Test: Yamaha P-125, Digital- & Stagepiano

13. Juni 2018

Sehr gutes Einsteigerpiano gesucht?

Yamaha P-125

Mit dem Yamaha P-125 bringt Yamaha ein neues mobiles Digitalpiano für den Einsteigermarkt heraus, das sowohl zu Hause als auch als Stagepiano eine gute Figur machen soll. Dieser ist hart umkämpft und die funktionalen Unterschiede zwischen den Produkten sind oftmals sehr klein. Doch schafft es Yamaha mit dem P-125 vielleicht doch die passenden Akzente zu setzen, um sich weiter in diesem Marktsegment auszubreiten? Dies soll der folgende Test klären.

Gegenüber dem nächst kleineren Digitalpiano Modell P-115 hat sich optisch kaum etwas zum P-125 getan. In zwei Farbvarianten ist das E-Piano erhältlich, schwarz und weiß stehen zur Auswahl. Der Preisunterschied zwischen den beiden Varianten beträgt aktuell 5,- Euro, das sollte keine Hürde sein, sich für das ein oder andere Modell zu entscheiden. Funktional gesehen handelt es sich beim P-125 um ein erweitertes P-115 E-Piano. Die Unterschiede liegen vor allem in der Anzahl der Sounds und Rhythmen, alles andere ist nahezu identisch.

Das Yamaha P-125 Digitalpiano verfügt über eine GHS-Tastatur (Graded Hammer Standard) mit 88 Tasten, drei Anschlagskurven stehen zur Auswahl. Der Anschlag ist sehr gelungen, sofort bekommt man ein gutes Spielgefühl für die Tastatur. Für ein E-Piano, das weniger als 600,- Euro kostet, eine überaus akzeptable Qualität. Der Anschlag ist keineswegs zu leicht, d.h. auch Anfängern und Kindern kann man das P-125 empfehlen. Bei manchen Konkurrenten ist der Anschlag und der erforderliche Kraftaufwand zum Herunterdrücken der Tasten deutlich zu leicht, so dass vor allem Kinder, die auf solch einer Tastatur Klavierspielen lernen, später schnell überfordert sind, wenn sie auf ein echtes Klavier oder Digitalpianos mit entsprechend guter Tastatur umsteigen möchten/müssen.

yamaha p-125

Das Bedienfeld des Yamaha P-125 zieht sich über die linke Hälfte der Oberfläche. Diese umfasst einen Power On/Off, einen Lautstärkeregler, Funktionstasten für Demo/Song, Rhythm, Metronom sowie den Player. Hinzu kommen die Tasten zum Auswählen der internen Sounds.

Die Verarbeitung des P-125 ist sehr gut. Das Kunststoffgehäuse macht einen solide Eindruck und bringt gerade einmal 11,8 kg auf die Waage. Da bietet sich das P-125 natürlich für den gelegentlichen Transport zur (Chor-)Probe oder einem Auftritt an. Mit den Maßen 132,6 x 16,6 x 29,5 cm plus geeignete Transporttasche sollte es aber schon ein Kombi sein.

Anschlüsse und Lieferumfang des Yamaha P-125

Rückseitig befinden sich die Anschlüsse des P-125. Hierzu gehören die Buchse für das externe Netzteil, ein Stereoausgang in Form von 2 x 6,3 mm Klinkenbuchsen, ein USB-Port sowie Anschlüsse für Haltepedal und/oder die optional erhältliche Pedaleinheit von Yamaha.

yamaha p-125

Kopfhöreranschlüsse

Fünfpolige MIDI-DIN-Anschlüsse bietet das P-125 nicht, allerdings lassen sich MIDI-Daten über den USB-Port transferieren. Auf der Vorderseite befinden sich zwei Kopfhörerausgänge.

Zum Lieferumfang gehören ein Netzteil, ein mehrsprachiges Handbuch und ein Notenständer.

yamaha p-125

Klangerzeugung des Yamaha P-125

Genauso wie beim P-115 und dem größeren Bruder P-255 kommt beim P-125 die pure CF-Klangerzeugung zum Einsatz. Etwas einfacher ist die Sound-Engine des kleineren Modells P-45 gehalten, dieses muss mit der AWM-Stereo Sampling auskommen. Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich beim P-125 um eine erweiterte Version des P-115. Gegenüber diesem bietet das P-125 10 Sounds mehr, insgesamt also 24 Klänge. Diese sind über die sechs Tasten der Sound-Sektion auswählbar, durch mehrmaliges Drücken der entsprechenden Taste schaltet man durch die maximal vier Variationen des Sounds durch. Hieraus ergeben sich jeweils vier Grand und E-Pianos sowie vier Orgeln. Die nächste Kategorie unterteilt sich in Harpsichord, Vibes und Clavinet, die Streichersektion bietet drei klassische Streicher-Ensembles sowie einen Pad-Sound. Zu guter Letzt lassen sich über die Bass-Taste automatisch Splits mit dem zuvor gewählten Sound erzeugen, d.h. die Tastatur wird in zwei Bereiche geteilt. Im unteren Bereich liegt ein Bass-Sound an, im oberen ein anderer. Hierfür kann ein akustischer, elektrischer oder Fretless-Bass ausgewählt werden, die vierte Variation mischt dem akustischen Bass ein Ride-Becken hinzu.

yamaha p-125

Sound-Sektion

Die Klangqualität entspricht weitestgehend dem Bild des P-115. Neben einem strahlenden Grand Piano bietet das P-125 eine knallige Bright- sowie eine softere Mellow-Variante. Abgerundet wird die Grand Piano Sektion mit einem etwas kantigeren Jazz-Preset. Bei den E-Pianos bietet Yamaha dem Käufer des P-125 jeweils einen Rhodes- und einen Wurlitzer-Sound, die anderen beiden Variationen entfallen auf glockige FM-Klänge, die perfekt für 80er Jahre Power-Balladen geeignet scheinen. Mir persönlich wären da jedoch weitere, klanglich unterschiedliche Rhodes/Wurlitzer-Sounds lieber gewesen. Diese werden aktuell doch deutlich mehr genutzt als die FM-Varianten. Die Mallets, Streicher und Bass-Sounds komplettieren das Klangangebot des P-125 gut.

yamaha p-125

Beim Soundangebot des Yamaha P-126 gefallen mir besonders die Grand Piano-Sounds, hiermit lässt sich absolut etwas anfangen. Diese bieten löblicherweise auch die Möglichkeit, die Dämpferresonanz einzustellen. Auch die Rhodes-Sounds gehen für solch ein Einsteigergerät in Ordnung. Die maximale Polyphonie liegt bei 192 Stimmen, das ist fast schon Oberklasseniveau.

Neben der Möglichkeit, den Bass-Sound im getrennten Bereich zu spielen, lassen sich beim Yamaha P-125 auch alle anderen Klänge splitten, layern und für eine Lehrer-Schüler-Situation in zwei gleiche Oktavbereiche aufteilen.

Extrafunktionen des Yamaha P-125

Um das eigene Klavierspiel aufzuzeichnen und sich somit ein Stück weit selbst kontrollieren zu können, bietet das P-125 eine integrierte Aufnahmefunktion. Es lässt sich zwar leider nur ein Song speichern, dafür kann man zwei getrennte Spuren, also beispielsweise linke und rechte Hand, separat aufzeichnen. Gespeichert wird hierbei im MIDI-Format.

yamaha p-125

Wer ungern zum Metronom übt, kann beim P-125 auch einen von 20 Rhythmen aktivieren. Hierbei handelt es sich um einfache Drumpattern samt Bass und kleinen Intros/Endings. Der Bass reagiert auf den im unteren Tastaturbereich gedrückten Akkord und spielt die passenden Töne. Eine gute Abwechslung zum herkömmlichen Üben, schön.

Hinsichtlich der Effekte ist das P-125 nur sehr spärlich ausgestattet, lediglich ein Reverb-Effekt mit vier Presets hat Yamaha dem P-125 spendiert. Die vier Presets Recital Hall, Concert Hall, Chamber und Club sind in ihren Eigenarten nicht veränderbar, nur die Effektintensität lässt sich auf einer Skala von 0-20 einstellen.

yamaha p-125

Manche weitergehende Funktionen werden mit Hilfe der Tastatur eingestellt

Hören kann man das Yamaha P-125 über das integrierte Lautsprechersystem. Insgesamt vier Lautsprecher werden von einer Verstärkereinheit mit 2x 7 Watt angetrieben. Jeweils zwei Lautsprecher strahlen nach oben, die anderen beiden nach unten ab. In der Regel wird man das E-Piano nicht auf einem Tisch platzieren, beim Yamaha P-125 würde dies dazu den Klang deutlich verfälschen. Das wäre äußerst schade, denn das Yamaha P-125 bietet einen sehr ausgewogenen Klang, der auch bei hohen Lautstärken nicht verzerrt. Bauartbedingt vermisst man bei E-Pianos dieser Größe oft den Bassbereich, da macht auch das neue Yamaha keine Ausnahme. Schließt man das E-Piano allerdings an eine externe PA an, merkt man erst so richtig wie viel Dampf dahinter steckt.

yamaha p-125

Lautstärkeregler, Power On/Off und links der Lautsprecher

Nutzt man das Digitalpiano Yamaha P-125 vorwiegend zu Hause, sollte man sich den optional erhältlichen Unterbau aus Holz anschauen. Der auf den Namen Yamaha L-125 hörende Unterbau stellt das E-Piano auf solide Füße, dazu passt er optisch sicherlich besser ins heimische Wohnzimmer als herkömmliche Keyboardständer. Darüber hinaus bietet Yamaha mit dem Yamaha LP-1 eine 3-fach Pedaleinheit für das P-125 an, hierüber ist es sogar halbpedalfähig.

yamaha p-125

Fazit

Das Yamaha P-125 Digitalpiano ist ein sehr gutes Einsteigerpiano, was für einen aktuellen Preis von 545,- Euro gute bis sehr gute Sounds sowie eine gute Grundausstattung bietet. Mit 24 Klängen ist das P-125 überdurchschnittlich ausgestattet, wenn auch die Konkurrenten der Musikhaus-Eigenmarken teils deutlich mehr Klangrepertoire bieten. Oft mangelt es hier aber an der Qualität.

Hervorheben muss man beim Yamaha P-125 die sehr gute Tastatur. Diese lässt sich sehr gut spielen und ist äußerst solide verarbeitet. Dank der Rhythm-Funktion muss man mit dem P-125 nicht ausschließlich zum Metronom üben. Leichte Kritik gibt es lediglich dafür, dass das P-125 nur über einen Reverb verfügt, weitere Effekte sind nicht an Bord.

Plus

  • Tastatur
  • Sounds

Minus

  • nur ein Reverb-Effekt

Preis

  • Ladenpreise:
  • Yamaha P-125 (schwarz): 545,- Euro
  • Yamaha P-125 (weiß): 550,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Numitron  AHU

    Traurig das bei Yamaha die midi din Buchse in dieser Klasse nicht mehr eingebaut ist. Hab aber ein kawai entdeckt mit der midi Buchse.

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