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Test: Yamaha Motif Rack XS, Synthesizer

10. Dezember 2008

Motif Rack XS

Ganz nach Yamahas gewohnter Produktstrategie erfolgt nach ein paar Monaten Marktverfügbarkeit der großen Workstations die Auslieferung der Rack-Variante. Was damals mit dem TX7 noch als Desktop-Gerät begann, nennt sich heute Motiv Rack XS und beherbergt die komplette Soundengine der aktuellen XS Reihe.

Bitte lesen Sie zunächst den Test von Matthias Steinwachs zur Keyboard Version Yamaha Motif XS, da dieser Test auf diesem aufbaut.

Ein Überblick zum Yamaha Motif Rack XS

Dass das Motif Rack XS in Punkto Bedienung gegenüber den Tastaturversionen etwas abgespeckt ist, dürfte aufgrund der viel kleineren Bedienoberfläche auf 1HE/19″ klar sein. Dennoch geht die Bedienung leicht von der Hand, da man außer der Klangauswahl, der Multisetup-Erstellung und ein paar Systemeinstellungen kaum etwas an der Hardware editieren wird.

Man sollte den Motif zunächst als reinen Presetplayer betrachten, der als einfacher aber hochqualitativer Soundlieferant dient. Also einfach einschalten, Klangprogramm wählen, Musikmachen! Dafür ist er primär gebaut. Zur kompletten Klangerstellung liefert Yamaha eine Software mit, durch die das Klangschrauben und das Erstellen kompletter Neukreationen relativ übersichtlich wird.

Die Klangerzeugung basiert umgerechnet auf 355 MB Samplefutter, was heute zwar nicht viel erscheint, jedoch derart gut optimiert ist, dass es im Zusammenspiel mit der 128-stimmigen Klangerzeugung und den Effekten so manches Edel-VST-Instrument in die Tasche steckt. Außerdem ist es in Punkto Workflow manchmal nicht unerheblich, einen sehr schnellen Zugriff auf die unterschiedlichen Klänge zu haben, die Ladezeit für einen Klang liegt hier weit unter einer Sekunde. Man kann also so lange durch die Klänge steppen, bis der richtige dabei ist.
Sie sehen schon, ich halte hier ein wenig die Lanze für aktuelle Rom-Sampleplayer hoch, aber dennoch: Verglichen mit speziellen Libraries kann der Motif XS in Punkto Realismus nicht mithalten. Da fallen die Loops doch etwas zu kurz aus. Liebhaber von besonders authentisch klingenden Sounds werden mit dem Motif XS nur bedingt weit kommen. Mehr dazu wird weiter unten beschrieben.


Es stehen insgesamt 1024 Voices, 128 GM-Klänge und 64 Drumsets zur Verfügung. Zusätzlich gibt es drei Bänke zu je 128 User-Klängen, die der Anwender frei belegen kann.

Mit diesen Daten scheint das Motif Rack XS eine echte Produktionsmachine zu sein und bietet sich durch das Rackformat neben dem Livebetrieb vor allem für das Studio an. Zwar verfügt es über ausreichend EQs und Effekte, um Mischungen auch direkt im Gerät zu erstellen, aber man möchte doch generell auch die Möglichkeit der getrennten Echtzeit-Bearbeitung von Spuren am Pult haben, ohne Bouncen zu müssen. Für diesen Fall bietet Yamaha eine optionale MLAN Karte an, mit der dem Motif Rack XS (wie auch den Tastaturvarianten) bis zu 6 Ein- und 16 Ausgänge zur Verfügung stehen. MLAN kommuniziert über Firewire mit dem Rechner, und der Motif fungiert in diesem Fall als ASIO-Audio-Interface bei 44,1 kHz bis 96 kHz. So toll dieses integrierte System ist, so eingeschränkt ist es, wenn man es in ein bestehendes System einbinden möchte, denn es darf ja nur eine ASIO-Karte pro Anwendung (in diesem Fall Cubase) gleichzeitig laufen.

Man hat also derzeit außer unter Einbezug eines Yamaha Digitalmischers oder eines Steinberg Audio-Interfaces (siehe kommender Test) kaum keine Möglichkeit MLAN z.B. mit einer RME Karte zu koppeln oder andere Wandler zu integrieren. Schön wäre natürlich, wenn Yamaha es ermöglichen würde, die bereits verfügbaren Erweiterungskarten der digitalen Mischpulte auch im Motif XS einsetzen zu können. So könnte man die Einzelausgänge in jedem denkbaren Format nachrüsten.
Die neuste Information zu diesem Thema sagt aus, dass man mit den neuen Steinberg-Yamaha Treiber (in diesem Fall nicht der MLAN Treiber) bis zu drei Steinberg/Yamaha MLAN Geräte im Verbund betreiben kann. Vorstellbar wäre also ein Setup aus einem Motif XS, einem Steinberg MR816 und einem Yamaha N12: alles integriert in Cubase oder Nuendo.

Die Bedienung des Motif XS Rack erfolgt sehr einfach über ein LC-Display mit Push-Encoder und Navigations-Kreuz samt Enter- und Exit-Tasten. Zusätzlich stehen fünf Encoder zur schnellen Anpassung von den wichtigsten Parametern zur Verfügung, darunter Filter, Hüllkurve, Effekte und sogar EQ.

Motif XS Editor Multimode

Klangqualität

Ein Rundgang durch die Kategorien lässt erkennen, wo der Motif seine Stärken und Schwächen hat:

Piano– Die Pianos sind weitestgehend sehr gut spielbar, jedoch mit für heutige Verhältnisse mit viel zu kurzen Loops versehen, so dass lang ausgehaltene Noten schnell steril klingen. Dennoch ist der Klang hervorragend und erstklassig gesampelt.

Keys– Die Harpsichords, E-Pianos, FM-Pianos und Clavinets sind echte Highlights des Motif XS, besonders für typische 80er Balladen eigenen sich die Layersounds perfekt.

Organ– Auch die Orgeln sind liebevoll programmiert und können überzeugen, durch die internen Verzerrer-Effekte gibt es zahlreiche besonders ‚rotzige’ Sounds.

Guitar– Neben der perfekt gesampelten Nylon-Gitarre überzeugen auch die Steel- und E-Gitarren Samples und können zusammen mit dem Arpeggiator und den Effekten zu recht guten Gitarren-Emulationen führen. Besonders gut gelungen sind die MEGA-Voices (bekannt aus dem Tyros), die je nach gegriffenem Akkord automatisch recht gute Gitarren-Patterns abfeuern.

Bass– auch hier kommt richtig Druck rüber. Die verschiedenen Bässe klingen allesamt exakt EQed und passen sehr gut zu den Drumsamples.

Motif XS Editor Voice General

Strings– Die Streicherabteilung enthält durchschnittliches Workstation-Material, das bei weitem nicht mehr mit aktuellen Software-Sampleplayern Schritt halten kann, für Hintergrunduntermalung aber allemal ausreicht. Dies liegt vor allem an recht kurzen Loops und fehlenden Spielweisen.

Brass/Sax/Woodwind– Auch bei den Brass-Samples kommt, obwohl die Qualität stimmt, wenig Freude auf, da ist man zu sehr von Software-Instrumenten verwöhnt. Auch hier ist die Speicherknappheit zuständig.

Synth Lead/Pad/Comp/EFX– Hier konnten sich die Klangprogrammierer so richtig austoben, und das merkt man auch. Die Klänge sind von „einfach gut einsetzbar“ bis „superkomplex und inspirierend athmosphärisch“ allesamt hervorragend programmiert und bilden den eigentlichen qualitativen Kernnutzen im Studio, wenn man bereits über alle speziellen Libraries verfügt. Eine solche Qualität und Quantität ist bislang von keinem virtuellen Instrument erreicht. Da muss man schon mehrere VSTs kombinieren.

Chromatic Percussion– gut gesampelte und gut EQte Klänge

Drum / Percussion– allesamt eher ‘processed’, also ready-to-use und mit recht wenig Velocity-Splits.

Ethnic– typische World-Instrumente mit sehr gutem Klang und interessant programmiert. Wer hier noch besseres sucht, dem sei die aktuelle Ethno-World von Best Service empfohlen.

Motif XS Editor Effects

Steinberg Yamaha Treiber

Die Übernahme von Steinberg seitens Yamaha trägt nun auch Früchte für den Anwender. Besitzer von Steinberg und Yamaha Firewire-Geräten können einige von diesen nun mit dem neuen Steinberg-Yamaha-Treiber miteinander in einem System verbinden.

Bis zu drei Geräte aus folgenden Reihen können mit dem neuen Treiber kaskadiert werden: Steinberg MR816CSX, MR816X, Yamaha n8, n12 und die aktuelle Motif XS Reihe. Nutzt man Sampleraten von 88,2 oder 96 kHz können hingegen nur zwei Geräte gleichzeitig betrieben werden.

Der Steinberg-Yamaha-Treiber verfügt natürlich über eine ASIO-Schnittstelle. Sobald man die die Geräte installiert hat, stehen sämtliche Ein- und Ausgänge und MIDI-Ports der Geräte zur Verfügung, und aus Sicht des Rechners sieht es so aus, als wäre ein einziges großes ASIO-Audio-Interface angeschlossen.

Steinberg-Yamaha Treiber Ausgänge

Wir haben die Kombination aus einem Yamaha Motif Rack XS und einem Steinberg MR816CSX getestet.

Die Installation dieses Systems brauchte etwas Zeit, da sich bis dato noch keine ausführliche Anleitung finden lässt. Wir suchten uns zunächst alle aktuellen Firmwares für die Hardware und alle verfügbaren Aktualisierungen der Software im Internet zusammen, einerseits von der Steinberg-Seite, der Yamaha-Seite und der Yamaha-Motif-Seite. Unklar war vor allem, welche Kombination für den Betrieb erforderlich ist. Auf einer englischsprachigen Yamaha-Seite fanden wir zum Glück auch einen 10-Punkte-Plan, der beschreibt, wie man mehrere Geräte zum Laufen bringt. Das Zusammensuchen dauerte mehrere Stunden, aber nach der Installation lief dann alles perfekt. Wir konnten die Eingangskanäle den sechzehn Ausgängen des Motif XS genauso zuweisen wie dessen Ausgänge. Zudem standen natürlich auch alle MR816 Ein- und Ausgänge in den VST-Verbindungen parat.

Ein kleines Problem gab es mit dem direkten Mithören. Damit dies latenzfrei über den MR816 geroutet werden kann, muss „direktes Mithören“ im Cubase-Geräte-Bereich eingeschaltet werden. Dadurch konnte man aber den Motif XS nicht mehr hören, da dieser über normale Audiokanäle mit aktiviertem Monitor ins Projekt eingebunden ist. Abhilfe konnte uns der Yamaha Support liefern: Man bindet den Motif XS in Cubase als „Externes Instrument“ ein. So klappte dann alles wie am Schnürchen.

Steinberg-Yamaha Treiber Eingänge

Das resultierende System ist dann ein Yamaha Motif XS, der über den Studiomanager fast exakt wie ein VST-Instrument in Cubase eingebunden ist. Alle Daten werden mit dem Projekt gespeichert und sämtliche Audiokanäle sind rein digital miteinander verkoppelt.
Es stehen nun acht analoge Audioeingänge, acht analoge Ausgänge sowie acht ADAT I/Os vom MR816 zur Verfügung. Das Motif Rack XS bietet darüber hinaus sechzehn Einzelausgänge an, die über dessen Multimode mit verschiedenen Klängen beschickt und im Cubase-Mischpult getrennt abgemischt werden können. Ohne die Firewire-Erweiterung  (MLAN2-Karte) bietet der Motif XS gerade mal vier analoge Einzelausgänge an.
Es ist sogar möglich, die internen Effekte des Motif XS über Cubase direkt anzusprechen. Dafür stehen zwei Kanäle als Ausgangskanäle zur Verfügung, die man z.B. als Effekt-Sends im Cubase-Mischpult benutzen kann. Die beiden analogen Einzelausgänge des Motif XS können ebenfalls nochmals getrennt von Cubase aus genutzt werden.

Zu schön wäre noch gewesen, wenn wir zum Test noch die Möglichkeit gehabt hätten, ein Yamaha n12 mit in den Verbund aufzunehmen, um noch mehr I/Os, sowie eine Mischpultoberfläche zu erhalten. Leider wäre diese Mischpultoberfläche nicht zur Steuerung des Cubase-Mischpultes zu gebrauchen, aber dazu ist ja der Steinberg CC121 vorgesehen. Somit bietet Yamaha-Steinberg momentan ein komplettes integriertes Studio an, was an sich als Innovation zwar naheliegend ist, aber in dieser Form noch von keinem anderen Hersteller angeboten wird.

Arbeitet man mit dem System gleichzeitig an mehreren Projekten, so könnte es kaum einfacher sein, von einem Projekt auf das nächste zu wechseln. Schön wäre, wenn sich auch andere Hersteller an einer solchen Integration beteiligen würden und ein Defacto-Standart entstehen könnte, so dass man alle Firewire-Geräte als ein Audio-System betreiben könnte. Yamaha hat so ein System bereits (MLAN), konnte sich damit aber leider nicht bei genügend anderen Herstellern durchsetzen.

Korg und Roland bieten mittlerweile zwar auch ähnlich Konzepte an, mit denen man die Hardware-Synthesizer in DAW-Umgebungen integrieren kann, jedoch sind diese leider nicht komplett praxistauglich. Die Korg M3 Integration funktioniert ausschließlich bei 48 kHz und die Bedienung des PlugIns bedarf genauso einer Optimierung wie die Roland Editoren. Einzig Access hat mit dem Virus TI eine gelungene Integration vollzogen, bei der Hard- und Software perfekt harmonieren, leider beschränkt sich Access aber auf einen USB 1.1 Port mit verhältnismäßig geringer Transferrate. Yamaha arbeitet laut Informationen des technischen Kundendienstes bereits an einer VSTi-Version des Editors.

Ob ein solches System auf Ihrem Rechner laufen würde, ist eine Frage der Kompatibilität. Je nach Hersteller gibt es spezielle Anforderungen an die Chipsätze der Firewire- und USB-Schnittstellen. Als grobe Faustregel kann man die Firewire-Chipsätze von TI und VIA empfehlen, mit denen nahezu alle Firewire-Geräte getestet sind. Leider ist dieser Chipsatz kaum auf modernen Mainboard oder Laptops verbaut und muss als Steckkarte zugekauft werden. Glück haben diejenigen, bei denen der Onboard-Chipsatz schon tadellos funktioniert, dies ist aber von Fall zu Fall abzuwägen und zu testen.

Motif XS Editor Oszillator

Mitbewerber

Direkte Mitbewerber sind natürlich das Roland Fantom Rack und die Korg M3, die allerdings nicht 19″-kompatibel ist. Die härtesten Konkurrenten sehe ich allerdings im virtuellen Bereich. Zwar ist kein einzelnes virtuelles Instrument in der Lage dem Motif XS Paroli zu bieten, aber die Summe aus spezialisierten Instrumenten lässt den Xs wiederum klanglich im Regen stehen. Jeder muss für den jeweiligen Anwendungsfall selber entscheiden können, wo seine Investition am besten getätigt ist. Die professionellen virtuellen Instrumente kosten zusammen mit dem entsprechenden Rechner in der Summe nämlich auch ein Vielfaches eines Motif XS Rack!

Fazit

Als reiner hochmoderner Klanglieferant kann das Yamaha Motif Rack XS voll überzeugen. Auch wenn es Pro und Contras gegenüber modernen virtuellen Instrumenten gibt, so ist die Nische der Hardware-Sampleplayer immer noch relativ groß, und die Geräte haben Ihre volle Berechtigung. Die Klangqualität konnte nochmals direkt hörbar gegenüber den Vorgängern gesteigert werden, nicht zuletzt durch die Part-EQs und die sehr guten Effekte, aber vor allem durch die erstklassige Patch-Programmierung und den Weltklasse-Samplevorrat.

Plus

  • erstklassiger Klang
  • komplette Integration in Cubase möglich
  • sehr gute Auswahl an Klängen
  • sehr gute Effekte
  • EQs für jeden Part
  • über MLAN erweiterbar

Minus

  • Powerschalter im Volume-Regler integriert
  • Einzelausgänge nur über MLAN (s.o.)

Preis

  • Straßenpreis ~1.400 Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Dreitagebart

    Bist Du Dir sicher, dass der XS hörbar besser klingt als der ES ???? Ich hatte die Möglichkeit des direkten Vergleiches und kann dies so nicht bestätigen, ich werde in gar keinem Fall meinen ES gegen einen XS eintauschen.

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      t.walter  AHU

      Ja, da bin ich mir sicher ;-) !!! Der XS hat auf jedem Part einen EQ, mehr Effekte, deswegen aufwendiger programmierte Klänge und außerdem hat er mehr und teilweise bessere Samples. Natürlich ist es vom ES zum XS kein Quantensprung, sondern wie immer nur ein Schritt. So wie bei jeder Workstation-Generation.

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        AMAZONA Archiv

        Schon damals wurde behauptet,das es klanglich kaum einen Unterschied zw. Motif classic und Mo Es bestehen würde. Ich hab alle gehabt und tatsächlich bei manchen übernommenen Sounds sind teilweise kaum Unterschiede zu hören. Das gilt wie gesagt nicht für alle Sounds. Man sollte aber auch die vielen Neuerungen(siehe Test)beachten.Allerdings find ich das Motif xs Rack nicht so toll(Eingriffsmöglichkeiten, kein Display,kein Sample-RAM).Bei der Keyversion gibt es u.a.kostenlos das 90es Piano für den Sample-ram!Überhaupt spielt der Motif, finde ich seine wahren Stärken in der Live-/ Band Umgebung aus.Dort benutze ich den Motif xs überwiegend. Ich kenne keine Workstation die sich so klar und soundmäßig so gut durchsetzen kann.Im Studio würde ich nur bestimmte Sounds vom Motif verwenden, wenn es richtig gut werden soll, insbesonders wenn man „echte Instrumente“ für seine Produktion benötigt.Hier kommt man meiner Meinung nach nicht an gute Plugins vorbei.Das gilt natürlich auch für die ganzen anderen Rompler.
        Ich finde den XS-Rack Test sehr Objektiv und gelungen..

  2. Profilbild
    Dreitagebart

    Der Test enthält meiner Meinung nach widersprüchliche Aussagen, wenn es um die Frage geht, ob der Motif klanglich nun besser oder schlechter ist als Software-Klangerzeuger!
    Im Text heißt es [Zitatanfang:] „…zwar ist kein einzelnes virtuelles Instrument in der Lage dem Motif XS Paroli zu bieten … [Zitatende]. Das heißt für mich also, klanglich sind Absynth, Reaktor, Sonik-Synth 2, Kontakt etc. etc. schlechter als der XS !!! In anderen Amazona-Test wiederum werden Software-Klangerzeuger über alle Maßen gelobt. Das Ganze hat nichts mit Subjektivität zu tun. Was stimmt denn nun?

    Die geschätzten Amazona-Tester sollten einmal bedenken, dass es unter ihren Lesern viele Musiker gibt, die wirklich einmal genau wissen wollen, ob es denn mittlerweile nun den Software-Klangerzeuger gibt, der bei Verwendung eines guten Wandlers transparenter, breiter, fetter, satter im Bass, also schlicht und ergreifend BESSER klingt als z.B. ein Motif XS. Und an alle betreffenden Hersteller, die diesen Kommentar hier lesen: Habt Ihr so einen Software-Klangerzeuger? Ich kaufe ihn euch ab und ich bezahle viel Geld dafür.

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      t.walter  AHU

      Hallo Dreitagebart,
      man muss Testberichte genau lesen. Ich schreibe „einzelnes“, das ist nicht das gleiche wie „einziges“. Die besten virtuellen Instrumente zusammengenommen sind in der Summe besser als der Motif XS kosten aber in der Summe auch viel mehr. Aber z.B. EW Goliath alleine schafft es nicht an den Motif heranzukommen.

      Zur zweiten Frage: JA! Während der Motif XS über die gesamte Klangpalette 80-90% des heute Machbaren erreicht, so sind spezielle gute Software-Instrumente in ihrer Spezialdisziplin besser. Das gilt vor allem für spezielle Sample-Libraries und Analog-Emulationen. Der Motif XS hat aber wiederum ein enorm breites Spektrum mit super programmierten Klängen.

      Für eine ausführliche Antwort wäre in diesem Fall sicherlich ein langes Special nötig.

      Grüße,
      Thorsten

      • Profilbild
        Dreitagebart

        Hallo Thorsten,

        vielen Dank für die Belehrung, Du kannst Dir aber sicher sein,
        dass ich Eure Tests ganz genau lese und auch richtig interpretiere.
        Nochmals im speziellen: Der Motif XS ist eine Gerät, dass seine
        Sounds aus Samples erzeugt. Sollten Software-Klangerzeuger
        klanglich wirklich besser sein, so müßte beispielsweise mit einem
        EINZELNEN Emulator X, EXS 24, Halion ODER Kontakt Sampler der
        Motif XS komplett abgedeckt werden können!
        Und das bei BESSERER Klangqualität.

        Wieso schafft es Goliath nicht, an den Yamaha heranzukommen?
        Was genau ist denn nun schlechter am Goliath? Das würde mich
        nun aber doch einmal brennend interessieren.

        Ich bleibe dabei: Ich vermisse in vielen Testberichten eindeutige,
        klare Aussagen, wenn es um die Frage der Grundklangqualität bei
        Hard- und Software geht.

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          AMAZONA Archiv

          Hallo,
          ich versuch mich kurz zu fassen:
          der Motif ist sicherlich eine hervorragende Workstation.Mit der Sample-Option kann man teilweise auch bestimmte Plugins ersetzen, aber in der Summe sind die Softwaregeschichten schon besser (aber auch wesentlich teuer). Ich hab u.a. den Motif xs, die EW complete composer collection, diverse Plugins etc. .Ich persönlich benutze für eine „Profi“ Produktion wenn überhaupt nur die gut klingenden und spielbaren Gitarrensamples (besser als Goliath) manchmal auch die E-Pianos und Synthisachen. Der Motif ist für mich, wie gesagt ein hervorragendes Liveteil. Wenn man bedenkt, das man damals mit den 4 mb der M1 gesammte Produktionen gemacht hat ….reden wir hier natürlich nur über das zur Zeit max. Machbare.
          Ein echtes Instrument, auch wenn es sich nur um eine Flöte handet, ist halt nicht so leicht mit wenigen MB´s natürlich rüberzubringen. Als ich in den 80 zigern ein 1 MB Piano gehört habe, war ich total begeistert. Heute müssen es GB´s sein und der Anschlag..und …irgendwie verrückt.

        • Profilbild
          t.walter  AHU

          Das ist eine Philosophie, die sicher mehrere Hundert Seiten eines Forums füllen wird. Generell und vereinfacht kann man vom technischen Standpunkt aus sagen, dass es zwischen Hardware-Digital-Synthesizer und einem virtuellen Instrument keine hörbaren klanglichen Unterschiede geben wird. Da jedoch jeder Synthesizer und jede Sample-Engine anders aufgebaut ist gibt es doch Unterschiede. Während Goliath auf zig GB an Samples zurückgreifen kann, muss der Motif überall loopen und darunter leidet die Natürlichkeit. Der Motif hat gegenüber dem Goliath aber die bessere Engine und die Klänge sind viel aufwändiger programmiert, d.h. da werden richtige Klangdesigner bezahlt, damit es gut klingt. Bei Goliath wird lediglich die Hüllkurve ein bisschen angepasst. Einen kompletten Vergleich verschiedener Soft- und Hardware-Synthies wäre als Bericht sicherlich interessant. Ich bezweifle aber, dass das Ergebnis befriedigend sein wird, weil in diesem Bereich keine Schwarz-Weiß-Malerei zulässig ist.

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          AMAZONA Archiv

          Die Frage, welches Soft- oder Hardwareteil sich nun gegenseitig ersetzt, oder klanglich „besser“ ist, kann doch nicht Aufgabe eines Testberichtes sein. Aufgrund der immer wieder aufkommenden, intensiven Diskussionen über Vor- und Nachteile von Hard- und Softsystemen müsste doch jeder aufmerksame Leser so langsam wissen, welche Unterscheidungskriterien es gibt. Viel wichtiger ist aber die Frage, welches Kriterium, für den einzelnen das Entscheidende ist. Wie ich schon erwähnte, kann kein Tester den Überblick haben, welches System jetzt „besser“ als das andere klingt, oder ob es gar mehrere ersetzt. Die Fülle an unterschiedlichen Systemen auf dem Markt, als auch der Umstand, dass der Tester niemals in der ihm gegebenen Zeit ein Gerät „erschöpfend“ testen kann, lässt immer nur ein relativ subjektives Urteil über ein getestetes Gerät zu. Um das grundlegend zu verbessern, müssten die Systeme anhand ihrer Eigenschaften zu einer Referenz bewertet werden. An dieser Stelle müsste die Diskussion doch weitergehen, und nicht an der Aufforderung „Nun sag schon, was ist jetzt besser!“ Ich bin auf solche Aussagen in Tests renomierter Magazine in Vergangenheit reingefallen, und hoffe deshalb, dass sich kein Tester auf dieser Seite zu solchen vorschnellen, und „platten“ Aussagen hinreissen lässt.

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hab jetzt auch motif rack edition, auf der key-version konnte ich auch fertig gespielte gitarren sehen, auf dem rack kann ich die aber nicht finden, und auch manche andere Sounds.. kann es sein dass es die bei rack -version auch nicht gibt, oder schaue ich nur schlecht?? Danke.

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Als der Motif (Rack)XS auf den Markt kam, habe ich mir noch nicht mal den Test von dem Teil durchgelesen. Wozu die Vielzahl von Arpeggiatoren und „Spielhilfen“? Alles Schnickschnack? Ich war auf der Suche nach einem Live-Gerät mit guten „Butter und Brot“ Sounds. Also habe ich etliche Geräte durchgetestet, u.a. auch den Motif XS. Und von dem kam ich nicht mehr los… Was mir auch nach längerer Zeit mit dem Motif XS auffällt, ist – im Vergleich zu den Roland und Korg Synths, welche ich in Vergangenheit reichlich besessen, oder getestet habe – das der Motif XS im Vergleich zu Roland Synths im Sound nicht die „Wärme“ und „Breite“ hat, und im Vergleich zum Korg Sound weniger „Kanten“ aufweist. Dennoch habe ich mich für den Motif XS entschieden, da die Grundsounds an E-Pianos u. Pads in sehr guter Qualität vorlag. Im direkten Vergleich hatte der Korg M3 überhaupt keine Schnitte. Es klang irgendwie nach Plastik, und nach dem typischen, drahtigen Korg-Sound. Schade, denn der M3 ist hinsichtlich den Ausbaufähigkeiten, und vor allem im Design (m.E.)dem Yamaha weit überlegen. Und die Einbindung auf dem Rechner ist mit Sicherheit auch besser, denn das ist bei dem Motif XS einfach schlecht gelöst, da umständlich und absolut unzureichend. Von Steinberg habe ich eine andere Produktqualität erwartet!
    Die Arpeggiatoren benutze ich bisher selten, da ich vor allem Drum-Loops brauche, aber die vorhandenen Drum-Presets im Arpeggiator entweder keine, oder zu wenig Variationen aufweisen, um einen Song ad hock live zu erstellen. Da ist der Kontent irgendwie ziemlich kreuz und quer zusammengestupft. Sehr schade.
    Wie auch immer, die große Stärke des Motif XS ist m.E. der Grundsound, sowohl in der Auswahl und Qualität der Multisamples, Effekten, als auch in der unspektakulären, aber sehr integrativen Soundcharakteristik. Es hat mir noch nie so viel Spaß gemacht, Sounds zu stacken, als mit dem Motif XS. Durch die eher zurückhaltende Charakteristik der Einzelsounds kann man sehr schöne, differenziert klingende „Soundmonster“ erschaffen. Beispielsweise das Stacken von 80er Sounds ist eine wahre Freude. Das treibt einem fast die Tränen in die Augen….

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    AMAZONA Archiv

    hi dreitagebart, wenn man deine comments so liest, frage ich mich als vollblutmusiker, worum es dir eigentlich geht: um die Musik ? oder nur um die – sorry – ‚volkskrankheit ‚ich hab immer was auszusetzen, denn ohne das kann ich nicht leben‘?ist es nicht einfach wunderbar, dass es das medium synthesizer überhaupt gibt, um klänge jeglicher couleur zu erzeugen? denk‘ mal drüber nach und an dieser stelle mein lob an alle diejenigen, die sich zeit nehmen, umfassende kritiken zu schreiben. ohne die gäbe es nämlich amazona überhaupt nicht und genau dieses forum der testberichte hat mir meine kaufentscheidungen bei z.b. dem microkorg, dem mek evolver und dem blofeld gewaltig erleichtert. hau mal wieder kräftig in die tasten und lass die oszis klingeln =:-) in diesem wohlgemeinten sinne mit den besten grüßen aus d-norden

  6. Avatar
    AMAZONA Archiv

    ne lustige Diskussion! Da möcht ich gern meinen Senf dazugeben!

    ich verwende für die meisten Sounds lieber einen Motif ES als Plugins. Aber nicht immer!

    1. Yamaha hat von Sampling für viele Sounds (Gitarre, Bass, Rhodes, Drums) 10 mal mehr Ahnung als Native Instruments und manch andere. Das betrifft auch das EQing von Soundprogrammen. Anders kann man sich den dünnen Sound von Kontakt nicht erklären.
    Andererseits ist das Yamaha Piano schrott und wird von guten Plugins in die Tasche gesteckt.
    Die klassischen Instrumente bei Kontakt sind auch besser, und zwar deutlich. Hier
    greife ich aber gern auf Roland Sound zurück.

    Noch was zu RAM: ERST mit der letzten Version bietet Kontakt ein verlustfreies Komrimieren an.
    Jede Taste ist bei Kontakt gesampelt. DAS IST ABER NICHT NÖTIG, wenn die Sample Engine qualitativ gute Dienste leistet (hochwertiges Resamping). Daher darf man sich von Gigabytes nicht blenden lassen. Die Hardwarehersteller haben Jahre darüber gebrütet, wie sie den Romspeicher klein halten.

  7. Profilbild
    bhnagel

    kurzes feddback nach einer woche jammen mit dem xs rack: die akustikgitarren sind im vergleich zu korg-samples um längen unschlagbar, e-gitarren (dist.guitars) habe ich mit dem sonic cell offen gestanden authentischer hinbekommen. streicherklänge , sowohl soli als auch arrangements, spielen in der allerersten liga, gleiches gilt für brass und wood. mehr als 6000 arpeggiator-auswahlmöglichkeiten, und darunter einige echte leckerbissen. fazit: überragend.

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