr umfangreich konfigurieren lassen.
Die Oszillatoren verfügen über die Standard-Schwingungsformen Sinus, Sägezahn 1, Sägezahn 2, Rechteck mit Pulsbreitenmodulation, Dreieck. Durch den Wave Shaper lassen sich dynamische Verzerrungen der Schwingungsformen erreichen.
Die AN-X Klangerzeugung ist zu umfangreich, um hier intensiv darauf einzugehen. Festzuhalten ist, dass es sich hier um einen äußerst mächtigen virtuell-analogen Synthesizer handelt, der allerdings nicht ganz leicht am Gerät selbst zu bedienen ist. Die zusätzlichen Display-Regler helfen immerhin. Eine umfangreiche Synth-Control-Sektion wie beim Roland Fantom oder echtes Analog-Feeling darf man aber hinsichtlich der Bedienung nicht erwarten.
FM-X
Über die FM-X Engine wurde ebenfalls bereits ausgiebig an anderer Stelle berichtet. Hier noch einmal die wichtigsten Facts:
- 8 Operatoren
- 88 Algorithmen, darunter auch die des DX7
- Filter, EQs, Effekte stehen zusätzlich für die FM-X Klangerzeugung zur Verfügung, die somit weit über die bekannte FM-Synthese der DX-Synthesizer hinausgeht
Effekte
Es stehen verschiedene Effektblöcke zur Verfügung, einige auf der Ebene der Parts, andere auf der Ebene der Performance. Es gibt 13 Hall-Algorithmen, 88 Variation-Effekte, 88 Insertion A Effekte, 89 Insertion B Effekte, 26 Master Effekte, diverse Master EQs sowie Effekte für die A/D Parts.
Part, Performance, Scene, Live Set
Eine Performance bündelt alle Parts mit ihren verschiedenen Einstellungen. Eine Performance kann dabei einen einzelnen Part enthalten oder mehrere Parts für Layer oder Split Sounds. Über ein Mischpult lassen sich die in der Performance enthaltenen Parts mischen, im Stereopanorama verteilen, mit einem EQ bearbeiten, der Hallanteil verändern und mehr.
Eine Scene stellt einen Schnappschuss dar und enthält zusätzlich zu den Einstellungen eines Parts auch Angaben zum Arpeggiator, dem Motion-Sequencer und anderen Part-Parametern. So lassen sich schnell innerhalb einer Performance verschiedene Einstellungen über bis zu acht Scenes verändern und aufrufen.
Performances können wiederum in Live-Sets organisiert werden, was praktisch ist, um mehrere Performances zum Beispiel für einen Song zu bündeln. Ein Live-Set kann dabei auch Songs, Patterns oder Audiodateien enthalten, die man abfeuern und dann dazu mit einer Performance spielen kann.
Sequencer, Audio-Recorder und Arpeggiator
Der Yamaha MODX M Synthesizer besitzt einen Arpeggiator und auch einen Sequencer. Der Arpeggiator geht dabei über die beschränkten Möglichkeiten anderer Synthesizer weit hinaus. So kann er genutzt werden, um verschiedene Spielweisen von Instrumenten oder Geräusche zu imitieren, wie das Rutschen auf den Gitarrenseiten, Akzente, Slides, Falls und so weiter. Er kann aber auch pro Part eine von acht Arpeggio-Varianten wiedergeben und das für bis zu acht Parts gleichzeitig und in Abhängigkeit von der Anschlagsstärke.
Es stehen über 10.000 Arpeggio-Presets zur Auswahl. 256 können vom User selbst angelegt werden.
Der Yamaha MODX M Synthesizer bietet zudem einen Sequencer, der in mehrere Bereiche unterteilt ist:
- Patterns: enthalten MIDI-Sequenzen mit bis zu 16 Tracks, bis zu 128 Patterns möglich, lassen sich loopen
- Songs: enthalten MIDI-Sequenzen und Regler-Bewegungen, bis zu 128 Songs lassen sich speichern
- Tracks: enthalten die MIDI-Sequenzen für einen Part. Es stehen 16 Tracks zur Verfügung, zusätzlich ein Tempo-Track und ein Scene-Track
Zudem lässt sich ein Stereo-Audiosignal (44,1 kHz, 24 Bit WAV) auf einen USB Stick aufzeichnen. Bis zu 74 Minuten Aufzeichnungsdauer am Stück sind möglich.
Praxis
Ich habe den neuen Yamaha MODX M6 Synthesizer einige Tage gespielt und vor allem auch mit meinem Roland Fantom 7 verglichen, der allerdings eher mit dem Yamaha Montage M zu vergleichen wäre. Dennoch lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen.
Zunächst einmal: Der Yamaha MODX M6 Synthesizer ist deutlich besser zu bedienen als seine Vorgänger. Die zusätzlichen Bedienelemente kommen dem Workflow deutlich zugute. Ähnlich wie beim Roland Fantom ist die Klangerzeugung dermaßen komplex, dass eine intensive Einarbeitung notwendig ist, möchte man nicht nur Presets abrufen.
Die ESP Software wird sicherlich dabei helfen, dass mehr Yamaha MODX M Besitzer sich an die Programmierung eigener Klänge wagen. Dennoch bleibt die Klangerzeugung komplex. Schon allein die AWM2 Engine ist dermaßen umfangreich, dass man sich darin verlieren kann. Die FM-X Engine und auch AN-X machen es nicht leichter. Möchte man das volle Potential seines neuen Yamaha MODX M Synthesizers ausschöpfen, steht eine steile Lernkurve bevor.
Das deutschsprachige Handbuch erklärt zwar alle Parameter, ist aber stellenweise verwirrend und wenig hilfreich, wenn es um das Verstehen der Zusammenhänge geht. Nutzer älterer Yamaha Synthesizern werden sich schneller zurecht finden als Umsteiger von anderen Herstellern. So fällt es mir als Roland-Nutzer nicht gerade leicht, durch den Dschungel der übergeordneten Nomenklatur durchzusteigen. Tutorial Videos auf YouTube können helfen und werden dringend empfohlen.
Eine häufig gestellte Frage, auf die mir im Handbuch die Antwort fehlt, ist zum Beispiel auch, wie man für die FM-X Engine denn nun DX7 Sounds aufbereiten kann? Diese lassen sich nämlich leider nicht direkt importieren, sondern müssen zuvor über eine Yamaha Web App konvertiert werden. Die App nennt sich Yamaha FM Converter und ist unter der folgenden URL zu finden: https://shop.usa.yamaha.com/en/fmconverter/index/converter/
Zu beachten ist, dass nicht alle Daten konvertiert werden, sondern einige bei der Konvertierung außen vor bleiben. Mehr dazu steht in der englischsprachigen Bedienungsanleitung zur Web App.
Hier hätte ich mir einen direkten Import per USB oder SysEx-Dump mit anschließender Konvertierung im Synthesizer selbst gewünscht, so wie es bei den Kurzweil-Instrumenten wie dem K2700 oder K2061 möglich ist.
Ansonsten ist der Yamaha MODX M6 eine moderne Synthesizer Workstation, die kaum Wünsche offen lässt, hat man sie einmal durchdrungen. Sie ist ideal für Bühnenmusiker wie auch für alle, die im Studio ihre Workstation mit in die DAW einbinden möchten.
Sound-Demos
Die folgenden Sound-Demos wurden allesamt mit den Preset-Performances eingespielt, die sofort nach dem Einschalten zur Verfügung stehen. Ich habe mich bemüht, alle Klangerzeugungen zu berücksichtigen und auch Performances zu wählen, die von allen drei Sound-Engines Gebrauch machen.
Piano
Starten wir mit den drei wichtigsten Piano-Samples und einer Kombination aus AWM, FM und AN-X Piano. Alle Samples klingen sehr gut und eindrucksvoll. Sie klingen sehr lange aus.
Syn Strings & Pads
Sehr eindrucksvoll sind auch die Sounds aus dem Bereich der Syn Strings und Pads. Hier kommen auch wieder alle Klangerzeuger zum Einsatz.
Tone Wheel Orgel
Die Orgel-Sounds gefallen mir ebenfalls sehr gut. Sie sind nicht ganz so gut zu steuern wie bei einer richtigen Tone-Wheel-Simulation mit Zugriegeln, aber dennoch ausreichend für ein lebendiges Orgelspiel.
Brass & Synth Brass
Mit dem Yamaha MODX M lassen sich schöne realistisch wie synthetisch klingende Brass-Sounds erzeugen, die dank AN-X auch mal an berühmte Vintage-Vorbilder erinnern.
Synth Bass, Synth FX, Arpeggiator
Natürlich kommt auch dieser Bereich nicht zu kurz und die folgenden Sounds sind nur ein sehr kleiner Querschnitt aus dem, was möglich ist.
Alternativen
Die wichtigste Alternative zum Yamaha MODX M Synthesizer ist natürlich der Roland Fantom-0 Synthesizer. Dieser besitzt einige Vorzüge:
- Dynamisch spielbare Sample Pads inkl. 8-stimmiger Pad Sampler
- ZEN-Core Sound Engine mit Erweiterungsmöglichkeit um weitere Sound Engines aus der Roland Cloud
- TR Drum Programmierung
- Kategorientaster
- Mehr Bedienelemente für Parts
- Pitch-/Modulations-Stick plus zuzüglich zwei Wheels
- Synth-Control-Sektion mit direktem Zugriff auf wichtige Synth-Parameter wie Filter-Cutoff oder Resonance
- 32x 4 USB-Audiointerface mit 24 Bit/96 kHz
- 4 Audioausgänge (2x Main, 2x Sub)
- 2x USB-A-Port für Speichermedien plus USB-Port für Audio und MIDI
Leider fehlt auch dem Fantom-0 als Mittelklasse-Workstation eine Tastatur mit Aftertouch. Wer Aftertouch benötigt, muss zum Roland Fantom greifen.
Außerdem wäre der neue Kurzweil K2061 Synthesizer eine weitere Alternative zum Yamaha MODX M6 beziehungsweise der K2088 eine Alternative zum Yamaha MODX M8. Preislich oberhalb vom MODX M angesiedelt, bietet er aber einige Features, die der MODX M nicht hat.
- Aftertouch
- 256-stimmige Polyphonie
- V.A.S.T Synthese
- 6 OP FM-Synth mit Direktimport von FM-SysEx-Files
- KB3 Tone-Wheel-Organ
- Virtual-Analog-Synthesis
- 18 Controller (9 Fader, 9 Regler)
- Ribbon-Controller
Nachteil ist das fehlende Audiointerface, was immerhin ein „Nice to have“ im Heimstudio ist.









































Danke für den Ausführlichen Test.
Ich finde die Entwicklung super. Lediglich das fehlen eines Step-Sequenzers und Pads kann man noch bemängeln. Aber die „Oberflächen Aufwertung“ feiere ich ungemein, weil ich die bei den Vorgängern immer sehr spartanisch fand.
Es ist schon bestellt, warte nur darauf, das DPD das Paket „wiederfindet“, denn angeblich wurde es zugestellt, nur weiß niemand wo..
@Andreas Die Kiste klingt auch wirklich ungemein gut und mit der Aufwertung ist das Keyboard noch praxistauglicher geworden.
Die letzten beiden Male auf der Superbooth musste ich erstaunt feststellen, dass der 88er Montage mir mehr Spass gemacht hat, als die legendären Oberheims und Sequentials. Ok, das sind dann mal maximal 15 Minuten, ob die Begeisterung auch hält, wenn ich so was ein halbes Jahr hätte, keine Ahnung. Da der Effektblock in diesen Geräten eine wichtige Rolle spielt, und dieser in den klassisch Analogen eher mager oder gar nicht da ist, ist mir natürlich auch klar
Ein Keyboard kommt für mich nur in Frage, wenn das auch als Masterkeyboard einsetzbar ist, dafür würde es hauptsächlich verwendet. Masterkeyboards ohne Aftertouch kommen für mich nicht in Frage, also scheidet MODX aus. Ich fände es gut, wenn sie die Softwareversion auch ohne Hardware verkaufen würden. Scheint aber nicht möglich. Das ist schade.
@Tai Zitat: …Scheint aber nicht möglich. Das ist schade.
Hm…hier sieht das bei dem Montage ja so aus als dass es das auch als Plugin gibt. Möglich ist das anscheinend ob die das bei Yamaha auch wollen?
https://de.yamaha.com/de/musical-instruments/keyboards/products/apps/esp_montagem/
@Dimension D Ja, gibt es für den Montage auch.
@Dimension D Ja, das gibt es. Wenn du einen MODX kaufst, gibt es das dazu. Zu kaufen gibt es das nicht.
@Tai < "Ein Keyboard kommt für mich nur in Frage, wenn..." >
Geht mir auch so.Gerade eben ein solch umfangreiches Instrument soll ja dann eigentlich (bei Hardware-Fetischisten wie mir) der Mittelpunkt des Setups sein. Da fehlt mir ohne AT einfach ein wichtiges Mittel.
Ich bin auch immer noch angetan von meinem alten Motif Classic, die Tastatur ist wie für mich gemacht, und ich kann fast jeden Parameter auf den AT legen. Großartig…!
Allerdings sind einige Features an ihm nicht mehr ganz zeitgemäss, und er muss auch langsam mal zum Arzt…
Und mit dem MODX M kann ich ihn leider nicht ersetzen, allein wegen dem fehlenden AT.
Ist auch nicht bockig gemeint von mir, aber ohne geht es nicht…
ich bin mit einem sack voll analog-synths unterwegs und will es auch bleiben. für ernsthafteres musizieren wäre so eine workstation aber ganz bestimmt einfacher und sinnvoller. parameter und preis der MODX klingen überzeugend. deal breaker sind für mich allerdings fehlende einzelausgänge und fehlender poly-aftertouch (ohne den kann ich seit dem ubxa nicht mehr leben). schade! da wird aus marketing-gründen viel potenzial verspielt.
Vielen Dank für den seht informativen Test, was mich verwundert ist, dass auf dem Gebiet der Setlist seit geraumer Zeit fast gar nichts passiert ist dabei wäre da meiner Meinung noch viel Luft nach oben (zB Import von chords, TXT oder gar PDF)
Ich habe vor fast 15 Jahren einen Kronos gekauft und die Setlist finde ich unglaublich hilfreich für Gigs, hier heisst sie wohl Live Set?
Ich habe mal das Gewicht nachgeschlagen und das ist mit 6,6 KG sehr angenehm was leider in meinem Alter immer bedeutender wird…
LG
Keine Frage, der MODX-M6 ist ein herausragender Synthesizer, aber keine echte Workstation. Wobei ich davon ausgehe, dass der MODX-M6 genau so wenig einen Step-Sequenzer hat, wie mein MODX-6. Seit Jahren bemängele ich bei Yamaha, dass deren Workstations allesamt KEINEN Step-Sequenzer haben. Das ist für mich in Bezug auf Workstations ein k.o. – Argument. Daher ist bei meinem Equipment der gute alte Roland Juno-G MIT STEPSEQUENZER die Workstation, der MODX-6 steuert halt seine sehr umfangreichen Klangmöglichkeiten bei. Herr Galla, können Sie bestätigen, dass der MODX-M6 KEINEN Step-Sequenzer hat? Vielleicht können Sie ja mal bei Yamaha anklopfen, damit die mit dieser unsinnigen Modell-Politik aufhören, „halbe“ Workstations anzubieten!
@Gerd Lange Kein Stepp Sequenzer, bei DER neuen virtuellen analogen Engine ist wirklich komplett unglücklich. Ich habe noch den (teildefekten) AN1X – und hatte den MODXM eigentlich fest im Auge. Das ist wieder kein After Touch gibt, nicht mal Mono war dann der Sargnagel.
@HOLODECK Sven Wenn man bedenkt, wie ambitioniert der MODXM daherkommt, 3 Soundengines in einem Synthesizer, hohe Polyphonie, klanggewaltig, Effektproz usw. und dann bietet der MODXM als gedachte Workstation keinen Step-Sequenzer, dann ist das wie ein Ferrari auf 3 Rädern. Schade und ich kann immer wieder nur betonen, ich verstehe die Denkweise von Yamaha nicht.
Ich bin immer noch recht glücklich mit meinem MODX6 erste Generation. Mehr Knöppe fänd ich aber super, außerdem gibt beim „alten“ echt einige Haken in der Bedienung die richtig nerven. Da wäre ein ECHTER Editor sehr willkommen, der den es für den alten gibt ist schon sehr halbgar.
Tatsächlich überzeugt mich die AN-Engine bislang nicht, das kann man auch alles mit der AWM-Engine problemlos erstellen (zumindest was ich bisher gehört habe).
Was mich als „Heavy-User“ auch interessieren würde: wurde das besch****e Oberflächenmaterial mittlerweile geändert? Beim alten ist es raues Plastik, das im Laufe der Zeit dort glatt gescheuert wird wo man es viel bedient (also unterm Display und an den Controllern). Das sieht nach 300 Gigs echt übel aus….
Es ist interessant, wie unterschiedlich die Ansprüche sind: Für viele hier benötigt eine Workstation einen Step Sequencer, weil es sonst keine Workstation ist. Sehe ich persönlich komplett anders, da ein Pattern- und ein Song-Sequencer drin sind. Also Workstation im klassischen Sinne. Es gibt auch noch den Arpeggiator, den man zum Step Sequencer umfunktionieren könnte, wenn man will.
Wieder andere bemängeln den fehlenden Aftertouch. Das sehe ich ein. Ist aber in dieser Preisklasse auch bei der Konkurrenz nicht enthalten.
Polyphonen Aftertouch gab es früher hauptsächlich bei Ensoniq Synthesizern und Workstations und rechnet man deren Preis mal auf die heutige Zeit um, landet man schnell in der digitalen Oberklasse. Auch früher gab es das bei günstigen Instrumenten nicht, in der Mittelklasse kaum, in der Oberklasse oft.
Für die meisten Live Keyboarder ist das aber etwas, worauf sie meistens eher verzichten als auf andere Features. Und für die, die es brauchen, bleiben Montage, Fantom und Co.
Beim Korg Nautilus sieht man sehr gut, welchen Aufpreis Aftertouch bedeutet (Übrigens: Der Nautilus 61 AT ist gerade für 1999€ in der Cyberweek im Angebot!).
Der Endkundenpreis für eine einfache 73er Fatar Tastatur mit Aftertouch liegt bei über 360 Euro. Vermutlich wollte Yamaha den Preis einfach im Rahmen halten und den Preis der Konkurrenz keinesfalls überschreiten. Verständlich. Der Kurzweil K2061 hat Aftertouch, kostet aber deutlich mehr.
@Markus Galla Also was Workstations anbelangt, so ist aus meiner Sicht eine Workstation erst dann eine Workstation, wenn ALLES zur Verfügung steht, was man für Noteneingaben brauchen kann. Dazu gehört nun mal auch ein Step-Sequenzer.
Ich bin kein Tastenmeister. Phil Collins hat mal einen Song gemacht, weiß aber nicht mehr wie der Titel lautete, da war eine Basslinie drin, die ich unmöglich händisch nachspielen konnte. Per Step-Eingabe (ich hatte die Noten vorliegen) ging das dann und war so dann perfekt. Weder mit einem Pattern- noch Song-Sequenzer kann man so etwas nachmachen, als Nicht-Tastenmeister.
Der Arpeggiator des MODX kennt ebenfalls keine Step-Aufnahme, nur Echtzeit-Aufnahme, wie man den zum Step-Sequenzer umfunktionieren kann, erschließt sich mir nicht. Die Preset-Arpeggios kann man beim MODX nicht mal notenmäßig einsehen, ganz anders als wie beim Korg Krome, der einen umfangreichen Arpeggio-Editor hat.
Den Pattern-Sequenzer beim MODX hat Yamaha ja per Update nachgeliefert. Warum nicht konsequent und man hätte einen Step-Sequenzer nachliefern können. Tat aber Yamaha nicht. Deshalb würde ich, wenn ich jetzt auf der Suche nach einer Workstation wäre, nur bei Roland, Korg und Kurzweil nachsehen, wobei bei Kurzweil kenne ich die Sequenzer-Sektion nicht im Detail.
@Gerd Lange Ich würde in dem Fall das Loop Recording einschalten, das Tempo ganz herunterdrehen, Metronom ein und die Echtzeitquantisierung auf 16tel stellen. Damit kann man dann eine Art Lauflichtprogrammierung simulieren.