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Test: Yamaha P-85


Yamaha P-85

 

Das Yamaha P-85 ist der Nachfolger des beliebten P-70 Digitalpianos, welches vor allem für Einsteiger ein sehr interessantes -weil ausgereiftes- Produkt ist.

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Ein Klavier, ein Klavier!
Für rund 650 Euro erhält man ganze 88 Tasten, die qualitativ deutlich über sonstigen Billig-Produkten angesiedelt sind. Eine echte Hammermechanik bietet das P-85 zu diesem Preis natürlich nicht, jedoch ist die Nachahmung eines echten Klavier-Spielgefühls der Tastatur den Yamaha Ingenieuren recht gelungen. Zumindest hebt sich das Spielgefühl stark von Orgel oder Keyboards in Richtung Klavier ab.

 

Die Klangerzeugung ist mit 64 Stimmen und zehn Klängen ausgestattet. Die Klänge werden mittels Yamahas AWM2 Sampling erzeugt und mit einem mittelmäßigen Halleffekt aufgepeppt. Die Klavier Multisamples klingen für ein Digitalpiano unter 1000 Euro wirklich sehr gut und lassen sich auch recht gut akzentuieren. Selbstverständlich möchte das P-85 nicht mit Gigabyte-strotzenden Sample-Libraries oder speziellen virtuellen Instrumenten verglichen werden, es leistet aber für ein Digitalpiano mehr als nur gute Ergebnisse. Ich persönlich könnte den Sound auch in Pop-Produktionen überzeugend einsetzen. Die übrigen Klänge, zwei Orgeln, zwei E-Pianos, zwei Harpsichords, Vibrafon und Streicher klingen alle überzeugend, wobei die Streicher in Punkto Natürlichkeit leider etwas abfallen. Dank der 64 Stimmen sind abgehackte Noten nun endgültig Vergangenheit.

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Das mit ca. 18 cm recht hohe Gehäuse benötigt sein Volumen, um die eingebauten Lautsprecher ordentlich schwingen zu lassen. Die Lautsprecher können für ein durchschnittliches Wohnzimmer genügend Lautstärke erzeugen, werden aber leider der recht guten Klangerzeugung des P-85 nicht gerecht. Erst nach dem Anschluss eines guten Kopfhörers oder guter aktiver Monitore kann sich die P-85 Klangerzeugung richtig entfalten. Für’s Üben oder zu Begleitzwecken bei Hausmusik eignen sich die integrierten Lautsprecher aber dennoch.

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An Spielhilfen sind neben einem beiliegenden Sustainpedal auch ein Metronom und eine Aufnahmemöglichkeit (1-Spur MIDI-Aufnahme) vorgesehen, die sich beide hervorragend zu Übungszwecken nutzen lassen.

 

Die Verarbeitung gibt keinen Anlass zur Kritik. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, der mit einem Metallic-Lack veredelt wurde. Um den Klavier-Charakter zu unterstreichen, hat Yamaha dem P-85 sogar einen roten Filzstreifen spendiert, der sich optisch wirklich gut macht ;-).

 

In den Klangbeispielen können Sie hören, wie das P-85 klingt. Wir haben für die Aufnahme den Kopfhörerausgang abgenommen und die internen Demosongs mit allen zehn Klängen angespielt.

 

Das P-85 ist alleine in Keyboard-Form inklusive der Lautsprecher erhältlich. Wer für sein Wohnzimmer einen schmucken Ständer im Piano-Look benötigt, kann auf das passende Ständer-Kit L-85 und das zusätzliche 3-fach Pedal LP-5 zurückgreifen. Das Pedal ist leider nicht ohne den Ständer zu montieren.

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Fazit
Für den Einsteigerbereich setzt das P-85 einen hohen Maßstab. Die Tastatur ist gut spielbar und dank des MIDI-Ausgangs ist das P-85 auch als Masterkeyboard für andere Klangerzeuger oder zum Einspielen gut geeignet. Durch das recht geringe Gewicht von nur 12 kg ist das P-85 transportabel und mit einem Softcase auch für Bühneneinsätze nicht ungeeignet. Leider gibt es keinen echten Line-Ausgang, jedoch freut man sich über zwei Kopfhörerausgänge, die mit einem Adapter auch als Stereo-Line Out nutzbar sind. Die eingebauten Lautsprecher klingen für unsere verwöhnten Studioohren zwar nicht überzeugend, jedoch haben wir bei Digitalpianos schon viel Schlimmeres gehört und Yamaha kann sich mit ihrem System in diesem Bereich sehr gut behaupten. Unserer Meinung nach kann man das P85 ohne Bedenken auch ungesehen online bei einem Händler bestellen ohne wirklich enttäuscht zu werden. Bei Unsicherheit oder höheren Ansprüchen sollte man aber doch den Gang in den Laden antreten.

PLUS

– 64 Stimmen

– sehr guter Piano Klang

– nur 12 kg schwer

– MIDI I/O

– Ständer und Pedal getrennt erhältlich

– zwei Kopfhörerausgänge

– eingebaute Lautsprecher

MINUS

– kein Line-Out

– Streicherklang

PREISE

Straßenpreis P-85

UVP P-85

Ständer L-85

Pedal LP-5

HERSTELL ER
www.yamaha.de

 

Klangbeispiele

  1. Avatar
    Chromengel

    Hallo,
    ich besitze das Vorgängermodell und bin mit den Streichern auch nicht einverstanden und frage mich, warum diese nicht gleich verbessert wurden. Erfreulich ist aber, dass nun ein Metronom und ein kleiner Sequencer dabei sind und das Design ein wenig besser ausfällt.
    Das reicht allerdings nicht aus, mein altes P-70 gegen das neue zu tauschen.

    Gruß
    Michael

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      • Avatar
        Lex Pfister

        Ich habe mir das Modell zugelegt und muss sagen das ich sehr zufrieden damit bin. Meinen Vorrednern kann ich mich ebenfalls anschliessen, den Streichern fehlt der Pepp! Da sollte was gemacht werden. Aber ansonsten ein super Gerät für einen Neupreis von 649 € eine hervorragende Sache.

        Gruß

        Lex Pfister

  2. Avatar
    Levin Sackmann

    Ich habe das Piano zu weihnachten bekommen und muss ehrlich gestehen, dass ich ein wenig überrascht war. Es ist ein tolles Gerät und für mich, als gerade mal ein-einhalb jahre Spielender, bestens geeignet.
    Auch ich muss zugeben, dass die Streicher mehr Pepp haben könnten, aber das wird dann denke ich mal im Nachfolgemodell besser gemacht sein.

    MFG Levin Sackmann

  3. Profilbild
    keyboarder66

    Ist zwar schon ziemlich alt der Eintrag, aber ein für mich sehr wichtiger Aspekt wurde hier nicht behandelt: Der Midi Out sendet nur Velocity Werte von 0-100 anstatt von 0-127. Das ist aber auch gleichbedeutend damit, dass dieses Piano definitiv nicht vernünftig als Master für andere Tonerzeuger benutzt werden kann.
    Wäre cool, wenn das in neueren Tests einfach mal geprüft werden würde….

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