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Test: Yamaha NP-12, NP-32, Stagepiano

13. Juli 2016

Tastenerlebnis für Anfänger

Die Stagepiano Einsteigerklasse ist bei vielen Kunden beliebt, die sich entweder kein echtes Klavier ins Haus holen wollen oder ihr Instrument gelegentlich außer Haus führen, sei es für die Probe oder einen Auftritt. Yamaha hat seine Einsteiger-Klasse kürzlich überholt und stellte die Modelle Yamaha NP-12 Piaggero und Yamaha NP-32 Piaggero vor. Diese beiden Stagepianos haben wir uns einmal genauer angeschaut.

Yamaha NP-12

Yamaha NP-12

Ausgepackt und angeschaut

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Schlank und rank sind die beiden neuen Yamaha Stagepianos. Die Optik erinnert an die Vorgängermodelle NP-11 und NP-31, alles dezent mit einem edlen Touch. Hierzu trägt vor allem die geschwungene Gehäuseform bei, so dass die Bedienoberfläche leicht zum Spieler hin geneigt ist. Auch die links und rechts der Tastatur angebrachten Lautsprecher strahlen so schräg nach oben ab. Für einen edlen Touch sorgt ein rotes Saumband, was am oberen Ende der Tastatur angebracht ist.

Optisch identisch, nur etwas größer ist das NP-32

Optisch identisch, nur etwas größer ist das NP-32

Beide Modelle sind in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich und fallen sehr kompakt aus. Das NP-12 bringt es mit seinen 61 Tasten auf die Maße 103,6 x 10,5 x 25,9 cm, das Gewicht liegt bei extrem niedrigen 4,5 kg, da wiegen ja manche Controllerkeyboards mehr. Der größere Bruder NP-32 besitzt 76 Tasten und ist dementsprechend etwas länger. Die Maße: 124,4 x 10,5 x 25,9 cm, das Gewicht liegt bei 5,7 kg.

Hinsichtlich der Bedienelemente sind beide Modelle auf das Notwendigste beschränkt. Ganz links angefangen verfügen NP-12 und NP-32 über ein Lautstärkerad, es folgen drei Tasten für Power On/Off, Demo und Metronom. Danach die kleine Soundsektion mit fünf Tasten, jeweils doppelt belegt, so dass die beiden Pianos auf 10 Sounds kommen. Danach folgen Record- und Play-Taste für die interne Aufnahmefunktion, das war’s. Wie man bereits anhand der Bedienelemente erkennen kann, sind NP-12 und NP-32 nahezu identisch. Lediglich der Tastaturumfang ist beim NP-32 größer, hinzu kommt ein etwas leistungsstärkeres Lautsprechersystem, ansonsten ist alles gleich.

Yamaha NP-32-5

Die Verarbeitung beider Pianos ist sehr gut. Die Gehäuse bestehen aus Kunststoff, was angesichts des geringen Gewichts keine Überraschung ist. Alles ist passgenau gefertigt, die Bedienelemente lassen auf langlebigen Einsatz hoffen. Etwas anderes habe ich bei Yamaha aber auch nicht erwartet, das passt in der Regel alles.

Bei den Anschlüssen sind die neuen Piaggero Piano sehr spärlich ausgestattet. Ihren zum Betrieb notwendigen Strom beziehen die Pianos über ein externes Netzteil oder über sechs AA-Batterien. Die Betriebsdauer gibt Yamaha mit rund 7 Stunden an. Das ist für all diejenigen interessant, die als mobile Walking Band schnell und unkompliziert die Basis-Sounds eines Keyboards benötigen und unabhängig von einer vorhandenen Stromversorgung sein möchten. Eine Buchse erlaubt den Anschluss eines Pedals, sogar Halbpedal-fähig sind beide Pianos. Ein kombinierter Line-Ausgang/Kopfhörerausgang dient zur Ausgabe der Signale, sofern man nicht die internen Lautsprecher nutzen möchte, die internen lassen sich jedoch leider nicht abschalten. Separate MIDI-Anschlüsse gibt es nicht, lediglich eine USB-Buchse, über die man NP-12 und NP-32 an einen Computer anschließen kann.

Zum Lieferumfang beider Pianos gehört ein externes Netzteil, ein ansteckbarer Notenständer sowie eine mehrsprachige Bedienungsanleitung.

Auch in weiß sind beide Pianos erhältlich

Auch in Weiß sind beide Pianos erhältlich

Tastatur und Lautsprecher

Obwohl die beiden Pianos technisch und hinsichtlich der Klänge identisch sind, klingen sie unterschiedlich. Der Grund ist schnell gefunden, das Lautsprechersystem ist beim NP-32 mit 2x 6 Watt etwas leistungsstärker als beim NP-12 mit 2x 2,5 Watt – und das hört man eben. Allerdings fangen beide Pianos bei voller Lautstärke an zu zerren, schade.

Während beide Modelle über anschlagsdynamische Tastaturen ohne Aftertouch verfügen, stattet Yamaha das NP-32 mit einer Graded Soft Touch Tastatur aus. Dadurch ist der Anschlag des NP-32 genauer und akzentuierter spielbar, das fällt vor allem im direkten Vergleich auf. Beide Tastaturen sind gut verarbeitet und vermitteln ein ordentliches Spielgefühl. Wenn man die Wahl hat, würde ich nach Möglichkeit das NP-32 nehmen, hier ist die Spielqualität doch besser als beim NP-12.

Sounds

Die zehn Sounds des Yamaha NP-12 und NP-32 verteilen sich auf die klassischen Vertreter und basieren auf Yamahas AWM-Stereo-Sampling Klangerzeugung. Die maximale Polyphonie liegt bei 64 Stimmen. Zwei akustische Pianos, zwei E-Pianos, zwei mal Orgel, Streicher, Vibraphon sowie zum Abschluss zwei Harpsichords. Das Wichtigste ist somit an Bord, wobei ich persönlich selten bis nie die Sounds Vibraphon oder Harpsichord nutze. Nicht nur Yamaha setzt aber seit vielen Jahren auf genau diese Sounds.

Yamaha NP-32-6

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Piano 1 ist ein schöner klarer Flügelsound, der Yamaha-typisch sehr durchsetzungsfähig ist und sich auch im dichten Bandarrangement behaupten kann. Etwas dünn ist der Bassbereich, das liegt aber ganz klar an den Lautsprechern, denn über Kopfhörer bekommt man doch einen sehr satten, vernünftigen Klang. Piano 2 ist die Mellow Variante des ersten Pianos, insgesamt etwas dumpf, da gefällt mir Variante 1 doch deutlich besser.

Bei den beiden E-Pianos setzt Yamaha ebenfalls auf Altbewährtes, eine etwas glockige Variante und ein Rhodes. Qualitativ für den Preisbereich ok, allerdings ohne nennenswert hervorzustechen. Aufbessern hätte man die Sounds mit entsprechenden Effekten, aber NP-12 und NP-32 bieten beide jeweils nur einen Reverb-Effekt mit vier Variationen.

Die beiden Orgeln stammen beide aus dem klassischen Kirchenbereich und unterscheiden sich hinsichtlich der gewählten Registrierungen. Klanglich auch hier eine solide Qualität, wobei es schade ist, dass Yamaha den Piaggero Modellen keine Jazz- oder Rock-Orgel mit auf den Weg gegeben hat. Das könnte der ein oder andere Interessent schmerzlich vermissen.

Yamaha NP-32-4

Streicher, Vibraphon und die beiden Harpsichords gehen ebenfalls ok, insgesamt würde ich der Klangqualität von NP-12 und NP-32 die Note 2-3 geben, wobei die A-Pianos auf alle Fälle die besseren Sounds der beiden Pianos sind.

Extras

Die zusätzliche Funktionen von Yamaha NP-12 und NP-32 decken die klassischen Funktionen von Einsteiger-Pianos ab. Maximal zwei Sounds gleichzeitig können als Layer auf der Tastatur gespielt werden, Splits, d.h. die Aufteilung in zwei Tastaturbereiche mit unterschiedlichen Sounds, ist nicht möglich. Bietet sich allerdings aufgrund des Klangrepertoires auch nicht unbedingt an.

Der interne Songrecorder kann das eigene Spiel im MIDI-Format aufzeichnen, Audio-Funktionen bieten die Pianos nicht. Schade ist, dass man den aufgenommenen MIDI-Song nicht über USB auf den Computer transferieren kann.

Yamaha NP-32-2

Über das optional erhältliche Camera Connection Kit bzw. über den ebenfalls optional erhältlichen Bluetooth Adapter Yamaha UD-BT01 sind NP-12 und NP-32 zu Apples iPad/iPhone kompatibel und das auf Wunsch auch drahtlos. Yamaha bietet für seine Stage- und Digitalpianos eine Vielzahl an Apps an, so unter anderem die App „Digital Piano Controller“, über die man NP-12/NP-32 vom iPhone/iPad steuern kann.

Marktausblick

Mit den beiden Modellen NP-12 und NP-32 stößt Yamaha in eine hart umkämpfte Preisregion vor, die in den letzten Jahren mehr und mehr von den Hausmarken der großen deutschen Musikhäuser besetzt wurde. Das Thomann DP-26 ist mit einem aktuellen Preis von 299,- Euro ein Konkurrent der beiden Yamahas, wobei NP-12 und noch mehr das NP-32 für meinen Geschmack klanglich und hinsichtlich der Tastatur überlegen sind. Das NP-12 geht dazu als ultra-günstiges Piano ins Rennen. Etwas teurer ist das CDP-130 von Casio. Aber auch hier sehe ich die beiden Yamahas an vorderer Position.

Yamaha NP-12-2

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Fazit

Die beiden neuen Stagepianos Yamaha NP-12 und Yamaha NP-32 bieten eine gute Qualität für den geforderten Preis. Und das sowohl klanglich als auch hinsichtlich der Tastatur und der Verarbeitungsqualität. Die internen Sounds bieten eine befriedigende bis gute Qualität, da gibt es wenig bis gar nichts zu meckern.

Der Funktionsumfang ist für Pianos dieser Preisklasse ok, wenn auch eine kleine Effektsektion beiden Pianos gut zu Gesicht gestanden hätte. Alles in allem gute Einsteiger Pianos für zu Hause und gelegentliche Auftritte, auch dem mobilen Einsatz steht dank Batteriebetrieb nichts im Wege. Wenn man die Wahl hat, empfehle ich den Kauf des NP-32, dieses bietet die bessere Tastatur und das stärkere Lautsprechersystem.

Plus

  • Tastatur
  • Klang
  • Verarbeitung

Minus

  • Verzerrung bei voller Lautstärke
  • nur Reverb Effekt

Preis

  • Ladenpreise:
  • NP-12: 209,- Euro
  • NP-32: 319,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Das ist ja wirklich sein Geld wert. Yamaha rules the World. Bin begeistert. Ist aber meine persönliche Meinung. Da kann das Thomann ding zuhause bleiben. Was Tastaturen betrifft ist das bei yamaha schwer zu übertreffen. Denn die Sache mit dem Spielgefühl so hin zu bekommen ist sehr schwer.

    Das absolute negativ Beispiel auf das ich mal rein gefallen war ist m-audio. Also immer erst im Laden anspielen was einem wirklich liegt.

  2. Profilbild
    steme  

    Hallo Felix, Danke fuer den test. Worin unterscheiden sich denn nun NP-11 und NP-12 ? Ist das nur Kosmetik ?

      • Profilbild
        steme  

        Habe ich gemacht. Darin beschreibt Felix eine gute Zusammenfassung beider Geraete, aber kein Vergleich zu den Vorgaengern.

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hallo steme,
      entschuldige bitte zunächst die verspätete Antwort. Das NP-12 besitzt einen anderen Flügelsounds, klingt für meinen Geschmack daher etwas angenehmer. Dazu wurde die Polyphonie von 32 (NP-11) auf 64 (NP-12) Stimmen verdoppelt. Das NP-12 ist kompatibel zu iOS Apps von Yamaha, das konnte das NP-11 noch nicht. Und es besitzt einen USB-Port, auch den gab es beim NP-11 noch nicht. Das war’s :-) Viele Grüße

  3. Profilbild
    Amazone

    Das NP-12 und das NP-32 sollen von der Tastatur her besser sein als das thomann DP-26 oder gar das Casio CDP-130?

    Die beiden Pianos von thomann und Casio haben nach meinem Wissen eine Hammermechanik samt Anschlagsdynamik.

    Wie kann so eine Tastatur schlechter sein?

  4. Profilbild
    Felix Thoma  RED

    Hallo Amazone,
    viele Hersteller sprechen bei ihren Pianos von Hammermechanik, aber eine echte Flüge-/Klavier-Hammermechanik ist letztlich doch etwas ganz anderes, deutlich straffer und härter im Anschlag. Da musst Du nur mal ein Klavier und ein Einsteiger-E-Piano nacheinander vergleichen. Und ja, die Yamaha Tastaturen sind deutlich besser verarbeitet und spielen sich besser als DP-26/CDP-130

    • Profilbild
      dilgun

      Dass sich die internen Lautsprecher nicht abschalten lassen, halte ich für ein Gerücht.

    • Profilbild
      LittleThought

      Lieber Felix ,
      danke für deinen schönen Testbericht.
      Eine kleine Verbesserung wäre aber vielleicht sinnvoll:.
      Zitat: „Während beide Modelle über anschlagsdynamische Tastaturen ohne Aftertouch verfügen, stattet Yamaha das NP-32 mit einer Graded Soft Touch Tastatur aus. “
      Dieser Satz stellt meines Erachtens einen Selbstwiderspruch dar. Wahrscheinlich müsste es richtig folgendermaßen heißen: „Während das NP 12 nur über eine anschlagsdynamische Tastaturen ohne Aftertouch verfügt, stattet Yamaha das NP-32 mit einer Graded Soft Touch Tastatur aus. “
      Wenn man schnell liest bekommt man möglicherweise die falsche Information.
      Gruß von LittleThought.

  5. Profilbild
    Schweinshaxe

    Zitat des Autors:
    „Ein kombinierter Line-Ausgang/Kopfhörerausgang dient zur Ausgabe der Signale, sofern man nicht die internen Lautsprecher nutzen möchte, die internen lassen sich jedoch leider nicht abschalten.“

    Diese Aussage ist natürlich falsch.

    Selbstverständlich lassen sich die internen Lautsprecher abschalten.

    Handbuch S. 11:
    „Die Lautsprecher des
    Instruments werden automatisch ausgeschaltet, sobald ein Stecker in
    diese Buchse (Phones/output) gesteckt wird.“

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